Überwintern in Spanien (3)

 In Spanien

Die ersten Tage 10. – 28. November 2018
Unsere ersten Erfahrungen in La Marina

La Marina Camping liegt nur 1,2 km vom kleinen Ort La Marina Pueblo (Dorf) entfernt. Dort kommt man mit dem Fahrrad auf einem schönen, neuen Fahrradweg schnell hin. Auch zu Fuß ist der Ort leicht zu erreichen. Montags gibt’s dort einen kleinen Wochenmarkt mit frischem Obst und Gemüse. Märkte gibt es aber zuhauf hier in der Gegend, und dort bekommt man nicht nur die frische Ware, sondern diese zum Teil auch weit unter Supermarktpreisen. Wenn man will, kann man jeden Tag zu einem anderen Markt fahren oder laufen. Donnerstags, z.B. findet ein Markt in der 12 km entfernten Kleinstadt Rojales statt. Die leckeren Churros locken … die Radtour dorthin ist einfach und führt an Feldern auf einer wenig befahrenen Straße entlang.

Aber der Reihe nach:

Wer unsere Abenteuer detailliert verfolgt, weiß noch von unserem Malheur in Neustadt an der Weinstraße mit der abhanden gekommenen EC-Karte. Wie kann es auch anders sein in den meisten solcher Fälle? Die Karte tauchte wieder auf und zwar in Fredericks Gesäßtasche seiner Jeans am Tag nach unserer Ankunft. Das nützte uns leider nichts mehr, denn die Karte war ja jetzt gesperrt. Man hätte vielleicht gleich etwas gründlicher suchen sollen …

Großzügig ausgestatteter Campingplatz

Nun einiges zu unserem Campingplatz. La Marina bietet eine Menge: Große, durch hohe Hecken abgeteilte Parzellen, vier moderne, saubere und sehr gut ausgestattete Sanitärräume und vorbildhafte Entsorgungsstellen für die mobilen Toilettenkassetten. Jede Parzelle hat einen eigenen Wasseranschluss sowie Grauwasserentsorgung. Das macht das Leben hier auf dem Platz sehr komfortabel. Es fehlt an nichts.

Man sollte auch nicht vergessen, welche Mühe man sich hier gibt, die Bewohner des Platzes bei Laune zu halten, zum Beispiel verschiedene Weiterbildungsangebote: Spanischkurse, Mal- und Zeichenkurse, Tanzen (Klassisch, Line Dance, Square Dance und Volkstanz), Musik etc., Sport (Tischtennis, Fußball, Tennis, Boule). Die großzügige Wellness-Anlage mit Swimming-Pool, Jaccuzzis, sehr großem Fitness-Studio dürfte wohl einmalig für einen Campingplatz sein. Weiterhin soll nicht unerwähnt bleiben, dass es hier einen großen Supermarkt gibt, der wirklich alles anbietet, was man braucht und das zu  fairen Preisen. Auch das Unterhaltungsprogramm kann sich durchaus sehen lassen.

Vorzelt einrichten

Die moderne Poolanlage

La Marina Strand

Die größte Attraktion für uns ist der hiesige kilometerlange Sandstrand. Wie bereits im letzten Bericht erwähnt, führt ein 700 m langer Holzbohlenweg durch die mit Kiefern durchsetzten Dünen zum Strand. Zwei- bis vierstündige Strandspaziergänge gehören daher seit unserer Ankunft, soweit nichts anderes geplant ist,  zu unserem täglichen Programm – fast durchweg bei blauem Himmel und bei (bisher) Temperaturen von 18-24 Grad ist das einfach nur herrlich. Am Strand ist auch häufig irgendwas los. Bei stärkerem Wind sieht man überall Kitesurfer.

Tolle Wolken am La Marina Strand

Tolle Wolken am La Marina Strand

Kite-Surfer am Strand

Kite-Surfer am Strand

Reiter am La Marina Strand

Reiter am La Marina Strand

Werbeveranstaltung am Strand

Werbeveranstaltung am Strand

An einem Tag gab es sogar eine Reiterinvasion. Für Werbeaufnahmen zur Promotion unseres Campingplatz wurde der Strand auch schon genutzt (Video).

Mittlerweile haben wir schon tiefe Furchen in den Strand gelaufen, erkennen sogar schon einzelne Strandläufer (Vögel) wieder. Zum Beispiel den mit einem Bein, der sich trotzdem überaus wendig bewegt oder den mit den fünf farbigen Ringen an den Beinen. Überhaupt sind diese kleinen und munteren Zeitgenossen richtig lustig – wie sie sich auf ihren kleinen Beinchen mit enorm schnellen Schritten fortbewegen und alle, fast wie im Takt gleichzeitig den gerade von den Wellen genässten Sand mit ihren Schnäbeln durchforsten. (Video)

Marktbesuch mit unliebsamer Unterbrechung

Donnerstags ist Markt im 12 km entfernten Ort Rojales und unsere Kieler Freunde Bärbel und Olli haben uns eingeladen, gemeinsam mit den Fahrrädern dorthin zu radeln. Ab ging’s durch Orangenhaine abseits der Hauptstraßen, doch leider wurde die fröhliche Tour plötzlich unterbrochen, denn in Annes Hinterrad war auf einmal keine Luft mehr. Knapp zwei Kilometer vor dem Ziel mussten wir die Räder  schieben. Bärbel und Ulli radelten voraus, um in Rojales nach einem Fahrradladen zu suchen. Nach kurzer Zeit waren sie zurück und leiteten uns direkt zu einem Laden am anderen Ende des Ortes. 15 Minuten später und 10 € ärmer (sehr preisgünstig!) war alles erledigt und wir konnten wieder aufsatteln.

Katze im Orangen-Hain

Kaputtes Fahrrad

Churros futtern in Rojales

Churros futtern in Rojales

Ab zum Markt und als erstes zum „Churros“ Stand. Churros ist ein Teiggebäck, lange Würste, fritiert und dann mit Zucker bestreut werden sie in einer Papiertüte serviert, 1€ pro Potion.  Sie schmecken ein wenig wie Berliner, wirklich lecker! Der Markt bot eine große Auswahl an Obst und Gemüse, gebratenen Hähnchen und viel Bekleidung, Taschen und ähnliches – wie man es von unseren Märkten kennt. Wir hatten allerdings das Gefühl, dass die Qualität der Waren besser war, als man es gemeinhin gewohnt ist. Nach einer Kaffeepause in der kleinen Fußgängerzone hatten wir für heute genug gesehen und erlebt, nahmen uns aber vor, den Ort Rojales bei weiteren Besuchen noch genauer kennenzulernen.

Ausflug nach Santa Pola

Am Dienstag, den 20. November machten wir uns per Bus auf zum Nachbarort Santa Pola. Man hatte uns gesagt, dass hier Rentner (wie wir) bei Bus- und Bahn Rabatt bekommen. Also sagten wir dem Fahrer beim Einsteigen, dass wir Rentner seien, worauf er nach einem Ausweis fragte. Wir zeigten unsere Personalausweise, mit denen er offenbar nichts anzufangen wusste. Trotzdem reduzierte er den Fahrpreis von 1,35 auf 0,95 € pro Person. Glück gehabt!

Am Busbahnhof in Santa Pola stiegen wir nach ca. 15 Minuten aus und marschierten dann Richtung Zentrum. Viel gab es nicht zu sehen, eben ein typisch spanisches Städtchen zur Siesta-Zeit. Doch am Ende der Haupteinkaufsstraße stießen wir auf das „Castello“, also eine Bastei. Diese ist hübsch und historisch und zudem gut erhalten.

Von einem großen Innenhof aus hat man Zugang zu einem Museum (dass aber geschlossen war),  also weiter Richtung Strandpromenade, wo es schon viel interessanter aussah. Eine großzügige Strandpromenade und ein sehr breiter Strand deuteten an, dass in der Saison wohl der Bär los ist. Heute war alles ruhig, kaum Touristen zu sehen. Leider sind öffentliche Toiletten hier nicht so häufig anzutreffen, so dass man meistens eine Kaffeepause in einer Cafeteria einlegt. Heute war es eine kleine Strandbar mit schöner Aussicht.

Anne am Strand von Santa Pola

Anne am Strand von Santa Pola

Santa Pola Castello

Santa Pola Castello

Da einige Gäste auch etwas zu Essen bestellt hatten, bekamen auch wir Appetit und bestellten uns leckere Bocadillos (Baguettes) mit gebratenem Hühnerbrustfilet. Ein trockener Weißwein rundete das Ganze ab. Während des Essens kamen wir mit unseren Tischnachbarn ins Gespräch. Corinna und Ralf aus der Braunschweiger Gegend sind auch Wohnmobilfahrer, wie wir schnell herausfanden. Die beiden versuchten auch gerade, dem Winter ein paar Wochen zu entkommen. Sie müssen aber schon in einer Woche wieder zurück, weil die Arbeit ruft. Wir tauschten uns über unsere gegenseitigen Erlebnisse aus und verabschiedeten die beiden mit dem Versprechen, in Verbindung zu bleiben.

Anne mit Ralf und Corrina

Anne mit Ralf und Corrina

Angler im Abendlicht

Angler im Abendlicht

Auf dem Fahrplan hatte Anne sich die Zeit für die Rückfahrt herausgesucht (17.15 Uhr). Auf dem Weg zum Busbahnhof kehrten wir noch bei einem chinesischen Händler ein und kauften uns zwei Boule-Sets (jeweils drei verchromte Stahlkugeln), denn unsere Freund Bärbel und Ulli wollten am Campingplatz mit uns Boule spielen. Die Kugeln waren recht schwer, aber glücklicherweise war es nicht allzu weit zum Bus.

Dort angekommen mussten wir feststellen, dass der Bus um 17.15 Uhr in die andere Richtung (nach Alicante) fuhr. Unser nächster Bus fuhr erst zwei Stunden später. Was tun? Wir entschieden uns, zurück zum Hafen zu laufen. Die schweren Stahlkugeln stellten sich dabei natürlich als Klotz-am-Bein heraus. Man sollte halt einen Fahrplan etwas sorgfältiger studieren. Aber wir brachten die beiden Stunden recht gut über die Runden. Glücklicherweise hatten wir ja bereits gegessen und daher keine Süchte, noch irgendwo einzukehren. Belohnt wurden wir mit einem wunderschönen Sonnenuntergang am Hafen. Im Busbahnhof erfuhren wir dann, dass wir keinen Anspruch auf Rentnerkarten haben. Also bezahlen wir die normalen 1,35 EUR für diese Kurztrips in Zukunft, was ja billig genug ist!

Fischerboote und Tabarca Fähre (rechts)

Fischerboote und Tabarca Fähre (rechts)

Abendlicht im Hafen von Santa Pola

Abendlicht im Hafen von Santa Pola

Schon wieder ein Plattfuß

Heute Morgen tauchte Ulli schon beim Frühstück auf, um weitere Pläne zu besprechen. Während wir im Vorzelt zusammen saßen, deutete er auf den Hinterreifen von Annes Fahrrad. Oh nein, schon wieder ein Plattfuß! Ulli und Bärbel wollten noch mit dem Fahrrad nach La Marina Pueblo und boten an, dort nach einem Fahrradhändler Ausschau halten. Da sie sich hier bereits gut auskennen, machen sie immer die Vorhut! Frederick pumpte den Reifen wieder auf und es schien, dass die Luft für die kurze Fahrt nach La Marina reichen würde. Das ersparte das Schieben. Gegen Mittag rief Bärbel an, um mitzuteilen, dass sie einen Fahrradhändler in La Marina gefunden hätten, der auch einen Schlauch in der 20 Zoll Größe vorrätig hatte. Wir machten uns sofort auf den Weg und für wiederum 10 € war der Reifen schnell repariert. Seither, toi, toi, toi, ist alles gut gegangen.

Besuch von Anne und Anders

Für Mittwoch, den 28. November hatten sich unsere schwedischen Freunde Anne Habbe und ihr Partner Anders zum Besuch angemeldet. Wie wir bereits in einem früheren Bericht erzählt hatten, wohnen die beiden seit ihrer Pensionierung im September jetzt in der Stadt San Pedro del Pinatar, etwa 40 km südlich von uns. Pünktlich um 11 Uhr trafen wir uns am Parkplatz und machten erst einmal einen Rundgang durch die Anlage. Die beiden waren sehr beeindruckt von dem, was hier geboten wird. Es ist ja auch wirklich ein toller Platz.

Mit beiden Annes am Strand von La Marina

Mit beiden Annes am Strand von La Marina

Anne mit Anders und Anne auf unserer Parzelle

Anne mit Anders und Anne auf unserer Parzelle

Nach einem Spaziergang zum 800 m entfernten Strand entschieden wir uns für ein spätes Mittagessen auf der Restaurant-Terrasse, von der man einen tollen Blick auf die Pool-Anlage des Campingplatzes hat. Das Restaurant bietet sehr leckere Pizzas an, für die wir uns entschieden. Unsere Gäste wählten Cordon Bleu bzw. Lasagne, alles sehr, sehr lecker! Bei dem warmen Wetter wählten die Herren dazu Bier und die Damen gut gekühlten Weißwein. Bei uns am Platz gab es dann noch Kaffee und Kuchen, bevor sich Anne und Anders wieder verabschiedeten.

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Showing 4 comments
  • Klaus Janda
    Antworten

    Hallo liebe Anne, lieber Frederick.
    Viele Dank für Eure Berichte und Erlebnisse. Super geschrieben, einfach toll.
    Ich warte immer schon voller Vorfreude, auf den nächsten Bericht, wie die Fortsetzung weiter geht mit all den Erlebnissen.
    Ich bin seit 7 Jahren Einzelkämpfer (Witwer), mit meinen Dethleffs – Wohnmobil habe ich bisher nur Deutschland unsicher gemacht.
    Derzeit bin ich freiberuflich noch verpflichtet und kann den kalten Winter hier bei uns noch nicht umgehen.
    Aber Eure Berichte sind für mich als Perspektive ein guter Hinweis, wo es sich lohnt und wo nicht.
    Euch beiden ein frohes Weihnachten von mir aus dem inzwischen immer kälter werdenden Deutschland.
    Liebe Grüße Klaus

    • Ozzie
      Antworten

      Hallo Klaus,

      Danke für deine netten Worte. Wenn unsere Berichte solche Freude bereiten, macht das Schreiben und Fotografieren noch viel mehr Spaß und wirkt als Ansporn für mehr. auch wenn es das erste Mal ist, dass wir Deutschland während des Winters entfliehen, so zeichnet sich doch schon jetzt ab, dass wir wir uns daran gewöhnen können. Besonders bei den Wetterberichten aus der Heimat. Heute beim Strandspaziergang mussten wir uns auch kneifen ob des tollen Wetters, dem Wellenrauschen und dem warmen Sand unter den Füßen. Auch wir wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest.

      Liebe Grüße
      Anne und Frederick

  • Habbe Anne und r
    Antworten

    ….wir beneiden euch…
    bereiten uns auf Erikas Geburtstag am 18.12. vor bei -7 bis -15° nachts. Lasst es euch gut gehen, was nicht schwer fallen wird.
    Gibt’s einen Weihnachtsbaum bei euch???
    Liebe Grüße aus den Bergen.

    • Ozzie
      Antworten

      Danke für den Kommentar. Wir beneiden euch wirklich nicht um die Kälte. Aber wir werden die Weihnachtstage auch im Kreis der Familie in Deutschland verbringen. Donnerstag fliegen wir nach Hamburg und am 10 Januar zurück nach Alicante. Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag Erika.

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