Malmö

 In 2013, Schweden

Montag, 19. August 2013
Übernachtung in Travemünde

Am Abend waren wir noch bei Bruder Hermdieter, um seinen 66. Geburtstag zu feiern. Um 23.00 Uhr sagten wir dort Tschüss und fuhren zum Skandinavienkai nach Travemünde. Da wir schon um 8 Uhr am Dienstag zum Einchecken dort sein sollten, entschieden wir uns, auf dem Parkplatz des Fährterminals zu übernachten, was ein Fehler war! Das Parken an sich war überhaupt kein Problem, aber es war ein ständiges Kommen and Gehen der großen LKWS. Sie fuhren buchstäblich durch unseren Schlafraum hindurch … Außerdem liefen die Kühlaggregate der geparkten LKWs die ganze Nacht. Gut’s Nächtle ade!

Dienstag, 20. März 2013
Eine Seereise nach Malmö

Warten auf die Einschiffung

Warten auf die Einschiffung

Lustiges Nummernschild, schwedisch

Lustiges Nummernschild, schwedisch

Überhaupt nicht ausgeschlafen, aber dennoch – oh Wunder – in guter Laune frühstückten wir im Wohnmobil und reihten uns dann in die wartende Schlange der Autofahrer ein, die alle mit der Fähre nach Malmö wollten.

Vor uns war ein schwedisches Wohnmobil, bei dem uns das Nummernschild ziemlich ungewöhnlich vorkam. Alles was darauf stand, war „Hotel“ (siehe Foto). Ein ziemlich passendes Nummernschild für ein Wohnmobil, dachten wir. Wir sprachen den Fahrer aus Neugier an (Frederick konnte endlich sein eingerostetes Schwedisch anbringen) und erfuhren, dass er für das Schild umgerechnet 600 € bezahlt hatte. Ganz schön viel für so einen kleinen Spaß! Nach jeweils zehn Jahren muss er für die Verlängerung wiederum 600 € bezahlen. Verrückt, diese Schweden.

Wenn man so will, liegt Malmö nur einen Steinwurf von Travemünde entfernt, vorausgesetzt, man kann über einen Zeitraum von 9 ½ Stunden übers Meer Steine werfen und sie bleiben lange genug in der Luft. Unsere Seefahrt begann pünktlich um 10.00 Uhr unter blauem Himmel und bei Sonnenschein, die Ostsee lag ruhig. So blieb es die ganze Zeit. Es war eine richtige kleine Mini-Kreuzfahrt und machte Appetit auf mehr.

Entspannung auf dem Sonnendeck

Entspannung auf dem Sonnendeck

Beim Auslaufen aus der Trave

Beim Auslaufen aus der Trave

Nachdem wir die Fähre inspiziert hatten, machten wir es uns an Deck mit Büchern und Rätseln bewaffnet gemütlich. Da das Schiff nicht voll besetzt war, fand Frederick einen Schlafplatz und holte die Nacht nach. Ich blieb an Deck und genoss Wolken, Wind und Wogen. Nach 2/3 des Weges sahen wir auf der Backbordseite (dänisch) hohe Kreidefelsen. Also nicht nur Rügen und „The White Cliffs of Dover“ ließen grüßen.

Frederick begab sich zum genau richtigen Zeitpunkt auf Fototour: Kurz vor Malmö tauchten aus dem Wasser ragende Windräder auf, ein großer Windpark! Gleich danach die imposante Öresund-Brücke, die Kopenhagen mit Malmö verbindet. Die Benutzung der Brücke ist kostenpflichtig und gilt als nicht ganz billig. Der weithin sichtbare „Turning Torso“, ein Wohnblock am Öresund für besonders Betuchte grüßte uns und machte neugierig.

Windpark vor Malmö

Windpark vor Malmö

"Turning Torso" Hochhaus in Malmö

„Turning Torso“ Hochhaus in Malmö

Ankunft Malmö gegen 19.30 Uhr, die Fahrt zum Stellplatz begann. Dem vom Navi vorgegebenen Weg konnten wir irgendwann nicht mehr folgen, da einige Straßenzüge wegen des jährlich stattfindenden Malmö-Festivals (unbedingt mal hinfahren!!) abgesperrt waren. So musste Frederick sich auf sein Gefühl verlassen, was meistens auch klappt. So auch dieses Mal: Nach einigen Minuten hatten wir den kostenlosen Platz gefunden, er lag an einem kleinen See, der Strand war ca. 100 m entfernt und man konnte die Innenstadt (und somit das Festival) in 10 Minuten zu Fuß erreichen, toll! Hier ließ es sich gut aushalten für 3 Tage, da zwar am Tage einiges los war (öffentlicher Parkplatz), es am Abend aber total ruhig wurde. Mit uns standen weitere Wohnmobilisten dort, Schweden, Deutsche, Schweizer, Engländer.

Stellplatz in Malmö

Stellplatz in Malmö

Eigentlich wollten wir am Abend noch zu Fuß in die Innenstadt, aber nach der Hälfte des Weges stellte Anne fest, dass sie ihre Handtasche im Wohnmobil vergessen hatte. Das ging gar nicht! Wir kehrten um und entschieden uns, den Abend im Wohnmobil zu verbringen, spät genug war es ja sowieso.

Am Abend erhielten wir noch eine Email-Anfrage für unser Haus in Teneriffa. Der Interessent bat um ein Exposé. Das bedeutete, dass wir am Morgen zuerst irgendwo eine Internetverbindung auftreiben mussten. Meistens hilft hier McDonald aus …

Mittwoch, 21. August 2013

Zu Fuß machten wir uns nach dem Frühstück mit dem Laptop im Rucksack auf den Weg. Im modernen Hauptbahnhof waren kostenlose Wlan-Verbindungen erhältlich. Dort produzierte Frederick das Exposé und erledigte andere Internetaufgaben. Dann versorgten wir uns noch mit schwedischen Kronen und machten uns auf ins Getümmel des Malmö-Festivals.

Überall in der Innenstadt war was los. Um den Bahnhof herum gab es Jahrmarkt-ähnliche Fahrgeschäfte und Buden. Auf mehreren großen Bühnen wurde Musik verschiedenster Richtungen dargeboten. Polizei, Zoll, Rotes Kreuz, Gebärdensprachschulen, Umweltorganisationen, alle hatten Stände und boten Informationen oder Vorführungen an. Für das leibliche Wohl gab es eine unglaubliche Vielfalt an Fressständen aus aller Welt.

Festivalgedränge in Malmö

Festivalgedränge in Malmö

Mobiler Coffeeshop

Mobiler Coffeeshop

Wildschwein und Elch aus Schweden und viel Orientalisches, von dem wir noch nie etwas gehört hatten. Manche Stände waren aufwändig gestaltet, aber meistens ging es recht einfach zu. Wir sahen zum Beispiel ein mobiles Schmuck-„Geschäft“ (Modeschmuck aus den 20er Jahren) mit einem etwa 80jährigen Verkäufer mit Zylinder (tippe mal auf den Nachlaß seiner verstorbenen Frau, der hier verscherbelt werden sollte …) und zwei mobile Cafés, die offenbar einem Franchise (Fogarolli) angehörten, Kaffee der besten Qualität, Barrista.
MobilesCafé „Fogarolli“
Wir ließen uns treiben und amüsierten uns über die manchmal ausgefallenen Typen. Der malerische „Lilla Torget“ (Kleiner Platz) war ein weiterer Höhepunkt. Der Platz wird von Straßen-Restaurants beherrscht, die eine schöne Atmosphäre schaffen. Doch nach mehreren Stunden wurden unsere Beine müde und wir schleppten uns zurück zu unserem Stellplatz, um uns auszuruhen.

Nach der Pause machten wir uns gegen Abend auf zu einem Spaziergang zum nahegelegenen Strand und zum Västhamn (großes modernes Wohngebiet am Öresund mit dem „Turning Torso“ als Mittelpunkt).
Yachthafen im Västhamn mit „Turning Torso“

Von dieser Wohnstadt, die vielleicht vor etwa 10 Jahren entstand und durch die das nicht mehr benötigte Hafengelände auf sehr gelungene Weise saniert wurde, waren wir beeindruckt. Entlang des Öresund hat man eine ca. 1000 m lange Promenade geschaffen, bei der sich die Architekten wirklich Gedanken gemacht haben, wie Menschen sich wohlfühlen könnten. Es gibt Bademöglichkeiten, einen kleinen Yachthafen, Kinderspielplätze, breite Radfahrwege, Cafés und Restaurants. Auch erfreulich: die sauberen, öffentlichen Toiletten, auf die man alle 300 m traf.

Wohnschiffe im Västhamn

Wohnschiffe im Västhamn

Yachthafen Västhamn

Yachthafen Västhamn

Die Wohnanlage besteht aus architektonisch interessant gestalteten Mehrfamilienhäusern, Reihenhäusern und auch einigen kleinen Einzelhäusern. Das Ganze wird dominiert vom „Turning Torso“, einem beeindruckenden 192 m hohen Wolkenkratzer, mit Abstand das höchste Gebäude in Malmö.

An der Uferpromenade beobachteten wir eine Gruppe, die Tango tanzen übte. Ein kleines tragbares Musikwiedergabegerät gab den Takt vor und mehrere Paare demonstrierten ihre Tanzkünste. Wir genossen die Darbietungen für eine Weile. Erst gegen 21.30 Uhr waren wir wieder am Wohnmobil. Beim Fernsehen fielen uns dann die Augen zu und wir verkrochen uns in die Koje.

Donnerstag, 22. August 2013

Wir schliefen wie die Murmeltiere und kamen heute Morgen gut erholt aus den Federn. Beim Frühstück am See wurden wir von einem Fischreiher unterhalten, der in unmittelbarer Nähe beim Fischen war. Frederick montierte dann die Fahrräder ab und nach dem Frühstück fuhren wir wieder zum Västhamn, um uns das Wohngebiet noch mal am Tag anzuschauen. Auf einem Schild wurde darauf hingewiesen, dass man nicht das Recht hatte, das Haus zu betreten und mit dem Fahrstuhl nach oben zu fahren, sondern bitte die Bewohner respektieren und in Ruhe lassen möge. Schade! Nach einer Stunde ging‘s zurück zum Wohnmobil, wo wir den Laptop holten und dann zum Hauptbahnhof fuhren, um Emails zu beantworten. Wir wollten den Rucksack samt Laptop nicht den ganzen Tag mit uns herumschleppen und fuhren erst einmal zurück zum Wohnmobil auf einen kleinen Imbiss. Dann zurück zur Innenstadt, wo wir unsere Fahrräder in der Nähe des Hauptbahnhofs parkten und uns wieder ins Festival-Getümmel stürzten.

Fischaugenperspektive vom "Lilla Torget"

Fischaugenperspektive vom „Lilla Torget“

Wir ließen uns ein paar Stunden treiben und wiederstanden allen lukullischen Versuchungen. Abends landeten wir in einer Nebengasse bei einer kleinen Pizzeria und teilten uns die riesengroße Pizza.. Dann ging es per Rad zurück zum Wohnmobil, es war ein schöner, entspannter Tag.

Bildergalerie Malmö

Freitag, 23. August 2013

Nach dem Frühstück gingen wir noch auf eine Strandwanderung. Es war viel los dort. Alles war in Vorbereitung für die Europa-Meisterschaften der Equestrians entlang des Strandes auf dem breiten Grünstreifen und in den Parks waren Pferdehindernisse aufgebaut, Tribünen, Zelte etc., die Veranstaltung sollte wohl am Wochenende beginnen. Ein Handballturnier für die ganz Kleinen fand am Strand statt. Hunderte von Jungen und Mädchen schienen einen Riesenspaß dabei zu haben. Aber für uns war jetzt die Weiterreise geplant. Zurück am Wohnmobil machten wir uns reiseklar.

Fotogalerie Malmö

Recent Posts

Leave a Comment


This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Kontakt

Deine Nachricht:

Not readable? Change text.