Cobh (Queenstown)

 In Irland

Dienstag, 12. Juni 2018
Besuch im Überseehafen von Cork

Nun aber weiter nach Cobh (sprich: Koov), unserem nächsten Übernachtungsplatz. Der liegt direkt an der Promenade des Flusses Lee, einem der weltweit größten Naturhäfen (Cork Harbour). Fähren und eine Brücke verbinden mit dem Festland. Zunächst leitete uns das Navi fehl und wir landeten in einem Wohngebiet. Dort fragten wir einen Einheimischen und nach seiner Beschreibung fanden wir den schönen Stellplatz direkt am Wasser, der die 10€ Übernachtungsgebühr wert war.

Stellplatz Koordinaten: N51.846553, O-8.309880

Am späten Nachmittag spazierten wir bei bestem Wetter entlang der viktorianisch geprägten Promenade (Pflanzkübel, Lampen), vorbei am Kreuzfahrtterminal Richtung Stadtzentrum. Früher hieß die Stadt einmal Queenstown, sie wurde 1849 anlässlich eines Besuches von Queen Victoria so benannt. Wenn das mal nicht schon etwas mit touristischer Vermarktung zu tun hatte…

Park am Hafen

Park am Hafen

Blick von der Kathedrale auf die Stadt

Blick von der Kathedrale auf die Stadt

Unser Stellplatz am Wasser in Cobh

Kathedrale St. Colman

Kathedrale St. Colman

Mit der Unabhängigkeit Irlands 1922 wurde der englische Name Cove wieder aufgenommen und in die irische Schreibweise Cobh geändert. Die Hafenstadt hat ca. 12.500 Einwohner, hat eine imposante Kathedrale (St. Colman) und wird vier bis fünf Mal (!) die Woche von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. So wie heute diese Besucherströme von Bord kommen, verließen ca. 2,5 Millionen Emigranten von hier aus ihre Heimat, das geschah zwischen 1848 und 1850. Und noch etwas Tragisches: Am 11. April 1912 lag die Titanic vor Queenstown auf Reede im letzten Hafen, den sie vor ihrem Untergang anlief. Im Heritage Centre kann man darüber einiges in Erfahrung bringen. Dort wird auch an das Passagierschiff Lusitania erinnert, das im Mai 1915 vor dem Old Head of Kinsale von einem deutschen U-Boot torpediert worden war und sank (von 1200 überlebten nur ca. 300 Menschen).

Wir kamen am Annie Moore Monument vorbei und lasen Annie‘s Geschichte nach: Sie war eine der ersten irischen Einwanderinnen (mit ihren beiden Brüdern), die am 1. Januar 1892 über die zentrale Sammelstelle auf Ellis Island in die USA einwanderte. Als sie die beschwerliche und gefährliche Reise antrat, war sie 17 Jahre alt, sie folgte den Eltern nach.

St. Colman Statue auf dem Kirchtum

Annie Moore Denkmal

Straßenmusikerin in Cobh

Straßenmusikerin in Cobh

Cobh ist mit seiner Hanglage malerisch, die bunten Häuser tragen dazu bei. Wir stiegen die steilen Stufen hinauf zur Kathedrale, die hoch über der Stadt thront. Die gemütlichen Pubs sind einladend. Und so endeten wir in einem! Auch hier kamen wir schnell wieder mit dem Landlord (Pub-Besitzer) ins Gespräch über Gott und die Welt und das Reisen. Und auch er versorgte uns wieder mit Tipps, wo, wie und was zu besichtigen sei.

Auf dem Rückweg liefen wir einer netten Dame gleich zweimal über den Weg. Sie lachte: Oh, we meet again … und schon folgte ein Austausch nach dem Woher und Wohin. Patricia kam aus Australien/Melbourne und hatte den Lebensplan, mit ihrem Mann, der Ire war, im Rentenalter nach Irland zu ziehen. Sein früher Tod vor drei Jahren machte das zunichte wie auch ein paar weitere Schicksalsschläge. Trotzdem war sie ein froher Mensch und berichtete freudig über ihre 11(!) Kinder und 29 Enkelkinder. Einen neuen Plan gab es noch nicht, nur diesen wiederholten Besuch in Irland. Sie verabschiedete sich von uns mit den herzlichsten Wünschen und mit der Versicherung, uns bestimmt noch ein drittes Mal zu begegnen, wenn nicht in dieser Welt, dann in der nächsten! Eine nette Begegnung!

Jetzt aber zurück zum Wohnmobil und ein Abendessen zusammengeschustert!

Weitere Fotos

Midleton -Cobh

Midleton – Cobh

Leibhaftiger irischer Rotschopf am Steuer des Rennboots

Leibhaftiger irischer Rotschopf am Steuer des Rennboots

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