Vänersborg

 In 2014, Schweden

Donnerstag, 17. Juli 2014

Adieu Göteborg. Wir hatten eine schöne Zeit hier. Aber jetzt geht es weiter zum nächsten Ziel, Vänersborg am südlichen Zipfel von Schwedens größtem See, dem Vänern. Dort angekommen, fanden wir einen Stellplatz am Yachthafen und konnten dort auch ver- und entsorgen (Entsorgung des Abwassers allerdings bei der nahegelegenen Tankstelle), Wäsche waschen und trocknen und saubere Sanitärräume inkl. Duschen gab es auch. Für alles einschließlich der Übernachtung bezahlten wir 28 Euros (davon sind 6 Euros die Kosten für Waschmaschine und Trockner).

Göteborg - Vänersborg

Tagesetappe 107 km

Vänersborg Marina

Vänersborg Marin

Der Hafen ist klitzeklein, jedoch gibt es auf Schritt und Tritt weitere Bootsanlegestellen, wie wir beim abendlichen Rundgang durch die Stadt herausfanden. “Willkommen im freundlichen Vänersborg”, stand auf dem Schild über einem Durchgang zur Stadt zu lesen. Wir nahmen uns vor, am folgenden Tag noch einmal durch den Ort zu schlendern, für heute war es genug und wir setzten uns noch in eine gemütliche Kneipe auf ein Bier und einen Wein. Allerdings sollte man das in Schweden nicht so oft machen, denn die Preise sind hoch (13,50 Euros). Wir können uns schon langsam an die Preise in Cornwall gewöhnen, denn dorthin geht die nächste geplante Reise im September …

Freitag, d. 18. Juli 2014

Nach dem Duschen und einem ausgiebigen Frühstück zogen wir auf den kostenfreien Stellplatz um mit Aussicht aufs Wasser und die vielen Boote, Bäume und Grün um uns herum. Dann marschierten wir noch einmal in die Stadt, die soviel mehr Atmosphäre hat, wenn die Läden geöffnet sind. Aber das ist ja überall so!

Edsgatan, die Haupteinkaufsstraße

Edsgatan, die Haupteinkaufsstraße

Stilvoller Innenraum der Kirche

Stilvoller Innenraum der Kirche

Auch hier gibt es noch viele traditionelle Holzhäuser, wenn auch nicht ganz alt, weil 1834 fast alle Häuser der Stadt einem Brand zum Opfer fielen. Als Schuldiger wurde ein Schustergeselle ausgemacht, der beim Kochen von Tran (für die Lederverarbeitung) nicht umsichtig genug war. Beim Wiederaufbau der Stadt wurde darauf geachtet, dass unter anderem die Straßen verbreitert wurden, so dass ein Feuer nicht so schnell auf gegenüberliegende Gebäude übergreifen konnte.
Stilvolles Inneres der Kirche in Vänersborg

Wir besuchten auch die Kirche in Vänersborg und waren überrascht vom geschmackvollen Inneren. Außerdem hatte eine Künstlerin im Auftrag der Kirche eine Interessante Skulptur in Gestalt einer Familie (Mama, Papa und zwei Kinder) aus Plastikeinwickelpapier geschaffen. Das Thema hieß: Kirchenbesucher.

Skulptur “Kirchenbesucher” aus Frischhaltefolie

Skulptur “Kirchenbesucher” aus Frischhaltefolie

Mit Carol und Kevin aus England

Mit Carol und Kevin aus England

Am Nachmittag stellten wir das Wohnmobil unter einen Schatten spendenden Baum, denn es wurde immer wärmer. Dabei lernten wir denn auch gleich unsere netten und gesprächigen Nachbarn kennen, Carol und Kevin – wie kann es anders sein – aus England, Lancashire. Sie machten auf dem Weg nach Norwegen hier eine Pause, waren von England, Harwich über Hoek van Holland per Fähre mit Zwischenstopps, unter anderem (man staune) in Kaltenkirchen angereist. Seit ca. 8 Jahren zieht es beide nach Norwegen, hauptsächlich wegen des Angelns und der reichen Ausbeute. Beide lieben Fisch und Kevin weiß, wie man eine leckere Mahlzeit daraus macht. Sein größter Fang bisher war ein ca. 1,60 m langer Fisch von 50 kg Gewicht. Kein Anglerlatein, denn als Beweis gibt es ein Foto! Wie schon so oft festgestellt, war es ein Leichtes, über Gott und die Welt miteinander ins Gespräch zu kommen, die Engländer machen es einem immer wieder leicht. Uns bereicherte der Austausch, berichteten sie doch viel über ihre Erfahrungen in Indien, Goa, wo sie seit 20 Jahren mehr oder weniger 4 Monate „überwintern“ bzw. Urlaubswochen verbringen.

Idylle auf unserer Wanderung entlang des Sees.

Idylle auf unserer Wanderung entlang des Sees.

Kreative Hausbootkonstruktion

Kreative Hausbootkonstruktion

Einem Tipp von Carol und Kevin folgend, erwanderten dann wir den Rundweg um die Stadt (7 km), der uns entlang der Schärenlandschaft, durch einen Park und dann durch den Wald führte. Es ist ein schönes Erholungs- und Freizeitgebiet, wunderschön! Abends saßen wir dann wieder zusammen und führten unseren Plausch fort.

Samstag, 19. Juli 2014

Für heute waren 26° vorhergesagt (für Deutschland weit über 30°) und wir hatten uns vorgenommen, im See zu baden. Doch dann wurde aus einer kurzen Verabschiedung von Carol und Kevin, die nach Norwegen weiter wollten, noch eine zweistündige angeregte Unterhaltung, In der Mittagshitze war es uns zu warm und wir waren einfach zu faul und machten es uns stattdessen im Schatten eines Baumes gemütlich. Anne schrieb Reisebericht und Frederick studierte die schwedischen Zeitungen.

Es gab viel zu lesen, besonders über den furchtbaren Abschuss des Malaysia Air Fluges MH17 über der Ukraine. Die Schweden unisono verurteilen Putin und die Separatisten für die Tragödie und verlangen wesentlich schärfere Maßnahmen gegen Putin.

Anne schreibt Reisebericht

Anne schreibt Reisebericht

Das zweifarbige, älteste Haus in Vänersborg

Das zweifarbige, älteste Haus in Vänersborg

Jetzt waren wir hungrig geworden und entschieden uns für eine Pizza. Ein Restaurant in der Hafenstraße direkt am Kanal servierte wirklich lecker schmeckende Pizzen für nur 8 Euro pro Stück. Wir zahlten also ca. 16 Euros inklusive zwei Wasser. Das war das Günstigste, das wir bisher in Schweden hatten. Auf dem Rückweg zum Stellplatz gingen wir am Museum vorbei und blieben stehen, was es Interessantes zu lesen gab über ein gelb und rot gestrichenes, altes Haus. Es war das einzige vom Feuer verschont gebliebene Holzhaus und somit das älteste in der Stadt. Wir erfuhren, dass man in früheren Zeiten die zur Straße gewandte Seite zum Repräsentieren mit der teuren Ölfarbe strich (also auch verschiedene bunte Farben nutzte), und die rückwärtige mit der soviel billigeren roten Farbe. Eine Erklärung für die vielen roten Holzhäuschen in Schweden?

Morgen wollen wir weiterfahren. Irgendwo auf dem Weg nach Stockholm soll das Elternhaus von Karin Larsson zu besichtigen sein, mit (hoffentlich) den Originalbildern ihres Mannes Carl Larsson. Aber auch Karin hat gemalt. Ich bin gespannt, ob wir es finden.

Sonntag, 20.Juli 2014

Die Schleuse in Vänersborg

Die Schleuse in Vänersborg

Wieder schien es ein schöner Tag zu werden mit blauem Himmel und Sonnenschein. Nach dem Frühstück schwangen wir uns auf die Fahrräder und suchten uns den Radweg zur Schleuse. Den Tipp dafür hatten wir von unseren deutschen Nachbarn aus Borken bekommen. Der Weg führte uns hinaus aus Vänerborg, wieder entlang des Sees und durch den Wald, dann auf schönem geteertem Radweg zur Schleuse. Wir hatten Glück: gerade warteten Boote auf die Durchquerung der Schleuse und wir konnten gut den ca. 6 m hohen bzw. niedrigen Tidenhub beobachten. Es dauerte ca. 9 Minuten, bis ein Boot im wahrsten Sinne des Wortes „durchgeschleust“ war, es ging also ziemlich schnell. Einige weitere Zuschauer hatten sich eingefunden und es war interessant, das Wunder der Technik zu beobachten. Die Schleuse öffnet den Weg zur Nordsee vom Vänersee.

Zurück ging es auf einer anderen Route, die es allerdings in sich hatte, auf Schotterwegen rauf und runter, Schieben war hier und da angesagt. Richtung Vänersborg verlief der Rest der Strecke dann wieder auf geteerten und ebenen Pfaden, Gott sei dank!

Jetzt wollen wir aber Vänersborg verlassen. Nächstes Ziel: Lidköping.

Fotogalerie Vänersborg

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