Bundoran

 In Irland

Dienstag, 3. Juli 2018
Besuch eines tollen Landmuseums und eine ungeplante Übernachtung

Etwas wehmütig verließen wir Achill, das so anders ist mit seinen grünen Berghängen, den Wiesen mitten im Ort, den weißen (und nicht bunten!) versprengten Häusern, die über die ganze Landschaft verteilt sind, dem Strand und Meer direkt vor der Tür.

Wir fuhren denselben Weg zurück, den wir gekommen waren und versorgten uns noch einmal mit den leckeren Hähnchenschenkeln aus dem Laden in Achill Sound. Unser Ziel war Sligo. Leider war die Straße dorthin nicht gut, sondern ausgestattet mit “humps and bumps”, so wurde es eine recht holprige Fahrt.  Erstes Ziel war das National Museum of Ireland County Life im Turlough Park in der Nähe von Castlebar, Grafschaft Mayo. Wieder begleitete uns die ganze Fahrt über strahlender Sonnenschein. Bitte alle Irlandfahrer: nicht neidisch werden. Wir haben einfach nur Glück.

Der schöne Park mit See am Museum

Der schöne Park mit See am Museum

Lustige Puppe aus Zweigen

Lustige Puppe aus Zweigen

Lustige Puppe aus Zweigen

Lustige Puppe aus Zweigen

Wir parkten vor dem Gelände des Museums an der Straße und spazierten durch den gepflegten und schön angelegten Park zum Eingang. Der Eintritt kostete für Senioren 4€ pro Person, was uns als sehr günstig erschien. Auf drei Etagen durchwanderten wir die Ausstellungen, die das Landleben in Irland zwischen 1850 und 1950 zeigen. Liebevoll sind die Exponate, Fotos, Filme zusammengestellt und zeichnen für den Besucher ein nachvollziehbares Bild, wie hart das Leben war. Von wegen “gute alte Zeit” … Besucher werden aufgefordert, etwas aus ihrer eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte beizutragen, soweit es mit dem Thema zusammenhängt. Schreibtisch steht, Papier und Stift liegen bereit. Eine gute Idee, die Ansammlung von persönlichen Geschichte(n) auf diese Art und Weise ständig zu vergrößern. Besuch unbedingt empfohlen! Dadurch, dass Frederick auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, konnte er sich durch eigene Erfahrungen in Vieles hineinversetzen. Volle zwei Stunden verbrachten wir auf den drei Etagen. Es war ein tolles Erlebnis.

Das moderne Gebäude des Museums

Das moderne Gebäude des Museums

Statue im Park des Museums

Statue im Park des Museums

Im Wohnmobil tranken wir dann erstmal Kaffee und verputzten die leckeren Scones aus dem Laden in Achill Sound, natürlich mit Butter und Marmelade. Danach wollten wir eigentlich weiter nach Sligo, der Hauptstadt des County Sligo. Dazu hatten wir in einer Stellplatz-App einen stadtnahen kostenlosen Platz herausgesucht. Dieser lag auf der nördlichen Seite der Stadt und kurz vorher gerieten wir in eine Baustelle, die uns 15 Minuten Verspätung einbrachten. Als wir dann den Stellplatz erreichten, stellte sich dieser als einfacher Parkplatz am Friedhof heraus. Für ein Wohnmobil unserer Größe völlig ungeeignet. Wir hatten keine Lust, zurück durch die Baustelle zu fahren und gaben daher auf, Sligo zu besichtigen. In der Stellplatz-App fanden wir einen kostenpflichtigen Stellplatz in Bundoran als Bleibe für die Nacht.

Stellplatz Koordinaten: N54.476738, O-8.274712

Bundoran ist ein  kleines Seebad im  County Donegal (ca. 2000 Einwohner). Es begann um 1777, als der Adel und andere wohlhabende Zeitgenossen Strand und frische Seeluft für sich entdeckten. Bis heute hat sich der Ort den Charakter eines Badeortes bewahrt.  Über GPS steuerten wir zunächst den falschen Platz an, der 25€ kosten sollte, unser angefragter aber nur 15€. Der war dann nur ein paar hundert Meter weiter. Der Betreiber des teureren Platzes konnte sich nicht verkneifen, zu erwähnen, dass unser ausgesuchter Stellplatz behördlich nicht genehmigt war. Es fehlte die Erteilung der Baugenehmigung.

Kostenpflichtiger Stellplatz in Bundoran

Kostenpflichtiger Stellplatz in Bundoran

Bundoran Strand

Bundoran Strand

Wir fuhren trotzdem dorthin, am Lidl vorbei (wie praktisch für’s Brötchen holen am Morgen) auf das hintere Gelände. Das war mit einer Schranke abgesperrt. Also riefen wir den Betreiber an (Daten über die Website). Er nannte uns den Nummerncode und siehe da, die Schränke öffnete sich nach dem Eintippen ohne Probleme. Der Platz war nagelneu auf Kiesgrund, sauber, umzäunt und es stand schon ein weiteres Wohnmobil dort. Der Betreiber wollte zwecks der Bezahlung irgendwann vorbei kommen. Wir wollten aber das Fußballspiel England: Kolumbien in einem Pub verfolgen und ein Guinness trinken und liefen die paar Minuten ins kleine Zentrum, das grausig und schön zugleich war. Schön war die Promenade und die Aussicht auf Strand und Meer und Sonnenuntergang, grausig die wohl bekannten Spielhallen (die wir aus England kennen), die Horden von Jugendlichen anziehen mit dem schrillen und bunten Geblinke und dem Talmi und Kitsch, den es zu gewinnen gilt. Auch die Kleinsten haben mit ihren Eltern hier Zugang und dürfen sich dort von ihrem Taschengeld trennen.

Außer den Spielhallen rechts und links der Straße gab es noch jede Menge Schnell-Restaurants. Wir fühlten uns an Newquay in Cornwall erinnert, dort sieht es ähnlich aus. Wir erfreuten uns trotz alledem am Sonnenuntergang und dann am Bier im Pub, der sich langsam füllte. Frederick hatte vorher schon gesagt, dass die Iren bestimmt den Kolumbianern die Daumen drücken würden, und richtig, so war es dann auch! Geschichte hat einen langen Atem und ist offenbar immer noch in den Köpfen/Herzen der Iren. Sie beklatschten jede gelungene Aktion der Kolumbianer. Am Ende gewann dann doch noch das englische Team im 11-Meter-Schießen! Für die Iren war die Stimmung dahin.

Für uns war es Zeit, schlafen zu gehen nach einem weiteren tollen Tag.

Weitere Fotos

Keel (Achill Island) - Turlough Park - Bundoran

Keel (Achill Island) – Turlough Park – Bundoran

Sonnenuntergang in Bundoran

Sonnenuntergang in Bundoran

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