Tralee

 In Irland

Dienstag, 26.Juni 2018
Windmühlenbesichtigung und Stadterkundung bei über 30 Grad

Ach, wie toll, nach einer sehr ruhigen Nacht auf einem Parkplatz neben einem Fluss, dem River Lee, aufzuwachen. Mit dem hinreißendem Sonnenuntergang am Abend und der Aussicht auf ein leckeres Frühstück am Morgen waren wir rundum glücklich. Punkt 9.30 Uhr heute Morgen tauchten wir in Georginas Café auf. Dort warfen große Ereignisse ihre Schatten voraus: Filmarbeiten! Der Dreh eines Werbefilms für das Café. Georgina war sehr stolz, dass ihr Bruder filmte und als Lohn bekam er ein extra tolles Frühstück serviert. Frederick entschied sich für langweiligen Porridge (Haferbrei mit Blaubeeren), ich wollte etwas Herzhaftes und bestellte Full Irish Breakfast (Spiegelei, Bohnen in Tomatensoße, Pilze, Bacon und Tomate), das Ganze also ohne Black Pudding (Blutwurst) und Würstchen. Dazu gab es Kaffee und Orangensaft, wir wurden richtig verwöhnt!

Aufnahme vom Vorabend: Brücke und Mühle

Aufnahme vom Vorabend: Brücke und Mühle

Aufnahme der Mühle vom Vorabend

Aufnahme der Mühle vom Vorabend

Georgina, unsere nette Gastgeberin

Georgina, unsere nette Gastgeberin

Große Holzzahnräder in der Mühle

Große Holzzahnräder in der Mühle

Mittlerweile hatte auch das Mühlen-Museum geöffnet und nach dem guten Frühstück marschierten wir hinüber, bezahlten unseren Eintritt während die ersten Besucher eintrudelten. Des, unser Fremdenführer, erklärte unserer kleinen Gruppe die Arbeitsweise dieser wieder aufgebauten und noch in Betrieb befindlichen Windmühle mit viel Enthusiasmus. Die Windmühle ist ein markantes Merkmal in Tralee Bay. Wir sahen einen Einführungsfilm und erklommen dann Etage für Etage die Mühle. Der Aufstieg ist mühselig, sehr steile hölzerne Stiegen führen hinauf. Immerhin ist die Mühle 21 Meter hoch! Auf jeder Etage hatte Des interessante Informationen für uns. In der obersten Etage kann man die Maschinerie der Windmühlenflügel ansehen und sich die Funktion erklären lassen.

Alles in allem war es ein interessanter Ausflug in die Vergangenheit, wer von uns hätte leben mögen in der ”guten alten Zeit”? Schwerstarbeit, karger Lohn, schlechte Wohnverhältnisse. Hinter der Mühle konnten wir noch erkennen, dass hier einmal ein Liegeplatz für Schiffe war. Blennerville war ein wichtiger Hafen während der Emigration zu Zeiten der Hungersnot 1845 – 1848. Heute ist er versandet. Aber vor etwa 150 Jahren verließen von diesem Hafen aus vieleAuswanderer ihre Heimat.

Von Blennerville nahmen sie ihre Hoffnungen und Träume mit in die neue Welt und ließen Hungersnot, aber auch Heimat und Angehörige hinter sich. – Uns fällt auf, dass wir unwahrscheinlich vielen amerikanischen Touristen hier in Irland begegnen. So auch in dieser Gruppe. Wir vermuten es nicht nur, sondern bekommen auch erzählt, dass sie sich auf Spurensuche ihrer Vorfahren begeben.

Leider ist die alte Eisenbahnstrecke, die durch Blennerville nach Dingle führte, stillgelegt worden. Seitdem wurde es natürlich immer ruhiger für den Ort. Als wir um die Mittagszeit weiter nach Tralee, (Hauptstadt des County Kerry) fuhren, bemerkten wir, dass es dorthin wirklich nur einen Steinwurf entfernt ist. Wir hätten also durchaus zu Fuß entlang der Promenade ins Zentrum laufen können, naja, vielleicht nächstes Mal ….

Der Rosengarten in Tralee

Der Rosengarten in Tralee

Leuchtende und duftende Rosen

Tralee mit seinen etwa 21.000 Einwohnern hat sich einen Namen gemacht mit dem Rose of Tralee Festival, einem Schönheitswettbewerb, jährlich ausgetragen seit 1959! Es gibt einen wunderschönen Rosenpark mit eben diesen Blumen in allen erdenklichen Farben und Düften! Übrigens kommt der in Deutschland bekannte und beliebte Sänger Rae Garvin aus Tralee. Die erste Silbe des Ortes, Trá bedeutet Strand, Lee ist der River Lee. Leider sind viele historische Gebäude den zahlreichen Aufständen über die Jahrhunderte zum Opfer gefallen. Uns gefiel die Stadt trotzdem sehr gut und wir halten sie auf jeden Fall für besichtigenswert. Immerhin hat sie eine sehr lange Geschichte: Tralee wurde 1216 von Wikingern/Normannen (the Anglo Normans) gegründet. In der Stadt befindet sich zum Beispiel das Kerry County Museum. Und hier lohnt es sich, zum „alten Eisen“ zu gehören: für Senioren beträgt der Eintrittspreis nur 5€. Überhaupt haben wir festgestellt, dass sich älter werden lohnt: in Irland (wie wir es auch aus England kennen) sind Preisreduktionen für Rentner/Pensionäre an der Tagesordnung, finden wir toll! Das gesparte Geld kann dann gleich in einem der 80 Pubs in der Stadt ausgegeben werden!

Tralee überraschte uns mit seiner Vielfältigkeit. Es gibt viele Sportmöglichkeiten für die Bewohner, ein tolles Schwimmbad, ein XXL Kino, das die neuesten Filme zeigt, eine moderne und neu gestaltete Fußgängerzone und eben die herrlich altmodischen Pubs. Kein Wunder, dass wir zur Nachmittagszeit auch in einem besonders interessanten landeten. Schließlich herrschten draußen über 30 Grad und da kam ein kühles Guinness gerade recht. Dabei blieb es nicht, weil WM (Fußball-Weltmeisterschaft im Fernsehen) gezeigt wurde. Ohne zu zögern, stellte einer der Angestellten auf Nachfrage das Sportprogramm auf das Spiel Australien gegen Peru ein – wir bestellten dort ein spätes Mittagessen und schauten zu. Australien verlor 0:2, schade.

Kirby's Brogue Pub

Kirby’s Brogue Pub

Intessanter Blick aus dem Fenster des Pubs

Interessanter Blick aus dem Fenster des Pubs

Auf dem Rückweg zum geparkten Wohnmobil kamen wir am National Folk Theatre of Ireland vorbei. Es sollte am Abend um 20.30 Uhr eine Vorstellung geben. Hierbei handelte sich um ein Musical mit natürlich irischer Musik und irischem Volkstanz, wie man es von River Dance und anderen Vorstellungen kennt (gern mal googeln, die Tänze kann man eigentlich nicht beschreiben, einfach fantastisch).  Die Show ist etwas angelehnt an das Musical „Anatevka“, beschreibt das bäuerliche Leben der irischen Vergangenheit. Sofort entschieden wir uns, über Nacht auf dem stadtnahen Campingplatz zu bleiben und eine Vorstellung zu besuchen.

Woodlands Campingplatz Koordinaten: N52.260961, O-9.703821

Puh, es waren gerade noch zwei Tickets zu haben, und zwar auf den Außen-(Klapp-)sitzen, früher Platzanweiser-Sitze genannt. Und die beiden Plätze waren nicht neben- sondern hintereinander! Egal, wir wollten dabei sein und kauften die Tickets für 22€ das Stück.

Jetzt zogen wir mit dem Wohnmobil um auf den Campingplatz. Dieser war großartig: viel Platz, saubere Sanitäranlagen und nette Betreiber. Das war es wert, 27€ für die Übernachtung zu bezahlen. Leider hatten wir vergessen zu fragen, ob die ACSI Mitgliedschaft die Übernachtung günstiger macht. Frederick war ein paarmal abgeschmettert worden. In diesem Falle hätte es uns aber 10€ erspart. Das erfuhren wir dann leider erst am nächsten Tag auf Nachfrage, Pech gehabt!

Bei 30 GHrad muss die Markise ausgefahren werden

Bei 30 Grad muss die Markise ausgefahren werden

Anne kauft neue Schuhe – soviel Zeit muss sein

Gegen 20 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Theater, ein etwa 10-minütiger Fußweg. Ganze Busladungen rollten als Zuschauer in diesem kleinen Theater an. Deutsche Reiselustige vorneweg und so kam es, das ich neben einer Dame aus der Segeberger Region saß. Das kleine Orchester spielte auf mit Harfe, Geige, Flöte, Harmonika und Dudelsack und was sonst alles zur irischen Musik gehört, fantastisch auf. Das Musical stellte Frühling, Sommer, Herbst und Winter dar. Es wurde in irisch/gälischer Sprache gesungen. Ein sehr buntes Bühnenbild rundete die Vorstellung, die wir von A bis Z genossen, ab. Am Ende gab es für die Darsteller/innen viel Applaus, „Standing Ovations“, wohlverdient! Denn sie sind alle Laiendarsteller, keine Profis.

Beschwingt traten wir den Heimweg an. Der nächste Tag, Besuch der  Klippen von Moher erwartete uns!

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