Karlstad

 In Schweden

Sonntag, 3. August 2014

Da uns unsere Reiseroute direkt an Västerås vorbeiführte, entschlossen wir uns für eine Stadtdurchfahrt. Was wir sahen, begeisterte uns nicht gerade. Auch der Bereich entlang des Mälarsees war wenig interessant. Am Gästehafen schließlich hielten wir an, um uns nach einer Ent- und Versorgungsmöglichkeit zu erkunden. Erfreulicherweise gab es eine derartige Einrichtung und dann auch noch kostenlos. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, nach 20 Minuten war alles entsorgt und frisches Wasser aufgefüllt und weiter ging es.

Kristinehamn war unser nächstes Ziel, am Vänersee gelegen. Uns „Kunstinterssierte“ lockte die in den Broschüren hochgelobte 15 Meter hohe Skulptur von Picasso. Wie bitte? Was tat die wohl hier? In der kleinen Gemeinde befindet sich eine größere Ausstellung von Skulpturen Pablo Picassos. Die bekannteste davon – sicher Dank der vielen Touristenbroschüren, auf denen sie abgebildet ist, ist die monumentale Skulptur auf der Landzunge Strandudden. Sie wurde 1965 errichtet. Die ersten Skizzen dafür zeichnete Picasso in den 1950er Jahren. Eigentlich war vorgesehen, die Statue in der norwegischen Heimatgemeinde des Künstlers Carl Neslar aufzustellen, er hatte ca. 17 Jahre mit Picasso zusammengearbeitet. Die kommunalen Entscheidungsträger aber mochten die Entwürfe nicht.

Picasso Cafe

Picasso Cafe

Die Picasso-Statue (wie ein Totempfahl) außerhalb von Kristinehamn

Die Picasso-Statue (wie ein Totempfahl) außerhalb von Kristinehamn

Später traf Carl Neslar in Frankreich auf den schwedischen Maler Bengt Olson aus Kristinehamn. Die Künstler sprachen über die „Statue ohne Heim“. Da schlug Olson vor, das Aufstellen der Skulptur in Kristinehamn zu starten. Picasso war einverstanden, allerdings mit der Bedingung, dass Neslar die Statue errichtet und die ausgesuchte Stelle sich als passend erweist. Die Gemeinde Kristinehamn war zur Aufnahme der Statue bereit und bezahlte auch deren Aufbau. Heute ist es ein großer Anziehungspunkt. Die Skulptur erinnert an einen Totempfahl.

Uns zog es dann wieder mal zu den schwedischen Waffeln hin, die es für kleines Geld im ebenso kleinen und eher einfachen Picassouddens-Café nahebei gab. Hmm, lecker!

Nun aber weiter nach Karlstad, eine Dreiviertelstunde Fahrt. Unterwegs wurden wir von einem heftigen Gewitter und ebensolchen Regenfällen eingeholt. So etwas hatten wir noch nicht erlebt! Aber wenigstens wurde das Auto mal wieder sauber auf diese Weise. In Karlstad angekommen, brach es richtig los. Der Himmel verdunkelte sich, Weltuntergangsstimmung! Zum Glück fanden wir schnell einen guten Stellplatz in Zentrumsnähe, wo auch schon weitere Wohnmobile standen ( kostenfrei). Klar, dass fernsehmäßig nichts ging bei dem Geprassel, die alte Leier: …überprüfen Sie Ihren Anschluß, kein Signal …. Macht nichts, da wird eben erzählt und gelesen. Die Vorräte gaben auch noch ein Abendessen her und damit war’s dann für diesen Sonntag.

Montag, 4. August 2014

Hurra, wieder schönes Wetter, der Himmel im leuchtend „Skandinavian Blue“ lockte uns hinaus. Wir wanderten zum Värmland Museum, das sehr interessant sein sollte. Immerhin kostete der Eintritt ca. acht Euros pro Person, da musste es schon etwas bieten. Das tat es denn auch, lange nicht haben wir eine so gute Ausstellung von Geschichte gesehen, angefangen vor 9000 Jahren vor Christus bis zum heutigen Tage.

Das Värmland Museum, der Architektur des Taj Mahals nachempfunden

Das Värmland Museum, der Architektur des Taj Mahals nachempfunden

Originell: Ausstellung von Trikots berühmter Fußballspieler

Originell: Ausstellung von Trikots berühmter Fußballspieler

Die Geschichten über das Mittelalter – da wollte man auch nicht unbedingt gelebt haben. Immer wieder spielte der Glaube eine große Rolle, vom Katholizismus zum Protestantismus, Freikirchen gründeten sich – wo wird es enden? Wir erfuhren einiges über den Happenings-Künstler Robert Jäppinen, eine sehr lange Lebensgeschichte. Beeindruckend sein Engagement für den Weltfrieden, seine Äußerungen und Gedanken dazu.

Auch hier gab es wieder viele Gemälde anzusehen, wie überhaupt der Museumsbau aus dem Jahre 1929 architektonisch ungewöhnlich, faszinierend und interessant war. Ein lohnenswerter Besuch!
Die Stadt wollten wir auch noch erkunden, also los: das Zentrum hatte eine schöne Fußgängerzone, viel Grün, viel Blumenschmuck. Es gibt in Schweden soviel mehr noch kleine unabhängige Läden, nicht soviele Handelsketten und Zusammenschlüsse, wie uns scheint. Das macht dann auch den Charme einer Stadt aus. Außerdem ist Karlstad eine Universitätsstadt. Geschichtliche Bedeutung erlangte es 1901, als in der Freimaurerloge der Vertrag zur Auflösung der Union Schwedens mit Norwegen unterschrieben wurde.

Schwedische Litfasssäule

Schwedische Litfasssäule

Friedensstatue in Gedenken an die friedliche Aufhebung der schwedisch-norwegischen Union 1905

Friedensstatue in Gedenken an die friedliche Aufhebung der schwedisch-norwegischen Union 1905

Es war wieder mal brütend heiß und wir bewegten uns fast nur im Schatten. Aber dann tauchten am Horizont dunkle Wolken auf, die doch sehr bedrohlich aussahen und es wurde Zeit, zum Wohnmobil zurückzukehren.

Schon bald hörten wir auch Donnergrollen und sahen erste Blitze. Unsere Beine bewegten sich schneller. Schließlich liefen wir so schnell wir konnten. Kaum im Wohnmobil, ging es auch schon los. Starke Windböen peitschten den heftigen Regen über die Straßen und die Blitze waren jetzt direkt über uns. Es war schon beängstigend.

Unter den Bäumen war es uns jetzt zu gefährlich und wir mussten hier weg. Also machten wir aller Eile das Wohnmobil startklar und waren kurz darauf bereits auf der Straße mit Ziel Åmål am Westufer des Vänernsees und etwa eine Autostunde entfernt.

Karlstad Fotogalerie

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