Portrush

 In Nordirland

Freitag, 8. Juli 2018
Weiterfahrt nach Portrush mit Zwischenstopp am Benone Strand

Von anderen Wohnmobilfahrern hatten wir gehört, dass man mit dem Wohnmobil auf den Strand von Benone fahren und dort auch über Nacht stehen kann. Also machten wir uns dorthin auf den Weg. Nach nur 45 Minuten waren wir bereits auf dem Strand. Bei strahlendem Sonnenschein war natürlich einiges los. Es war auch gar kein Problem mit dem Wohnmobil. Der Sand war fest. Das Risiko, sich festzufahren, war laut Frederick gleich null.  Doch wegen der Gezeiten war mir nicht ganz wohl bei der Sache. Was ist, wenn das Wasser höher aufläuft, als man erwartet? Dann stehen wir nachts im Wasser. Frederick versuchte, mir meine negativen Gedanken auszureden, ich bestand aber darauf, weiterzufahren. Wir gönnten uns noch kurz ein Eis vom neben uns stehenden Eiswagen, liefen noch eine gute Stunde den Strand entlang und entschieden uns dann, den nahe gelegenen Badeort Portrush anzusteuern. Dort sollte es auch eine Entsorgungsstation geben und die Stellplatzgebühr nur 7,50 Pfund betragen.

Lebensretter am Benone Beach

Lebensretter am Benone Beach

Parken direkt auf dem Strand in Benone

Parken direkt auf dem Strand in Benone

Die Fahrt nach Portrush dauerte nur eine gute halbe Stunde. Zwar fanden wir den Stellplatz auf Anhieb, aber der war zur Hälfte geschlossen wie auch die Entsorgungsstation. Die noch benutzbaren fünf Plätze waren belegt, aber es parkten mehrere Wohnmobile auf den Busparkplätzen. Das machten wir dann auch und erkundigten uns dann bei den anderen, was denn hier so abgeht. Man sagte uns, dass wir ruhig auf dem Busparkplatz stehen bleiben sollten. Kassiert wird nicht wegen der defekten Ver- und Entsorgungsanlage. Das ließen wir uns nicht zweimal sagen und begaben uns sofort auf einen Erkundungsrundgang.

Stellplatz Koordinaten: N55.201982, O-6.651299

Derry - Benone Beach - Portrush

Derry – Benone Beach – Portrush

Stellplatz in Portrush

Stellplatz in Portrush

Was uns unmittelbar auffiel: Portrush ist fast ein Ebenbild der Stadt Newquay in Cornwall. Leider auch so schmuddelig. So ganz anders als die schönen und wirklich sauberen irischen Orte, die wir in den letzten Wochen kennengelernt hatten. Portrush ist halt Massentourismus mit all seinen negativen Auswüchsen, so auch den hier besonders vielen „Amusement Parlours“, d.h. laute Salons, in denen alle möglichen Glücksspielmaschinen den Leuten das Geld aus der Nase zu ziehen versuchen. Diese Spielhallen sind eine, in Urlaubsorten weit verbreitete britische Eigenart, die sich bei den hauptsächlich unteren Bevölkerungsschichten großer Beliebtheit erfreut. Aber für Familien mit Kindern sind diese Anziehungspunkte vielleicht nötig, gerade bei schlechterem Wetter. Ganz ehrlich, – wir kennen England ja recht gut, aber was wir hier sehen als „Beach Resort“, also Seebad, ist wirklich alles andere als schön. Mir tun die ca. 6000 Einwohner leid, die in diesem Tourismusmagnet leben. Denn leider ist Masse nicht klasse und die Gemeinde scheint nicht gegen die Schmuddelei anzukommen.

Eine der vielen Spielhöllen in Portrush

Eine der vielen Spielhöllen in Portrush

Britische Bäderarchitektur

Britische Bäderarchitektur

Aber wir wollten uns davon nicht die Stimmung vermiesen lassen. Wie an fast allen Tagen unserer irischen Tour war es auch heute wieder sonnig, und daher waren viele Menschen auf den Straßen und am Strand. Der kleine Hafen leuchtete in der frühen Abendsonne und ließ den anfänglich negativen optischen Eindruck etwas versöhnlicher erscheinen. Am Hafen gibt es die Harbour Bar & Bistro, eine urige Kneipe, wo der Bär tobte. Sowohl im Erdgeschoss als auch in der 1. Etage tummelten sich die Gäste. Sogar draußen vor dem Pub unterhielten sich die Menschen, in der Regel mit einem Pint in der Hand. Hier wurde „Pub Grub“ serviert, also einfache Kneipenkost. In allen Räumen hingen große TV-Bildschirme, auf denen unterschiedliche Sportübertragungen liefen, u.a. natürlich die Fußball-WM.

Harbour Pub & Bistro in Portrush

Harbour Bar & Bistro in Portrush

Portrush Hafen mit dem Lebensrettungsboot

Portrush Hafen mit dem Lebensrettungsboot

Hafen und Strand in Portrush

Hafen und und der dahinter liegende Strand in Portrush

Stillleben im Hafen

Stillleben im Hafen

Wir marschierten erst einmal weiter, um den Ort noch ein bisschen besser kenenzulernen. Als wir dann die große Runde gedreht hatten und wieder am Wohnmobil landeten, waren wir aber hungrig geworden. Statt des geplanten Abendessens auf dem Stellplatz entschieden wir uns spontan fürs Essen im Harbour Pub. Also ging`s flugs dorthin zurück. Trotz der vielen Leute zu diesem Zeitpunkt ergatterten wir noch zwei Plätze in der Bar im 1. Stock, machten es uns bequem und bestellten Nachos und Rippchen, die wir mit Guinness bzw. Merlot herunterspülten. Während des Essens verfolgten wir das Spiel Brasilien gegen Belgien, das ja überraschenderweise Belgien knapp mit 2:1 für auch sich entschied.

Ein toller Abend bei einer super Stimmung.

Samstag, 7.  Juli 2018
Berichte schreiben, Strandwanderung und wieder im Pub

Samstag war das Wetter wieder sonnig und es wurde schnell sehr warm. Nach stundenlangen Arbeiten an Berichten und Fotos, gingen wir am Nachmittag endlich spazieren und umrundeten noch einmal den Ort.  Wir halten es hier nur deswegen drei Tage aus, weil a) der Übernachtungsplatz kostenlos ist, b) er sogar über öffentliche Toiletten direkt am Stellplatz verfügt, und c) wir am Wochenende nicht den Giant‘s Causeway besuchen wollen, da dann der Andrang viel zu groß ist.

Nur am Strand und in der kleinen Ecke am Segelhafen ist es schön und interessant. Man kann dem Massentourismus natürlich entfliehen, indem man eine Bootstour für eine Inselrundfahrt (Skerries) bucht, wollten wir aber nicht. Auf die gruseligen Attraktionen wie Karussells und den beschriebenen Spielhallen mit einarmigen Banditen können wir gern verzichten. Eine Strandwanderung klingt da doch viel verlockender und das taten wir dann auch.

So ganz sicher ist die junge Dame offenbar nicht - vielleicht doch zu kalt?

So ganz sicher ist die junge Dame offenbar nicht – vielleicht doch zu kalt?

Die Strandbucht von Portrush

Die Strandbucht von Portrush

Gegen 18 Uhr liefen wir nochmals dieselbe Kneipe, “Harbour Bar & Bistro” vom Vorabend an. Die Fernseher liefen auf Hochtouren und es war wieder brechend voll: Wimbledon Tennis und Fußball (Russland gegen Kroatien). Weil auch die Bar Snacks lecker und gar nicht nicht teuer sind und die Atmosphäre dort auf jeden Fall stimmt, ging es hoch her. Wir erwischten noch die beiden Plätze vom Vorabend und bestellten “Flat Bread” – Pizza-ähnlich – mit Tomaten und Käse sowie Nachos und Merlot. Es schmeckte vorzüglich und nebenbei Fußball zu gucken, war auch nicht schlecht: Das Ergebnis: 6:5 für Kroatien nach Elfmeterschießen!

Als wir zurückbummelten, begann es überraschenderweise tatsächlich leicht zu regnen und wir mussten zusehen, zurückzukommen, um die Dachfenster im Wohnmobil schnellstens zu schließen. Nachts war dann bis ca. ein Uhr morgens ein bisschen Disco Pop zu hören. Mit Irish Music wird man an diesem Ort nichts.

Sonntag, 8. Juli 2018
Reisebericht schreiben, Strandspaziergang und nochmaliger Pub Besuch

Am Sonntag war der Himmel bedeckt, aber das nahmen wir nicht übel. Wir kümmerten uns um unsere Reiseberichte, die Bildbearbeitung und die weitere Reise-Route.

Das Wetter klarte dann aber auf und es wurde noch richtig schön. Das nutzten wir für eine lange Strandwanderung, um im Anschluss nochmals in der Harbour Bar ein Glas Chardonnay (Anne) und ein Pint Cidre (Frederick) zu genießen. Gerade das richtige bei dem schönen Wetter. Wir standen draußen vor dem Pub und kamen wieder mit Umstehenden ins Gespräch. Frederick trug ein Polohemd mit dem Aufdruck vom Golf Club Perranporth in Cornwall (wo er früher Mitglied war). Das erregte das Interesse eines anderen Gastes und daraus ergab sich noch ein unterhaltsames Gespräch mit den vier Touristen aus England.

Fast perfekte Spiegelung im Hafenbecken

Fast perfekte Spiegelung im Hafenbecken

Im Harbour Bar & Bistro

Im Harbour Bar & Bistro

Nach einer großen Runde um den Ort kamen wir schließlich zurück zum Wohnmobil , wo wir uns erst einmal um den Ablauf des nächsten Tages Gedanken machten. Denn wir hatten erfahren, dass unser Hauptziel für Montag, der Giant’s Causeway touristischer Nepp sei. Wir haben, wie viele andere keine Lust, 23£ (für 2 Personen) für das Parken und das vom National Trust betreute Besucherzentrum, das uns überhaupt nicht interessiert zu bezahlen. Folglich erkundigten wir uns in Internet-Foren und dort gab es einen Tipp, auf dem Kundenparkplatz des Nook Cafe, das direkt neben dem Besucherzentrum steht zu parken. Kurz entschlossen riefen wir in dem Café an, und fragten ob wir mit dem Wohnmobil dort parken dürften. Das dürfen wir, sagte eine nette Dame, vorausgesetzt, wir verzehren dort auch etwas, sind also Kunden. Das wird wohl nicht schwer fallen. Viel lieber geben wir es lokal, also in Lokalen aus, wo sowohl wir als auch ein Wirt und seine Angestellten etwas davon haben.

Das Thema muss man mal nachlesen, da gibt es viel Gezerre drumherum. Die hohen Eintrittspreise des National Trusts – Bei Schloss- und Burgbesichtigungen kann ich es ja noch nachvollziehen (Erhalt), aber nicht für Natur, der man ein Besucherzentrum vor die Nase setzt, wo man dann wie durch eine Schleuse hindurch muss (ich erinnere an den kleinen Ort Clovelly in Devon). Wie gesagt, über dieses Thema ließe sich vorzüglich streiten. Wir sind also gespannt, wie wir den Giant’s Causeway morgen erleben werden. Es steht für Montag auch noch die Old Bushmills Distillery auf dem Plan, Besuch einer der ältesten Whiskybrennereien der Welt mit einer mehr als 400-jährigem Tradition!

Heute essen wir ”zu Hause” Bratkartoffeln und Spiegeleier, also urdeutsch! Da es auf dieser Art Stellplatz nicht möglich ist, den Grill herauszuholen, um Fische zu braten, musste und muss Frederick seit einer Weile darauf verzichten, wie ärgerlich! Aber man kann eben nicht alles haben….?

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