Bergen und der Aurlandsfjord

 In Norwegen

Samstag, 29. August 2020 (Fortsetzung)

Von Stavanger nach Bergen

Nach den erfolglosen Einkaufsbemühungen in Stavanger ging es jetzt zum nächsten Ziel, dem Küstenort Haugesund. Auf dem Weg dorthin liegt eine Fährenquerung von etwa 25 Minuten. Die große Fähre war fast leer. Saisonende und Corona waren wohl die Gründe. Die Fahrt führt über den Boknafjord. Bei strahlendem Sonnenschein bot sich uns ein wunderschönes Bild über den blauen Fjord und die umliegenden Bergzüge.

Fähre Richtung Arsvågen

Fähre Richtung Arsvågen

Fährhafen Nordre Rennesøy

Fährhafen Nordre Rennesøy

Schnell waren wir  aber auf der anderen Seite und setzten dort unsere Fahrt nach Haugesund fort. Von diesem Küstenort hatten wir uns einiges versprochen: ein hübsches und gemütliches Städtchen am Wasser. So war es auch, leider aber für uns mit dem Wohnmobil kein Parkplatz in Zentrums- oder Hafennähe zu finden. Ein in “Park4Night“ ausgewiesener Stellplatz zwei km von der Stadt entfernt an einer Badebucht entpuppte sich als eine Falle für große Wohnmobile. Nur mit viel Mühe vermied Frederick, beim Wenden auf engstem Raum in einen tiefen Graben zu rutschen. Enttäuscht fuhren wir weiter.

So langsam hatten wir uns an die vielen Tunnel (die wir im Gegensatz zu anderen Berichten als recht gut ausgeleuchtet empfanden) und diversen Brücken gewöhnt. Nun also weiter Richtung Bergen, der alten Hansestadt Norwegens. Noch einmal ging es auf eine Fähre zwischen Sandvik und Halhjem. Wir brauchten in Sandvik nur kurz zu warten bis die Fähre im Hafen einlief. Kurz darauf waren wir an Board,  stiegen aus und genossen 35 Minuten Fahrt mit Wind um die Nase bei strahlendem Sonnenschein. Auf den Fähren hätte man auch etwas essen können, denn in den Töpfen des Service Counters bruzzelte es und roch sehr lecker. Aber alle Reisenden schienen sich von geschlossenen Räumen fern zu halten. Die meisten zogen es vor, draußen an der frischen Luft zu sein. War auch das wieder Corona geschuldet (in Innenräumen die Nähe zu anderen Menschen meiden- so wird es überall empfohlen)? Auf Grund des schönen Wetters war es draußen auf Deck sowieso viel schöner.

Schärenlandschaft bei Halhjem

Schärenlandschaft bei Halhjem (Zielhafen der Fähre)

Fährhafen Halhjem

Fährhafen Halhjem

Die Landschaften, die wir durchfuhren, waren wirklich wie aus der „Visit-Norway“-Werbung! Nicht umsonst zieht es so viele Naturliebhaber in dieses Land. Die meisten wollen aber in nördlicher Richtung und weiter zum Nordkap, dem großen Traum: Einmal dorthin. Alles andere am Wegesrand Liegende wird so mitgenommen. Aber diese endlosen Fahrten durch die Weiten des Nordens bei ungewissem Wetter ist nicht so das Unsere.

Gegen 18 Uhr kamen wir am Stellplatz am Eisstadion in Bergen an. Nur wenige Fahrzeuge (ein paar sogar mit deutschen Kennzeichen) waren auf dem Platz. Es schienen aber überwiegend Norweger unterwegs zu sein. Sich die Füße zu vertreten, dazu war es zu spät. Das Stadtzentrum und der Hafen sind fast 6 km entfernt. Was soll’s, die Straßenbahn-Haltestelle lag praktischerweise direkt vor der Tür. Die Stadtbesichtigung stand für den nächsten Tag (Sonntag) auf dem Plan. Für heute machten wir es uns gemütlich und schenkten uns zum Abendbrot ein Glas Wein ein.

Stavanger - Bergen

Stavanger – Bergen

Straße in Haugesund

Straße in Haugesund

Ferienhäuser in der Nähe des Fährhafens Halhjelm

Ferienhäuser in der Nähe des Fährhafens Halhjelm

Sonntag, 30. August 2020

Bergen Stadtbesichtigung

Nach ruhiger Übernachtung und bestens ausgeruht, entschieden wir uns gegen die Straßenbahn (Corona!) und lieber für die Wanderung hinunter in die Stadt, immerhin sechs Kilometer zu Fuß! Aber man sieht ja so viel mehr bei einem Spaziergang! Mit Bergen (etwa 284.000 Einwohner) hatten wir die zweitgrößte Stadt Norwegens erreicht (Oslo ist die größte!). Der Hafen ist einer der geschäftigsten Seehäfen Europas. Außerdem starten von hier aus die Schiffe der Hurtigruten. In der Sommerzeit drängeln sich die Kreuzfahrtschiffe an den Quays – wegen Corona ist das aber vorerst eingestellt.

In Stadtnähe fielen uns auf der Straße viele Menschen in traditioneller Tracht auf. Wir vermuteten irgendwelche Folkloreveranstaltungen, erfuhren aber durch ein Gespräch mit einem jungen Mann, dass es sich um Konfirmationsfeiern handelte, allerdings die zivile Version, die in kommunalen Einrichtungen und nicht in Kirchen abgehalten werden, vergleichbar mit der Jugendweihe im Osten Deutschlands. Offenbar ist es eine norwegische Tradition, an diesem Tag Tracht (das gilt für Jung und Alt) zu tragen. Ein hübscher Anblick war’s.

Corona-Test Mobil

Corona-Test Mobil

Konfirmationsfeier in Tracht

Konfirmationsfeier in Tracht

Zu Bergen: Einst – im 12. Jahrhundert – war Bergen Krönungsstadt. Diese Funktion ging später auf Trondheim über. 1380 wurde ein Hansekontor (Tyske Bryggen, „Deutscher Kai“ ) eröffnet. Aber nur weil ein Hansekontor existierte, war Bergen damals trotzdem kein gleichberechtigtes Mitglied der Hanse. Wirtschaftspolitik vom Feinsten.

Wir liefen geradewegs in das Turistkontoret am Hafen und besorgten uns ein paar Informationen. Von den großen Fenstern aus hatten wir einen herrlichen Blick auf den Hafen. Und Fredericks Blick fiel drinnen im Touristenbüro auf eine neue Kappe, die mal erstens: Richtig schön und zweitens: Richtig günstig (14€)- also kaufen! – war. Da freut sich doch der Mensch!

Schwäne beim Turteln

Schwäne beim Turteln

Moderne Wohnungen am Fjord

Moderne Wohnungen am Fjord

Nun aber los auf Fototour. Bergens schöner Naturhafen ist geprägt von den bunten Holzhäusern am Kai. Sie gehörten zu den alten Handelseinrichtungen der Hanse, auch die Marienkirche und weitere Gebäude stammen aus der Zeit. Heute handelt es sich um Nachbauten, denn die Häuser fielen im Laufe der Jahrhunderte mehreren großen Stadtbränden zum Opfer. Nach jeder Zerstörung wurden diese Handelshäuser jedoch nach den originalen Plänen wieder aufgebaut. Daher ist das Profil heute noch dasselbe wie im 12. Jahrhundert. Die UNESCO ernannte Bryggen als Beispiel für hanseatische Baukunst in Norwegen aus diesem Grunde 1979 zum Weltkulturerbe.

Historische, guterhaltene Häuser am Hafen

Historische, gut erhaltene Häuser am Hafen

Hinterhof im Hanseviertel "Tyske Bryggen"

Hinterhof im Hanseviertel “Tyske Bryggen”

Das Hansviertel "Tyske Bryggen"

Das Hansviertel “Tyske Bryggen”

Bergen Hafen

Bergen Hafen

Den Spaziergang durch Bryggen fanden wir ein bisschen enttäuschend. Vielleicht lag es daran, dass die Saison beinahe schon beendet und kaum noch etwas los war. Oder daran, dass es ein langweiliger Sonntag war. Oder, dass Tausende Passagiere von Kreuzfahrtschiffen sich nicht durch die Gassen und am Hafen entlang quälten, was unbestritten für uns in diesen Zeiten ein Vorteil war. Eigentlich sahen die „alten“ bunten Holzhäuser nur von vorn, an der Fassade schön aus. Im hinteren Bereich gab’s dann eher sehr alte Holzstrukturen zu sehen, die teilweise renoviert worden waren. Hier hatten sich einige Souvenir- und Kunsthandwerksläden versteckt, von denen die meisten aber geschlossen waren.

Seefahrerdenkmal

Seefahrerdenkmal

Großsegler "Stadrad Lehmdahl"

Großsegler “Stadsraad Lehmdahl”

In der Altstadt von Bergen

In der Altstadt von Bergen

Prachtbauten im Zentrum

Prachtbauten im Zentrum

Macht nix, Frederick hatte schöne Aufnahmen gemacht und war mit seiner Ausbeute zufrieden. Einen Tag länger bleiben? Wir entschieden uns dagegen, da wir auch hier wegen Corona die Museumsbesuche (z.B. Hanseatisches Museum) auslassen wollten. Hatten wir doch außerdem vor nicht allzu langer Zeit das wunderschöne Hanse-Museum in Lübeck besucht und sehr viel über die Hanse, diesen wirtschaftlichen Zusammenschluss von Städten im Mittelalter erfahren. Die Besichtigung in Lübeck können wir wärmstens empfehlen.

Wir spazierten den Weg zurück, der uns dieses Mal viel länger erschien – wohl auch, weil es fast die ganzen sechs Kilometer stetig bergauf ging. Am Stellplatz bei der Eishockeyhalle angekommen, entschlossen wir uns, nach Vossevangen (etwa 100 km entfernt) weiterzufahren. In der Nähe der Stadt gibt es den Wasserfall Skjervsfossen, den wir auf unserer Besichtigungsliste haben.

Auf der Fahrt dorthin waren schneebedeckte Berge schon in Sichtweite – ein wunderschönes Landschaftsbild. Das echte Norwegen! Zum Glück fanden wir schnell einen kostenlosen Stellplatz mitten im Ort und spazierten auch hier gleich wieder los. Schließlich muss man sich nach den längeren Fahrten stets die Füße vertreten – trotz des vorherigen Gewaltmarsches in Bergen. Vor allem galt es, das immer noch tolle Wetter auszunutzen. Lustig war, dass wir Karlsson vom Dach (Figur von Astrid Lindgren) entdeckten, – einen Mann, der sich hoch oben auf dem Dach eines Hauses sonnte. Ein ungewöhnlicher Platz …der Mann war sicher schwindelfrei!

Bergen - Vossevangen

Bergen – Vossevangen

Einer der vielen Stgraßentunnel auf dem Weg nach Vossevangen

Einer der vielen Straßentunnel auf dem Weg nach Vossevangen

"Karlsson vom Dach"

“Karlsson vom Dach”

Schnee (vom vorigen Winter) auf den Bergkuppen

Schnee (vom vorigen Winter) auf den Bergkuppen

Der Ort gefiel uns gut, – mit einem schönen Park am Wasser gelegen. Gerade war auf der Wiese eine Hunde-Show zu Ende gegangen. Schade, da hatten wir sicher etwas verpasst. Nun bekamen wir nur noch die Siegerehrung der Vier- und Zweibeiner mit. Für die Hunde gab’s ein paar extra Leckerlis. Das erinnerte uns, dass es Zeit fürs Abendessen wurde plus gemütlichem Fernsehabend.

Gondel zur Bergstation

Gondel zur Bergstation

Siegerehrung beim Hundegeschicklichkeitswettbewerb

Siegerehrung beim Hundegeschicklichkeitswettbewerb

Montag, 31.8.2020

Skjervsfossen Wasserfall

Auf dem (am Wochenende kostenlosen) Parkplatz in Vossevangen hatten wir eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen, Blick auf die Wetterkarte, staunten wir nicht schlecht: Es war kalt, 3 Grad – brrrr! Das erste Mal auf dieser Reise schalteten wir zum Frühstück die Heizung ein! Da ab 9 Uhr morgens wieder für den Platz gezahlt werden muss, standen wir ausnahmsweise früh auf, frühstückten und waren Punkt neun schon unterwegs zu dem 15 Autominuten entfernten Wasserfall “Skjervsfossen”.

Vor vielen Jahren waren wir schon mal bei den Niagarafällen und daher nicht so leicht zu beeindrucken. Aber dieser 150 m hohe Wasserfall hat es doch auch in sich. Wir parkten auf dem oberen Parkplatz, von wo aus man in wenigen Metern eine Aussichtsplattform erreicht. Der Anblick des Wasserfalls aus dieser Perspektive ist nicht sonderlich aufregend. Doch wir sahen, dass ein (zugegebenermaßen sehr steiler) Fußpfad weit hinunterführt, von dort aus kann man einen deutlich besseren Eindruck gewinnen, vor allem für Fotos! Merke: Wasserfälle immer von unten aufnehmen!

Frederick machte sich sofort auf den Weg. Mir war es zu steil, denn man muss ja auch wieder zurück, – bei Steigungen ziept es nun häufiger mal in meinem rechten Bein. Das Alter macht sich bemerkbar… Frederick nahm die Strapazen auf sich und es zahlte sich aus. Er war begeistert vom Anblick des Wasserfalls. Übrigens Wasserfall: hier muss man einfach mal die moderne und saubere Toilette am Parkplatz erwähnen und auch das Foto von einem Klo (einstellen dürfen)! Auf der Toilette sitzend genießt man durch die riesige bodentiefe Glasscheibe einen Panoramablick auf den Gebirgsfluss, der zum Wasserfall führt. Echt beeindruckend! Asterix hätte gesagt: Die spinnen, die Norweger!

Skjervsfossen Wasserfall

Skjervsfossen Wasserfall

Kirche in Vossevangen

Kirche in Vossevangen

Skjervsfossen Wasserfall

Skjervsfossen Wasserfall

Skjervsfossen Wasserfall

Skjervsfossen Wasserfall

Klo mit Aussicht

Klo mit Aussicht

Flåm und der Aurlandsfjord

Weiter ging’s zum eigentlichen Tagesziel, dem Örtchen Flåm am berühmten Aurlandsfjord. Auf der Route mussten wir durch zwei lange Tunnel fahren, einer 20 km und der nächste 25 km lang. Zwischendurch mal eine Ansage zum Wetter: Das war bisher immer toll! Seit wir am 21. August in Norwegen bei Regen ankamen, war es nach zwei Stunden sonnig gewesen und dann jeden Tag so, die Temperaturen durchschnittlich 20°. Auch heute wieder in Flåm. Am Ende des Aurlandsfjords gelegen, ist der Ort attraktives Ziel für viele der Kreuzfahrtschiffs-Unternehmen. Daher steppt hier zu normalen Zeiten der Bär. Auf Grund der Corona-Beschränkungen, Kreuzfahrtschiffe durften nicht anlegen, war also fast nichts los.

Die paar Touristen verloren sich auf dem großen Areal, wo die riesigen Schiffe sonst am Kai anlegen und die Fjord-Touren mit den (100 %) elektrischen Booten mit Passagieren beladen ablegen. Ein weiterer Anziehungspunkt ist die berühmte Flåm-Bahn. Speziell für Bahn-Liebhaber. Der Zug fährt nach Myrdal und zurück und soll einem wohl sensationelle Ausblicke auf Fjord und einen Wasserfall ermöglichen. Mit Kleinbussen kann man außerdem von Flåm aus zur 500 m höher gelegenen Aussichtsplattform Stegastein fahren.

 

Flåm Touristzentrum und Souvenir-Shop

Flåm Touristzentrum und Souvenir-Shop

Flåm Brygga Hotel

Flåm Brygga Hotel

Dass nur wenige Touristen hier umher liefen, war uns nur recht. Einmal wegen Corona-Ansteckungsgefahr und man brauchte nirgends anzustehen. In Reiseberichten über Flåm liest man wahre Schauergeschichten bezüglich der ansonsten von Touristen überlaufenen Gegend. Die angebotenen Touren sind allesamt sehr teuer. So kostet die zweistündige Bahnfahrt nach Myrdal und zurück (davon die halbe Zeit durch Tunnel) 63 EUR, Bootsfahrt auf dem Aurlandsfjord ab 49 EUR pro Person, Busfahrt zur Aussichtsplattform Stegastein 34,50 EUR pro Person.

Troll vor dem Souvenir-Shop

Troll am Souvenir-Shop

Die Flåm Bahn

Die Flåm Bahn

Schnitzerei am Baumstamm

Schnitzerei am Baumstamm

Ganz Flåm ist auf die Kreuzfahrer eingestellt. Der Souvenirladen „Mall of Norway“ ist der größte, den wir je gesehen haben und mit einem interessanten wenn auch teuren Angebot. wir kauften ein paar Geschenke. Aber ein bisschen mehr wollten wir natürlich auch noch sehen.

Frederick überlegte anfangs, mit dem Wohnmobil zur Aussichtsplattform des Aurlandsfjords über eine steile und enge Serpentinenstraße hinaufzufahren. Wir entschieden uns letztendlich für die Busfahrt, trotz der Schnappatmung auf Grund des Preises. Das mussten wir uns einfach mal leisten – bevor es zu irgendeinem Schaden mit dem eigenen Fahrzeug kommen würde. Die Fahrt soll nur eine halbe Stunde dauern.

Ich ging zur Busstation und fragte den Fahrer (er stand kurz vor der Abfahrt) auf Englisch nach dem nächsten Termin, ein paarmal wiederholte er geduldig: “Kvart över to”, bis auch ich kapiert hatte: Viertel nach zwei, also in zwei Stunden. Das war für mich das erste längere „Gespräch“ mit einem Norweger gewesen. Wir vertrieben uns bei schönstem Wetter die Zeit am Ufer des Fords, machten Fotos und fanden uns pünktlich an der Bushaltestelle ein. Mit uns fuhr nur noch EIN weiteres Paar! Das muss für die arbeitende Bevölkerung – wie es ja allgemein weltweit der Fall ist – ein großer Einkommensverlust sein. Die Corona Pandemie, auch hier sehr schlimm wegen der fehlenden Touristen.

Der schon ältere Fahrer warf sich erstmal was ein, Hustenbonbons oder Herz-Tabletten? Angesichts der Straße? Immerhin sollten wir auf der schmalen Straße 500 Höhenmeter überwinden … Dann besprühte er mit einem Desinfektionsmittel die Hände seiner Passagiere ein und los ging die Fahrt. Im Nachhinein waren wir mehr als froh, angesichts der teilweise sehr engen und steilen Serpentinen nicht selbst hinaufgefahren zu sein, wenngleich es auch ein paar Ausweichstellen gab. Wie schrieb jemand im Wohnmobil-Forum: Es ist eine sportliche Herausforderung … eher eine nervliche, würde ich behaupten.

Später kamen wir mit dem Fahrer ins Gespräch und er stellte sich als Isländer heraus! Im Gespräch erzählte er uns, dass er ein Haus in der Provinz Värmland in Schweden gekauft hätte. Er geht in Kürze in Rente und will dann mit seiner norwegischen Partnerin dorthin ziehen. Ein Grund für den Umzug sind die hohen Lebenshaltungskosten in Norwegen. Da lebt es sich doch deutlich besser in Schweden. Sein Englisch wie auch sein Norwegisch war recht stockend. Mit Fredericks Kenntnissen der schwedischen Sprache ging die Unterhaltung dann aber ganz gut.

Der Fahrer hatte uns sicher nach oben gebracht, wo wir uns eine halbe Stunde auf und am Gelände um die Plattform herum aufhalten durften. Die Zeit nutzten wir zum eifrigen Fotografieren. Aufregende Motive gab es von hier oben genug. Vor allem den Arbeiter, der sich – auf einem kleinen Tritt stehend – weit über das Geländer beugte und ein Seitenteil der Plattform mit Farbrolle und Holzschutzfarbe anstrich. Da schlottern einem schon beim Hinsehen die Knie.

Aurlandsfjord in einer anderen Perspektive

Aurlandsfjord in einer anderen Perspektive

Ein Maler hängt über dem Geländer der Aussichtsplattform

Ein Maler hängt über dem Geländer der Aussichtsplattform

Man muss schon sagen, diese spektakulär gelegene 30m lang herausragende Rampe bietet eine einmalige und atemberaubende Aussicht über den 500 m tiefer gelegenen Fjord und die umliegende Landschaft. Ein Wunder, dass sogar die sonst so leicht schwindelnde Anne den Ausblick genoss.

Der Aurlandsfjord

Der Aurlandsfjord

Wir auf der Aussichtsplattform

Wir auf der Aussichtsplattform

Die Stegastein Aussichtsplattform über dem Aurlandsfjord

Die Stegastein Aussichtsplattform über dem Aurlandsfjord

Der Ort Aurlandswangen unterhalb der Aussichtsplattform

Der Ort Aurlandswangen unterhalb der Aussichtsplattform

Der Fahrer rief zur Abfahrt und es ging wieder hinab. Wir waren wirklich froh, den Bus gewählt zu haben. Ob das mit unserem eigenen Wohnmobil so gut gegangen wäre, ist zweifelhaft. Dem netten Busfahrer schenkte ich einen echt norddeutschen Kugelschreiber mit Leuchtturm-Motiv und „Moin“ drauf. Ich hatte einige davon als kleine Mitbringsel in Malente gekauft. Und so kamen wir noch kurz auf unsere Heimat und dabei auch Kiel zu sprechen, und ihm fiel ein, dass dort isländische Handballspieler im Verein spielen.

Er schüttelte mir zum Abschied die Hand und küsste sie – (Hilfe, und das in Corona-Zeiten)! Habe seit 6 Monaten nicht mehr jemandem die Hand gereicht und jetzt noch Handkuss obendrein! Nun denn, er wird als Touristenführer schon nicht krank sein. Wir sind es auch nicht und versuchen normalerweise wirklich, Abstand zu halten und Hygienemaßnahmen anzuwenden. Hope for the best!

Genug gesehen für heute. Wir fuhren jetzt weiter nach Nordosten. Laut “Park4Night” gibt es im  ca. zwei Stunden entfernten Ort Ryfoss einen kostenlosen Stellplatz. Da wird es mit dem Abendessen halt etwas später.

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    Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Weltbummler!
    Bergen ist wahrhaftig eine schöne Stadt. Schwerpunkt ist sicherlich die Hafengegend. Es gibt dort auch eine kleine Festung, die man besteigen und dann einen schönen Rundumblick genießen kann. Nebenbei erfährt man dort auch etwas über die Verteidigung Bergens in zurückliegenden Kriegszeiten. Der stolze, schneeweiße Großsegler lag auch zu unserer Zeit im Hafen – übrigens in der Nähe zur kleinen Festung. Damals hieß der Segler noch “Statsraad Lehmkuhl”. Ich weiß, Frederick, das sind Deine kleinen Aufmerksamkeitsfallen, genauso mit dem Bild der Fähre(n), mit denen Ihr über die Fjorde setztet. Es war jedesmal dieselbe, ha!
    Erschwinglich fand ich damals übrigens auch die Fahrt mit der Zahnradbahn (oder Seilzugbahn?) zu einem Aussichtslokal hoch über Bergen. Das war der Hotspot für die Fotografen und Filmer unter den Touristen, der hatte es insich: Blick über die gesamte Stadt, den Hafen bis hinaus auf die Nordsee.
    Okay, man kann nicht alles machen.
    Die Landschaft Norwegens jedenfalls, das lässt sich Eurer Tour-Schilderung entnehmen, war auch für Euch der Hammer. Wahrlich, ein schönes Stück dieser Erde!
    Gruß Assi

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