Biarritz

 In 2019, Frankreich

Sonntag, 7. April 2019
Ade Spanien und nach Biarritz mit Hindernissen

Beim Frühstück forschten wir im Internet nach unserem nächsten Halt. Das Wetter hatte sich verschlechtert, wohin also im Regen? Hondarribia,Hafenstadt an der Grenze zu Spanien. Dort könnte man das Wetter aussitzen. Leider gab es nur einen einzigen Hinweis auf einen Stellplatz, etwa 3 km außerhalb des Ortes. Die Fahrt dauerte 1 1/2 Stunden und am Ende schlängelten wir uns eine sehr schmale Straße hinauf, immer höher und kurviger. Für einen Sonntag kamen uns ganz schön viele Autos entgegen. Es wurde an einigen Stellen richtig eng! Endlich öffnete sich die Landschaft und wir sahen den Parkplatz bei der Kirche. Wir erkannten den Grund für die vielen Autos: Ende des Gottesdienstes! Der Platz war sandig und nun natürlich matschig. Eine Internetverbindung war nicht möglich, es stand nur ein weiteres Wohnmobil dort am Wald und mir war das alles zu düster. Zu Fuß zurück zum Hafen war gefährlich, da man auf der engen Straße hätte wandern müssen.

Also nichts wie runter ins Zentrum Richtung Hafen, es müsste sich doch – wenn schon kein Stellplatz – wenigstens ein Parkplatz finden lassen. Denkste, das Zentrum des Ortes war vollgeparkt, nur am Yachthafen gab es einen großen Parkplatz und dort stand bereits ein Wohnmobil, Internetverbindung gab‘s auch, perfekt! Wir ließen uns häuslich nieder und begannen, unser Tagebuch zu schreiben, Fotos zu bearbeiten usw.
Selbst im Regen war dies ein toller Platz mit Aussicht auf -zig Segelboote im Hafen, einige fuhren sogar hinaus, bei DEM Schietwetter! Doch unser Glück hielt nicht lange.

Klopf-klopf: huch, ein Polizist am Wagen! Er forderte uns in sehr deutlich und langsam gesprochenem Spanisch auf, den Platz sofort zu verlassen, es gäbe auch keine anderen Parkplätze für Wohnmobile im Ort. Der Polizist war mit einem Abschlepp-Fahrzeug unterwegs, jedoch war es zum Glück nicht für Wohnmobile geeignet … Das andere Wohnmobil hatten die Gendarmen auch schon verjagt.

Wir sattelten sofort die Hühner und zogen ab, nun also mit Ziel Saint-Jean-de-Luz in Frankreich. Laut App-Information sollte es dort einen kleinen Stellplatz zwischen Straße und Bahnline geben. Allerdings waren wir vorgewarnt. Für Wohnmobile über 6 m Länge kann es schwierig werden. Hondarribia (baskisch: Gipuzkoa) hatte sich für uns als “horrible” erwiesen, hatte aber wohl schon genug Touristen.

Hier ein paar Worte auf Baskisch:
Danke: Eskerrik asko
Hallo: Kaixo
Guten Tag: Egun on
Auf Wiedersehen: Agur
… nur mal, um den Unterschied zu zeigen …

Bevor wir über die Grenze fuhren, tankten wir noch einmal voll – für 1,18 €. In Frankreich kostet Diesel im Schnitt 1,45 € bei den billigsten Supermarkt-Tankstellen. Nach 25 Minuten erreichten wir Saint-Jean-de-Luz und waren sofort ernüchtert. Zwar war der erste Eindruck von dem Seebad sehr positiv, aber der Stellplatz war eine einzige Katastrophe. Ohne überhaupt einzufahren, konnten wir sofort erkennen, dass wir dort mit unseren 7,50 m keine Chance hatten, uns einzurangieren. Außerdem war die Lage zwischen viel befahrener Straße und Hauptbahnlinie denkbar ungünstig. Um aus dem Ort wieder herauszukommen, mussten wir auf Grund von Einbahnstraßen und für Wohnmobile gesperrten Straßen fast bis zur spanischen Grenze zurück. Irgendwo auf der Küstenstraße fanden wir einen kleinen Parkplatz, so dass wir anhalten und ein neues Tagesziel – Biarritz -heraussuchen konnten. In der App fanden wir einen Stellplatz 3,5 km südlich vom Zentrum von Biarritz. Sollte 12 € kosten incl. Ver- und Entsorgung sowie Strom (Strom brauchen wir allerdings auf Grund unserer autarken Eigenversorgung nicht). Als wir eine halbe Stunde später dort ankamen, fanden wir einen tollen, ruhig gelegenen Platz am Rande des Ortes im Grünen. Sogar das Wetter war hier besser, blauer Himmel und Sonnenschein. Also nichts wie raus und Gegend erkunden!

Bilbao - Honarribia - St. Jean de Luz - Biarritz

Bilbao – Honarribia – St. Jean de Luz – Biarritz

Schöner Stellplatz in Biarritz

Schöner Stellplatz in Biarritz

Biarritz (etwa 14.800 Einwohner) hat den Ruf eines eleganten Seebades. Im 19. Jahrhundert entdeckten Adlige das ehemals kleine Fischerdorf als Urlaubsort für sich. Über den Walfang in Biarritz lohnt es sich, nachzulesen: Walfang in Biarritz

 

Biarritz Küste mit Leuchtturm

Biarritz Küste mit Leuchtturm

Anne an der Atlantikküste in Biarritz

Anne an der Atlantikküste in Biarritz

Bogenbrücke zu einer Felseninsel

Bogenbrücke zu einer Felseninsel

Kleiner Fischereihafen

Kleiner Fischereihafen

In der heutigen Zeit sind die langen Sandstrände (allerdings sehr grober Sand – eher Kies) vor allem bei Surfern beliebt. So fanden wir uns nach kurzem Spazierweg direkt an der wilden Atlantikküste wieder und es roch nach Meer und Salz und Weite, toll! Hier waren wir genau richtig!

Viel besser beschreiben können es Fredericks Fotos, die aufregende Küste mit den alten Steinmauern und Stufen, die Steinformationen im Meer, die Farbe des Atlantiks, die frechen Möwen.

Flugkünstler Silbermöwe

Flugkünstler Silbermöwe

Leuchtturm durch Torbogen

Leuchtturm durch Torbogen

Alles im Blick, auf einem Bein

Alles im Blick, auf einem Bein

Kein Wunder, dass hier soviel los war. Wir ließen uns einfach mit dem Strom in Richtung Zentrum ziehen. Insgesamt war das ein weiter Weg und wir beschlossen, im Ort in einem kleinen Bistro einzukehren. Fisch für Frederick “war aus”, also tat es ein Hamburger und für mich ein Croque Monsieur, auf deutsch: Käsetoast. Wir ließen es uns richtig gut gehen, denn Wein durfte nicht fehlen nach so einem Tag mit ein paar Aufregungen … Dass wir wieder in der Realität angekommen waren, wurde uns durch die Rechnung bewusst: knapp 50 € mit Trinkgeld.

Weitere Fotos

Hotel Haus Belza Biarritz

Hotel „Haus Belza“ Biarritz

Lange Schlange vor dem Stadttheater

Lange Schlange vor dem Stadttheater

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