Mariestad

 In 2014, Schweden

Sonntag, 20. Juli 2014

Weiter ging es nach Mariestad, einer größeren Stadt. Wir folgten wieder der Hafenausschilderung und kamen an einer wunderschön gelegenen Marina mit Hunderten von Freizeitbooten an. Die offenbar nagelneu angelegten und markierten Stellplätze für Wohnmobile waren großzügig bemessen, der Preis am Automaten mit 140 Krönen pro Übernachtung ausgewiesen. Verdammte Technik: die Kartenzahlung am Apparat funktionierte nicht, und wer hat schon vierzehn 10 Kronenstücke im Portemonnaie. Hilfreiche Schweden aus dem Wohnmobil boten an, am nächsten Tag bei der Störungsstelle (Tel.Nr. war angegeben) anzurufen und Bescheid zu sagen.

Stellplatz Mariestad

Stellplatz Mariestad

Mariestad Kulisse

Mariestad Kulisse

Vänersborg - Mariestad

Tagesetappe: 163 km

Also blieben wir und genossen einen Abend in traumhafter Bootshafen-Atmosphäre, die wir ja so lieben. Einen ersten Eindruck der Stadt verschafften wir uns auch noch schnell, lag sie doch mit ihrer berühmten riesigen Kathedrale nur 5 Minuten vom Hafen entfernt und was wir sahen, gefiel uns gut!

Je später der Abend, desto mehr Wohnmobile kamen angerauscht, jeder freute sich offenbar über eine kostenlose Nacht, denn das Spiel mit dem Automaten ging – wie bei Vorsicht, Kamera! immer wieder von vorne los: Karte etliche Male reingesteckt, verzweifelte ratlose Blicke ins Portemonnaie, ein paar Flüche und dann mit schlechtem Gewissen sich davonstehlen und bleiben … Naja, am nächsten Tag würde schon jemand zum Kassieren kommen. Übrigens waren hier auch die Sanitäranlagen neu und in bestem Zustand.

Montag, 21. Juli 2014

Wir hatten gut geschlafen auf diesem ruhigen Platz und frühstückten mit den Spatzen (bestimmt über hundert!), die anscheinend daran gewöhnt waren, von den Leuten gefüttert zu werden. Auch wir konnten der kleinen niedlichen jungen Spatzenschar nicht widerstehen und amüsierten uns über sie.

Pfarrgarten in Mariestad

Pfarrgarten in Mariestad

Hafen mit Domkirche

Hafen mit Domkirche

Dann zog es uns zur Kathedrale, die offen war. Typisch schwedisch schlicht, aber wunderschön gestaltete sie sich von innen. Sehr witzig fanden wir die Idee für Kinder: damit so ein Kirchenbesuch nicht langweilig wird, hat man 7 „arme“ Kirchenmäuse an verschiedenen zu findenden Stellen versteckt. Die Pastorenmaus in vollem Ornat, die Bibelmaus mit Brille, eine orgelspieldende Maus mit Mini-Orgel und eine mit dem Klingelbeutel. Das waren die, die wir entdeckten. Die Suche nach der armen Kirchenmaus war also auch ein Spaß für Erwachsene!

Im Kirchgarten, der mit hübschen Gartenstühlen und Tischen ausgestattet war, wurde Kaffee und Waffeln mit „Sylt och Grödd“ angeboten, also mit Marmelade und Sahne. Da konnten wir nicht widerstehen und blieben. Es kostete 60 Kronen, Kaffee satt und jede weitere heiße Waffel 10 Kronen. Da sie uns so gut schmeckten und wir mit dem Pastor (Holländer) und der Waffelbäckerin Ingela ins Gespräch kamen, langten wir ein zweites Mal zu. Am Ende gab es noch das echte schwedische Waffelrezept zum Ausprobieren für Zuhause. Aus dem Gespräch haben wir einiges von der netten Ingela über Afrika und afrikanisches Trommeln gelernt, sie war 5 x in dem Land und besitzt 14 solcher Instrumente.

Eine der vier von uns im Dom gefundenen Kirchenmäuse

Eine der vier von uns im Dom gefundenen Kirchenmäuse

Altes Feuerwehrfahrzeug auf einem Jeep Chassis

Altes Feuerwehrfahrzeug auf einem Jeep Chassis

Hafenbecken Mariestad bei kompletter Windstille

Hafenbecken Mariestad bei kompletter Windstille

Nun aber endlich in die Stadt. Obwohl ein Wochentag, ging es ruhig zu. Die Schweden haben eben doch soviel mehr Platz und soviel weniger Menschen per Quadratkilometer! In einem Sportgeschäft gab es Sonderangebote und Frederick kaufte ein Paar neue Sportschuhe. Ich drückte mir die Nase platt am Schaufenster eines Ladens mit schönen Stoffen, leider wurde erst dienstags wieder geöffnet.

Zurück am Wohnmobil schauten wir als erstes, ob wir uns ein Strafticket eingefangen hatten. Nein, zum Glück nicht. Inzwischen hatte sich der Platz sehr geleert, zumindest von Wohnmobilen. Vielleicht waren es viele Wochenendfahrer gewesen, die nun zurück zur Arbeit mussten. Wir faulenzten und lasen, aßen Abendbrot und tranken noch ein Glas Wein. Am nächsten Tag wollten wir nach Sjötorp, dem Ort, an dem man begonnen hatte, den Göta-Kanal zu bauen.

Fotogalerie Mariestad

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