Tinahely’s Farm

 In Irland

Sonntag, 15. Juli 2018
Besuch eines Erlebnishofes

Dieser Campingplatz war wirklich etwas Besonderes. Kein Wunder, dass er von (Groß)-Familien besucht war, Kind(er), Kegel und Hunde! Es gab unendlich viel Platz zum Toben und Spielen, so fanden sich Tagesausflügler mit PKW, Wohnwagen-Gespanne, Zelter und eben Wohnmobil-Gefährte ein.

Wer hätte gedacht, dass ich in der “Wäscherei” (eine Waschmaschine, zwei Trockner, der Andrang war groß) auf eine 82 Jahre alte Dame aus Deutschland treffe mit unverkennbarem Akzent: ursprünglich aus Ostpreußen. Sie war dort ja noch zur Schule gegangen. Ich wundere mich nur darüber, dass sie diesen Akzent aus der alten Heimat nicht abgelegt hatte. Sie war mit ihrem gleichaltrigen Mann per Wohnwagen unterwegs, wohl das letzte Mal, wie sie meinte. Ihr Mann baue doch spürbar ab. Zu anstrengend sei das Reisen geworden. Merke: schnell noch ein paar Reisen erleben, bevor es zu spät ist.

Nach dem Frühstück brachen wir erneut auf. Wir fuhren durch das ländliche Irland mit Bauernhöfen und kleinen Orten. Aus den 40 Shades of GREEN war mittlerweile – wegen der andauernden Trockenheit – 40 Shades of Yellow geworden. Ich hatte als Ziel einen kleinen Ort ausfindig gemacht, der einen interessanten Farm-Shop hat: Die Tinahely Farm. Sie wirbt mit “Shop – Eat – Play (Einkaufen, Essen, Spielen).

Leider war auf der Broschüre keine genaue Adresse angegeben, so irrten wir ein wenig in dem sehr kleinen als ”Scenic Village” beschriebenen Kuhdorf umher. Schließlich rief Frederick bei der Farm an und bekam vom Eigentümer Philip eine detaillierte Wegbeschreibung. Es war um die Mittagszeit und deshalb hatten sich auch schon einige Besucher eingefunden. Es gab auch einen Parkplatz, obwohl es recht eng war für ein Gefährt unserer Größe. Die Philip und Rebecca begrüßten uns gleich ganz nett. Als Philip erfuhr, dass wir aus Deutschland kommen, erzählte er uns gleich, dass er in jungen Jahren und als junger Farmer ein Praktikum auf einem Bauernhof in Nordfriesland gemacht hatte. Das hat ihn damals sehr beeindruckt.

Vor etwa sieben Jahren gaben Philip und Rebecca Hadden die Viehhaltung und Landwirtschaft auf, weil beides nicht mehr genügend Erträge abwarf für eine 5-köpfige Familie. Die Scheunen bauten sie um zu einer Spielwiese für Kinder, mit Sandkiste (angepriesen als “Wicklow’s Largest Indoor Beach”), Plastiktreckern in allen Größen, Go-Carts sowie einem Parcours, so dass die Kinder um die Wette fahren können. Für den Zugang zur Activity Barn müssen die Eltern pro Kind 5€ bezahlen, haben dann aber auch ihre Ruhe und können auf den aufgestellten Bänken sitzend den lieben Kleinen beim Spielen und Toben zuschauen. Für die Eltern ist der Eintritt frei!

Teil des vollbestückten Ladens

Teil des vollbestückten Ladens

Außenbereich des Cafés

Was gibt es draußen zu sehen? Zwei Kälber, Hühner, Enten, Gänse, Ziegen, Pferde, einfach alles, was Kindern Spaß macht. Der Shop bietet nicht nur frisches Gemüse und Obst von der Farm, selbst gemachte Marmeladen und Chutneys, sondern auch ein liebevoll zusammengestelltes Sammelsurium an Dingen wie Porzellan (Designed von Rebecca), Karten und Kunst, Antiquitäten, Spielwaren uvm. Nicht zu vergessen das Restaurant mit Home-baked cakes, leckerem frisch gebackenem Brot, Käse vom Delikatessen-Counter, Snacks und sehr nettem Personal hinter dem Bedienungstresen. Der Chef selbst steht hinter dem Ladentisch, häufig mit der Verstärkung seiner Tochter Hannah (mit ”h” am Ende, wie sie betonte). Sie lachte über Fredericks Witz, wie man denn das „h“ am Ende ausspricht…?

Die Spielscheune für die Kleinen

Die Spielscheune für die Kleinen

Farmer Philip Hadden mit seiner Tochter Hannah

Farmer Philip Hadden mit seiner Tochter Hannah

Draußen im Garten stand der allerentzückendste Wohnwagen, zurecht gemacht wie eine Puppenstube. Drinnen war alles gedeckt für die Kaffeetafel einiger Besucher. Wirklich phantasievoll und zauberhaft! Wir schlugen Philip vor, einmal Karls Erdbeerhof bei Rostock oder in Warnsdorf an der Ostsee zu besuchen. Dort ist natürlich alles viel größer, arbeitet aber mit ähnlichem Konzept.

Zur niedlichen Teestube ausgebauter Wohnwagen

Zur niedlichen Teestube ausgebauter Wohnwagen

Der zur Teestube ausgebaute Wohnwagen

Der zur Teestube ausgebaute Wohnwagen

 

Kreativ rustikal gestaltetes Toilettengebäude

Kreativ rustikal gestaltetes Toilettengebäude

Dieser Ziegenbock erhoffte sich - leider vergeblich - ein Leckerli

Dieser Ziegenbock erhoffte sich – leider vergeblich – ein Leckerli

Wir hatten ein paar leckere Dinge eingekauft, unter anderem die Scones ein letztes Mal und verabschiedeten uns von dieser netten, kreativen und fleißigen Familie. Wer mehr über die Farm erfahren möchte: hier ist ein Link zur Webseite Tinahely.

Weiter ging es nach Wexford, nur noch 17 km von Rosslare, unserem Fährhafen entfernt. Das Wetter hatte sich eingetrübt, es nieselte. Glücklicherweise fanden wir einen Parkplatz direkt am Hafen und direkt an der Bahnlinie!?!

Parkplatz Koordinaten: N52.336462, O-6.456749

Tröstlich jedoch, dass vor uns zwar die Straße, dann aber die Kaimauer lag und dahinter wiederum das Meer. Wir futterten unsere Scones mit Butter und Rebeccas selbst gemachter Erdebeermarmelade. Und schon wieder mussten wir uns sputen für das nächste Erlebnis: Fußball Frankreich : Kroatien, das wir ab 16 Uhr in einem Pub ansehen wollten.

Lustiger Weise brachen unsere Stellplatznachbarn, Franzosen, ein Ehepaar mit zwei halberwachsenen Töchtern ebenfalls auf, mit Frankreich-Flaggen bewaffnet. Da war die Stimmung von Anfang an gut und wir endeten im selben Pub. Bis zum Spielbeginn spielten draußen auf der Straße, die zum Biergarten umfunktioniert war, zuerst mehrere Amateurmusiker unterhaltsame, irische Musik, danach kamen Rockmusiker mit Gitarre und Verstärkern. Die irische Musik war wesentlich unterhaltsamer!

Unsere französischen Nachbarn beim Fußballfinale im Pub

Unsere französischen Nachbarn beim Fußballfinale im Pub

Musiker spielten traditionelle irische Musik

Musiker spielten traditionelle irische Musik

 

Als das Spiel zu Ende war, waren die Franzosen in Hochstimmung, weil Frankreich gewonnen hatte. Es sei ihnen gegönnt. Ansonsten nahmen die übrigen Pub-Gäste kaum Notiz vom Spiel, obwohl es unübersehbar auf einem riesigen Bildschirm gezeigt wurde.

Müde von den Erlebnissen des Tages (oder war es das Guinness?) zogen wir ab ins Wohnmobil. Das Ende des Tages nahte und wir mussten ja auch noch etwas zum Abendessen kochen.

Weitere Fotos

Unser 2 € Stellplatz an der Hafenmauer in Wexford

Unser 2 € Stellplatz an der Hafenmauer in Wexford

Wolohan`s Camping - Tinahely's Farm - Wexford Harbour

Wolohan`s Camping – Tinahely’s Farm – Wexford Harbour

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Comments
  • Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Dethleffs!
    Frederick Habbe. Wer ist Frederick Habbe? Frederick Habbe war unser Steuermann!
    Aus hielt er, bis er das Ufer gewann…..und noch 17 km bis Rosslare!
    Okay, Ihr fahrt nicht auf dem Eriesee und nicht mit dem Boot.
    Na ja, das Abenteuer im Wohnmobil durch Irland/Nordirland war vielleicht auch nicht ganz so lebensbedrohlich
    wie John Maynard’s Ritt über den Eriesee, aber – wie man hin und wieder lesen konnte – doch ganz schön eng
    in der einen oder anderen Art.
    Nun habt Ihr es ja bald geschafft und wenn nichts Schlimmes dazwischen kommt.
    werdet ihr ja mit der Fähre über die Irish-Sea reiten.
    Dazu wünschen wir Euch natürlich eine ruhige Überfahrt!
    Gruß Assi

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