Aveiro

 In Portugal

Montag, 25. März 2019
Aveiro – Portugals Venedig

Schon nach einer halben Stunde kamen wir, aus Costa Nova kommend in Aveiro an und fanden schnell – dank Navi –  den Parkplatz für Wohnmobile. Dazu mussten wir einmal durch die Innenstadt, entlang des Hauptkanals, an dem wir vom Wohnmobil aus die vielen bunten Kanalboote bewundern konnten. Da kam Vorfreude auf.

Auf dem Stellplatz unter einer Autobahnbrücke sind Übernachtungen erlaubt, jedoch kein Camping. Leider liegt der Platz unterhalb der Autobahn einerseits, andererseits sehr stadtnah am Kanal. Allein dafür nimmt man schon mal etwas in Kauf. Schnell vergaßen wir das nicht schöne Umfeld des Parkplatzes und spazierten den kurzen Weg am Kanal entlang in die Stadt. (Parque de S Joao no Canal de Sao Roque. GPS 40.645050, 8.655400).

Stellplatz unter der Autobahnbrücke

Stellplatz unter der Autobahnbrücke

Costa Nova - Aveiro

Costa Nova – Aveiro

Und hier sahen wir sie schon, die Moliceiros, die an Bug und Heck bunt bemalten Boote, für die Aveiro so bekannt ist. Früher transportierten sie Lasten, vor allem Salz, aber auch Algen. Die Algen wurden als Dünger auf den Feldern genutzt. Nach Einführung des Kunstdüngers gingen die Geschäfte immer schlechter. Die rettende Idee war, den aufkommenden Boom mit Touristen zu nutzen und sie durch die Gegend (auf drei Kanälen)zu  schippern: 10€ pro Person kostet eine 45-minütige Tour,  erklärt wird in vielen Sprachen. Davon kann sich das teure Venedig mal eine Scheibe abschneiden!

Dicht gedrängte Kanalboote-L

Dicht gedrängte Kanalboote-L

Anlegemanöver eines Kanalbootes

Anlegemanöver eines Kanalbootes

Wir legen allen Besuchern von Portugals Norden einen Besuch dieser Stadt ans Herz. Sie bietet eine Reihe einzigartiger Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten und besitzt einen eigenen Charme. Von Porto aus ist die Stadt ein beliebtes Tagesausflugsziel.

Wir bewunderten die vielen Häuser mit ihren Jugendstil-/Kolonialstil-Fassaden.  Wegen der Boote auf den Kanälen mitten in der Stadt ist es vielleicht gerechtfertigt, den Vergleich zu Venedig anzustellen, was gerne getan wird.  Aber eigentlich bewegen wir uns hier in einer traditionellen portugiesischen Stadt (ca. 78.500 Einwohner),  in der es gemächlich zugeht. Im Zentrum regeln hier eher Zebrastreifen den Verkehr, und nicht Ampeln. Da muss man sich schon trauen, den Fuß auf die Straße zu setzen, bei den schnell heran fahrenden Autos, die dann jedoch stets halten (in die Eisen gehen). Das ist dann aber auch das einzig Schnelle.

Jugendstil Architektur

Jugendstil Architektur

Fliesenkunst

Fliesenkunst

Zum Schlendern laden viele Gassen und Fußgängerzonen ein. Der Fischmarkt, die Markthalle sind interessant, ebenso die Kathedrale. Auch den Weg ins schicke neue Einkaufszentrum (Fórum) fanden wir, toll für Shopoholics! Bummeln macht hungrig und wir kehrten in einem kleinen Café in der Nähe der Post ein. Zum Angebot ”Hähnchenschenkel auf Reis mit Pommes und Salat” für 4€ und einem Salat mit Hähnchenbrust und Melone konnten wir nicht nein sagen. Selten hatten wir so gut (und günstig) gegessen und wurden so außergewöhnlich nett bedient. Für alle Nachahmer: Pizzaria/Pasteleria Estrela Dourada in der Rua Combatentes Grande Guerra 92, Aveiro.

Aveiro Kathedrale

Aveiro Kathedrale

Fischmarkthalle

Fischmarkthalle

Dann hatten wir noch eine Mission zu erledigen und mussten uns wohl oder übel auf den langen und langweiligen Weg an den Stadtrand begeben. Im Touristenbüro hatte man uns erklärt, wo das Büro der Firma Brisa lag, etwa 40 Minuten Fußweg. Das ist die Firma, die für das Kassieren der Maut auf einigen Strecken verantwortlich ist. Wir hatten ja – fehlgeleitet durch das Navi – eine Mautstation umfahren und somit nicht bezahlt. Das wollten wir dort nachholen, bevor uns eine saftige Strafe aufgebrummt werden konnte.

Wir fanden das Gebäude, aber keinen Hinweis auf die Firma. Bei Nachfrage im anliegenden Immobilienbüro stellte sich heraus, dass die Firma Brisa ihr Büro dort aufgegeben hatte! Welch eine Enttäuschung!

Nur der Bummel zurück durch den absolut schönen Teil, im Zentrum der Stadt, tröstete uns über die verlorene Zeit hinweg. Vom Wohnmobil aus versuchte Frederick, das Probleme Brisa telefonisch zu klären, was auch gelang, da er mit jemandem Englisch sprechen konnte.

Eingangsbereich zum Forum Shopping Centre

Eingangsbereich zum Forum Shopping Centre

Mercado -hypermodernes Shopping Centre-

Mercado -hypermodernes Shopping Centre-

Dienstag, 26. März 2019
Internetaufstockung und tolle Bootsfahrt

Unruhig war die Nacht, hatten wir doch wieder jemanden, so einen Kuschelparker, der nachts um 12 Uhr sein kleines Auto direkt vor unsere Aufbautür stellte, obwohl es genügend andere Parkplätze gab. Der Lärm der Autobahn tat ein Übriges.

Es sollte ein heißer Tag werden, 27 Grad, gerade richtig für eine Kanalfahrt. Als erste Aufgabe des Tages galt es, uns wieder Zugang zum Internet zu verschaffen. Unsere Datenmengen waren heute – fünf Tage vor Ablauf des Monats verbraucht. Im Internet hatten wir erfahren, dass es hier in Portugal ein ganz besonderes Angebot gibt, nämlich unlimitiertes Internet für Kurzzeiträume von 5, 15 und 30 Tagen. Für 5 Tage kostet der Spaß 13 Euro incl. SIMkarte. Also auf zu dem Laden und kurz darauf war die neue Karte eingelegt und freigeschaltet. Jetzt konnten wir nach Belieben das Internet bis zum 31. nutzen. Das traf sich gut, denn wir hatten das Hochladen unserer Fotos blockiert auf Grund der hohen Datenmengen. Sobald wir wieder im Wohnmobil sind, wird das Hochladen freigeschaltet (fast 12 GB an Fotos).

Auf der Promenade am Kanal passiert es schon mal, dass man von den sonst eher zurückhaltenden Portugiesen höflich angesprochen wird und die Kanal-Tour mit den Booten angeboten bekommt. Für eine der Firmen entschieden wir uns und es ging auch gleich los, und zwar nur mit uns beiden, obwohl bis zu 22 Personen mitgenommen werden könnten. Es war aber noch recht früh und kein großer Andrang. Unser netter Guide war das Mädchen Sandrine, das gut Englisch sprach. Die Schiffe werden per Außenbordmotor angetrieben und gesteuert, dafür war der Kapitän zuständig. Sandrine wies uns auf die Salzförderung am Kanal hin, leider war das Salz-Museum während unseres Aufenthaltes nicht zu besichtigen.

Unser Guide Sandrine, die uns alles super erklärte

Unser Guide Sandrine, die uns alles super erklärte

Kanalfahrt

Kanalfahrt

Durch drei Kanäle geschippert zu werden und die Stadt vom Wasser aus zu bewundern, war noch mal ein Erlebnis der besonderen Art. Liebens- und lebenswert, unser Fazit.

Wir spendierten Sandrine 5€ für die gute Führung und spazierten ein letztes Mal durch die Stadt. Heute hatte auch der kleine Laden auf, in dem ich die Ohrringe aus Kork und mit den Azulejos, den Mini-Fliesen in Blau entdeckt hatte. Sie fehlten noch in meiner Sammlung … Mit der Verkäuferin entwickelte sich ein kleines Gespräch, weil sie gut Englisch sprach. Sie kam vor einigen Jahren aus Mosambik (ehemals eine portugiesische Kolonie). Ich erfuhr, dass der Mindestlohn etwa 600€ pro Monat ist für eine 40-Stunden-Woche. Viele gut ausgebildete Portugiesen würden in andere europäische Länder ziehen wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten. Die Lebenshaltungskosten sind nur wenig niedriger als in Deutschland. Ihre Großfamilie besitzt ein Ferienhaus an der Algarve. Dort sind alle nicht mehr gern, weil es nicht mehr ”portugiesisch” ist,  es würde dort nur noch Englisch gesprochen, fremd im eigenen Land …

Privathaus im Kolonialstil

Privathaus im Kolonialstil

Portugiesische Molly Malone

Portugiesische Molly Malone

Kunstvoll bemalter Bug eines Kanalbootes-

Kunstvoll bemalter Bug eines Kanalbootes-

Über Aveiro wusste sie nur Gutes zu berichten, man fühle sich hier sehr sicher und gut aufgehoben.  Das konnten wir nur bestätigen.

Weitere Fotos von Aveiro

 

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