Budapest

 In 2016, Ungarn

Sonntag, 10. April 2016
Fahrt von Rabenstein nach Budapest

Das Wetter war gut, die Ortschaften unter anderem das Gebiet der Wiener Neustadt, wie zuvor frühlingshaft herausgeputzt. Das setzte sich fort, auch als wir „die Grenze“ nach Ungarn überfahren hatten (was man nur bemerkt an den ungarischen Ortsnamen),  nur dass hier und da in den Dörfern alte Häuser vielleicht noch nicht ganz so schön hergerichtet sind. Alles sah gut und gepflegt aus, wie wir es bereits kannten.

Getankt wurde noch einmal, nachdem wir an der Stadt Sopron vorbeigefahren waren (97 Cent pro Liter Diesel). Wir sahen einige interessante Kirchtürme der Stadt und das Internet wies auf touristische Highlights hin. Wir werden bei der nächsten Reise dort einmal halt machen. Auffallend der Fortschritt der Frühjahrsblüte in diesen Breitengraden.

Blütenpracht am Straßenrand

Blütenpracht am Straßenrand

Inzwischen hatten wir festgestellt, dass die Fahrt über Landstraßen doch um einiges länger dauerte und sich die Ankunftszeit auf dem Campingplatz in Budapest auf 20 Uhr verschob. Nicht so schlimm, unser Kliniktermin war erst am Mittwoch um 8 Uhr früh. Vorsichtshalber riefen wir aber doch bei ARENA Camping an, um einen Platz zu reservieren. Es ist häufig ein Problem, am Abend noch einen (Schlaf-) Platz zu bekommen, das wissen wir aus Erfahrung. Wir sprachen mit Eva (wahlweise englisch oder deutsch), die wir vom Vorjahr noch kannten. Sie versicherte uns, dass genügend Plätze zur Auswahl stünden.

Da wir Forint benötigten, hielten wir noch einmal in einem kleinen Ort an einem Bankautomaten an. Kurz vor Budapest leitete uns das Navi auf eine Umgehungsstraße, so dass wir dieses Mal nicht über eine der schönen Brücken und in die beleuchtete Stadt fuhren.

Umgehungsstraße, so dass wir dieses Mal nicht über eine der schönen Brücken und in die beleuchtete Stadt fuhren. Erst 15 Minuten vor dem Ziel erkannten wir einige der großen Plätze am Stadtrand. Kurze Zeit später, um genau 20 Uhr fuhren wir an die Rezeption des Campingplatzes, meldeten uns an und suchten in der Dunkelheit unseren Stellplatz aus.

Alles sah gut und gepflegt aus, wie wir es bereits kannten. Hatten wir auch unterwegs nicht viele Reisemobile gesehen, so war der Platz hier zur Hälfte belegt: Deutsche, englische und holländische Autokennzeichen. Der erste Weg führte uns in die Duschen, die neu und sauber sind. Dann gab’s ein Bier zum Abendbrot und der Fernsehempfang funktionierte auch (Tipp: den richtigen Standort auswählen, keine Bäume). Alles andere hatte  Zeit bis Montag.

Rabenstein - Budapest

Rabenstein – Budapest

Montag, 11. April 2016
Budapest

Unser fehlerhaftes Wasser-Zulaufsystem zwingt uns dazu, die sanitären Einrichtungen auf dem Platz voll zu nutzen. Das ist nicht schlimm, da das Gebäude uns gegenüber liegt, also nur ein paar Schritte entfernt.

Gast auf unserem Stuhl

Gast auf unserem Stuhl

Unser schöner Platz im Grünen

Unser schöner Platz im Grünen

Wir hatten auch dem jungen Mann am Empfang des Campingplatzes unser Problem geschildert mit dem Ergebnis, dass er eine Firma beorderte, sich das mal anzusehen. Zwei Techniker kamen dann auch, konnten aber leider auch nicht helfen. Wir fanden das Bemühtsein um uns aber sehr nett. Inzwischen haben wir einen Termin bei der Firma Wendt bei Ludwigslust ausgehandelt. Am 12.5.16 dürfen wir kommen, gerade mal so dazwischen geschoben, die Werkstätten scheinen alle bis über beide Ohren voller Termine zu sein! Zu dieser haben wir mittlerweile großes Vertrauen. Auf Grund dessen werden wir wohl unsere ursprünglich geplante Route verändern. Statt über Italien und Frankreich planen wir jetzt über den Plattensee nach Prag und von dort nach Karlsbad reisen. Aber noch ist nichts in Stein gemeißelt.

Heute ließen wir es ansonsten ruhig angehen. Bei einem ausgiebigen Spaziergang in der näheren Umgebung erfreuten wir uns an dem schon jetzt üppigen Wachstum. Es ist halt wesentlich weiter südlich hier.

Als wir abends vom Duschen zurück zum Wohnmobil kamen, hatte es sich doch eine dicke Katze auf unserem Stuhl gemütlich gemacht! Sofort eilten wir an den Kühlschrank und bedienten sie auch noch mit Milch. Da freute sich das Kätzchen. Voriges Jahr gab es einen lieben Wachhund auf dem Platz, jetzt sind es zwei nette Katzen, die den Gästen die Zeit vertreiben.

Dienstag, 12. April 2016
Gödöllö

Gödöllö Bericht HIER

Mittwoch, 13. April 2016
Zahnarzttermine

Frühes Aufstehen war angesagt:  wegen des Termins in der Zahnklinik, 8.00 Uhr. Den Weg dorthin kannten wir ja bereits. Wenige Minuten zu Fuß vom Campingplatz zum Bus, dann ebenso wenige Haltestellen und schöneren wir dort.

Frederick’s Implantat benötigte eine kleine Korrektur, gleichzeitig hatten wir uns für die alljährliche professionelle Zahnreinigung angemeldet. Kurz nach 10 Uhr hatten wir alles gut überstanden. Für den Rest des Tages hatten wir uns vorgenommen, in die Stadt zu fahren und das Felsen-Hospital zu besuchen. Davor suchten wir einen OBI-Baumarkt auf, um die Ersatzbirne für eine Lampe im Wohnmobil zu kaufen.

Mit der U-Bahn fuhren wir bis zur Haltestelle Astoria und liefen von dort aus Richtung Donau über die Szabadsag (Freiheitsbrücke), zum Gellertberg, wo auch die Zitadelle ist. Wir stiegen die kleine Anhöhe hinauf zum Eingang der – hier nun die Überraschung: Felsenkirche! Da hatten wir aber schlecht recherchiert … Das Felsen-Hospital war auf der anderen Seite, unterhalb der Fischer-Bastei! Nun besichtigten wir eben zunächst die Grottenkirche, die 1926 nach dem Vorbild von Lourdes errichtet wurde. 1951 wurde sie unter kommunistischer Herrschaft zugemauert, erst nach dem Sturz des Regimes wurde sie ca. 1989 wiedereröffnet und für Besucher zugänglich gemacht. Vor der Kirche steht eine Steinstatue des Heiligen Stephans mit seinem Pferd.

Sankt Stefan Denkmal vor der Freiheitsbrücke

Sankt Stefan Denkmal vor der Freiheitsbrücke

Freiheitsbrücke

Freiheitsbrücke

Eingang zur Felsenkirche

Eingang zur Felsenkirche

Außenansicht der Felsenkirche

Außenansicht der Felsenkirche

Die enge Höhle fasst wirklich nur ein paar Gläubige, so wundert man sich darüber, warum es der Staatsmacht so wichtig war, den Zugang zur Kirche zu versperren. Es gibt mehrere kleine Andachtsräume, alle gut ausgeleuchtet, mit Blumenschmuck, kleinen Statuen und Heiligenbildern verschönert. Diese Höhlenkirche hat eine ganz besondere Atmosphäre. Wir durften in der Höhlenkirche nicht fotografieren (leider). Denn dort gab es es einige interessante Motive.

Wir hätten danach weiter den Berg hinauf auf die andere Seite gelangen können. Da wir aber einige Male schon auf der Zitadelle waren, ersparten wir uns den mühsamen Weg und gingen an der Straße entlang zur Fischer-Bastei. Auch das war nicht mal „so eben um die Ecke“. Da es sehr warm war, ließen wir uns Zeit, nahmen – endlich am Burgberg angekommen – den Fahrstuhl auf die Burg und gönnten uns erst einmal eine Mittagspause im Restaurant an der Nationalgalerie.

Donau-Szene von der Rolltreppe aus gesehen

Donau-Szene von der Rolltreppe aus gesehen

Ausgrabungen der alten Burg bei der Nationalgalerie

Ausgrabungen der alten Burg bei der Nationalgalerie

Das Areal der Burg ist so gewaltig groß, dass es wie ein Stadtteil wirkt: der soviel ruhigere Teil, mit sauberer Luft (kaum Autos dort), vielen grünen Anpflanzungen und schönen Gebäuden. So bummelten wir noch ein bisschen umher und schauten, wo sich der Zugang zum Felsenkrankenhaus wohl befand. Dazu mussten wir uns wieder hinunter begeben, denn es befindet sich im Höhlenlabyrinth unter dem Burgberg, unweit von Matthias-Kirche und Fischer-Bastei.

Eingang zum Felsenkrankenhaus

Eingang zum Felsenkrankenhaus

Blick ins Felsenlabyrinth

Blick ins Felsenlabyrinth

Zur Geschichte: die Höhlen wurden Jahrhunderte lang als Weinlager genutzt. 1938 wurde mit dem Bau eines Krankenhauses begonnen, versteckt und geschützt. 1944 war es betriebsbereit und wurde mehr als nötig gebraucht. Hier wurden die im Kampf gegen die Rote Armee verwundeten Soldaten und Zivilisten behandelt. Für gut 200 Patienten eingerichtet, lagen zeitweise 700 Menschen dort mit schwersten Verletzungen. Man vermag es sich nicht vorzustellen, wie hier Operationen durchgeführt wurden, Essen zubereitet und Patienten gepflegt und Wäsche gewaschen wurde.

Das Höhlensystem umfasst eine Länge von ca. 10 km.  Einen Kilometer davon, eingerichtet als Hospital, wie es einst aufgebaut war, mit Betten und an die 70 Wachsfiguren, die Ärzte, Schwestern, Patienten, Büropersonal darstellen, kann man heute besichtigen. 1956 spielte das Krankenhaus während des Ungarn-Aufstandes noch einmal eine große Rolle. Zum Glück trat der dritte Ernstfall nie ein: in den 60er Jahren hatte man einen Teil der Felsenhöhle als Bunker ausgebaut, aus Angst vor einem Atomkrieg. Er sollte Schutz und Erstversorgung im Falle eines Chemiewaffen- oder Nuklearangriffs bieten. Die Führung dauerte eine Stunde, nichts für Menschen, die unter Klaustrophobie  leiden oder ansonsten Krankenhaus-Atmosphäre eher meiden. Denn manche Situationen waren sehr lebensnah dargestellt (Operationssaal, Verletzte usw.). Beeindruckt und ganz benommen waren wir dann froh, wieder nach draußen zu kommen. Auch hier durfte man nicht fotografieren. Daher keine Bilder.

Es wurde Zeit, sich auf den Rückweg zu machen. Der Weg zur Bahnstation war noch weit, aber von nun an ging’s bergab … und ein erlebnisreicher Tag zu Ende!

Donnerstag, 14. April 2016
Budapest

Nach dem Frühstück schauten wir uns die Wettervorhersage an. Der erste „schlechte“ Tag für uns hier, kühl und sehr windig. Wir wollten natürlich nicht den ganzen Tag auf dem Platz verbringen und fuhren deshalb auf Erkundungsfahrt per Bus und U-Bahn umher, um die Strecke nach Esztergom, unserem nächsten Ziel, ausfindig zu machen. Nachdem wir einmal fehlgeleitet wurden, es ziemlich kalt wurde und wir auch noch ziemlich erschöpft vom Vortage waren, beschlossen wir, zurückzufahren. Wir kauften noch ein paar Dinge ein und faulenzten endlich einmal. Der nächste Tag war ja recherchiert und wir sahen laut Bericht auch wieder wärmerem Wetter entgegen. Am Abend gab es ein spannendes Fußballspiel, das wir uns nicht entgehen lassen wollten, das Rückspiel Liverpool gegen Borussia Dortmund.

Dazu gab’s dann auch gleich das Abendessen. Danach folgte der Fußball-Krimi, den Liverpool sensationell in Nachspielzeit 4:3 für sich entschied.

Freitag, 15. April 2016
Fahrt nach Esztergom

Esztergom Bericht HIER

Samstag, 16. April 2016
Fahrt nach Vác

Vác Bericht HIER

Sonntag, 17. April 2016
Budapest

Pause von erlebnisreichen Tagen war angesagt! Wieder meinte der Wettergott es gut mit uns, blauer Himmel und Sonnenschein, so konnten wir draußen vor dem Wohnmobil sitzen und unsere Reiseberichte/ Fotos ergänzen. Wir haben immer schon mal geschaut, wann wir weiterfahren Richtung Prag. Lieber noch nicht, dort ist es kalt und sogar regnerisch. Außerdem gibt es hier noch so vieles zu sehen!

Erst am Nachmittag fuhren wir in die Stadt zur Burg, um von den Eingängen der Felsenkirche und des Felsen-Hospitals Fotos zu machen.

Eingang zur Felsenkirche

Eingang zur Felsenkirche

Eingang zum Felsenkrankenhaus

Eingang zum Felsenkrankenhaus

Wie immer am Wochenende herrschte im Zentrum und an der Burg Hochbetrieb. Wieder einmal konnten wir dem netten Café an der Nationalgalerie nicht widerstehen und gönnten uns Apfelstrudel und Eiscafé. Nun warte ich auf einen ungemütlichen Tag, an dem es sich lohnt, in der riesigen Galerie (untergebracht in drei Flügeln des Burgpalastes) Bilder und Skulpturen anzuschauen. Den Prospekt, der schon fast abschreckt aufgrund der Vielzahl der zu besichtigenden Räume und Malereien, habe ich vorsorglich mitgenommen.

Und dann ist ja auch noch die Matthias-Kirche zu besichtigen. Also eines nach dem anderen … In und um Budapest herum gibt es ja so viel zu erleben und zu sehen! Das ist auch der Grund dafür, dass wir meist länger als geplant bleiben.

Wir spazierten den Burgberg die vielen Stufen hinab, durch kleine Gassen und Straßen zur Metro-Station und fuhren zurück zum Campingplatz. Nach einigen Fernseh-Fussballabenden gab es mal wieder einen anständigen Krimi zu sehen!

Montag, 18. April 2016
Visegrád

Visegrád-Bericht HIER

Dienstag, 19. April 2016
Budapest

Heute war es deutlich kühler. Zwar war es immer noch sonnig, aber die Temperatur erreichte nur noch 16 Grad. Kein Problem für uns, denn wir mussten unsere Reiseberichte auf den letzten Stand bringen, z.B. über den Besuch des Ortes Visegrád. Da auch eine Menge Fotos gesichtet und bearbeitet werden mussten, hatten wir bis 16 Uhr zu tun. Zwischendurch wärmten wir die übrig gebliebene Pizza vom Don Vito in Visegrád auf und sie schmeckte noch genauso gut.

Um 16 Uhr machten wir uns nochmals auf zu einem Spaziergang entlang der Donau im Zentrum von Budapest. Mit der Metro M2 fuhren wir bis zur Station Astoria. Dann ging es zu Fuß weiter. Die Sonne beleuchtete das schöne Barockgebäude der ungarischen Kunstakademie und wir schauten uns aus Neugierde einmal darin um. Der Bau wurde aufwendig restauriert vor fünf Jahren in alter Pracht wiedereröffnet. Wir waren beeindruckt.

Ungarische Akademie der Künste

Ungarische Akademie der Künste

Die grandiose Eintrittshalle der Kunstakademie

Die grandiose Eintrittshalle der Kunstakademie

Zurück am Donauufer händigte uns ein junges Mädchen Prospekte über Kirchenkonzerte aus. Ein Orgelkonzert in der St. Stephans-Basilika und ein klassisches Konzert mit Werken von Mozart, Vivaldi, Schubert und Pachelbel. Da wir schon ein Orgelkonzert in der Basilika im letzten Jahr erlebt hatten, entschieden wir  spontan, uns Karten zu besorgen für das klassische Konzert in der St. Anne Kirche, das morgen Abend aufgeführt wird.

Für heute  war an sich ein Grillabend geplant, aber dafür war es zu kühl und auch windig, so dass wir nach unserer Rückkehr die Steaks in die Pfanne hauten. Haben auch so toll geschmeckt.

Mittwoch, 20. April 2016
Budapest Aquincum

Welch eine Freude, im Monat April (der doch bei uns in Deutschland immer macht, was er will …) im Wohnmobil aufzuwachen bei Sonnenschein und blauem Himmel! Perfekt für die Besichtigung der Ausgrabungen von Aquincum. Das ist der Name einer antiken römischen Stadt. Sie lag auf der rechten Donauseite einige Kilometer nördlich vom jetzigen Budapest.

Nach kurzem Fußweg dann per Bus, danach Metro M 2, M 3 und per Zug ab Westbahnhof (Richtung Esztergom) ging es nach Aquincum. Fahrtzeit etwa 45 Minuten. Wie oft waren wir schon an diesen „alten Steinhaufen“ vorbeigefahren…?

Aquincum Museum

Aquincum Museum

Römische Ruinen in Aquincum

Römische Ruinen in Aquincum

Das Gebiet des heutigen Ungarns wurde um Christi Geburt von den Römern besetzt. Zur gleichen Zeit siedelten im Budapester Umfeld die Kelten. Wie die Geschichtsforschung herausfand, wurde das Keltengebiet etwa 40 nach Christi vollständig unter römische Herrschaft gebracht. Es wurden Militärlager angelegt, um die herum nach und nach zivile Siedlungen entstanden. Hier treffen wir auch wieder auf Kaiser Hadrian, der A.D. 107 Statthalter von Aquincum wurde!

Am Ticketschalter nannten wir unser Alter, um die ermäßigten Senioren-Karten zu bekommen. Wenn man so viel besichtigt wie wir, muss man schon ein wenig auf die Kosten der Eintrittsgelder achten! Frederick musste gar nichts bezahlen, weil schon „so alt“, über 70! Es muss ja auch wirklich mal von Vorteil sein, das Alter! Ich bekam den Senioren-Preis, d.h. die Hälfte des regulären Eintrittspreises.

Zunächst liefen wir durch das Museumsgebäude und schauten uns die ausgestellten Fundstücke an, als da waren: Glaswaren,Tontöpfe, Münzen, Werkzeug u.a. Es gab sehr viele Informationen über das Leben der Römer (auch auf Englisch), so nahmen wir uns Zeit zum Nachlesen. Interessant war, wie

viel die Römer bereits wussten über die Behandlung von Krankheiten mit Thermalbädern, oder Hygiene schlechthin. Öffentliche Toiletten in der Siedlung waren eine Selbstverständlichkeit, manche hatten Platz für 15, 38 oder mehr Leute. Man kommunizierte dort miteinander, während man auf dem Klo saß! Ich finde ja immer wieder den Spruch „Geld stinkt nicht“ (Pekunia non olet) interessant und wie diese Aussage wohl zustande kam: man führt die Redewendung auf den römischen Kaiser Vespasian zurück. Im alten Rom wurde der Urin gesammelt, nach dem Faulen bildete sich Ammoniak, das dann für das Weißen der Wäsche sowie zum Gerben von Leder eingesetzt wurde. Vespasian erhob – um mehr Einnahmen für die Stadtkasse zu erzielen -eine Latrinensteuer. Seinem kritischen Sohn Titus hielt der Kaiser das Geld aus den ersten Einnahmen unter die Nase und fragte ihn, ob er etwas rieche. Als dieser verneinte, berichtete der Vater, dass es das verdiente Geld aus dem Urin sei. Geld stinkt nicht!

Wieder hergestelltes Gebäude und Ruinen in Aquincum

Wieder hergestelltes römisches Gebäude und Ruinen in Aquincum

Römische Orgel

Statue einer römische Orgel

 

Leider durften wir im Museum nicht fotografieren. Schade eigentlich, denn es gab einige sehr interessante Motive.

Wir lernten eine Menge über die klugen Römer, wie sie Meilensteine setzten, Straßen bauten, deren Grundsteinen wir zum Teil heute noch folgen, über ihre militärischen Strategien. Endlich im Außenbezirk angekommen, besichtigten wir die Überreste eines Bades, sahen hinüber zum Amphi-Theater und machten uns ein Bild von den Wohnverhältnissen der Römer. Ein wieder hergestelltes Haus, möbliert und mit schönen Wandbemalungen, das „Haus des Malers“, zeigte, wie es vielleicht einmal ausgesehen haben könnte, uns gefiel es sehr.

Müde vom Schauen und Lesen machten wir uns auf den Rückweg mit dem Vorortzug H5 zur Batthyany Haltestelle. Dort ist immer viel los. Wir kauften uns etwas zu essen und Take-away Kaffee und setzten  uns auf eine Bank, von Tauben umzingelt. Außerdem war da noch ein Stockbetrunkener, der ungarische Volkstänze zelebrierte und von einem Polizisten beobachtet und unter Kontrolle gehalten wurde. Er pfiff den Mann ein paarmal an, der setzte sich dann auch brav wieder auf die Bank. Nur keinen Ärger mit Rendörseg (Polizei)! Auch wieder so ein Wort mit Null Ähnlichkeit zu Polizei, Policia, Polis, Politi, Police …

Ein anderer Alter kramte im Papierkorb, wohl nach Essbarem. Bevor wir überhaupt überlegt hatten, hatte das ein junger Mann erspäht, ging schnurstracks zum Imbiss und kaufte ein Baguette. Als er es dem Alten schenke wollte, verweigerte der die Annahme. Da verstehe man noch die Welt! Vielleicht hatte er doch eher nach einem Rest Palinka aus einer Schnapsflasche gesucht.

Frisch gestärkt gingen wir den langen Weg unterhalb der Burg zur Margit-Brücke, hinüber zum Parlament. Ach, wie gut kannten wir die Gegend hier schon von vorherigen Besuchen. Es zieht uns immer wieder hierher zurück, die Donau, die Bauten, die Atmosphäre… Einfach schön!

Nun wurde es auch Zeit für unser Konzert in der St. Anna Kirche. Das Gebäude wurde um 1725 im barocken Stil erbaut und hatte ein angeschlossenes Kloster, das allerdings in Kriegen zerstört worden war und nicht wieder aufgebaut wurde. Die Fassade und der Glockenturm wurden in 1871 restauriert. Die (katholische) Kirche ist eine der schönsten Kirchen Budapests und wir hatten noch genug Zeit, die Ausschmückung innen, mit vielen Malereien und noch mehr Gold, zu bewundern. Konzertbeginn war um 19.00 Uhr. Leider war die Kirche mit etwa 40 Zuhörern nicht gut besucht.  Das tat uns leid für die Musiker des Donau Streich-Orchesters mit seinem Solisten Gyula Gabora.

Das prachtvolle Innere der St. Anna Kirche

Das prachtvolle Innere der St. Anna Kirche

Das Donau-Streichorchester

Das Donau-Streichorchester

Ohne Begrüßung oder Ansagen legten die Musiker los, mit einem meiner liebsten Musikstücke, wie im Programm angekündigt: J.-Pachelbel (1653-1706) Canon. Ein Traum, bei der Akustik! Gefolgt von vielen weiteren Glanzstücken wie das Ave Maria von Schubert und Vivaldis Vier Jahreszeiten (Frühling, Sommer, Herbst und Winter). Uns kam es mittlerweile auch wie Sommer in einer eigentlich kalten Kirche vor: auf den Sitzbänken lagen elektrische Heizkissen, die uns ordentlich Feuer unter den Popos machten! Sowas hatten wir auch noch nicht erlebt! Weitere Stücke von Mozart (z.B. Kirchensonate in D-Dur) und Saint Saens (Der Schwan) folgten.

Die Einsätze klappten fantastisch, die Musiker erhielten viel Applaus, Standing Ovations am Schluss, nach 1 1/4 Stunden. Befremdlich allerdings, dass überhaupt keine Ansagen gemacht wurden, keine Begrüßung, keine Ansage der Vorträge, auch keine Schlussworte. Alle brachen dann zügig auf, es kehrte auch kein Musiker für eine Zugabe zurück, vielleicht ist das nicht üblich bei einem Kirchenkonzert.

Wir hatten wieder einen tollen Tag und Abend  gehabt und nahmen die nächste Metro zurück – obwohl Budapest gerade am Abend noch so viel zu bieten hat: Urige Kneipen, schöne Restaurants, – aber wir sind meistens viel zu müde für einen Nachtbummel. Außerdem wollten wir am nächsten Tag früh aufstehen für das nächste Abenteuer: Szeged!

Fotogalerie Budapest

Donnerstag, 21. April 2016
Mit der Bahn nach Szeged

Szeged Bericht HIER

Freitag, 22 April 2016
Ausflug nach Szentendre

Szentendre Bericht HIER

Samstag, 23. April 2016
Abreise aus Budapest zum Balaton

Balaton Bericht HIER

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