Rinville West

 In Irland

Donnerstag, 28. Juni 2018
Vergebliche Stellplatzsuche in Galway und ein romantischer Abend in einem Hafen

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von den englischen Nachbarn. In unseren Gesprächen hatten auch sie sich wieder – wie unterwegs ständig zu hören – über den Brexit aufgeregt. Wir hören es allerorten, besonders die Iren sind schlecht auf die Brexitiers zu sprechen.

Wir wollten den Ort Galway besuchen, kräftig besungen von Ed Sheeran in seinem Song über das “Galway Girl” und Irland musikalische Hauptstadt. Auf dem Weg nach Galway ging es weiter durch den Burren Nationalpark, der uns immer wieder fantastische Ausblicke bot. Irland ist ein Fest für’s Auge (des Fotografen), und wenn man dann auch noch Glück mit dem Wetter hat. Na ja, wenn Engel reisen. Allerdings war die Fahrt entlang dieser rauen Küstenstraße alles andere als ein Kinderspiel. Die Straße war extrem schlecht, eng und mit den unangenehmen Steinmauern dicht an beiden Seiten. Uns kamen einige Male große Reisebusse entgegen, und dann blieb uns nichts anderes übrig, als ganz links heranzufahren und anzuhalten. Zweimal mussten wir sogar den rechten Außenspiegel einklappen. Aber letztendlich ging alles gut und wir kamen unbeschadet durch diese Etappe.

Jetzt wird es eng…

Die rauhe Landschaft im Burren National Park

Da wir dringend waschen mussten, liefen wir auf einer Tankstelle eine der praktischen Waschstationen der Firma Revolution an. Diese gibt es auch bei größeren Supermärkten. Man kann sich über das Internet informieren, wo diese aufgestellt sind. Die Waschstationen bestehen aus einer Einheit mit zwei Waschmaschinen (1×8, 1x16kg) und einem riesigen Trockner. Das Ganze funktioniert über einen Münzeinwurf. Waschpulver wird automatisch hinzugefügt. Mit 6€ für Waschen und Trocknen waren wir im Schnelldurchlauf in einer guten Stunde durch.

Gegen Mittag und bei 32 Grad kamen wir in Galway an und fuhren durch den dicksten Verkehr in der Innenstadt. Das war nicht spaßig, weit und breit kein Stell- oder Parkplatz, schon gar nicht an den Docks, wo ein Hafenfest vorbereitet wurde. Wir suchten uns einen Platz, wo wir kurz anhalten konnten, um per App herauszufinden, ob es irgendwo in der Nähe eine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Angeblich sollte in 6 km Entfernung einen geeigneten Wohnmobilstellplatz an einem kleinen Hafen geben. Also stellten wir das Navi entsprechend ein und fuhren wieder aus Galway heraus.

Und wir fuhren und fuhren, wohl beinahe eine weitere knappe Stunde. Von wegen 6 km, es waren sicher an die 25 km. Die Zufahrt zu dem kleinen Hafen war eng. Eigentlich war nur Platz für ein Auto auf der Straße, aber wir hatten Glück und kaum Gegenverkehr. Vorbei an wunderschönen und gepflegten Anwesen und an einem Golfplatz kamen wir endlich in dem kleinen Hafen Rinville an. Ein Wohnmobil mit NL-Länderkennzeichen stand bereits auf dem Quay. Wir gesellten uns dazu.

Stellplatz direkt am Wasser

Segelboote festgemacht im Hafen

Das holländische Pärchen ließ sich vor ihrem Fahrzeug in ihren Stühlen von der prallen Sonne schmoren, wohlgemerkt bei über 30°. Wir stellten dagegen unsere Stühle in den Schatten. Da gleichzeitig eine leichte Brise wehte, war es dadurch recht angenehm. Weit und breit kein Laden, kein Pub, nur der Segelklub und ein Landlager für Boote. Alles in allem ein bisschen rustikal, das Ganze. Dabei hatten wir uns auf den Abend in einem Pub mit Live Musik in Galway gefreut! Okay, dann eben nicht, noch mal ein ruhiger Abend mit Blick auf Hafen und Boote. Wir machten mobil mit unseren letzten Vorräten und ich plante ein vegetarisches Abendessen, nach dem Fisch- und Fleischkonsum vom Abend zuvor.

Kam doch tatsächlich ein Angler um die Ecke und verschenkte seinen Fang an die Holländer und Frederick. Ich kann Meeresgetier nicht ausstehen! Deshalb nahm Frederick ihm nur 4 Makrelenfilets ab, frisch am Quay filetiert. Die landeten dann erstmal im Gefrierteil des Kühlschranks und werden demnächst von Frederick auf dem Grill gebraten. Wir blieben heute bei ”vegetarisch”.

Gegen Abend kamen dann immer mehr PKW‘s und umstellten uns, nicht, ohne vorher um Erlaubnis gefragt zu haben! Die Leute rückten mit Kind und Kegel und Hunden an, um das herrliche Wetter auszunutzen und sich in dem Hafenwasser abzukühlen.

Auch er sucht Abkühlung

In der Hitze brauchten aber sehr viele eine Abkühlung

In der Hitze brauchten aber sehr viele eine Abkühlung

Abendliche Stimmung im Hafen von Rinville

Abendliche Stimmung im Hafen von Rinville

Mini Segler

Wie gesagt, es ist zur Zeit ein Jahrhundertsommer in Irland und es ist toll zu erleben, wie glücklich es die Menschen hier macht. Spät am Abend gesellten sich noch zwei weitere Wohnmobile aus Deutschland hinzu: Parchim- und Trierer Kennzeichen. Frederick tauschte sich noch bis Mitternacht mit ihnen aus, ich las noch etwas. Als die letzten Badegäste gegangen waren, wurde es wunderbar ruhig und wir schliefen trotz der Hitze wie die Murmeltiere.

Burren Coast - Galway - Rinville West

Burren Coast – Galway – Rinville West

Badespaß

Badespaß

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Comments
  • Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Dethleffs!
    Habt Ihr für dieses tolle Jahrhundertwetter – übrigens auch bei uns – keine Badehosen dabei?
    Das wäre ja hart! Mitansehen zu müssen, wie andere sich in den Fluten abkühlen und selbst kurz vorm Garzustand zu sein.
    Ich wünsche Euch weiterhin so schönes Wetter und breitere Straßen für kommoderes Vorankommen!
    Assi

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