La Rábida (bei Huelva)

 In 2019, Spanien

Montag, 11. März 2019
Museen sind Montags geschlossen

Montagmorgen war wieder ein schöner warmer und sonniger Tag. Nochmals in das Zentrum von Sevilla zu laufen, wollten wir uns ersparen. Dazu war es einfach zu warm. Also auf zum nächsten Ziel. An sich sollte das die Stadt Huelva sein, aber in Internetforen hatten wir über schlechte Stellplätze und Kleinkriminalität in der Stadt gelesen. Aber ebenfalls im Internet hatten wir herausgefunden, dass ganz in der Nähe – La Rábida, die Nachbauten der drei Kolumbusschiffe zu besichtigen waren. Dorthin sollte jetzt unsere Reise gehen. Die Fahrt würde knapp 90 Minuten dauern.

Nachdem wir das Wohnmobil mit Frischwasser betankt und das Grauwasser abgelassen hatten, ging es dann weiter auf den Spuren von Kolumbus. Die führten uns nach La Rábida, genau gesagt nach Palos de la Frontera, zum „Muelle de las Carabelas“, dem Kai, an dem die nachgebauten Schiffe liegen, mit denen Kolumbus sich auf die Reise nach Indien  gen Westen machte und ganz zufällig dabei Amerika entdeckte. Freundlicherweise gibt es für die Wohnmobilisten einen Stellplatz, wenn auch ohne irgendwelche Services (Ver- und Entsorgung, Strom etc.). Ist uns egal, wir sind autark und kommen mindestens drei Tage ohne Ver-und Entsorgung aus. Vom Strom sind wir sowieso unabhängig. Den Parkplatz fanden wir leicht und positionierten uns in die Nähe eines dort bereits geparkten Wohnmobils aus Holland. Der allein reisende Besitzer, er hieß Eric, wie wir kurz darauf erfuhren, saß vor seinem Fahrzeug in der Gesellschaft seines Hundes, der gleich freudig zwecks Begrüßung zu uns herüber rannte. Er hieß Doopey, wie uns Eric mitteilte. Doopey war ein Findelkind aus Spanien. Vor 11 Jahren hatte Eric den Welpen, der neben einem Müllcontainer lag, sofort in sein Herz geschlossen und adoptiert. Nun reisten die beiden als Kumpels manchmal ohne Frauchen durch die Weltgeschichte.

Sevilla - La Rábida

Sevilla – La Rábida

Stellplatz La Rábida

Stellplatz La Rábida

Hoppla hopp – was kam denn da angefahren? Ein Kutscher übte mit seinem Einspänner und dem schön geschmückten Pferd auf diesem großen Platz Slalomfahren um die Bäume herum, hübsch anzusehen! Es gibt offenbar verschiedene Wettbewerbe in diesem Fahrsport, erzählte Eric uns. Über die nahe gelegene Stadt Huelva, in der wir hatten übernachten wollten, wusste er nicht viel Gutes zu berichten. Dort gäbe es schon mal negative Vorkommnisse. Also hatten wir uns wohl richtig entschieden, Huelva auszulassen.

Foro Iberico-Americano Amphi-Theater

Foro Iberico-Americano Amphi-Theater

Kutscher am üben

Kutscher am üben

Eine kleine Enttäuschung erlebten wir, als wir vor den geschlossenen Türen des Museums standen. Ach, natürlich: Es war Montag und Montags sind in Frankreich, Spanien und Portugal die Museen geschlossen. Der Besuch der Schiffe musste also bis Dienstag warten. Wir wollten aber noch einkaufen und Eric empfahl uns, statt nach Huelva zum Badeort Mazadón – ca. 10 km in die andere Richtung zu fahren. Dort gäbe es sicher auch Supermärkte und es sei ein schöner Ort. Gesagt, getan, kurze Zeit später waren wir in Mazadón, fanden dort aber keinen Supermarkt. Letztendlich verlockte uns der riesige Strand zu einer längeren Wanderung. Da können wir ja meist nicht widerstehen. Und hier gab es für die Strandsucherin wieder einiges an unterschiedlichsten Muscheln zu finden.

Kolumbus-Statue

Anne, die Muschelsucherin

Anne, die Muschelsucherin

Riesige Hotelanlage im Badeort Mazagón

Riesige Hotelanlage im Badeort Mazagón

Wegen des notwendigen Einkaufs fuhren wir dann zwei Stunden später zu Lidl in Huelva. Ich blieb im Fahrzeug (sicher ist sicher!), Frederick erledigte den Einkauf incl. Grillwürste und Leckerlies für Doopey. Wieder am Stellplatz angekommen, luden wir Eric und Doopey für den Abend zum Grillen ein. Es wurde ein sehr nettes Beisammensein mit dem Austausch von Politik, Lebens- und Reiseerfahrungen.

Dienstag, 12. März 2019
Auf den Spuren von Kolumbus

Pünktlich um 10 Uhr spazierten wir hinüber zum Museum, das seit etwa 25 Jahren existiert. Der Eintritt kostet für Pensionäre nur 1,50€ pro Person und ist – unserer Meinung nach, für das, was die hier auf die Beine gestellt haben – viel zu billig! Die Hauptattraktion sind die in der kleinen, künstlich angelegten Lagune vertauten, drei maßstabsgetreuen Schiffe des Christopher Kolumbus, die Santa Maria (das größte), die Pinta und das kleinste, die Niña.

Die Niña, das kleinste der drei Schiffe

Das Flaggschiff, die Santa Maria und die Pinta (Hintergrund)

Man durfte alle Schiffe besichtigen und es war ganz schön was los, da sich dort auch Schüler und Kindergartenausflügler tummelten. Unvorstellbar, sich im Jahre 1592 mit solchen Nussschalen zu einer langen Entdeckungsreise auf den Atlantik gewagt zu haben! Unterkünfte in primitivster Weise, Verpflegung sicher nicht anders. Es war sehr spannend, auf den Schiffen herum zu klettern und in die entferntesten Winkel zu kriechen und so sich ein bisschen vorzustellen, was die Seeleute damals durchmachen mussten.

Unser Nachbar Eric

Unser Nachbar Eric

Unter Deck der Santa Maria

Frederick auf der Santa Maria

Frederick auf der Santa Maria

Am Ufer war die Nachbildung eines Hofes einschließlich Hühnerstall mit lebenden Tieren, wie es einst ausgesehen haben mag beim Verlassen des Heimathafens, und es gab außerdem ein paar Hütten von Eingeborenen (mit lebensgroßen, realistisch dargestellten, splitternackten Figuren), wie sie von Kolumbus bei der Landung beschrieben worden waren.

Ein kleines, gemütliches Café an der Lagune bietet Tapas und Snacks an. Für uns aber zu früh, da wir gerade erst gefrühstückt hatten.

Totempfahl

Flaggschiff Santa Maria-

Vorschiff der Pinta

Vorschiff der Pinta

Der zweite Teil des Museums spielt sich innen ab. Dort gibt es viele Informationen, wie alles begann. Wir fanden dieses Museum, das zum Gedenken an den 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas 1992 gebaut wurde, sehr interessant und liebevoll gestaltet. Vor dem Gebäude gibt es noch eine Teichanlage mit den verschiedensten Wasservögeln und dazu ein kleines Schutzgebiet mit Wildwuchs.

Informationstafel lokaler Vogelarten

Hier stehen die nachgebauten Hütten der Eingeborenen

Hier stehen die nachgebauten Hütten der Eingeborenen

Nach der Besichtigungstour liefen wir in Richtung des Iberico-Americano-Forums, einem großen Rundbau, der sich bei näherem Hinsehen als Amphi-Theater herausstellte, in dem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Es gab einen Treppenaufgang zum Franziskaner-Kloster (gegründet 1261) und führte durch eine herrliche Gartenanlage. Die Gebäude, die man heute sieht, wurden im frühen 14. Jahrhundert erbaut. Die Franziskaner übten einen großen Einfluss in dem Gebiet aus. Kolumbus blieb zwei Jahre vor seiner großen Entdeckungsreise, die ihn berühmt machen sollte, in diesem Kloster. Link Kloster Santa Maria. Leider konnten wir es nicht besuchen, da die Siesta (13 Uhr) gerade begann. Erst um 16 Uhr wurde wieder geöffnet.

Am Wohnmobil angekommen, fanden wir einen Gruß von Eric vor: eine an die Tür geklebte gezeichnete Karte mit Vorschlägen von Übernachtungsplätzen in Portugal. Er war inzwischen weitergefahren. Wir blieben noch eine Weile, weil unsere schwedischen Freunde Anne und Anders sich zum Kaffee angemeldet hatten. Von Lissabon kommend, befanden sie sich auf dem Heimweg. Wir würden sie nun wohl erst auf ihrem Weg nach Schweden in Deutschland wiedersehen, im Juni also.

Das war’s mit Spanien für eine Weile. Das nächste Mal melden wir uns aus Portugal.

Weitere Fotos von La Rábida

 

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