Costa Nova

 In Portugal

Sonntag, 24. März 2019
Das Seebad Costa Nova

Vom Waschsalon in Caldas da Rainha steuerten wir dann direkt auf die Autobahn mit dem Ziel Costa Nova bei Alveiro. Herrliches Wetter begleitete uns – wie schon fast jeden Tag in den letzten Wochen. Wieso sehen wir in Portugal überall so grüne Landschaften? Irgendwann muss es hier ja wohl viel regnen, während unserer Reisezeit kein einziges Mal. Unterwegs hatten wir auf einmal die Idee, zuerst den bei Portugiesen sehr beliebten Ort Figueira da Foz anzufahren. „Foz“ bedeutet übrigens „Mündung“. Daher machten wir einen kleinen Schwenk an die Küste und Richtung des in der App herausgesuchten Stellplatzes. Über das bekannte und beliebte Seebad gab es gute Reiseberichte und den Wohnmobilstellplatz hatte es halt auch.

Doch wir wurden regelrecht überrascht von dem Verkehrsstrom (wie an Wochenenden an der Ostsee …). Nichts ging mehr, bzw. alles im Schritt-Tempo. Auf der Höhe des Stellplatzes konnten wir wegen der durchgezogenen Linie nicht auf den Platz abbiegen, wie gemein, er lag direkt an der Küste auf Meereshöhe gegenüber des Stadtzentrums. Die nächste Möglichkeit, einige Minuten später auf den Platz zu kommen, wurde uns durch eine Höhenbegrenzung genommen! Also weiter im „Stop and Go“ die Küstenstraße entlang. Der Ort schien uns sehr interessant, wenn auch touristisch total überlaufen, Ostsee-Wochenend-Feeling eben. Wir wurden so weit aus der Stadt herausgetragen, dass uns nur die Weiterfahrt zu unserem ursprünglichen Ziel, Costa Nova blieb.

Maut-Schwierigkeiten
Kurz darauf waren wir wieder auf der Autobahn. Diese sind hier in Portugal fast durchweg Mautstraßen. Dabei gibt es zwei Systeme. Das eine ist elektronisch. Dazu registriert man das Fahrzeug beim Grenzübertritt mit Zulassung und Kreditkarte. Danach wird man elektronisch an mehreren Stellen erfasst. Die Abbuchung erfolgt ca. drei Wochen später. Das zweite System ist dem in Frankreich ähnlich. Man fährt durch Maut-Sperren, zieht ein Ticket aus dem Automaten und muss dies dann an einer späteren Maut-Stelle vorzeigen und dort bezahlen. Dies System trafen wir auf der Strecke nach Costa Nova an. Wir hatten also bei der Auffahrt ein Ticket gezogen. Als wir dann zum Ende der Strecke an die Mautstation heranfuhren, befahl das Navi „In die linken beiden Spuren einordnen“. Das taten wir, merkten aber im selben Moment, dass wir dadurch in die elektronischen Spuren „Via Verde“ gelangt waren. Wieder zurück nach rechts schwenken ging nicht mehr. Also weiterfahren. Das bedeutete aber, dass wir nicht bezahlt hatten. Später, in Aveiro erkundigten wir uns in der Tourist-Info, was wir machen sollten. Dort wurde empfohlen, das in Aveiro ansässige Stadtbüro der Maut-Firma (Brisa) aufzusuchen. Dorthin waren wir dann 40 Minuten zu Fuß unterwegs, fanden aber kein Brisa-Büro. Die Nachfrage in einem anderen Büro (Immobilienmakler), der uns freundlicherweise Auskunft, ergab, dass das Brisa-Büro schon vor einiger Zeit geschlossen wurde. Nach einigen Anläufen gelang es uns später, mit Brisa zu telefonieren. Wir sollten 20 Tag abwarten, wurde uns gesagt. Dann wäre unsere Durchfahrt im Internet dokumentiert und wir können dort per Kreditkarte bezahlen. Das haben wir uns Kalender jetzt vermerkt. Mal sehen, ob es klappt.

Doch  jetzt führte uns der Weg in die Küstenstraße in Costa Nova, unserem nächsten Ziel. Hier schoben sich ähnliche Automassen im Schritttempo sehr langsam voran wie vorher in Figueira da Foz. Aber wir wurden entschädigt, indem wir in aller Ruhe die bunten Häuser anschauen konnten, für die der Ort berühmt ist. Ein Zuckerbäcker-Märchen, diese Rot-, Grün-, Blau-Weiß gestreiften Häuser erinnern an Zuckerstangen! Im Portugiesischen heißen die Häuser Palheiros und wurden einst als Scheunen von den Fischern genutzt. Klar, dass wir hier eine Nacht bleiben wollten um am nächsten Tag auf Fotosafari zu gehen!

Ausfahrt zum abendlichen Fischfang

Ausfahrt zum abendlichen Fischfang

Kirche in Costa Nova

Kirche in Costa Nova

Foz do Arelha - Figueira da Foz - Costa Nova

Foz do Arelha – Figueira da Foz – Costa Nova

Unser Stellplatz liegt direkt an den großen Dünen, der Weg zum Strand ist durch einen Boardwalk (Holzsteg) vorgegeben. Wir kamen also gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang dort an! Wir hatten ja spekuliert, dass am Sonntag Nachmittag schon viele der Portugiesen abreisen würden, so dass es einfacher sein würde, einen Platz zu ergattern. Diese Rechnung ging voll auf. Als wir auf dem Stellplatz ankamen, war gerade ein Platz freigeworden. Allerdings war die Zufahrt richtig abenteuerlich, denn wir mussten im Slalom durch enge Gassen und durch Hunderte von Fußgängern und zusätzlich noch Gegenverkehr hindurch. Doch es gelang uns, das unbeschadet zu überstehen. Der Stellplatz selbst hat außer der Nähe zum Ort, zu den Dünen und zum Meer nichts zu bieten. Allerdings liegt er an einer grünen Wiese, was dem Auge gut tut. Übernachten ist ohne zeitliche Begrenzung erlaubt, allerdings kein Camping.

Sonnenuntergang in Costa Nova

Sonnenuntergang in Costa Nova

Gestern Abend noch voll belegt, heute fast allein

Gestern Abend noch voll belegt, heute fast allein

Überrascht waren wir aber, als wir aus dem Wohnmobil ausstiegen von dem scharfen Wind, der hier direkt an Küste blies. In Foz do Arelho war es noch fast windstill und heiß gewesen. Daher verzichteten wir auch auf einen sofortigen Strandspaziergang, sondern zogen die Promenade an der Lagune vor, an all den hübschen Häuschen vorbei. Die Promenade ist schier endlos. Das Licht war für den Fotografen nicht so günstig und das Fotografieren wurde auf den nächsten Tag verschoben.

Montag, 25. März 2019
Ein Zuckerbäckermärchen

Gut ausgeschlafen auf diesem ruhigen Platz, machten wir uns nach dem Frühstück auf, die Gegend zu erkunden. Tatsächlich waren die Parkplätze mittlerweile leer. Weit und breit kein Mensch zu sehen. Wir schlenderten durch alle Gassen und bewunderten die zauberhaften Häuschen, die ihr Dasein als Lagerhallen begannen und mittlerweile zu Wohnungen oder Lädchen umgebaut wurden. An vielen wurde gewerkelt, restauriert, Verbesserungen vorgenommen. Jetzt war auch das Licht für den Fotografen perfekt. Ein einmaliger Ort! Ein Kuriosum am Kirchturm: eine Mobilfunkanlage ist rundherum montiert! Hier ein Youtube Filmchen über Costa Nova.

Hier einige Fotos der bunten Häuser in Costa Nova:
Costa Novas bunten HäuserCosta Novas bunten HäuserCosta Novas bunten HäuserCosta Novas bunte HäuserCosta Novas bunte Häuser

Auch an den Strand zog es uns noch einmal. Obwohl sich der Wind gelegt hatte, war die Brandung doch wild. Der Boardwalk dient als Dünenschutz und zieht sich über eine weite Strecke entlang des Strandes hin. Allerdings ein zu weiter Weg zum Farol da Barra, dem höchsten (mehr als 60m über dem Meeresspiegel) Leuchtturm Portugals (und einer der größten Europas). Seit 1893 dient er den Schiffen als sicherer Wegweiser zur Annäherung an den Hafen und die Stadt Aveiro. Leider waren die Farben am Turm schon arg verblasst. Da sollte die Stadt oder wer auch immer verantwortlich ist, die Maler anrücken lassen. Wir bewunderten ihn aus der Ferne.

Riesige Dünenlandschaft

Riesige Dünenlandschaft

Farol da Barra

Farol da Barra

Es war heiß, 25 Grad und Zeit für unser nächstes Ziel: Aveiro, Portugals Venedig.

Weitere Fotos von Costa Nova

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Comments
  • Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Dethleffs!
    Also die bunten Häuser in Costa Nova gefallen mir auch. Ganz besonders die gelb-weißen.
    Seit den „Vogelschießen“ in Glückstadt der 50er Jahre, bei denen wir Kinder bunte Rosetten an der Kleidung trugen.
    Ich hatte immer eine gelb-weiße! Totschick!
    Die Welt ist auch außerhalb von Schleswig-Holstein schön…..
    Bis zum nächsten Mal.
    LG Assi

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