Greystones

 In Irland

Freitag, 13. Juli 2018
Schon wieder ein Waldbrand

Heute Morgen sah es im Hafen soviel schöner aus als bei unserer Ankunft. Mit der auflaufenden Flut war wieder Wasser im Hafenbecken und das ist eben attraktiver als der Kleckermatsch bei unserer Ankunft. Wir hatten gut geschlafen, bis das Möwengeschrei uns wieder weckte. Nach dem Frühstück ging ich noch mal zum Lädchen, um im Mini-Post Office mein verspätetes Geburtstagsgeschenk an Alison loszuwerden. Da ich ja auch ein freundlicher Mensch bin (meine Mutter – wir hatten ja ein Geschäft und hat uns als Kinder stets dazu angehalten, höflich und freundlich zu unseren Kunden zu sein, außerdem haben die freundlichen Menschen Cornwalls, stets bereit für ein Gespräch, mich geprägt), überboten die Ladenbesitzerin und ich uns im Danke und Bitte und Small Talk, wie man es nur im englisch-sprachigen Raum erlebt. (okay, London wohl eher nicht!) – bis sie mich dann mit meinen kleinen Einkäufen endlich ziehen ließ. Auf diese Weise hatte ich dann aber noch erfahren, dass einst die Wikinger hier vor Ort waren, etwa um 827, wie archäologische Ausgrabungen bestätigt haben. Leider ist die Stätte auf einem Feld abgesperrt, da die Gemeinde keine weitere finanzielle Unterstützung erhielt. Die Wikinger waren den Fluss herauf gekommen und hatten die Bewohner überfallen (Link Annagassan). Was sich so alles in Geschichte(n) versteckt. Das war wohl die Verbindung zu dem wie ein Wikingerboot geformten Tisch auf dem Vorplatz des Pubs.

Traitionelle Granitbrücke übert den River Glyde in Annagassan

Traitionelle Granitbrücke übert den River Glyde in Annagassan

Ein Wikingerboot als Biertisch

Ein Wikingerboot als Biertisch

Nächstes Ziel war Greystones, ein Seebad an der Irischen See. Nachdem wir – leider zur Hauptverkehrszeit – Dublin mit einigen Staus umfahren hatten, fuhren wir durch Ackerbau und Viehzucht, also ländliches Gebiet mit schier unendlichen Feldern – und Hügeln bzw. Bergen im Hintergrund, den Wicklow Mountains. Auf unserer gesamten Tour hatten wir Gegenden wie unsere Mittelgebirge durchfahren, selten Vergleichbares wie unser Flachland in Norddeutschland. Diese Eindrücke hatten mit unserer Vorstellung von Irland total aufgeräumt.

Als wir durch den Ort Bray kamen, sahen wir in der Ferne am Gebirgszug dicken Rauch aufsteigen und Flammen stiegen auf. Es brannte ganz offensichtlich dort im Wald. Deshalb waren wir froh, dass wir uns wieder in Nähe des Wassers einen Platz gesucht hatten und nicht im Wicklow Mountains National Park. In Greystones erwischten wir wieder mal entlang der Straße einen Stellplatz für die Nacht. Fünf weitere Wohnmobile standen schon dort aufgereiht. Tröstlich war, dass gegenüber die Seepromenade war mit tollem Ausblick aufs Meer und der Platz nach 18 Uhr bis zum nächsten Morgen 9 Uhr kostenfrei war.

Parkplatz Koordinaten: N53.146339, O-6.060266

Stellplatz an der Strandstraße

Stellplatz an der Strandstraße

Annagassan - Greystones

Annagassan – Greystones

Blumenpracht

Blumenpracht

Wie immer marschierten wir los und schauten uns den Ort an. Ein nettes Seebad, kleiner Strand mit grobem Sand, und ein Yachthafen, der sich gerade in der Entwicklung und Erneuerung befindet. Zum Abendbrot entschieden wir uns für eine Pizza, die von einem ”fliegenden Händler” aus einem Verkaufswagen heraus angeboten wurde. Wir ließen es uns mit einem Salat im Wohnmobil schmecken.

Ulkige Skulptur an der Strandpromenade

Ulkige Skulptur an der Strandpromenade

Friseurladen ertrinkt fast in der Blumenpracht

Friseurladen ertrinkt fast in der Blumenpracht

Beim letzten abendlichen Bummel sahen wir in der Ferne die Löscharbeiten am Berg. Der Brand hatte sich ausgeweitet, Flammen loderten und dicker Rauch stieg auf, ein echtes Drama. Ein Helikopter nahm per Eimer Meerwasser auf und flog dann über die Brandstätte, unzählige Male!

Der Waldbrand in unmittelbarer Nähe

Der Waldbrand in unmittelbarer Nähe

Uriges Café

Uriges Café

Wir hatten noch überlegt, am Abend per Zug/Bus nach Dublin zu fahren. Aber diese Unternehmung wurde zu umständlich, da der Zug aufgrund des Brandes nicht mehr fuhr. So hatten wir einen entspannten Abend und nicht die Hektik einer Großstadt. Obwohl wir an der Straße standen, war die Nacht völlig ruhig und das Rauschen der Wellen wiegte uns in einen tiefen Schlaf.

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