Smygehuk

 In Schweden

Freitag, 13. August 2021
Ankunft in Schweden

Im Gegensatz żum Grenzübergang von Deutschland nach Dänemark (nur Abfrage des Impfpasses) wurde nach Überquerung der Öresundbrücke das Vorzeigen der Reisepässe verlangt. Die Kontrollen dauerten nicht lange, und schon hatte die Kornkammer Schwedens, Skåne (Schonen), uns wieder! Diese reizvolle Landschaft mit den historischen Hafenstädten, der sanften Hügellandschaft und den zahlreichen Binnenseen – immer wieder eine Reise wert!

Karte von Smygehuk

Karte von Smygehuk

Der großzügige Stellplatz in Smygehuk

Der großzügige Stellplatz in Smygehuk

Unser Ziel: Smygehuk, die südlichste Spitze Schwedens. Hier lassen wir uns nun für einige Tage nieder. Schnell ist ein Parkplatz auf dem weiträumigen Stellplatz gefunden. Wir bedanken uns bei der großzügigen Gemeinde, die für diesen Wohnmobilstellplatz keine Gebühren erhebt, egal, wie lange man hier steht. Dafür wird allerdings keine Frischwasserversorgung und Grauwasserentsorgung geboten. Aber es gibt eine moderne Entsorgungsstelle für Toilettenkassetten. Und dann gibt es für die vielen Tages- und anderen Besucher natürlich noch eine moderne Toilettenanlage und Müllentsorgung (Penible Mülltrennung).

Mülltrennstation und moderner Toilettenblock

Mülltrennstation und moderner Toilettenblock

Kiosk- und Souvenirshop in Smygehuk

Kiosk- und Souvenirshop in Smygehuk

Nun ist schon Montag (16.8.), und bis jetzt ist es uns überhaupt noch nicht langweilig geworden. Wer Cornwall und die Gegend am Lizard kennt, kann uns sicherlich verstehen. Denn hier ist es sehr ähnlich, wenngleich es auch keine so gigantische Steilküste hat. Aber Meer und Möwen (als ob wir in Malente keine hätten… am Dieksee, am Kellersee und sogar am Heck unseres Wohnmobils!). Viel Umland, Wandermöglichkeiten, Eiscafé, Restaurant, Fischräucherei, Lädchen mit Handwerklichem und im großen Lagerhaus noch vieles mehr zum Schauen und Kaufen.

In Smygehuk zu sein, macht einfach Spaß. Immer! Wir sind das vierte Mal hier. Ich zitiere einfach mal Google: Smygehuk ist ein Hafen und südlichster Festlandpunkt Schwedens. Er gehört zur Bezirksverwaltung Trelleborg. Seit 2001 ist der Leuchtturm wieder in Betrieb und man kann hinauf und die Aussicht von oben genießen. Werden wir in den nächsten Tagen mal machen. Die Wohnung des Leuchtturmwärters dient heute als Vandrarhem (Jugendherberge).

Wir freuen uns die ersten drei Tage über das gute Wetter und laufen täglich am Strand entlang. Der ist eher grob, sehr grob: Steine von klein bis sehr groß, viele „Hühnergötter“, das sind die mit dem Loch drin – und schnell erhält Frederick von mir Sammelverbot, obwohl sie ja Glück bringen sollen. Aber wir haben mittlerweile mehr als genug davon, von den Steinen, meine ich. Glück könnten wir vielleicht noch ein bisschen brauchen, wer wohl nicht.

Hühnergötter sammeln

Hühnergötter sammeln

Ergebnis des ersten Tages

Ergebnis des ersten Tages

Hafeneinfahrt Smygehuk

Hafeneinfahrt Smygehuk

Auf unseren täglichen Wanderungen begrüßen wir alte Bekannte, z.B. die kleine Statue von AKKA, der Leitgans aus Selma Lagerlöfs Roman Nils Holgersson, (geschaffen vom Künstler Axel Ebbe). Und noch lange nicht „Vom Winde verweht“ steht auf der Landspitze die lebensgroße Bronzeskulptur „Famntaget“ (Die Umarmung), ebenfalls von Axel Ebbe 1930 geschaffen. Birgit Holmquist stand Modell dafür, aber wer ist das? Beziehungsweise, wer war sie? Sie war die Großmutter der amerikanischen Schauspielerin Uma Thurman, Schönheit scheint vererblich zu sein.

Fischräucherei

Fischräucherei

Die Gans "Akka"

Die Gans “Akka”

Die Statue "Famnet"

Die Statue “Famnet”

Einst war auf dem Gelände ein Kalksteinbruch und so entdeckt man hier und da als Zeitzeugen restaurierte Kalk-Brennöfen, auch in den nahegelegenen Orten Smygehamn (etwa 1300 Einwohner) und Östra Torp. Überhaupt lernen wir das Dorf (Smygehamn) selbst jetzt richtig kennen: Es liegt nur wenige Meter vom Stellplatz entfernt und bietet weitere Spaziermöglichkeiten und sogar Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs, in Form eines gut sortierten Coops.

Restaurierter Kalkofen aus alten Zeiten

Restaurierter Kalkofen aus alten Zeiten

Aussichtspunkt Smygehuk

Aussichtspunkt Smygehuk

Heute Morgen sind wohl doch viele abgereist, vielleicht wegen des Gewitters in der Nacht, gefolgt vom Regen im Laufe des Tages und der etwas feuchten Vorhersage für die nächsten drei Tage. Uns macht das nichts – wir laufen mit dem Schirm los und gönnen uns das lang versprochene erste schwedische Eis.

Das großzügige Angebot der Gemeinde eines kostenlosen Stellplatzes werden wir gern noch eine Weile nutzen und uns erkenntlich zeigen, indem wir lokal einkaufen und hier und da die angebotenen Gastlichkeiten nutzen (in Form von Eis essen, Kaffee trinken, Essen gehen, Donuts, Räucherfisch, Postkarten und Souvenirs kaufen). Die Ostsee vor der (Wohnmobil) Tür, unendliche Wanderwege entlang der Küste und lange Strände – was will man mehr.

Riesiges Eisangebot

Riesiges Eisangebot

Das Eiscafé

Das Eiscafé

Donnerstag, 19. August 2021

Ein kurzer Rückblick auf die letzten drei doch recht feuchten Tage. Nach den ersten schönen und sonnigen Tagen mussten wir uns seit Montag mit durchwachsenem Wetter abfinden. Daher kaum Wanderungen oder Spaziergänge. In den Nächten erlebten wir einige Male heftige Gewitter, so dass wir vorsichtshalber auf das Fernsehen verzichteten, um nicht per aufgerichteter Satellitenanlage auf dem Dach die Blitze anzuziehen. Obwohl das wahrscheinlich Quatsch ist – schließlich gilt ein Auto als „Faraday’scher Käfig“ (eine allseitig geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter, die als elektrische Abschirmung wirkt).

Auf dem Stellplatz leerte und füllte es sich beständig im Wechsel der Tageszeiten. Offensichtlich lässt sich niemand vom Wetter davon abhalten, dem südlichsten Punkt Schwedens einen Besuch abzustatten. Viele Wohnmobile tragen ein deutsches Kennzeichen.

Gewitterwolken über dem Hafen

Gewitterwolken über dem Hafen

Raues Wetter an der Ostsee

Raues Wetter an der Ostsee

Ver- und Entsorgungs-Irrfahrt

Es regnet noch immer. Wer schon mal Krimis von Wallander gelesen hat, weiß, ,dass es in den Handlungen fast immer regnet. Ganz so schlimm ist es allerdings nicht. Wir hatten hier überwiegend gutes Wetter. Doch heute schüttet es. Die Anzeige unseres Frischwassertanks zeigte NULL an. Kein Problem, wir taten das, was wir in der Vergangenheit bei unseren Schwedenfahrten immer getan haben: Den nächstgelegenen Campingplatz anfahren,  Frischwasser auffüllen und Grauwasser entsorgen. Das kostete meistens zwischen drei und fünf Euro. Früher war es manchmal sogar umsonst.

Wir fuhren in Richtung Ystad und bogen nach 5 km links auf den erst gelegenen Campingplatz (Bedinge) ein. Ein bisschen wild sah es hier aus, ein Rezeptionsgebäude war als solches nicht erkennbar. Frederick stieg aus und machte sich auf die Suche nach Hilfe. Er traf auf eine Dame, die ihm erklärte, wo er Frischwasser zapfen könne und nein, es würde nichts kosten. Wie nett war das denn! Grauwasserentsorgung war allerdings nur über “Eimer für Eimer” möglich, anstatt – wie sonst üblich – den Tank über einen Ablauf zu entleeren. Eine etwas mühselige Panscherei. Okay, das sollten wir wohl hinkriegen, oder? Leider wurde es dann doch nichts! Der Frischwasseranschluss war für uns nicht zu gebrauchen, war eher etwas für Kleinmengenabfüllungen. Da war auch nix möglich mit Abschrauben des Schlauchadapters oder so.

Also auf zum nächsten Campingplatz. Die sind hier ja dicht gestreut. Ein paar Kilometer weiter bogen wir rechts ab und die Besitzerin des Campingplatzes kam auch gleich aus ihrem Kabäuschen heraus geeilt. Als wir nun aber nur nach dem Auffüllen von Frischwasser und Entsorgung des Grauwassers fragten, lehnte sie dies ab und erklärte uns, dass man dann auch auf dem Platz einen Stellplatz buchen müsse. Für uns ist das eine neue Situation. In den Vorjahren konnte man sehr einfach auf jedem Campingplatz Wasser gegen Gebühr bekommen und auch die Entsorgungen (Grauwasser und Toilette) erledigen.

In strömendem Regen also weiter zum Hafen in Ystad, etwa 35 km entfernt von Smygehuk. Dort hatten wir immer gut ver- und entsorgen können. Dabei kamen wir an unserem sehr geliebten Stellplatz aus der Vergangenheit, kurz vor der Stadt gelegen, vorbei. Ziemlich verlassen sah es dort jetzt aus. Einmal war sicherlich das Wetter schuld, aber ein weiterer Grund ist wohl auch, dass jetzt während der Saison eine Übernachtungsgebühr von 100 Kronen (10€) erhoben wird, ohne, dass etwas dafür geboten wird, außer den zwei Dixi-Klos. Auch darf man offenbar nicht mehr ganz vorn auf dem Grün direkt am Wasser stehen. Wie schade! Wie oft waren wir hier gewesen, nur ein Spazierweg von 25 Minuten entfernt von der Stadt und zum Hafen in östlicher Richtung … Nach Westen konnte man in ca. einer Stunde nach Svarte wandern, einem der Drehorte der Wallander-Krimis. Dort kann man dann wunderbar am Strand entlang wandern, und hier fanden wir damals auch unsere ersten Hühnergötter an der Ostsee, nach denen wir an unseren schleswig-holsteinischen Ostseestränden vergeblich gesucht hatten.

Am Yachthafen in Ystad angekommen, ging Frederick ins Büro des Hafenmeisters. Aber auch hier klappte es weder mit Frischwasserversorgung noch der Grauwasserentsorgung, obwohl dies hier früher immer möglich war: Für drei Euro zu entsorgen und Frischwasser aufzufüllen. Stattdessen schickte man uns weiter auf einen Campingplatz, ein paar Kilometer außerhalb von Ystad. Dort hatten wir vor acht Jahren schon einmal zwei Tage lang gestanden.

Die Rezeption dort hatte schon geschlossen, aber wir hatten Glück. Auf Fredericks Klopfen an der Tür kam doch noch jemand, kassierte 100 SEK (10 EUR) und endlich: Wir konnten Frischwasser nachfüllen. Aber das Grauwasser konnten wir leider nur über das “Eimer für Eimer” -System erledigen. Für 140 l Frischwasser und die Entsorgung des Grauwassers stolze 10 Euro zu verlangen ist schon heftig. In Malente kostet das z.B. nur drei Euro.

Gern hätten wir noch einen Bummel durch Ystad gemacht, doch der immer noch heftige Regen lud nicht dazu ein.

Mit einigem Bedauern verließen wir Ystad, aber einen Stadtbummel im Regen wollten wir uns nicht antun. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Auf der Rückfahrt auf halbem Wege hielten wir noch mal an einem Campingplatz in Abbekås an und fragten nach den Modalitäten der Ver- und Entsorgung. Auch hier gab es Wasser für 100 Kronen, schon mal gut zu wissen, denn dieser Campingplatz ist nur 10 km von Smygehuk entfernt! Auch am kleinen Hafen von Abbekås stoppten wir noch mal. Aber hier war Wasser fassen wegen des Zugangs völlig unmöglich und wohl nur für die Freizeitkapitäne gedacht.

Nach diesen kleinen Irrungen und Wirrungen stand uns der Sinn nach einem Spaziergang ins Dorf zum Laden, wenn auch im Regen und mit dem Schirm. Wir wollten unsere Lebensmittel aufstocken und vor allem ein paar von den leckeren Kuchen für den Nachmittag kaufen. Eine Inspektion unseres Fahrzeuges nach der kurzen Ystad-Ausfahrt auf regennasser Straße: Den heftigen Regenfällen sei Dank, das Auto blitzt nur so vor Sauberkeit!

Die beiden Regentage verbrachten wir mit Lesen, Schreiben, Telefonieren, Fernsehen und Naturbeobachtungen vom Wohnmobil aus: Auf der großen Weide vor uns genießen vier hübsche Pferde ihre Freiheit. Manchmal scheinen auch sie sich zu kabbeln und sich gegenseitig zu ärgern, aber dann vertragen sie sich auch wieder. Ab und an stört ein Mensch, der sich einen Ausritt gönnen will. Mit Hilfe von Leckerlis und ein paar Striegeleinheiten lässt sich mal das eine, mal das andere Pferd von der Besitzerin dazu überreden.

Mittlerweile ist der Himmel auch wieder rein gewaschen von dunklen Wolken, die Sonne scheint. Hurra, wir können wieder spazieren gehen! Wir wandern los, am Steinstrand entlang, können den vielen “Hühnergöttern”, klein und groß, nicht widerstehen und sammeln fleißig. Vielleicht lassen wir einige vor unserer Abreise wieder frei – ansonsten zu viel Gewicht an Bord!

Zurück am Platz stellen wir unsere Stühle heraus und machen es uns gemütlich. Ich verfalle in einen Halbschlaf und träume von der Anschaffung eines 5 Tonnen LKW’s, der genügend Hühnergötter nach Deutschland abtransportieren kann. Dazu bräuchten wir natürlich ein paar fleißige Mitsammler. Die Geschäftsidee: Die Steine, die ja als Glücksbringer gelten, an der Ostsee in Schleswig-Holstein zu verkaufen. Dort findet man sie ja recht selten, weil alle Welt sucht und sammelt. Hier ist das nicht bekannt. Warum nicht das Glück nach Schleswig-Holstein bringen? Preisgestaltung nach Größe bzw. darf der Kunde den Preis selbst festlegen: Wieviel ist Ihnen denn Ihr Glück wert?

Abendlicht am Stellplatz mit Blick auf die Ostsee

Abendlicht am Stellplatz mit Blick auf die Ostsee

Entspannung vor dem Wohnmobil

Entspannung vor dem Wohnmobil

Ich wache auf und glaube, dass der Autor Jonas Jonasson (u.a. “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand”) mit seinen sehr merkwürdigen Geschichten Spuren in meinen Gehirnwindungen hinterlassen hat, denn ich lese gerade das zweite Buch von ihm (Mörder Anders und seine Freunde …) und irgendwie scheinen seine skurrilen Ideen auf mich abzufärben. Wir müssen die Steine also unbedingt wieder loswerden! Freut Euch also auf unsere Mitbringsel demnächst…

Freitag, 20. August 2021
Busfahrt nach Ystad

Am letzten Freitag entschieden wir uns dann doch für einen Ausflug. Wir waren Ystad so nah (35 km) und die Sonne schien. Das konnten wir doch nicht auslassen!  Einerseits – andererseits wollten wir hier in Smygehuk unseren Platz in der ersten Reihe nicht aufgeben. Die Lösung:  Den Bus nehmen! Die Haltestelle ist direkt am Stellplatz.

In der Tourist-Info erkundigte Frederick sich nach dem Wie und Wo der Bustickets. Wir haben ja immer noch keine einzige schwedische Krone in der Tasche, weil in diesem Land überall per Karte bezahlt werden kann. Leider konnte man ihm dort nicht weiterhelfen. Die junge Frau kannte sich mit Busfahrplänen und Bezahlung überhaupt nicht aus. Frederick versuchte auf eigene Faust, Informationen übers Internet zu bekommen und lud sich die App der Busgesellschaft aufs Handy. Alles auf Schwedisch natürlich. Vermutlich gibt es aber irgendeinen Button für Infos auf Englisch. Info, Buchung und Bezahlung für die Tickets laufen über die App. Hier nimmt offenbar kein einziger Busfahrer mehr Bargeld entgegen. Ein bisschen knifflig war das schon, dann war’s geschafft und wir stellten uns an die Haltestelle. Der Bus kam, “hinten einsteigen”, wies uns der Fahrer an und hier musste man die Tickets auf dem Handy (ein QR-Code, ähnlich wie unsere Impf-App) an einem Scanner im Bus entwerten. Frederick hatte ein 24-Stundenticket für 15€ für zwei gebucht.

Wegen einiger Haltestellen unterwegs dauert die Fahrt in die Stadt ca. 45 Minuten. Wir stiegen kurz vor Ystad an dem Stellplatz, den wir aus der Vergangenheit gut kannten, aus. Inzwischen ist es ein kostenpflichtiger Platz (10€ pro Übernachtung), als “Sanitärgebäude” gibt es lediglich zwei Dixi-Klos, ansonsten keine Ver- und Entsorgungsmöglichkeit. Dafür muss man zum nächstgelegenen Campingplatz fahren. Entsprechend wenige Wohnmobile standen auf dem Platz, der früher immer gut besucht war. Denn man steht direkt am Meer, es gibt sogar einen kleinen Strand. Wir liefen den uns so gut bekannten Weg (25 Minuten) in die Stadt, bummelten zum Hafen, schauten, was sich wohl verändert hatte. Zum Glück nicht viel. Am Hafen war mehr Platz für Wohnmobile geschaffen worden, offenbar reagiert man auf die erhöhte Nachfrage. Auch in Schweden ist die Anzahl von Wohnmobilen seit dem Ausbruch von Corona gestiegen. Nichts kommt dem Individualtourismus mehr entgegen als das Unterwegssein mit dem Wohnmobil. Man kann Abstand halten von allen und für sich bleiben, anders als es in Hotel- oder Ferienunterkünften möglich ist.

REstaurant in einem schönen Innenhof

Restaurant in einem schönen Innenhof

Kirche und Theater in Ystad

Kirche und Theater in Ystad

Wir spazierten in die Stadt, viel los war da nicht. Mir lief ein schöner Hund über den Weg – oder besser: Ich lief ihm über den Weg. Er ist aus Eisen, steht wie festgetackert vor einem Laden, ein Rhodesian Ridgeback wohl. Auf Fotos sieht er so echt aus, dass ich Freunde und Verwandtschaft an der Nase herumführen konnte: “Wir haben uns einen Hund angeschafft”.

Anne ist auf den Hund gekommen

Anne ist auf den Hund gekommen

Ystad Fußgängerzone

Ystad Fußgängerzone

Ystad ist schön, ein gemütliches Städtchen, wenngleich auch hier das Verbrechen nicht schläft. Aber das gilt nur für die hier gedrehten Wallander-Krimis, die haben Ystad über die Grenzen des Landes bekannt gemacht. In der Tourist-Info holte ich mir dann auch gleich eine sehr schöne Broschüre über den Autor Henning Mankell (2015 verstorben), die verschiedenen Darsteller des Kurt Wallander und die Drehorte in der Stadt und der Umgebung.

Zur Mittagszeit verlockte uns der Imbiss in einer Seitenstraße, vegetarische Pizza für 7,90 €. Mittagstischpreis in diesem Mini-Imbiss. Die Pizzen waren sehr lecker, best ever, könnte man sagen! Natürlich auch hier Kartenzahlung. Allein an bunten Kaugummi- oder Spielzeugautomaten in der Stadt erkenne ich noch, dass ein paar Menschen noch Klimpergeld in der Tasche haben müssen. Da funktioniert es “wie früher” über Münzen, dieser kleine Spaß für die Kinder. Wäre ja auch schade, wenn’s diese Automaten nicht mehr gäbe.

Pizzaessen in Ystad

Pizzaessen in Ystad

Wallander Broschüre

Wallander Broschüre

Irgendwann traten wir den Rückweg an, liefen an unserem Traumhaus vorbei, das mit dem “Salu”- Schild: Zu verkaufen! Schnell ins Internet geguckt, der Preis: Umgerechnet 400.000€, das Reihenhaus mit fünf Zimmern, Meerblick und Garten, jeden Cent wert! Nein, lieber nicht, Malente wartet doch auf uns! Mittlerweile ist das Haus auch schon verkauft!

Wir spazierten noch mal über den kleinen Strand, dann ging es zur nächstgelegenen Haltestelle, der Bus kam und zurück ging es nach Smygehuk. Ein schöner Ausflug! Übrigens trug im Bus niemand eine Maske, wir verzichteten auch darauf. Es waren nur wenige Leute drin und man konnte gut Abstand halten.

Busfahrt entlang der Küste

Busfahrt entlang der Küste

Reihenhaus für 400.000 €

Reihenhaus für 400.000 €

 

Dienstag, 24. August 2021
Kalkbrennöfen

Schon wieder sind ein paar schöne Tage vergangen, – und obwohl wir nichts tun, also nicht so viel durch die Gegend reisen wie sonst – vergeht die Zeit schnell! Wir wanderten einige Male nicht am Wasser entlang – irgendwie musste ich Frederick ja davon abhalten, noch mehr Hühnergötter zu sammeln – sondern gingen ins Dorf nach Smygehamn und ins Umland (Östra Torp). Dort gibt es viele Spazierwege. Wir entdeckten eine schöne Kirche und schließlich auch die Kalkbrennöfen, über die ich gelesen hatte. Acht von ehemals zehn sind noch erhalten. Wir schauten uns vier, die auf einem freien Feld von Östra Torp stehen, näher an. Aus dem 19./20. Jahrhundert stammend, seit Jahren jedoch nicht mehr in Betrieb, sind sie jetzt eine touristische Attraktion. Wir lesen nach, dass in dieser Gegend das Kalkbrennen weit verbreitet war und der Kalkstein so dicht an der Küste gebrochen wurde, dass aus einem der ehemaligen Steinbrüche “unser” schöner kleiner Smygehuk Hafen entstand. Hier kann man denn auch den ältesten und vollständig erhaltenen Kalkofen von 1850 bewundern, fein restauriert.

Kalkbrennöfen in Östra Torp

Kalkbrennöfen in Östra Torp

Kirche in Smygehamn

Kirche in Smygehamn

Es war ein langer und mühseliger Prozess, bis aus den Kalksteinen das Gewonnene zu Kalkfarbe, Kalkmörtel oder hydraulischem Kalk verarbeitet werden konnte: Befüllen des Kalkofens, Befeuerung, Austreiben von Wasser, Abdecken mit Lehm, Durchglühen. Die gezielte Verarbeitung von Kalkstein zu einem vielseitigen Baustoff gehört zu den ältesten und bis heute bedeutendsten technischen Produktionsverfahren (Wikipedia). Für die Arbeiter war es sicher Schwerstarbeit und alles andere als angenehm, ähnlich hart wie bei den Köhlern. Familiennamen wie Kalkbrenner und Köhler gehen auf diese Tätigkeiten zurück.

Historisches Foto über die Kalkindustrie

Historisches Foto über die Kalkindustrie

Arbeiter der Kalkbrennöfen

Arbeiter der Kalkbrennöfen

Versorgungstour nach Trelleborg 

Frischwassertank leer, Abwassertank voll, Gasflasche leer, Kühlschrank leer! Damit hatten wir gerechnet und für diesen Tag eine Tour nach Trelleborg eingeplant. Erstes Ziel – zwecks Ver- und Entsorgung – der Campingplatz Trelleborg Strand – von der Touristinfo in Smygehuk empfohlen – und nur etwa 15 km entfernt. Leider öffnete dort die Rezeption erst ab 13 Uhr. Wir hatten also Zeit, vorher Gas in Trelleborg nachzutanken und unsere Vorräte bei Lidl aufzustocken. Auch für eine Stadtbesichtigung war noch Zeit. Wir konnten auf dem Lidl-Parkplatz stehen bleiben und den einen Kilometer ins Zentrum laufen. In Städten ist es ja immer so eine Sache mit dem Parken eines großen Fahrzeuges. Da kommt uns so ein großer Supermarkt Parkplatz immer sehr gelegen – erst recht, wenn es keine Zeitbeschränkung gibt, wie hier. Danke, Lidl!

Innenstadt-Architektur

Innenstadt-Architektur

Evangelische Kirche in Trelleborg

Evangelische Kirche in Trelleborg

Trelleborg (etwa 30.000 Einwohner) ist Schwedens südlichste Stadt und fand bereits im Jahr 1257 schriftliche Erwähnung. Mal gehörte die Stadt zu Dänemark, mal zu Schweden, “dank” des einen oder anderen Krieges! Erst 1658 (Frieden von Roskilde) ging die Stadt dann endgültig an Schweden.

Unser Stadtbummel führte uns an hübschen alten Häuserzeilen vorbei. Auffallend, die Eingangstüren öffnen sich immer nach außen zur Straßenseite hin. Das hätte uns ins Grübeln gebracht, wenn nicht Frederick aus seiner Zeit in Schweden schon gewusst hätte, was es so mit den Haustüren in Schweden auf sich hat. Die gehen nämlich grundsätzlich nach außen auf! Wer das nicht weiß und nicht vorsichtshalber nach dem Klingeln an der Haustür schon mal zwei Schritte zurück tritt, holt sich schnell mal eine blutige Nase oder eine Beule…

Um beim Thema zu bleiben: gestern Abend fiel uns ein Regiefehler in der skandinavischen Serie “Hamilton” auf. Eine Szene spielte in einem Hamburger Wohnhaus und die Wohnungstür wurde nach dem Klopfen nach außen geöffnet! Ertappt – das MUSS eine in Schweden gedrehte Szene gewesen sein… Der Grund für diese Art des Türöffnens mag vielleicht in der Vergangenheit liegen, um drinnen Platz zu sparen. Wahrscheinlicher ist, dass bei starkem Wind, Regen oder Schneefall dieser beim Öffnen der Tür nicht nach drinnen gelangen soll.

Die Stadtverwaltung von Trelleborg hat sich etwas einfallen lassen, um die südliche Lage des Ortes besser herauszustellen. In jedem Sommer werden entlang der Einfallstraße, die parallel zum Hafen verläuft, Palmen in Kübeln aufgestellt. Manche nennen es deshalb das Miami Schwedens.

Wir bummelten die Einkaufsstraße entlang und kamen schließlich am großen Marktplatz (Stortorget) an, auf dem der Vattentorn (Wasserturm) steht, 58 Meter hoch und somit das höchste Gebäude Trelleborgs. Er wurde 1911 gebaut und war bis 1971 in Betrieb. Leider (oder besser Gott sei Dank!) kann man im Turm nicht hinaufsteigen, aber das Café am Fuße des Turms gern besuchen. Ein schöner Park schließt sich an. Dem aufgebauten Jahrmarkt haben wir einige bunte Fotos zu verdanken. Er war noch nicht in Betrieb, so dass mir Karussellfahrten mit Elefanten oder Kaffeetassen erspart blieb…

Fußgängerzone in Trelleborg

Fußgängerzone in Trelleborg

Wasserturm und Kirmesplatz

Wasserturm und Kirmesplatz

Kaffeetassenkarussell

Kaffeetassenkarussell

Elefantenkarussell

Elefantenkarussell

Wasserturm und Palme

Wasserturm und Palme

Regenschirmskulptur

Regenschirmskulptur

Fußgängerzone Trelleborg

Fußgängerzone Trelleborg

Sicher gibt es noch viel mehr in Trelleborg zu sehen, wie die Wikingerburg, eine alte Klosterruine, vielleicht der Hafen, von dem aus die Fähren nach Travemünde, Rostock und Sassnitz gehen. Uns reichte aber die kleine Stadterkundung und wir fuhren zum Campingplatz zwecks Ver- und Entsorgung. Der Platz liegt direkt an Meer und Strand 4 km östlich vom Stadtcenter und machte einen guten Eindruck auf uns. Hier bezahlten wir an der Rezeption nur 50 Kronen für Ver- und Entsorgung, das war ja nun mal sehr billig! Die Ent- und Versorgungsstation war beispielhaft. Selten, dass man so etwas geboten bekommt.

Es war ja klar, dass wir wegen dieser kleinen Ausfahrt unseren perfekten und schönen Stellplatz in vorderster Reihe mit Aussicht verloren hatten. Es blieb nur noch der letzte freie Platz in der ersten Reihe, aber ohne Aussicht, nur aufs Grün der Bäume und Sträucher. Außerdem krähen die Krähen hier laut herum. Wir werden wachsam bleiben und keine Sekunde zögern, wenn wieder ein Plätzchen frei wird mit der Aussicht auf “unsere” Pferde und das Meer im Hintergrund.

Frederick spazierte am Abend zum Leuchtturm, um von dort ein paar Fotos aus anderer Perspektive zu schießen. Die Ausbeute war aber dürftig, da er oben nicht ins Freie durfte. So mussten Fotos durch die nicht ganz saubere Verglasung gemacht werden. Alles andere als ideal.

Bauernhof in Skåne (vom Leuchtturm aus aufgenommen)

Bauernhof in Skåne (vom Leuchtturm aus aufgenommen)

Blick vom Leuchtturm auf den Smygehuk Hafen

Blick vom Leuchtturm auf den Smygehuk Hafen

Mittwoch, 25. August 2021

Heute eher wieder durchwachsenes Wetter. Teils heftige Schauer und sehr böiger Wind. Wir haben jetzt wieder  unseren alten Platz mit Aussicht auf die Pferde und das Meer zurück ergattert! Nur noch wenige Tage bleiben uns in Schweden bis zur Heimreise, die für Freitag geplant ist. Wie immer haben wir uns sehr wohl und sicher in diesem Land gefühlt. Corona-Maßnahmen werden hier anders umgesetzt als in Deutschland. Menschen mit Masken haben wir nicht gesehen. Man setzt auf Vernunft, Abstand (mindestens 1,5m) halten und Desinfektion. In jedem Laden steht “Handsprit”, (Händedesinfektionsmittel) bereit, das man vor dem Einkaufen benutzen sollte.

Smygehuk war für uns ein toller Urlaubsort, wenngleich ich im Tripadvisor nachlese, dass einige Menschen enttäuscht waren. Enttäuscht wovon? Von der endlosen Sicht auf das Meer, dem weiten Horizont, der Natur rundum, dem steinigen Strand? Oder dass es ab und zu mal etwas nach vergammelten Algen riecht. Für uns keim Thema und überhaupt nicht schlimm. Vielleicht muss man auch erst einige Male hier gewesen sein, bevor man Smygehuk liebgewinnt. Uns hat es sich jedenfalls ins Herz gebrannt! Hier noch ein paar Fotos:

Die Pferde auf der Koppel vor unserem Stellplatz

Die Pferde auf der Koppel vor unserem Stellplatz

Apfelbaum, direkt am Ostseestrand

Apfelbaum, direkt am Ostseestrand

Auch das ist ein Wohnmobil

Auch das ist ein Wohnmobil

Eingekaufte Schätze

Eingekaufte Schätze

Ostseestrand bei Smygehuk

Ostseestrand bei Smygehuk

Smyghuk Leuchtturm

Smygehuk Leuchtturm

Die Heimfahrt führt wieder über Dänemark. Wenn es das Wetter zulässt, wollen wir noch Haderslev und Åbenrå besuchen, bevor es über Flensburg nach Hause geht.

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Showing 2 comments
  • Michael
    Antworten

    Liebe Anne, lieber Frederik
    Wir sind am 24. August von Rostock nach Trelleborg gefahren und nun auch in Schweden unterwegs. Aber ihr seid ja schon nicht mehr in der Gegend. Wir hangeln uns via Örebro an die Westküste, um jeweils Freunde zu besuchen. Das Wetter ist sehr besch…. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege irgendwann doch noch einmal.
    Mir herzlichen Grüssen
    Renate und Michael

    • Ozzie
      Antworten

      Hallo Renate und Michael,

      Leider müssen wir am Montag wieder zuhause sein. Sonst hätten wir ein Treffen organisieren können. Aber wir kriegen das sicher noch einmal hin.

      Liebe Grüße
      Anne und Frederick

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