Annapolis Royal – Liverpool – Lunenburg

 In Kanada

Nova Scotia Reise, 3. Woche, 15. Tag, Dienstag 25. September
Tidal Bore Spektakel und Besuch des Victoria Parks

Hier geht’s zu den Berichten der 1. Woche und 2. Woche

Für uns stand heute das Tidal Bore Schauspiel am Salmon River auf dem Programm: „Tidal Bore“, so heißt dieses Naturereignis auf Englisch (auf Deutsch: Gezeitenwelle). Für den heutigen Dienstag war das Ereignis für 13.20 Uhr (exakte Zeit des Tidenhubs) vorausgesagt. Wir hatten so etwas noch nicht erlebt und waren entsprechend gespannt, die Macht der höchsten Tide der Welt zu beobachten. Von unserem Motel waren es nur wenige Minuten, um zum Schauplatz zu gelangen. Es hatten sich dort schon viele Leute eingefunden.

Das Wasser der Bucht von Fundy trifft zweimal am Tag mit einer bemerkenswerten Geschwindigkeit auf den Salmon River. Dadurch formt sich die Gezeitenwelle (Tidal Bore), die den Wasserstand des Salmon River, an dem wir jetzt standen rasend schnell anhebt. Dieses Naturereignis variiert je nach Mondphasen. Bei Vollmond und wenn der Mond der Erde am nächsten ist, kommt es zur Springtide (High Tide) und damit zu einer höheren und schnelleren Welle. Ist der Mond weiter von der Erde entfernt, entsteht die niedrigste Tide, Nipp-Tide genannt. Alles ein bisschen kompliziert, aber wenn man es miterlebt, ist es sehr aufregend, das schnell heranrauschende Wasser zu beobachten! Nach 20 Minuten war der ganze Zauber vorbei und der Salmon River war fast auf Höchststand, wo vorher nur das Watt zu sehen war.

Hier richtet sich der Baumstamm auf

Hier richtet sich der Baumstamm auf – Sieht aus wie ein Tier

Baumstamm in den Fluten der Gezeitenwelle

Baumstamm in den Fluten der Gezeitenwelle

Nun war der Tag allerdings noch früh und für den Nachmittag stand eine Besichtigung des Victoria Parks auf dem Plan. Der Park liegt stadtnah und ist mit seinen vielen Stegen, Holztreppen, Wasserfällen und Ruheoasen ein ideales Naherholungsgebiet für die gestressten Einwohner von Truro. Ein lange Holztreppe mit dem Namen „Jacob´s Ladder“ (eine Jacob’s Ladder ähnlichen Ausmaßes gibt es auch in Falmouth in Cornwall) wollte von uns bestiegen werden, aber bei 175 Stufen verzichteten wir.

Wasserfall im Victoria Park

Wasserfall im Victoria Park

Jacob's Ladder im Victoria Park

Jacob’s Ladder im Victoria Park

Anne im Victoria Park

Anne im Victoria Park

Stattdessen probierten wir Kaffee und Muffins in einer der Tim Hortens Filialen, von denen es tausende in ganz Kanada gibt. Wir bezahlten nur 7 Dollar (4,70 €). Kein Wunder, dass die Marke hier so beliebt ist. Geht alles nur über den Preis? Nein, auch über Traditionen! Tim Horton war ein bekannter und beliebter Eishockeyspieler in Kanada. 1964 eröffnete er das erste Tim Horton Restaurant, das sich auf Donuts und Kaffee spezialisiert hatte. Daraus entwickelte sich über viele Jahre eine Kette von Schnellrestaurants, die später auch Snacks und Sandwiches anbot. Mittlerweile gibt es 4000 Filialen (Stand 2011) und mittlerweile sicher noch mehr! Diesen Erfolg hat der Gründer nicht mehr mitbekommen. Er starb 1974 durch einen Unfall. Um zu zeigen, wie sehr die Kanadier sich dieser Marke verbunden fühlen, noch eines: Auf Wunsch des kanadischen Militärs wurde eine Tim Hortons (das ”s” wurde später hinzugefügt) Filiale auf einem Stützpunkt in Kandahar in Afghanistan  eröffnet.

Unser Motel “Tidal Bore” in Truro eignete sich gut zur Selbstversorgung. Es gab nicht nur den obligatorischen Kühlschrank im Zimmer, sondern auch zwei Stühle und einen Tisch, an dem wir essen konnten. Dadurch müssen wir nicht ständig in Restaurants essen. Im nahen Supermarkt kauften wir für unser Abendbrot ein und fuhren dann zurück zum Hotel. Leider war für morgen (Mittwoch) Regen angesagt.

16. Tag, Mittwoch, 26.September
Naturschauspiel und eine überraschende Begegnung

Hatte der Wettergott es bis hierhin gut mit uns gemeint und uns beinahe täglich gutes Wetter beschert, fuhren wir nun in strömendem Regen weiter. Unser Tagesziel war die kleine Stadt Annapolis Royal. Wir kamen nicht weit in der „Bay of Fundy“, ein interessantes Bauwerk im Shubenacadie Fluss – ein halbes Brückenkonstrukt, die Ruine einer alten Eisenbahnbrücke – erregte unsere Aufmerksamkeit. Also schauen, was das zu bedeuten hatte. Wir fuhren auf einen Parkplatz, wo es zu unserer Überraschung ein Besucherzentrum für eine weitere „Tidal Bore“ Beobachtung gab.

Hereinrauschende Flut umtost alten Brückenpfeiler

Hereinrauschende Flut umtost alten Brückenpfeiler

Rest der Eisenbahnbrücke über den Shubenanacadie Fluss

Rest der Eisenbahnbrücke über den Shubenanacadie Fluss

Viele weitere Besucher hatten sich schon eingefunden, denn das Ereignis war für 11.15 Uhr vorhergesagt. Die Welle sollte heranrauschen und vom Aussichtspunkt der alten halben Brücke noch besser zu beobachten sein. Mit etwas Glück könnten wir sogar Weißkopfadler, die in der Nähe brüteten, sichten, sagte die Dame vom Visitor Centre. Einen Adler sahen wir dann auch, aber der flog so schnell an uns vorbei, dass kein vernünftiges Foto dabei herauskam. Dafür sahen wir mutige Menschen, die eine Rafting-Tour gebucht hatten. Am gegenüber liegenden Ufer warteten sie – bis zum Hals in Ölzeug gekleidet – auf den Moment, das Boot zu besteigen und – geführt – loszubrausen. Das war schon ein Erlebnis allein für uns Zuschauer, wie beim Auflaufen der Flut die Boote mit den Leuten in der braunen Brühe herumgewirbelt wurden! Obwohl die Welle der auflaufenden Tide nicht so groß war, erzeugte allein die Wassermenge erhebliche Strudel, die das Rafting offenbar zum Vergnügen machte.

reste eines Brückenpfeilers im Fluß

Reste eines Brückenpfeilers im Fluss

Weißkopfadler im Flug

Weißkopfadler im Flug

Nach diesem weiteren Schauspiel der Natur, noch eine schnell einlaufende Tide beobachtet zu haben, war ein richtiger Bonus für uns. Nun ging es aber weiter. Eine dreistündige Fahrt im Regen lag noch vor uns. Die Straßenkarte wies uns den Weg nach Windsor. Hier wollten wir unbedingt eine Kaffeepause einlegen, im Gedenken an das von uns geliebte entzückende, touristisch leicht überlaufene Windsor in England, Residenz der Königsfamilie. Auf der Karte entdecken wir dann noch in der Nähe Windsors gelegen die Orte Falmouth und Upper Falmouth. Das lässt uns schmunzeln, haben wir doch einige Jahre in Falmouth, Cornwall gelebt.

Dieses Falmouth dürfte aus nur wenigen Häusern bestehen (hat etwa 1200 Einwohner!) und man kann nicht jedes Dorf angucken … dennoch soll nicht unerwähnt bleiben, dass um 1685 französische Siedler, Akadier aus Port Royal (dem heutigen Annapolis Royal) , in das heutige Falmouth kamen. Es lohnt sich, die Geschichte der Akadier von Nova Scotia einmal nachzulesen. Auf unserer Landkarte sehen wir doch immer wieder die Fähnchen in Blau-Weiss-Rot. Sie zeigen auf, wo sich im 17. Jahrhundert die Nachkommen der französischen Siedler niedergelassen haben. Das ist eine sehr lange, interessante und spannende Geschichte!

Dieses Windsor (ca. 3700 Einwohner) machte auf uns einen recht verschlafenen Eindruck mit Null Charme. Wir parkten an einem Fluss, schnappten uns den Regenschirm und machten uns auf die Suche nach einem Café, ohne Erfolg. Bis ich schlussendlich einen vorbeieilenden Passanten fragte. Er meinte nur, ”follow me”, und im Verlauf der nächsten paar Schritte stellte sich heraus, dass der Herr ein Deutscher war, vor etwa 15 Jahren nach Kanada ausgewandert. So landeten wir im kleinen Café um die Ecke, saßen mit Matthias zusammen und bekamen im Gespräch einige Einblicke in den Alltag eines nach Kanada Ausgewanderten.

Matthias korrigierte unsere Sichtweise auf die Stadt und erzählte, dass Windsor durch den Zugang zum Meer zur Zeit der großen Segelschiffe ein wichtiges Zentrum des Schiffbaus und Umschlagplatz für Güter aller Art war. 1897 und 1924 wurden große Teile der Stadt jedoch durch Brände zerstört. Das erklärte natürlich einiges. Alte Bausubstanz fehlte daher gänzlich.

Matthias lud uns nach dem Essen ein, sein METT (Medical Exercise Training and Therapy Centre) zu besichtigen. Wir fuhren mit ihm die kurze Strecke zu seinem Zentrum, wo er schon von zwei seiner Patienten sehnsüchtig erwartet wurde. Er hatte sich schlicht mit uns verquatscht, unsere Schuld!

Matthias hat in Deutschland Sportmedizin studiert und sich in Kanada den Traum eines Wellness Centres erfüllt. Dafür hat er das Gebäude eines ehemaliges Möbellagers komplett saniert und mit Sportgeräten und Räumen ausgestattet, die von Ärzten und Therapeuten – aus den verschiedensten Gesundheitsbereichen kommend – genutzt werden können. Hinzu kommt ein feines Händchen für Kunst. Ja, ein Sammler, der Matthias! Es gibt also vieles zu schauen für Patienten und Besucher gleichermaßen, angefangen bei Designer Möbeln über Skulpturen bis hin zu Gemälden jeglicher Stilrichtung. Wir freuten uns, einen so enthusiastischen Menschen, der für seine Arbeit brannte, getroffen zu haben! Danke, Dr. Matthias Jaepel, es war eine erfrischende Begegnung für uns!

Empfangsraum der Praxis von Dr. Matthias Jaepel

Empfangsraum der Praxis von Dr. Matthias Jaepel

Anne mit Dr. Matthias Jaepel

Anne mit Dr. Matthias Jaepel

Wir liefen den kurzen Weg zurück zu unserem Auto und kamen recht verspätet, erst gegen 19.30 Uhr in unserem nächsten B&B (Granville Ferry) bei Sal in Annapolis Royal an. Er führte uns durch sein Haus, ein Cottage, das mit allen möglichen schönen Sammlerstücken eingerichtet war. Wir machten Bekanntschaft mit Buddy, seiner süßen Katze und sausten dann noch mal los zum Abendessen in den Village Pub. Danach versorgte Sal uns mit Informationen über die Gegend, und was wir in zwei Tagen Aufenthalt an Besichtigungen schaffen könnten.

Truro - Annapolis Royal

Truro – Annapolis Royal

Infotafeln am Fort Anne Museum in Annapolis

Infotafeln am Fort Anne Museum in Annapolis

17. Tag, Donnerstag, 27. September
Folklore und Geschichtliches

Frühstück um 8.00 Uhr kommandierte Sal am Vorabend, quasi mitten in der Nacht. Schlaftrunken torkelten wir morgens ins Bad als auch schon, pünktlich um 8.00 Uhr Sal nach oben brüllte:  Breakfast! Es gab also keine Wahl von – bis … Sal ist Military man, Vietnam Veteran. Yes Sir! Kurz darauf saßen mit wir mit zwei weiteren Gästen an Sal’s liebevoll gedecktem Küchentisch und ließen uns Spiegeleier, Toast, frisches Obst und Kaffee schmecken. Trotz der ungastlichen Zeit, man musste zugeben, das Frühstück war hervorragend.

Danach machten wir uns auf den Weg nach Port-Royal, zur ”National Historic Site”. Hierbei handelt es sich um ein Freilicht-Museum, einem Nachbau eines Forts. Die von Franzosen unter Führung von Pierre Dugua, Sieur du Mons (Wikipedia) um 1605 gegründete und nach acht Jahren von den Engländern schon wieder zerstörte Niederlassung wurde in den 1930er Jahren nach Originalplänen, die in Frankreich gefunden wurden, rekonstruiert. Die Niederlassung war eine der ersten europäischen Siedlungen Nordamerikas.

Wohnstube des Kommandanten

Wohnstube des Kommandanten

Das wieder aufgebaute Fort Royal

Das wieder aufgebaute Fort Royal

Zwischen dem Indianerstamm der Mi’kmaq und den Menschen der französischen Kolonie entwickelten sich Freundschaften und Zusammenhalt. Man bekämpfte sich nicht, sondern lernte voneinander. Port Royal

Wir besichtigten die 17 kleinen und ursprünglich wirkenden Häuser und Räumlichkeiten, lasen die Info-Tafeln und lernten viel über das Leben der frühen Kolonialisten. In einem Raum werkelte ein Mann der First Nation Mi’kmaq, in Wildleder gekleidet, wie man sich eben einen Indianer vorstellt. Er fertigte kunstvoll kleine Schachteln aus Stachelschwein-Borsten, die vorbehandelt werden und biegsam gemacht werden müssen, um verwebt werden zu können. Außerdem lagen zwei runde schön bemalte Steine auf seinem Arbeitstisch. Ich fragte, ob ich einen kaufen könnte. Er verneinte und erklärte mir, dass seine Mutter immer mal Steine bemalt und sie dann verschenkt. Oh, also keine Chance … Doch! Er hatte wohl Mitleid mit mir, als er mein enttäuschtes Gesicht sah und schenkte mir einen der Steine, einfach so! Das freute mich sehr, noch mehr, als wir etwas später Roberts Mutter auf dem Gelände trafen. Ich bedankte mich bei ihr für den bemalten Stein und sie erklärte die Bedeutung der Farben, woraus sie gemacht wurden (die Farbe Weiß aus zerstampften Muscheln).

Mi'kmaq Indianer Robert McEwan

Mi’kmaq Indianer Robert McEwan

Der Stein, den Anne geschenkt bekannt

Der Stein, den Anne geschenkt bekannt

Anne im Speisesaal des Forts

Anne im Speisesaal des Forts

Die Palisaden von Außen

Die Palisaden von Außen

Sie war gerade “in Pension” gegangen, nach 27 Jahren Dienst im Museum. Im Gespräch erwähnte sie ihre Verwunderung darüber, dass gerade die deutschen Besucher sich so sehr für das Leben der Indianer interessierten und was wohl die Hintergründe dafür seien. Wir erzählten ihr von dem Autor Karl May und seinen spannenden Indianer-Büchern, mit denen wir aufgewachsen sind, die später verfilmt wurden mit dem unvergesslichen Pierre Brice als Winnetou. Und immer siegte das Gute …

Wieder in Deutschland, werde ich ein paar Informationen über Karl May zusammenstellen und der Familie zuschicken. Karl May ist immerhin einer der meistgelesenen Schriftsteller deutscher Sprache und laut UNESCO einer der am häufigsten übersetzten deutschen Schriftsteller (in mehr als 33 Sprachen). Ich habe ja eine Visitenkarte bekommen und staunte nicht schlecht über den Namen “unseres” Indianers: Robert McEwan. Offenbar hat er auch schottische Vorfahren.

Wir fuhren weiter zum Fort Anne, das um 1629 entstand, um den Hafen von Annapolis Royal zu schützen. Wikipedia LinkLuftaufnahmen lassen deutlich die sternförmige Anlage erkennen. Im 16./17. Jahrhundert war es das Zentrum der europäischen Kolonialisierung. Die Mi‘kmaq nannten das Land Mi‘kma‘ki, die Franzosen nannten es Acadie und die Engländer änderten den Namen in Nova Scotia. Zwei Flüsse treffen hier zusammen, die Mi’kmaq bezeichneten das Gebiet als ”Place of bountiful fish”. Es war also ein wichtiges Fischfanggebiet und ein Versammlungsplatz.

Im Gebäude der ehemaligen Garnison ist ein interessantes Museum untergebracht. Auf Empfehlung von Sal buchten wir für den Abend eine geführte Tour über den nahegelegenen Friedhof.

Anne mit Pappkameraden vor dem Museum

Anne mit Pappkameraden vor dem Museum

Haupthaus von Fort Anne - Heute ein Museum

Haupthaus von Fort Anne – Heute ein Museum

Kanonen schützen das Fort zur Seeseite

Kanonen schützen das Fort zur Seeseite

Bootsschuppen im kleinen Hafen

Bootsschuppen im kleinen Hafen

Immer wieder zu sehen: Adirondack Stühle

Immer wieder zu sehen: Adirondack Stühle

Spontane keltische Musik im Pub

Spontane keltische Musik im Pub

Doch jetzt galt es, den hübschen Ort Annapolis Royal kennenzulernen. Aus einem Pub erklang keltische Musik, die wir sehr gerne hören. Also hinein in den Pub! Ein paar einheimische Musiker hatten sich zusammen getan und sorgen für eine schöne Atmosphäre mit Ihrer folkloristischen, irisch klingenden Musik.

Bei strahlendem Sonnenschein fuhren wir im Anschluss weiter zum Fischereihafen Digby: der kleine Ort (etwa 2100 Einwohner) hat eine schöne Hafenpromenade und ein paar Souvenirläden. Restaurants locken mit einem vielfältigen Angebot an Fisch und Hummer. Wir bummeln und fotografieren. Die Zeit vergeht viel zu schnell hier in Nova Scotia, so viel Geschichte, so vieles zu sehen. Wir gönnen uns noch einen weiteren Abstecher zur „Whale Cove“ in der Hoffnung, dort Wale von Land aus sehen zu können (sollte manchmal möglich sein, wurde uns gesagt). Leider sahen wir keine.

Annapolis - Royal Port - Digby, zurück nach Annapolis

Annapolis – Royal Port – Digby, zurück nach Annapolis

Bootshaus in Whale Cove

Bootshaus in Whale Cove

Fischerboote im Hafen von Digby

Fischerboote im Hafen von Digby

Whale Cove bei Digby

Whale Cove bei Digby

Spät fuhren wir nach Annapolis zurück, gingen noch einmal in den Village Pub zum Abendessen und wurden auch hier zu unserem Glück von einheimischen Musikern unterhalten, Fiddle, Bodhrán (irische Rahmentrommel), Gitarre, Akkordeon und Gesang, ganz nach unserem Geschmack!

Sonnenuntergang in Annapolis

Sonnenuntergang in Annapolis

Leuchtturm im Sonnenuntergang

Leuchtturm im Sonnenuntergang

Gegen halb zehn, es ist bereits dunkel, wie es sich für einen Gang über den Friedhof gehört, geht’s hinüber zum Fort Anne. Hier hat sich schon eine große Gemeinde um den ”Nachtwächter” herum versammelt, der fleißig Laternen mit echten brennenden Kerzen verteilt und 10 Dollar pro Nase einsammelt. Das Geld kommt dem Museum zugute. Wir sind froh, dass es an diesem Abend nicht regnet und wir trockenen Fußes über die Gräber gehen können. Der „Candle Light Walk“ gehört zu den beliebtesten Veranstaltungen in Nova Scotia und wir erfahren in diesen abenteuerlichen 90 Minuten eine Menge über die vor langer Zeit Verstorbenen, Besonderheiten der Grabsteine und ihrer Inschriften. Es ist Vollmond, (die Rahmenbedingung stimmte also) und die vom Mond erleuchteten Schäfchenwolken ermöglichen Frederick eine tolle Nachtaufnahme.

Sieur du Mons Statue

Sieur du Mons Statue

John, unser Friedhofsführer

John, unser Friedhofsführer

Nächtlicher Himmel über dem Friedhof

Sal erwartete uns spätabends und war etwas enttäuscht, dass wir nicht all seinen Besichtigungsvorschlägen gefolgt waren! Dazu fehlte aber einfach die Zeit. Bear River, die im Fluss liegenden Häuser auf Stelzen (die Broschüre kündigt es als ”One of the most charming villages in Atlantic Canada” an) und den schönen Garten im Ort hatten wir verpasst. Aber für alles gibt es ein Nächstes Mal.

18. Tag, Freitag, 28. September
Liverpool (Nova Scotia) und die Beatles

Nach einem erneuten herzhaften Frühstück (Spiegeleier auf Bagel), einer Portion frischem Obst und einer herzlichen Verabschiedung von unserem Gastgeber fuhren wir weiter nach Liverpool. Während der gesamten 90 minütigen Fahrt prasselte der Regen in Sturzbächen herunter, so dass wir beim Fahren sehr vorsichtig sein mussten.

Etwas zu früh meldeten wir uns im Haupthaus Morton House Inn, das etwas entfernt von der Hauptstraße Richtung Liverpool auf einer Anhöhe im Wald lag. Im Haus wurde Bed and Breakfast angeboten, alles sehr altehrwürdig eingerichtet, schöne dunkle alte Möbel, Gemälde an den Wänden, „very British“, war unser Eindruck. Unser Zimmer mit Selbstversorgung lag nicht im Haupthaus, sondern in einem dahinter liegenden Trakt und wurde uns von einem der Besitzer, der noch in langer Schlafanzughose herumlief, gezeigt. Gemütlich eingerichtet, Kühlschrank, Tisch und Stühle, Fernseher, alles da. Das Fernsehprogramm bot alles, was es auf dem Markt gab. Netflix, sämtliche Sportprogramme, Google Filme etc. Endlich eine Gelegenheit für Frederick, den gerade laufenden Rider Cup Wettbewerb im Fernsehen zu verfolgen. Für Nichtgolfer: Der Rider Cup ist ein alle drei Jahre ausgetragener Vergleichskampf zwischen den besten Golfern aus den USA und Europa. Dieses Jahr fand der Wettbewerb in Frankreich statt.

Doch Golf konnte bis zum Abend warten. Wir wollten Liverpool kennenlernen und fuhren die kurze Strecke über die Liverpool Bridge an der Bristol Avenue und parkten (kostenlos) im Zentrum. Dort befindet sich auch die Touristen-Info. Lustig ist, dass Liverpool nicht nur Liverpool – wie in England – heißt, sondern auch am River Mersey liegt, genau wie in England! Und dann fanden wir auch noch heraus, dass am Samstagabend eine sogenannte Tribute-Band im Theater spielen sollte, Motto: The Beatles!

Das Werbeplakat versprach: „Better than Rain, better than Beatlemania“. Natürlich wollten wir dabei sein und kauften die Tickets (27 € pro Person) für die am nächsten Abend stattfindende Veranstaltung.

Plakat für das Beatles Tribut Konzert

Plakat für das Beatles Tribut Konzert

Annapolis Royal - Liverpool

Annapolis Royal – Liverpool

Der ganz starke Regen hatte aufgehört. Nur ab und zu tröpfelte es. Wir erkundeten die Gegend, in den Außenbereichen recht hübsch mit den vielen gut erhaltenen und bunten Holzhäusern, im Geschäftszentrum eher langweilig. Auf dem Weg zurück zum Hotel lag ein großes Einkaufszentrum, wo wir etwas fürs Abendessen einkaufen konnten. Nach den vielen anstrengenden Besichtigungstagen zuvor, war Faulenzen (sprich Fernsehen) angesagt.

19. Tag, Samstag, 29. September
West- und Ostberlin, Kejimkujik National Park

Nach dem Frühstück befassten wir uns etwas mehr mit der Geschichte Liverpools. 1759 als Fischereihafen gegründet, gewann die Stadt nach dem amerikanischen Bürgerkrieg an Bedeutung, da sich viele Loyalisten (Königstreue) hier niederließen. Freibeuter nutzten damals den Hafen und hielten Ausschau nach amerikanischen Schiffen vor der Küste Nova Scotias und Neuengland.

Im 19. Jahrhundert war die Stadt ein wichtiger Seehafen für Fischerei und Schiffbau-Industrie. Der Zusammenbruch der lokalen Bank im Jahr 1871 führte zu einem langen Niedergang der Stadt. So wirkte sie auf uns doch eher verschlafen als betriebsam. Es ist ja auch nur ein kleiner Ort mit etwa 2700 Einwohnern, offenbar beliebt bei Rentnern, die sich hier zur Ruhe setzen.

Am alten Hafen besichtigten wir einen Leuchtturm. Wir durften – wie alle anderen Besucher auch – sogar das Nebelhorn aktivieren, tuuuuuut – ohne irgendeinen Schiffsführer damit zu verwirren. Weder Nebel noch Schiffe waren in Sicht.

Gefährlich aussehende Kanone neben dem Leuchtturm

Gefährlich aussehende Kanone neben dem Leuchtturm

Der Leuchtturm am Hafeneingang

Der Leuchtturm am Hafeneingang

Auf der Suche nach einem Strand (zum Glas suchen) fuhren wir eine Weile an der Küste entlang und stießen ganz unerwartet auf die Ortsnamen West Berlin und Ost Berlin – Link: Separater Bericht – dort gibt es ein paar einzelne hübsche Häuser, kleine Rückzugsorte am Meer.

und direkt daneben: Ostberlin

und direkt daneben: Ostberlin

Westberlin in Nova Scotia

Westberlin in Nova Scotia

Am Strand der Gemeinde Beach Meadows gingen wir auf – leider erfolglose – Glassuche, fuhren dann zum „Kejimkujik Nationalpark Seaside“ und wanderten zunächst über Land, dann durch Felsformationen und kamen endlich am weißen Sandstrand an. Hier hätte man sich stundenlang aufhalten können, so schön war es! Coffin Island lag nicht weit entfernt im Meer. Mit Glück sieht man auch ”Ocean Wildlife”, zum Beispiel Seehunde. Einen sahen wir, aber er war 300 m entfernt und steckte nur den Kopf aus dem Wasser. War nicht so der Hit.

Anne müht sich mit einem dicken Brocken

Anne müht sich mit einem dicken Brocken

Küste am Kejimkujik Park

Küste am Kejimkujik Park

Strandlufer im Kejimkujik Park

Strandlufer im Kejimkujik Park

Kejimkujik Strand

Kejimkujik Strand

Küste am Kejimkujik Park

Küste am Kejimkujik Park

Farne im Herbst

Farne im Herbst

Irgendwann mussten wir uns von den großartigen Ausblicken losreißen und zurück fahren. Unser Beatlemania-Abend im Theater begann ja bereits um 19.30 Uhr. Das ist die typisch englische/amerikanische Zeit für Vorstellungen, mit der wir sehr einverstanden sind.

Das Astor Theatre ist ein wunderschönes Gebäude, 1902 als Teil des historischen Rathauses entstanden und ganz offensichtlich frisch renoviert. Es zählt zu Kanadas besten, ältesten und schönsten Theatern und ist Bühne, Veranstaltungsort und Kino zugleich.

Hier tummelten sich im Foyer, wo Wein und Bier ausgeschenkt wurde, die Beatles Fans.  Die Veranstaltung war ausverkauft. Die Show begann pünktlich, die Musiker (mit Pilzkopfperücken!) sprangen auf die Bühne und sahen tatsächlich aus wie Paul, John, George und Ringo in ihren besten Jahren. Sie legten gleich los mit den alten Stücken, spielten fantastisch und gaben dem Publikum tatsächlich die Illusion der Fab Four! Sie unterhielten uns mit witzigen Sprüchen zwischendurch, nach der Pause dann die Veränderung! Bunte Hemden und lange Haare, ein völlig anderer Musikstil, die Beatles waren zurück aus Indien, wo sie 1968 neue Impulse gesucht hatten. Das war alles sehr lustig und die Musik großartig, also ein toller Abend, einschließlich des Anstehens nach Autogrammen!

Liverpool - West Berlin - Kejimkujik Park

Liverpool – West Berlin – Kejimkujik Park

Anne mit den Beatles Nachahmern

Anne mit den Beatles Nachahmern

20. Tag, Sonntag, 30. September
Vorzeigestadt Lunenburg 

Die Stunden vergehen viel zu schnell, nur noch zwei Tage in Nova Scotia! Nach dem Frühstück in unserem Zimmer Aufbruch nach Lunenburg (abgeleitet von Lüneburg). Dort warteten noch zwei Übernachtungen im Atlantic View Motel auf uns. Wir sind schon gespannt auf die kleine Hafenstadt, nur etwa 90 km von Halifax, der Hauptstadt Nova Scotia entfernt. Lunenburg (etwa 2300 Einwohner) ist Kanadas älteste deutsche Siedlung mit langer Fischerei- und Schiffbautradition.  Link: Die Geschichte von Lunenburg

Nach knapp einer Stunde Fahrt erreichten wir unser Ziel. Das Motel, das – wie wir wenig später erfuhren – von einem Schweizer Ehepaar geführt wird, liegt sehr malerisch direkt an einer Bucht des Atlantiks. Unser Zimmer stellte sich als das beste auf der ganzen Tour heraus. Ein sehr schönes, großes Bett mit erstklassigen Matratzen sorgte in den beiden Nächten dort für hervorragenden Schlaf. Unser Zimmer war sehr neu und modern eingerichtet, in den zur Zeit so beliebten Farben Weiß und Hellgrau. Der Name „Atlantic View“ stimmte auch, waren wir nur ein paar Schritte über die Straße vom Strand entfernt.

Da es ein sehr schöner Tag war, hielten wir uns nicht lange auf. Kurz das Gepäck im Zimmer untergebracht und schon waren wir wieder unterwegs, um Lunenburg zu erkunden. Wir hielten an der Küstenstraße, die an einem privaten Golfplatz entlang führte, schnell mal an, um Fotos vom Hafen zu machen. Wetter war auch toll, die Aussicht auf die bunten, überwiegend rot gestrichenen Häuser gegenüber entzückend. Ein paar koreanische Touristinnen hatten das gleiche vor und stellten sich für ihre Selfies auf den ersten Abschlag, zum Ärger der ankommenden Golfer! Zu Beginn waren diese noch geduldig, da es ihnen dann aber doch zu lange bis zum Abschlag dauerte, riefen sie den Damen etwas zu. Wahrscheinlich: Verschwindet da bitte mal, danke! Woraufhin die erschrockenen mit sich selbst beschäftigten Mädels antworteten: „Ok, you are welcome“, und abzogen. Irgendwie passte diese Antwort so gar nicht zur Situation und wir mussten lachen. Die Golfer schüttelten nur den Kopf und spielten endlich weiter.

Der Blick auf die Stadt vom Golfplatz war atemberaubend. Eine Stadt wie aus dem Bilderbuch. Kein Wunder also, dass einem jeder den Besuch hier empfiehlt. Lunenburg – mit seinen bunten idyllischen Häusern, alten Kapitänsvillen, der interessanten Architektur gehört seit 1995 zum UNESCO -Weltkulturerbe.

Farbenprächtige Holzhäuser

Farbenprächtige Holzhäuser

Ausflugssegler "Bluenose II"

Ausflugssegler „Bluenose II“

Lunenburg Hafen

Lunenburg Hafen

Lunenburg Waterfront

Lunenburg Waterfront

Im Hafen liegt die gerade von einer Ausflugsfahrt zurückgekehrte „Bluenose II“, ein Nachbau des Segelschoners und Fischfangschiffes „Bluenose“ (Link: 1946 gesunken). Die „Bluenose II“ wurde 1963 erbaut und im Jahr 1971 zum Goodwill-Botschafter Nova Scotias erklärt. Die °Bluenose II“ ist DIE Touristenattraktion in Lunenburg. Während des Sommers kann man Touren und Ausflüge in die Häfen rund um Nova Scotia buchen.

Die Stadt war so richtig nach unserem Herzen, lud ein zum Bummeln und Fotografieren. Zauberhaft auch hier wieder die gut erhaltenen alten Holzhäuser, in denen sich kleine Läden angesiedelt hatten. Irgendwann war die Kaffeepause fällig und wir konnten, draußen sitzend, Septembersonne und Atmosphäre genießen.

Admiral Benbow Souvenir-Shop

Admiral Benbow Souvenir-Shop

T-Model Ford in Lunenburg

T-Model Ford in Lunenburg

Im Souvenirshop des Fischerei-Museums entdeckten wir ein liebevoll illustriertes Kinderbuch über „Anne of Green Gables“ (auf Netflix die Serie ”Anne with an E”, Englisch mit deutschen Untertiteln). Die kanadische Schriftstellerin Lucy Maud Montgomery schrieb 1908 die Geschichte eines Waisenkindes so anrührend, dass es bis heute nachwirkt. Immer wieder gab es Neuauflagen, die Bücher, die Filme. Leider gab es die Ausgabe im Museum nur in französischer Sprache. Es bedurfte einiger Forschungsarbeit (letztendlich über eine Buchhandlung in Halifax und der entsprechenden ISBN Nummer), um es bestellen zu können. Mittlerweile kam es bei uns zu Hause an, Stories „for young Readers“, das richtige für unsere Enkeltochter (und mich).

Wir kauften noch etwas zum Abendessen ein und fuhren anschließend ins Motel. Die Besitzerin heißt übrigens – wie kann es als Schweizerin anders sein – Heidi! Nach dem Abendessen ging es noch mal auf Wanderschaft, Beachglass suchen und finden. Ach, da lief noch ein weiteres Paar, ebenfalls auf der Pirsch danach., also Konkurrenten. Faszinierend und entspannend, diese Strandglas-Suche.

Liverpool - Lunenburg

Liverpool – Lunenburg

Lunenburg Leuchtturm

Lunenburg Leuchtturm

21. Tag, Montag, 1. Oktober 2018
Mahone Bay und „Scarecrow“ Festival

Lunenburg bereits erkundet, fuhren wir morgens ein bisschen herum. Der nächste Ort, eine halbe Stunde entfernt, ist Mahone Bay. Um die 1000 Einwohner leben in dieser ebenfalls entzückenden und gemütlichen Stadt. Vielleicht sehen die es etwas anders, weil der Ort ein touristisches Highlight ist. Das ist allerdings auch die Haupteinnahmequelle. 1754 also kamen die ersten Siedler, die aus Lunenburg wegzogen, und richteten sich hier ein. Vor allem waren es Deutsche und Schweizer.

Tourist Info in Mahone Bay

Tourist Info in Mahone Bay

Herbstlicher Zauber in Mahone Bay

Herbstlicher Zauber in Mahone Bay

Noch heute leben die Nachfahren der ersten Familien hier und die Nachnamen verraten es. Auf dem Friedhof – sinnigerweise mit dem Namen Bayview – finden sich auf den alten Grabsteinen deutsche Inschriften. Als wir in den Ort einfuhren, begrüßten uns rechts und links der Straße lauter Vogelscheuchen. Am Wochenende war gerade der ”schönste Vogelscheuche”-Wettbewerb zu Ende gegangen, an dem sich beinahe alle Einwohner – so schien es uns – beteiligt hatten. Toll war’s, die unterschiedlichen und lustigen Scarecrows (Vogelscheuchen) zu sehen, man hatte sich viel Mühe gegeben.

Damen Kaffeekränzchen

Damen Kaffeekränzchen

Anne mit Hexe

Anne mit Hexe

Prince Charles

Prince Charles

Wir parkten hinter dem Laden von Amos Pewter. Diese Firma stellt hier Zinnartikel her und betreibt in ganz Nova Scotia Läden. Angeboten werden sehr schöne Schmuckstücke und Geschenkartikel aus Zinn. Man kann bei der Herstellung zuschauen, was wir dann auch taten. Erstaunlich, wie schnell flüssiges Zinn (erhitzt auf über 500 Grad) wieder erkaltet. Das Angebot an schönen Dingen war so groß, dass ich mich für nichts entscheiden konnte …

Mit vielen anderen Besuchern genossen wir diesen herbstlichen und malerischen Ort und freuten uns über einen so schönen Abschluss unserer Reise. Auf einen kleinen Abstecher fuhren wir noch nach Chester, einem idyllischen kleinen Segelhafen.

Chester Hafen

Chester Hafen

Adirondack Stühle in Chester

Adirondack Stühle in Chester

22. und letzter Tag, Dienstag, 2. Oktober
Peggy’s Cove und Wiedersehen mit Mary und Joe

Der letzte Tag war angebrochen, allerdings ging unser Flug ab Halifax Airport erst gegen Mitternacht. Der Tag konnte also noch voll genutzt werden. Wir verabschiedeten uns von Heidi und ihrem Mann. Dabei kam heraus, dass sie nach 13 Jahren Motel genug hatten von der Arbeit im Tourismus und ihren Betrieb verkauft haben. Im November erfolgt die Übergabe an die neuen Besitzer, einem deutschen Paar.

Wir fuhren unserem vorletzten Ziel, Peggy’s Cove entgegen, etwas über eine Stunde Fahrt. Auch das wieder: Fallen die Worte Nova Scotia, ist Peggy’s Cove nicht weit. Jeder, der einmal in Nova Scotia war, empfiehlt einem die Tour dorthin. 650 Einwohner leben in der 1811 gegründeten kleinen Ortschaft an der Ostküste der St. Margarets Bay. Es ist eine der wichtigsten touristischen Attraktionen in Nova Scotia und Hauptattraktion des Lighthouse Trails (Leuchtturm-Weg). Trotz der vielen Besucher hat der Ort seinen rustikalen und malerischen Charme nicht verloren. Immer noch fischen die Bewohner nach Hummern und bieten diese hier sogar draußen in einem Imbiss an.

Das idyllische Dorf Peggys Cove

Das idyllische Dorf Peggys Cove

Leuchtturm in Peggys Cove

Leuchtturm in Peggys Cove

Allein schon aus der Ferne war der Anblick des Leuchtturms von Peggy’s Point fantastisch. Kein Wunder, dass es das am meisten fotografierte Gebäude der atlantischen Seite Kanadas ist und eines der bekanntesten in der Welt. Leider war es kalt geworden und der Wind pfiff uns um die Ohren (was man auf den Fotos aber nicht bemerkt). Das tat aber der Begeisterung für dieses Kleinod keinen Abbruch, ein Fest für den Fotografen.

Die Felsenlandschaft am Leuchtturm

Die Felsenlandschaft am Leuchtturm

Der kleine Hafen von Peggys Cove

Der kleine Hafen von Peggys Cove

Trotzdem mussten wir weiter, denn in Halifax waren wir noch einmal verabredet. Wir wollten uns um 13.30 Uhr mit Mary und Joe beim japanischen Restaurant in Bedford zum Mittagessen treffen. Dieses Mal hatten wir die beiden eingeladen. Die Zeit drängte, aber wir schafften es rechtzeitig. Das Wiedersehen und der Erfahrungsaustausch war eine große Freude für uns vier. Wir verbrachten zwei Stunden miteinander, das Essen schmeckte wieder hervorragend, auf das „schwarze“ Eis verzichteten wir dieses Mal. Eigentlich war allen nach einem Kaffee oder Espresso, gab es aber nicht. Merke: japanisches Restaurant, Tee gibt’s!

Mary und Joe planten ihre Abreise nach Hause, Virginia in USA in 10 Tagen. Sie hatten, wie seit 14 Jahren, wieder zwei Monate in ihrem kleinen Cottage in Nova Scotia verbracht. Per E-Mail werden wir miteinander verbunden bleiben, versprochen.

Wir hatten noch genug Zeit, um in den Bücherladen in Halifax zu gehen, um nach dem Kinderbuch zu forschen. Aber das hatte ich ja bereits beschrieben, dass wir erfolgreich waren. Nun blieben uns nur noch die Rückgabe des Autos (ohne Beanstandungen), das Einchecken und das Warten aufs Boarding. Das fand 23.15 Uhr statt und auf ging es nach London. Nach ereignisreichem Flug (ich bekam Kreislaufprobleme und musste mich zeitweilig flach auf den Boden legen zum Entsetzen der Crew, die damit so gar nicht umgehen konnte) landeten wir nach etwa fünf Stunden Flugzeit gegen 9.30 Uhr (Zeitverschiebung) in London. Dort hatten wir dann 10 Stunden Wartezeit bis zum Weiterflug.

Ich hatte mich derweil erholt, weil ich für ein paar Stunden auf der hinteren freien Bank liegen durfte. Wir gaben Frederick’s Rucksack beim ”Left luggage” (das nicht „zurückgelassenes“, also vergessenes Gepäck bedeutet) am Counter ab (12,50£ pro Gepäckstück), frühstückten etwas im Café Nero am Flughafen und fuhren mit dem Schnellzug nach Paddington Station. Die Bahntickets hatten wir schon vorher im Internet bestellt – wesentlich billiger.

Uns blieben fünf Stunden Zeit, bei bestem Wetter durch London zu schlendern. So wanderten wir von Marylebone in die Baker Street (Sherlock Holmes Museum, zu voll! Aber der Laden tut es auch …) durch London’s große Parks bis zur Themse, vorbei an Westminster, eingerüstetem Big Ben und zurück zur Bahnstation in Paddington. London im Sonnenschein und im Herbst, einfach herrlich!

Westminster Abbey

Westminster Abbey

Victoria Statue

Victoria Statue

Riesenrad "London Eye"

Riesenrad „London Eye“

Punkt 17 Uhr kamen wir am Flughafen an, holten den Rucksack ab und mussten uns bis zum Abflug nach Hamburg gedulden, heim ging’s, auch schön. Dort kamen wir gegen 22.30 Uhr an. Leider hatte mein Koffer die Reise nicht so gut überstanden, ein großes Loch im Stoff! So dauerte es noch eine Weile am Beschwerde-Schalter, ehe wir telefonisch die Rückgabe unseres Autos organisieren und endlich nach Hause fahren konnten. Es waren drei unvergessliche Wochen in Nova Scotia, das auf uns wie eine Mischung aus England, Cornwall, Irland, Frankreich, Deutschland, Amerika,

Fazit: Eine tolle Reise. Wahrscheinlich nicht unser letztes Mal in diesem tollen Land.

Nova Scotia Fotogalerie

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Comments
  • Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Weltenbummler!
    Da kann man doch mal sehen, wie gemütlich bei uns die Ebbe von der Flut abgelöst wird. Norddeutsche Gemütlichkeit!
    Schade nur, dass die lezten Tage unbebildert abgelaufen sind. Bei soviel Text ohne Bild kann man nur querlesen…
    Rückflug, Gott sei Dank, gut überstanden, wenn auch mit viel Aufregung.
    Wieder zurück in Malente wird es Euch hoffentlich nicht zu langweilig.
    Herzlich willkommen in Land zwischen den Meeren.
    L.G. Assi

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