Beara Halbinsel

 In Irland

Sonntag, 17. Juni 2018
Entlang der Beara Halbinsel

Gut ausgeschlafen und gefrühstückt, brachen wir zu neuen Zielen auf: Ring of Beara, zunächst entlang der N 71, später auf der R 572, auf dem Wild Atlantic Way. Diese Strecke war uns von Einheimischen empfohlen worden, noch vor dem Ring of Kerry. Viel zu touristisch, lautete der Kommentar. Wir fuhren von Baltimore den Weg zurück nach Skibbereen, um noch etwas einzukaufen (bei Lidl). Schön, dass viele Läden auch sonntags geöffnet haben. Aber da sind wir selbst ja auch sehr verwöhnt, weil wir in einem der touristisch geprägten Orte in Schleswig-Holstein leben. Dort sind Lebensmittelläden saisonal von Mitte März bis Ende Oktober geöffnet und einige Tage im Dezember ebenso. Auch von England kenne wir diese sonntäglichen Öffnungszeiten, die ansonsten nicht überall selbstverständlich sind.

Leider begann es zu regnen, so lohnten Ortsbesichtigungen nicht unbedingt. Wir durchfuhren Balleydehob, einen kleinen Ort, bekannt für seine Gallerien und Künstler, weiter nach Bantry. Auf die Tour nach Mizen Head verzichteten wir wegen des schlechten Wetters. Bantry, diese kleine und hübsche Hafenstadt, an der Bantry Bay gelegen, zog uns doch wieder in ihren Bann, wir fanden einen Parkplatz im sehr belebten Ort und schauten uns einmal um. Es reihte sich Pub an Pub, Restaurant an Restaurant! Alle gut besucht, es war Vatertag, ein Festtag für die Familien also.

Friedhof in Bantry

Friedhof in Bantry

Buntes Stadtbild in Bantry

Buntes Stadtbild in Bantry

Altes Mühlenrad vor modernem Gebäude in Bantry

Altes Mühlenrad vor modernem Gebäude in Bantry

Eselskarren in Bantry

Eselskarren in Bantry

Bantry hat etwa 3300 Einwohner und ist ein wichtiges Wirtschaftszentrum für die Region. Tourismus und Fischerei (verstärkt Miesmuscheln) sind die wichtigsten Standbeine. Freizeitsegler sind willkommen. Unser Fazit: es ist eine kleine Besichtigungstour wert. Unser nächster Halt (wegen der Fußball-Weltmeisterschaft, die um 16 Uhr im Fernsehen übertragen werden sollte) war Glengarriff. Wir hatten Glück, dass wir so gerade mal auf dem kleinen Parkplatz des Fährhafens parken konnten.

Bis hierher hatten wir schon eine etwas andere Landschaft durchfahren. Traumhafte Ausblicke auf Buchten, eingerahmt von Bergen und Felsen, hier zeigte sich “die grüne Insel”, von ihrer besten Seite. Kein Wunder, dass Glengarriff (der Name bedeutet “raues Tal”) schon seit dem 17. Jahrhundert ein Ferienort war. Zu viktorianischen Zeiten war es ein wichtiger Haltepunkt auf der Prince-of-Wales Route. Man rühmt sich, dass George Bernard Shaw und William Butler James in den 1920er Jahren regelmäßige Besucher waren. Hier kann man entspannen, Gärten besuchen (Bamboo Park Exotic Gardens) und durch Jahrhunderte alte Wälder streifen. Bootsfahrten für nur 5€ pro Person laden zum Besuch der Italienischen Gärten auf Garinish Island ein. So sahen wir viele Wanderer am Spätnachmittag von ihren verschiedenen Ausflügen zurückkehren. Wir hatten uns ja für Fußball entschieden … und uns geärgert, weil Deutschland im Spiel gegen Mexiko 0:1 verloren hatte.

Blick aufs Wasser während des Fußballspiels

Blick aufs Wasser während des Fußballspiels

Fußballspiel Deutschland - Mexiko 0-1

Fußballspiel Deutschland – Mexiko 0-1

An sich hatten wir vor, auf diesem schönen Platz am Wasser zu übernachten, aber als wir uns die Füße vertraten, sahen wir das “Übernachten verboten”-Schild. Also mussten wir dann doch wieder aufbrechen zum gebuchten Stellplatz in Eyeries auf Beara. Die Route auf der R 572 führte uns auf teilweise schmaler Straße (zum Glück herrschte wenig Verkehr) entlang der südlichen Küste der Beara Halbinsel.  Links der Straße die Bantry Bay, rechts der Straße war es recht hügelig, sogar bergig.  Als Beifahrerin konnte ich die schönen landschaftlichen Eindrücke trotz bedeckten Himmels genießen. Wegen der engen Straße musste der Fahrer sich voll konzentrieren.

Frederick muss sich konzentrieren

Frederick muss sich konzentrieren

Nebel und steinige Landschaft - Das ist Irland -

Nebel und steinige Landschaft – Das ist Irland

Die zerklüftete Landschaft im Westen ist übersät mit Granitsteinen, in der Bay liegen zahlreiche Inseln. Die Hügel/Berge, die wir hier sehen, bringen es auf eine stattliche Höhe von 700, 800 Metern. Und dort entdecken wir auch schon einen Wasserfall – und keine Haltemöglichkeit vorhanden … schade!

Die Stunde Fahrt verging schnell in diesem Wunder der Natur und schon kam der Abzweiger R 571 nach Eyeries. War diese Straße schon nicht besonders breit, leitete uns das GPS in eine immer enger werdende (exakte Wohnmobil-Breite). Hier sah nichts nach Motor Home Stellplatz aus, nur nach Farm und Schafen und vielleicht runter zum Meer (für Trecker). Es half nichts, wir mussten auf einer privaten Einfahrt wenden, kurz mit Colman, dem Stellplatz-Eigentümer telefonieren, der uns dann Informationen zum Richtungswechsel gab, denn die GPS-Koordinaten, die wir aus der Stellplatz-App hatten, waren schlichtweg falsch.

Dann war alles ganz easy. Wir fuhren zurück in den Ort, bewunderten da schon mal die bunt angestrichenen Häuser und landeten bald auf dem sehr schönen und ruhig gelegenen Platz. An der Rezeption bezahlte Frederick 15€ für eine Übernachtung mit Stromverbindung (inkl. Frischwasser und Entsorgung). Colman kam später noch mal vorbei und begrüßte uns. Dabei konnte Frederick ihm gleich über die falschen GPS-Koordinaten informieren. Frederick informierte außerdem die Herausgeber der App und schon am nächsten Tag wurden die Daten korrigiert.

Stellplatz Koordinaten: N51.692161, O-9.955270

Eyeries Stellplatz

Eyeries Stellplatz

Das schmucke Ortsbild von Eyeries

Das schmucke Ortsbild von Eyeries

Leider hatte es sich so richtig eingeregnet. Wir wollten aber nach dem Abendessen zum Pub in der Hoffnung auf live Musik. (Mit Schirm bewaffnet) liefen wir los, aber im Pub wurde nur Fußball geguckt, nichts war mit Musik. Ein paar Einheimische saßen an der Bar. Nur die Land-Lady summte ein bisschen beim Abwischen der Tische und Wegräumen der Gläser, nicht ganz, was wir uns vorgestellt hatten.

Die bunten Häuser in Eyeries

Die bunten Häuser in Eyeries

Eyeries Ortsschild

Eyeries Ortsschild

Deshalb hielten wir uns nicht lange auf, sondern spazierten noch mal durchs Dorf: Unfassbar schön bunt sind die Häuser hier! Eyeries gilt als das bunteste Dorf in Irlands. So haben sich die Einwohner in der vormals grauen und ein wenig deprimierenden Region bei den Touristen den Platz in der ersten Reihe erobert. Aber natürlich ist auch die Lage an der Coulagh Bay nicht zu verachten. So gibt es einen Rundweg, auf dem man bis hinunter ans Meer gelangt und zurück. Trotz des Wetters entscheiden wir uns, einen weiteren Tag hier zu verbringen.

Eyeries Ortsschild

Eyeries Ortsschild

Baltimore - Eyeries

Baltimore – Eyeries

Montag, 18. Juni 2018
Ein Tag Pause in Eyeries

Heute machen wir das Dorf noch mal unsicher, das Wetter hat aufgeklart und die bunten Häuser lassen sich noch mal so gut fotografieren! Im Tante-Emma-Laden kaufen wir ein paar Postkarten, eine Zeitung und ein paar andere Kleinigkeiten ein. Dabei bringen wir in Erfahrung, dass der Name des Ortes”Eiris” ausgesprochen wird.

Irischer Briefkasten

Irischer Briefkasten

Auch Eyeries eine "Tidy Town"

Auch Eyeries eine „Tidy Town“

Hinweis auf Angelzubehör

Hinweis auf Angelzubehör

Den Briefkasten nennt man hier „Penfold Pillar“. Sie wurden von 1866 und 1879 installiert. Es gibt davon in ganz Irland nur noch 150 Exemplare. Im Laden sind noch vier weitere Touristen aus Deutschland, Bergisch-Gladbach, on Tour mit einer Reisegruppe. Nach unserer kleinen Wanderung kehren wir in Cindy‘s Café ein, das erst vor zwei Monaten eröffnet hat. Hier sitzen wir mit zwei jungen Mädchen aus Bordesholm/Kiel an einem Tisch. Sie haben eine Woche Zeit, Irland zu erkunden (Flug bis Dublin, Auto gemietet und los ging es). Da bin ich doch froh, dass wir soviel mehr Zeit haben, Land und Leute kennenzulernen.

Während unseres Aufenthaltes erfuhren wir, dass in diesem Dorf vor über 40 Jahren ein Spielfilm gedreht wurde, Titel: „The Purple Taxi“ mit Fred Astaire, Philippe Noiret, Charlotte Rampling und Peter Ustinov. Im Internet haben wir uns dann einen Trailer angesehen, der Appetit auf mehr machte. Den Film werden wir uns besorgen, wenn wir wieder zu Hause sind.

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Showing 2 comments
  • Nicole Belz
    Antworten

    Ihr Lieben.
    Habt eine gute Zeit weiterhin .
    Tolle Berichte und Bilder.
    Hier ist alles gut
    Fühlt Euch geherzt.
    Liebe Grüße
    Nicole

  • Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Dethleffs!
    Bunte Häuser, ewiger Wind, der sich gelegentlich zum Sturm entwickelt, nette Menschen und viel Meer.
    Das alles hättet Ihr doch auch auf Helgoland haben können und die sprechen sogar deutsch (für Euch ja
    nicht so wichtig wie für mich).
    Na gut – mit dem Wohnmobil ist es natürlich schlecht auf Helgoland….
    Noch viel Spaß in Irland wünschen Euch
    Helga und Assi

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