Überwintern in Spanien (3)

 In Spanien

Januar 2019
Nächtliche Rückreise nach Alicante

Unser Überwintern in Spanien unterbrachen wir über Weihnachten für einige Zeit, um bei der Familie sein zu können. So machen es hier im Resort La Marina viele. Es hilft natürlich, dass der Flughafen in Alicante nur eine halbe Stunde per Auto entfernt ist.  Am 10. Januar begaben wir uns auf die Rückreise: Per Bahn von Malente aus, umsteigen in Lübeck, dann bis Hamburg Hauptbahnhof und schlussendlich per S-Bahn zum Flughafen. Wir mussten also niemanden behelligen und die ganze Rückfahrt einschließlich Flug lief wie geschmiert! In Alicante angekommen, übernahmen wir noch vor Mitternacht unseren bestellten Mietwagen in Empfang und fuhren zu unserem neuen Stellplatz in La Marina. Ich betone „vor Mitternacht“ deswegen, weil uns die Dame am Schalter sagte, dass der Service der Autovermietung NACH Mitternacht 60 Euro extra kostet, da hatten wir noch mal Glück und einen guten Piloten gehabt, der die Verspätung von 30 Minuten in Hamburg gut gemacht und ordentlich Gas gegeben hatte! Freund Ulli hatte unser Wohnmobil schon vorgeheizt und wir konnten uns über eine angenehme Temperatur freuen und gingen gleich schlafen.

Freitag, 11. Januar 2019
Tagesausflug nach Alicante

Da wir für zwei volle Tage das Mietauto zur Verfügung hatten, wollten wir es nun auch nutzen und verzichteten erstmal auf das Einrichten des Platzes (Planen auslegen, Vorzelt aufbauen, etc.). Wir kauften ein paar Dinge fürs Frühstück im Consum-Laden auf unserem Platz ein, frühstückten und fuhren dann bei herrlichstem Wetter  die kurze (30 Min.) Strecke nach Alicante. Dort findet man sich relativ schnell zurecht und kann sich gut Richtung Hafen orientieren, wo wir schnell eine Parkgarage fanden. So bummelten wir mit vielen anderen Touristen die Promenade entlang und bestaunten die vielen schicken Segelyachten, die vor Anker lagen. Von hier aus fahren auch Ausflugsschiffe zur Insel Tabarca, wo wir ja vor ein paar Wochen von Santa Pola aus dort waren.

Blick vom Sportboothafen auf das Castell Santa Barbara

Blick vom Sportboothafen auf das Castell Santa Barbara

Esplanada de España

Esplanada de España

Moderne Skulptur am Hafen

Moderne Skulptur am Hafen

Alicante hat zur Zeit ca. 330.000 Einwohner und auch hier in der Stadt fällt uns die doppelte Beschriftung von Schildern auf: Alicante (spanisch) bzw. Alacant (valencianisch). Alicante ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und nach Valencia die wichtigste Stadt der autonomen Region Valencia. Durch die Lage an der Costa Blanca basiert die Wirtschaft hauptsächlich auf Tourismus, aber auch auf der Produktion von Wein, Oliven und Zitrusfrüchten.

Geschichtlich hat die Stadt viele Gesichter. Es kamen griechische Siedler, die Römer eroberten sie und zwischen 718 und 1249 wurde die Stadt von den Mauren beherrscht. 1265 eroberte Jakob I. Al Lucant (so von den Mauren bezeichnet) zurück und die Stadt wurde in das Königreich von Aragon einbezogen. Neuzeitlich lässt sich berichten, dass zu Beginn des 20. Jahrhunderts Alicante eine überwiegend katalanisch sprachige Stadt war. Während der Franco-Diktatur war das Katalanische verboten und die spanische Sprache verbreitete sich immer mehr. Heute sind beide Sprachen Amtssprachen.

Hafenpromenade und Casa Carbonell

Hafenpromenade und Casa Carbonell

Dänischer Segler "Georg Stage"

Dänischer Segler „Georg Stage“

Nach unserem Bummel an den Hafenanlagen wanderten wir zum Castell de Santa Barbara. Die Burg gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten und liegt direkt am Stadtzentrum auf dem 166 m hohen Berg Benacantil, der mit seiner Angrenzung ans Meer immer einen großen strategischen Wert für die Stadt besaß. Die Idee, hinaufzuwandern, gaben wir schnell auf, da es doch recht steil zu sein schien. Wir nahmen den „Rentner“-Fahrstuhl (Zugang durch einen Tunnel in der Altstadt) der – nach Vorzeigen unserer Ausweise – sogar kostenlos für uns war! Die Burganlage, die sich in drei verschiedene Teile gliedert, ist flächenmäßig eine der größten Anlagen Europas. Durch archäologische Funde konnte der Bau bis ins 9. Jahrhundert zurückgeführt werden. Wir fanden die Burganlage wie auch die Ausblicke auf den Hafen und die Stadt atemberaubend. Viele tolle Fotos gelangen, nicht zuletzt auf Grund des tollen Wetters.

Castell Santa Barbara

Castell Santa Barbara

Blick vom Castell auf den Hafen

Blick vom Castell auf den Hafen

Zum Abschluss gönnten wir uns eine Kaffeepause auf einer windgeschützten Terrasse mit fantastischer Aussicht und machten uns dann zu Fuß auf den Rückweg in die Stadt. Es gab noch mehr zu entdecken, zum Beispiel die Altstadt, Barrio de la Santa Cruz mit den engen Gassen und bunten Häusern. Hier ließ es sich gut bummeln! Wir ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Alicante ist wirklich einen längeren Besuch wert. Es gibt Parks, die zu entdecken sich lohnt und Galerien, Museen, Ausstellungen. Ein Tagesbesuch ist viel zu kurz! Wir werden also wiederkommen!

Surfer mit Brett

Surfer mit Brett

Santisima Trinidad

Santisima Trinidad

Wachsoldat Anne

Wachsoldat Anne

Am Abend hatten wir noch etwas Besonderes vor: das Weihnachtsgeschenk unserer Kinder an uns verfuttern! Sie hatten uns einen Gutschein für einen Restaurantbesuch in der Nähe von Guardamar geschenkt. Mit dem Auto dorthin zu kommen, war nun kein Problem. Originellerweise hieß das Restaurant auch noch wie unser Sohn (Olli), also Stan & Ollies. Die Dekoration innen richtete sich ein bisschen an diesen beiden Stummfilm-Stars aus.

Wir bestellten uns etwas Leckeres aus der Menükarte und genossen einen guten Rotwein. Völlig erstaunt waren wir, als wir beim Bezahlen der Rechnung per Gutschein (60€) eine Gutschrift über 17,50€ zurück bekamen! Also noch mal hin, wenn‘s passt…

Stan and Ollies

Stan and Ollie Sculpturen im Restaurant

Tolles Essen bei Stan and Ollies

Tolles Essen bei Stan and Ollies

Samstag, 12. Januar 2019
Problem mit der Gasheizung und Tagesausflug nach Benidorm

In der letzten Nacht entschied sich unsere Truma-Heizung zu streiken, Fehlermeldung 212 auf dem Display, aber das war wenig aufschlussreich, da für diesen Code sechs verschiedene Ursachen im Handbuch angegeben wurden. Ein Anruf bei Truma in Deutschland half uns nicht viel weiter. Da der Gasherd funktionierte, konnte es nicht an fehlendem Gas liegen, obwohl der Tank bereits auf Reserve lief. Truma empfahl uns, eine Werkstatt im 95 km entfernten Murcia, die allerdings erst am Montag wieder öffnete. Also vorerst abends und morgens warm anziehen. Eine Wärmflasche haben wir übrigens auch immer dabei … Hoffentlich wird die Reparatur nicht zu teuer.

Heute stand aber erst einmal Benidorm auf unserem Besichtigungsplan, denn wir hatten ja noch das Mietauto. Zwar waren wir schon einmal vor 6 Jahren dort gewesen und hatten – während eines Kurzurlaubs – unsere englischen Freunde Ann und Ken besucht, aber damals nur die Promenade „abgeklappert“ mit -zig anderen englischen Touristen. Die heutige Fahrt dauerte etwa 50 Minuten und dank der guten Ausschilderung fanden wir schnell einen Parkplatz in der Nähe der langen Playa de Levante und Playa de Poniente.

Auf unserem Spaziergang zu den Stränden kamen wir an den vielen – teils ungewöhnlichen – Hochhäusern/Bettenburgen (Hotels) vorbei, wie sie eben so typisch sind für einen beliebten Badeort. Dabei fiel uns ein vergoldeter Turm besonders auf, architektonisch durchaus ein Hingucker.

Benidorm Skyline

Benidorm Skyline

Der inTempo Wohnturm

Der inTempo Wohnturm

De inTempo Wohnturm

Der inTempo Wohnturm

Er heißt „Intempo“ (Zeitlos). Leider ist der Turm unbewohnt, denn der Bauherr musste kurz vor Fertigstellung Konkurs anmelden. Was jetzt aus dem Gebäude wird, ist ungewiss. Hier ein Link zu einigen Kommentaren https://www.tripadvisor.de/Attraction_Review-g187525-d12391909-Reviews-Intempo-Benidorm_Costa_Blanca_Province_of_Alicante_Valencian_Country.html

Da Intempo-Gebäude ist wie gesagt, ein architektonischer Hingucker, was man von den restlichen Türmen in Benidorm nicht behaupten kann. Unvorstellbar, wie aus einem kleinen Fischerdorf in den 1960er Jahren so ein Moloch von Hotels entstehen konnte! Das Mittelmeer und die Sonne macht´s eben … Benidorm punktet mit ca. 300 Sonnentagen im Jahr gewaltig! … und zieht hauptsächlich die Touristen aus dem kalten Norden an, wie aus Russland, England, Schweden, Norwegen und Deutschland!

Nach dem ersten Schock blieb uns nichts anderes übrig, als die unterschiedliche, mehr oder weniger phantasievolle und mutige Architektur zu bestaunen. Benidorm besitzt die größte Hochhausdichte in der Relation zur Einwohnerzahl weltweit mit 345 Gebäuden mit mehr als zwölf Etagen. Mittlerweile assoziiert man den Ort mit „Little Manhattan“. Die palmengesäumten Uferpromenaden und die in dieser Jahreszeit fast menschenleeren Strände sowie der Ausblick auf das Meer entschädigten für einiges. Ohne Urlauber hat die Stadt etwa 67.000 Einwohner, in der Urlaubszeit überschreitet die Zahl der Bewohner die Grenze von eineinhalb Millionen Menschen. Das kann man dann mit Fug und Recht Massentourismus nennen.

Anne in der Altstadt

Anne in der Altstadt

Möwen und Menschen

Möwen und Menschen

Balcón del Mediterráneo

Balcón del Mediterráneo

Wir wanderten am langen Strand entlang und bogen zunächst ab in Richtung „Altstadt“, die es so gar nicht gibt, jedenfalls keine besonders sehenswerte alte Gebäude. Stattdessen erwartet einen ein Shopping Paradies, Läden über Läden in engen, kleinen Straßen, mit allen nur möglichen Artikeln, was der Tourist eben so braucht und kauft, und kauft, und kauft … Das Nachtleben spielt in Benidorm natürlich auch eine große Rolle. Die Besucher wollen in ihren Ferien beschäftigt und unterhalten sein. So gibt es viele Bars, Restaurants, Entertainment. Die Küste vor der Stadt ist aufgeteilt in die zwei großen Strände, Playa Levante im Osten und Playa Poniente im Westen. Getrennt werden beide von einer ins Meer ragenden Felsnase, die „Balcón del Mediterráneo“ genannt wird, und heute bebaut ist. Diese Felsnase war unser nächstes Ziel.

Playa Poniente, vom Balcón de Mediterraneo aus gesehen

Playa Poniente, vom Balcón de Mediterraneo aus gesehen

Blick auf den Strand vom Playa Poniente, vom Balcón de Mediterraneo aus gesehen

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Wir hatten daran noch gute Erinnerungen vom letzten Besuch. Und wirklich, diese wunderschöne große Terrasse über dem Meer, mit fantastischen Ausblicken aufs Wasser, die beiden Strände und letztendlich auch die Skyline entschädigte für alles. Die strahlend weißen Balustraden, die blau-weißen Fliesen und die filigrane Architektur bezaubern einfach jeden. Ich nenne es Sehnsuchtsort, denn von hier aus kann man wunderbar die Sonnenaufgänge beobachten und genießen. Natürlich gibt es ein großes Restaurant, ein Glas Wein gehört ja dazu. Wir genossen es am Nachmittag in der Sonne.

Aufgescheuchte Möwen am Strand

Aufgescheuchte Möwen am Strand

Optimistenregatta der Nachwuchssegler

Optimistenregatta der Nachwuchssegler

Leider ging auch dieser schöne Tag zu Ende. Für uns ging’s zurück zum Parkplatz, denn wir mussten ja noch das Auto zum Flughafen zurückbringen und – was noch wichtiger war – den Bus rechtzeitig erwischen, der vom Busbahnhof im Zentrum Alicantes zum Campinplatz nach La Marina fährt.
Alles klappte einwandfrei. Um 20.30 Uhr waren wir wieder zuhause auf unserem Stellplatz. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln funktioniert es hier wirklich bestens! Während der Busfahrt überlegten wir noch, wie wir mit den kalten Abenden um gehen sollten und entschieden uns, einen Heizlüfter zu kaufen. Leider war es zu spät am Abend, da die Läden bereits geschlossen waren. Aber zum Glück hatte unser Consum-Supermarkt noch geöffnet und überraschenderweise gab es dort kleine Heizlüfter für nur 20 Euro. Das war fantastisch und 15 Minuten später war unser Wohnmobil kuschelig warm. So halten wir es bis Montag aus.

Weitere Fotos von Benidorm

Nun konnte der nächste Tag, den wir uns für den Aufbau des Platzes vorgenommen hatten, kommen.

Sonntag und Montag, 13. -14. Januar 2019
Platzaufbau und Lösung des Heizungsproblems

So, heute müssen wir uns auf unserem Platz einrichten. Das heißt, den Platz mit den vor Weihnachten gekauften Planen auslegen, so dass wir nicht immer mit den Schuhen Kies ins Vorzelt tragen. Außerdem ist es dann auch einfacher, die vielen Blätter vom Platz zu fegen. Diese Planen werden mit 15 cm Nägeln am festen Kiesboden befestigt. Allerdings gestaltete es sich doch etwas aufwendiger als gedacht, denn besonders entlang der Seiten stieß Frederick beim Nageln, bildlich gesprochen, „auf Granit“. Offenbar gab es unter dem Schotter teilweise soliden Beton. Das Ergebnis: Etwas Frustration und einige krumme Nägel. Doch schließlich war es geschafft. Das sah dann ganz passabel aus und würde während unserer weiteren Zeit hier den Platz gemütlicher und wohnlicher machen.

So sieht der komplett ausgelegte Stellplatz aus

So sieht der komplett ausgelegte Stellplatz aus

Parrallel zur Straße und das Vorzelt auf der Innenseite

Parrallel zur Straße und das Vorzelt auf der Innenseite

Vorzelt an der Innenseite, fertig aufgebaut

Vorzelt an der Innenseite, fertig aufgebaut

Und so sieht es im Vorzelt aus

Und so sieht es im Vorzelt aus

Da wir uns erst am Montag mit dem Heizungsproblem beschäftigen konnten, mussten wir den Aufbau nach dem Auslegen der Planen abbrechen und parkten daher das Wohnmobil vorerst nur ohne Vorzelt. Schon um neun Uhr morgens waren wir auf dem Weg zur Werkstatt in Murcia. In Guardamar füllten wir noch den Gastank auf – mit der stillen Hoffnung, dass dadurch die Heizung wieder anspringen würde. Die Hoffnung stellte sich aber als vergebens heraus. Eine knappe Stunde später waren wir in dem kleinen Murcia-Vorort Las Torres de Cortillas. Das Navi führte uns idiotischerweise durch enge Vorstadtstraßen, die teilweise mit niedrigen Orangenbäumen gesäumt waren. Denen konnten wir nicht ausweichen, so dass die Außenhaut des Wohnmobils arg lädiert wurde. Überall Kratzspuren – wie ärgerlich. Später stellten wir fest, dass die Navi-Führung überhaupt völlig irre war.

An der angegebenen Adresse konnte man weder parken, noch war die Werkstatt auffindbar. Wir fuhren weiter bis zu einem 200 m entfernten, sandigen Parkplatz, der aber schon voll war. Auch ein Wohnmobil stand dort bereits – wahrscheinlich hier aus dem gleichen Grund wie wir. Was tun? Mühsam wendeten wir unseren Dethleffs und fuhren etwas weiter bis zu einem Supermarkt und parkten dort kurz. Da wir noch nicht gefrühstückt hatten, wurde das hier jetzt nachgeholt und beraten, was weiter zu tun wäre. Wir entschieden uns, zurück zu dem Sandparkplatz in der Nähe der angeblichen Werkstatt zu fahren, denn wir erhofften uns Information von dem anderen dort parkenden Wohnmobil.

Gasproblem-Diskussion

Gasproblem-Diskussion in Murcia

Eingangsraum des neuen Sanitärgebäudes

Eingangsraum des neuen Sanitärgebäudes

Mittlerweile fand sich dort auch ein Platz für uns. Im anderen Wohnmobil (Holländer) herrschte reges Treiben. Zwei Frauen aus der Werkstatt versuchten, den Schaden zu ermitteln, denn der Chef war unterwegs (mobiler Service). Nachdem sie dort erst einmal nicht weiter helfen konnten, schauten sie sich unser Problem an. Schnell fanden sie heraus, dass unser Tankventil nicht voll aufgedreht war. Das hatte die Werkstatt in Viersen vermasselt, die unseren Gastank im Oktober neu befestigt hatte. Bei dem niedrigen Gasstand führte das dazu, dass der Gasdruck für die Heizung nicht mehr ausreichte. Jetzt musste nur noch die Fehlermeldung im Kontrollpaneel gelöscht werden und, siehe da: die Heizung funktionierte wieder. Das ging ja noch mal glimpflich aus. Die Frauen wollten noch nicht mal eine Bezahlung. Wir gaben trotzdem etwas für die Kaffeekasse und waren eine Stunde später wieder zurück in La Marina.

Das Positionieren des Wohnmobils und der Aufbau es Vorzeltes gelang ohne größere Mühe in knapp zwei Stunden (wir hatten ja jetzt bereits Routine darin). Das Wohnmobil steht jetzt parallel zur Straße und das Vorzelt befindet sich auf der Innenseite. Erstens ging es gar nicht anders auf Grund der Länge (7,40 m) des Dethleffs, denn quer wie auf dem vorherigen Platz konnten wir nicht stehen und zweitens haben wir so auch erheblich mehr Windschutz und zusätzliche Privatsphäre. Wir waren zufrieden. Hoffentlich reicht auch das Gas bis zur Abfahrt Anfang März, denn wir müssen ja zum Gastanken das Vorzelt wieder abbauen.

Wir stehen jetzt in unmittelbarer Nähe des neuen, ultramodernen Sanitärgebäudes, das einem 5-Sterne Standard gleichkommt. Einfach toll! Die Nachbarschaft hier ist nett, auch wenn man natürlich in solchen Situationen kompromissfähig bleiben muss. Es ist halt ein Campingplatz.

Musikkarriere für Frederick oder nicht , das ist hier die Frage

Im letzten Bericht erzählten wir von dem Musikabend bei José und Maria hier ganz in der Nähe. Dort treffen sich jeden Mittwochabend einige Freizeitmusiker vom Campingplatz und auch aus der näheren Umgebung zu einem zwanglosen musikalischen Abend. Der Abend erfreut sich großer Beliebtheit bei den Campern und man muss schon recht früh kommen, um überhaupt einen Platz ergattern zu können. Auch unsere direkten Nachbarn gegenüber beteiligen sich musikalisch. Georg spielt Schlagzeug und Cajon und Klara die Ukulele. Frederick erzählte ihnen leichtsinnigerweise, dass er zum Spaß auch etwas Gitarre klimpert. Das hätte er besser nicht tun sollen, denn sofort wurde er bekniet, auch mitzumachen. Außer ein paar Weihnachtslieder auf der Familien-Weihnachtsfeier hat Frederick aber noch nie öffentlich gespielt. Dazu reicht es einfach noch nicht.

Aber Georg war hartnäckig und lud Frederick zu einem Übungsnachmittag ein, der am 21. Januar um 15 Uhr im Vortragssaal des Campingplatzes stattfinden sollte. Außer Georg waren noch Jan aus Holland (Gitarre) und John aus Schottland (Banjo) dabei. Frederick erkannte schnell, dass er leistungsmäßig noch nicht so weit war.  Zwar konnte er bei einigen Stücken mithalten, aber zu einem öffentlichen Auftritt vor 40 – 50 Zuhörern fehlte ihm der Mut, obwohl Georg ihn vom Gegenteil zu überzeugen versuchte. Zum Musikabend am Mittwoch gingen wir dann ohne Fredericks Gitarre (sehr zur Enttäuschung der anderen). Trotzdem oder gerade deswegen war es ein sehr schöner, unterhaltsamer Abend. Die Musiker wurden mit viel Applaus bedacht.

Am folgenden Montag nahm Frederick aber wieder an der Probe teil und es ging schon ein bisschen besser. Doch aus Fredericks Premiere am Mittwoch (30.1.) wurde auch diesmal nichts, da er mit einer fiebrigen Erkrankung daniederlag. Mal sehen, ob es noch etwas wird mit seiner musikalischen Karriere.

Square Dance

Wie schon vor Weihnachten nahmen wir auch im Januar wieder an den freitäglichen Square Dance Workshops teil. In der Regel ist Frederick dabei der einzige Mann (unter 20 – 25 Frauen). Aber das hält ihn nicht davon ab. Die Callerin (Vortänzerin) Angie macht das hervorragend und reißt die Teilnehmer mit ihrer Begeisterung mit. Da werden wir auch in den kommenden Wochen noch viel Spaß haben.

Nachbarschaftstreffen

Natürlich bleibt es nicht aus, dass man mit den Nachbarn häufiger ins Gespräch kommt und daraus ergeben sich dann auch Einladungen zu kleineren Zusammenkünften. So hatte Georg zum Beispiel letzte Woche Geburtstag und dazu waren auch wir eingeladen. Mit Bärbel und Ulli hatten wir einen schönen Grillnachmittag und unsere schottischen Nachbarn Heather und Colin waren bei uns zu einem Glas Wein. Deren Kathe Mr. McKitty fährt immer mit und läuft hier frei herum. Abends ist sie aber zuhause.

Besuch bei Heather und Colin

Besuch bei Heather und Colin

Mr. McKitty, Katze von Heather und Colin

Mr. McKitty, Katze von Heather und Colin

Auch unsere Nachbarn vom vorherigen Stellplatz (vor Weihnachten), Dagmar und Wolfgang waren vorletzten Sonntag bei uns zu einem netten Beisammensein. Beide waren während ihres Berufslebens drei Jahre in China und es gab daher viel Interessantes zu erzählen.

Spanischkurse

An den Spanischkursen an jedem Mittwochvormittag nehmen wir weiterhin teil. Dabei macht man immer leichte Fortschritte und kann sich im Alltag zunehmend besser mit den Spaniern verständigen. Es ist wirklich sehr großzügig von der Campingplatz-Verwaltung, diese Kurse kostenlos anzubieten.

Konstruktion eines modernen Amphitheaters

Seit unserer Ankunft im November gibt es auf der Anlage eine große Baustelle. Dort soll laut Plan ein modernes Amphitheater entstehen. Anfänglich entstand ein riesiges Loch dort, wo früher die Rezeption beheimatet war. Mittlerweile hat man wohl tausende von Tonnen an Beton gegossen und so allmählich lässt sich die Struktur erahnen. Das sehr ambitionierte Projekt soll wohl für die Sommersaison fertig werden. Wir werden die Fertigstellung nicht mehr erleben, da wir Anfang März abreisen werden.

Amphi-Theater Baustelle

Amphi-Theater Baustelle

Tolle Farben des Himmels und des Meers am La Marina Strand

Tolle Farben des Himmels und des Meers am La Marina Strand

Weitere Pläne

Wir planen, am 1. März unser Lager hier abzubrechen und wollen dann weiter nach Süden bis nach Gibraltar fahren, dann nach Westen (Cádiz, Sevilla und Huelva) und anschließend durch die Algarve von Osten bis zu äußersten Westen. Danach nach Norden über Lissabon, Porto und Nordwestspanien (Vigo, Santiago-de-la-Compostela). Weitere Ziele sind Bilbao, Biarritz, Bordeaux, La Rochelle bis hin zur Bretagne. Die genaue Route hängt aber wesentlich vom Wetter ab. Unter Umständen werden wir auch mehr ins Landesinnere in Frankreich fahren, falls es entlang der Küste zu rau wird. Mal sehen. Gegen Ende April hoffen wir dann wieder in Malente zu sein.

Wir werden hier weiter berichten. Falls ihr Fragen oder Kommentare habt, freuen wir uns über jede Zuschrift. Am besten nutzt ihr die Kommentarfunktion unten auf dieser Seite. Wir hoffen, es hat euch gefallen und bis zum nächsten Mal.

 

Recent Posts
Showing 4 comments
  • margareta karlsson
    Antworten

    Hej på er båda och tack för er fantastiska reseberättelse. Nog önskar vi att vi vore på plats, men mitt(Margaretas ) åtagande som ordförande i Socialnämnden i Karlskoga visade sig mycket större än jag anat. Spännande men tufft. Kramar från Margareta o Rune

  • Michael Höfelein
    Antworten

    Liebe Anne, lieber Frederik
    Vielen Dank für euer Mail. Heute endlich konnte ich euren Bericht zu Ende lesen. Wirklich interessant, was ihr alles erlebt.
    Wir haben noch Winterruhe, was das Reisemobil betrifft. Ansonsten den üblichen Rentnerstress.
    Unsere Saison wird erst im Mai wieder so richtig losgehen.
    Für eure ausgedehnte Rückreise wünschen ich euch gute Fahrt und alles Gute.
    Liebe Grüsse, Michael

  • John Bexkens
    Antworten

    Hallo Anne und Frederic,
    Schön das ihr wieder Online seit, freue mich schon auf euere Berichte aus Spanien.
    Das mit dem Gas ist uns auch schon passiert, seit nicht der einzigste. Schön das ihr geholfen wurde.
    Wenn ihr später plant nach Bilbao zu fahren sollte ihr unbedingt 2-3 Tagen einplanen.
    Der Stellplatz Caravaning Kobetamendi , Monte Kobetamendi 31: 48003 Bilbao dort ist einfach genial, oben hoch über der Stadt.
    Von dort seit ihr in 20 Minute mit dem Bus ( hält am Platz) mitten in der Stadt
    Auch das Guggenheim Museum must ihr unbedingt einplanen.
    Weiterhin viel Spaß in Spanien und Frederic alles gute bei seinem ersten Konzert.

    John

    • Ozzie
      Antworten

      Hallo John,

      Danke für den netten Kommentar und den Tipp hinsichtlich Bilbao. Das werden wir dort genauso machen, wie vorgeschlagen.

      Schöne Grüße
      Anne und Frederick

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