Thüringen Rundreise

 In 2021, Deutschland

In eigener Sache

Corona hat auch in diesem Jahr so einiges über den Haufen geworfen. Im Frühjahr ging fast gar nichts hinsichtlich unserer so geliebten Wohnmobilreisen. Erst im Juni, nachdem wir unsere zweite Impfung hinter uns hatten, machten wir uns auf unsere erste Tour (Sylt). Darüber haben wir berichtet. Danach einige kleinere Fahrten hier in Schleswig-Holstein für jeweils nur zwei bis drei Tage. Zweieinhalb Wochen nach Dänemark und Südschweden folgten. Auch darüber gab es einen Reisebericht. Über die letzten drei Reisen (Thüringen, Wendland und MacPom im September und Oktober) hatten wir noch nichts veröffentlicht, hatte einfach noch nicht geklappt. Hier nun unsere Eindrücke der Thüringenreise. Wendland und MacPom folgen in Kürze.

Thüringen Rundreise 2021

Es war schon länger geplant: Eine Rundreise mit Fredericks vier Geschwistern zu den Kindheitsstationen ihrer Mutter. Alle Planungen und Buchungen für das Abenteuer „Viertägige Geschwisterreise – auf den Spuren unserer Mutter”, erledigt, konnte es Anfang September endlich losgehen. Wir fuhren mit dem Wohnmobil, Fredericks vier Geschwister incl. Hund Lilly mit der Bahn. Erstes Ziel und Treffpunkt war Saalfeld an der Saale. Da wir die Organisatoren für diese Reise waren und im letzten Jahr schon entsprechend recherchiert hatten, waren wir jetzt auch verantwortlich für den Empfang der Bahnreisenden am Saaler Bahnhof.

Grabow

So fuhren wir am 5. September mit dem Wohnmobil die erste Etappe (knapp 200 km) nach Grabow in Mecklenburg-Vorpommern. Von Grabow bekommen wir nie genug – der Stellplatz am Hafen an der Elde ist einfach toll, wie auch die kleine, historische Stadt mit der wunderschönen Kirche, den vielen restaurierten Gebäuden, den Gassen und Spazierwegen. So denken wohl viele Wohnmobil-Reisende, denn es sind doch meistens viele hier, frühes Kommen sichert den besten Platz.

Grabow Zentrum

Grabow Zentrum

Rathaus und Kirche Grabow

Rathaus und Kirche Grabow

Sonnenuntergang am Elde-Kanal

Sonnenuntergang am Elde-Kanal

Beleuchtete Kirche

Beleuchtete Kirche

Blattgoldkünstlerin

Blattgoldkünstlerin

Pößneck 1. Teil

Am nächsten Tag, 6. September fuhren wir weiter nach Pößneck in Thüringen (420 km). Hier wurde 1916 Fredericks Mutter geboren. Zentrumsnah gibt es einen ruhigen, kostenlosen Stellplatz. Uns blieb noch Zeit für einen entspannten Stadtbummel,den wir mit einem Essen in einem thailändischen Restaurant in der Fußgängerzone beendeten. Am nächsten Vormittag stand der Besuch des Stadtmuseums (Museum642, das sich über drei Häuser erstreckt) auf dem Progamm. Pößneck ist auch wieder so eine  Stadt mit viel Geschichte. Hier wird sie in drei geschichtsträchtigen Gebäuden in Szene gesetzt. Auch die Touristen-Information befindet sich dort. Wir empfehlen auf jeden Fall den Besuch bei beiden.

Simpson Mopeds

Simpson Mopeds

Pößneck Marktplatz

Pößneck Marktplatz (man beachte die Schräge)

Töpferwerkstatt in Pößneck

Töpferwerkstatt in Pößneck

Brunnenfigur am Markt

Brunnenfigur am Markt

Stadtbibliothek

Stadtbibliothek

Pößneck wurde nach der Wende von Grund auf saniert. Mittelpunkt ist das wunderschöne Rathaus am Marktplatz, das man sich nicht nur von außen, sondern auch innen ansehen sollte. Etwas ungewöhnlich ist die enorme Schräge des Marktplatzes (bis zu 20%). Da muss man schon fit sein, eher nichts für alte Leute … Am frühen Nachmittag fuhren wir etwa 25 Minuten nach Saalfeld, um Fredericks Geschwister am Bahnhof abzuholen. Für die Vier plus Lilly, Heidis kleinen Hund, hatten wir für eine Übernachtung direkt am Markt in Saalfeld Hotelzimmer reserviert. Wir selbst übernachteten auf dem kostenlosen Stellplatz am Freibad. Auch dieser Platz war uns aus dem Vorjahr vertraut. Zu Fuß sind es von dort etwa 20 Minuten in die Stadt.

Feengrotten in Saalfeld

Die Geschwister kamen gut gelaunt und pünktlich an. Sie hatten auch gleich schon eine Idee (empfohlen vom Taxifahrer) parat: Den Besuch der Saalfelder Feengrotten. In dieses ehemalige Bergwerk durfte natürlich kein Hund hinein, deshalb verzichtete Fredericks Schwester Heidi und erkundete stattdessen die für Hundenasen interessantesten Ecken der Innenstadt.

Wir anderen fuhren bzw. wanderten die 30 Minuten Fußweg zum Schaubergwerk und durften dann an der letzten Besichtigung des Tages teilnehmen. Und das OHNE Masken! Denn unten im Berg war es so kalt, dass die Coronaviren nicht überleben können (sagte uns der Bergführer). Trotzdem war eine gewisse Verkleidung zur Belustigung aller und zum Schutz der eigenen Kleidung und der Köpfe (niedrige Decken) vonnöten.

Wir folgten dem Bergführer tief hinein in den Stollen. Dort konnten Stalagmiten (von unten emporwachsender Tropfstein) und Stalagtiten (von oben wachsend) bewundert werden – wunderschön angestrahlt und geschickt ausgeleuchtet. Der Anblick der schönsten Grotte mit dem davor liegenden See war stimmungsvoll mit Musik untermalt, ein traumhaftes Erlebnis, das Fotos nur spärlich wiedergeben können.

Feengrotte

Feengrotte

Feengrotte

Feengrotte

185 m langer Stollen

185 m langer Stollen

Pausenbereich für Grubenarbeiter

Pausenbereich für Grubenarbeiter

Abendessen im Ratskeller von Saalfeld

Abendessen im Ratskeller von Saalfeld

Ein gemeinsames Abendessen und gemütliches Beisammensein im Ratskeller schloss den ersten spannenden Tag ab.

Am nächsten Morgen frühstückten wir alle zusammen im Hotel, bummelten noch einmal durch das Zentrum des schönen Saalfelds (Hund Lilly erkannte freudig die eine oder andere Ecke wieder). Dann ging es weiter nach Pößnecks.

Pößneck 2. Teil

Dort galt unser erster Halt der Schokoladenfabrik Berggold, uns beiden gut bekannt aus dem Vorjahr. Wir hatten dieses Mal eine Führung gebucht, um mehr über die Firma zu erfahren. Leider musste unser Hündchen Lilly auch hier wieder draußen bleiben. Frauchen Heidi erkundete also mit der Fellnase draußen das Gelände.

Wir anderen lernten dank einer jungen, engagierten Mitarbeiterin viel über Süßigkeiten, Schokoladen und Firmenpolitik und schlossen den Besuch mit einem Einkauf im angeschlossenen Lädchen ab. Von Geleebananen über Cognacbohnen bis hin zu Pfefferminztalern und Geleefrüchten alles vertreten. Schnell waren wir verführt und schleppten dann ein paar Tüten zu unseren Fahrzeugen. Es war ein heißer Septembertag … also schnell aufessen oder unseren Kühlschrank im Wohnmobil zum Aufbewahren nutzen!

Warenautomat für Schokolade

Warenautomat für Schokolade

Das "Berger Lob"

Das “Berger Lob”

Führung in der Schokoladenfabrik

Führung in der Schokoladenfabrik

Gegenüber der Schokoladenfabrik ist ein Friedhof gelegen. Auch ihn kannten wir aus dem Vorjahr und wollten den Geschwistern unbedingt die monumentalen Grabstätten zeigen, die man so gar nicht erwartet hätte. Dazu muss man wissen, dass der Ort Pößneck im 19./20. Jahrhundert ein großer Industriestandort war. Verstorbene Firmengründer und Fabrikbesitzer hatten auf diesem Friedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden und ihre Familien wollten, dass sie auch hier noch gesehen würden. Ihnen wurde also ein Denkmal gesetzt. Die Anzahl dieser Grabstätten ist groß und beeindruckend. Das muss man mal gesehen haben.

Grab des Industriellen Gustav Schütze

Grab des Industriellen Gustav Schütze

Grab des Firmengründers Robert Berger

Grab des Firmengründers Robert Berger

Pößnecker Rathaus

Pößnecker Rathaus

Foyer des Rathauses

Foyer des Pößnecker Rathauses

Nach der Friedhofsbesichtigung fuhren wir ins Zentrum, wo das schöne Rathaus zu besichtigen ist. Dies war für unsere Familie  von Bedeutung: Hier hatte Fredericks Großvater die Geburt seiner Zwillingstöchter angezeigt, das vierte Kind, die Erstgeborene, Fredericks Mutter und ihre Schwester als Nummer 5. Wir standen hier nun an einem sonnigen Septembertag. Unsere Gedanken wanderten zurück an die sicherlich schwere Zeit dieses Geburtsdatums, 16. Januar 1916. Das war im Hunger- und Kriegsjahr des 1. Weltkireges (1914-1918). Auf Mutters Spuren wanderten wir durch den Ort, vorbei an schön restaurierten Häusern bis zu der Adresse des Geburtshauses der Mutter in der Neustädter Str. Dort fanden wir nur noch einen Bauplatz vor, auf dem einst  Mutters Geburtshaus gestanden hat. Das Gebäude war wohl nicht mehr zu retten gewesen und mittlerweile abgerissen. Trotzdem machten wir ein Erinnerungsfoto auf dem Gelände.

Eisenach

Im Zentrum kehrten wir auf  Kaffee und Kuchen ein, bevor wir zu unserem  nächstes Ziel aufbrachen, Eisenach. Immerhin war es noch eine Fahrt von zwei Stunden. Auch hier folgten wir immer noch Mutters Spuren, denn die Familie hatte  einige Jahre in Eisenach gelebt, die mittlerweile 10 Kinder waren dort in die Schulen gegangen.

Wir fuhren den stadtnahen Wohnmobilstellplatz an (es gibt zwei, der nähere war besetzt, der zweite nicht viel weiter entfernte liegt etwas ruhiger am Rande. Die Geschwister nahmen ihre Zimmer im (für zwei Nächte) vorgebuchten City Hotel ein.

Der Tag war spannend genug gewesen. So ließen wir den Abend mit einem schönen Abendessen in einem Gartenrestaurant mitten in der Stadt ausklingen. Das war eine nachträgliche Geburtstagseinladung (zum 70. von Schwester Johanna). Diese Reise war dann auch ein Geburtstagsgeschenk für Johanna.

St. Georgenkirche Eisenach

St. Georgenkirche Eisenach

Gemeinsames Abendessen beim Italiener in Eisenach

Gemeinsames Abendessen beim Italiener in Eisenach

Am nächsten Morgen brachen wir nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel zu unserer Erkundungstour in Eisenach auf. Am schönen Gebäude des Lyzeums, das die Mutter besucht hatte vorbei, den Hügel hinauf zum ehemaligen Wohnhaus der Familie, das auch heute noch, gut erhalten, in einer alten Villengegend steht. Ein schöner Weg durch das alte Eisenach. Das Haus – das ein Onkel der Geschwister als Vierzehnjähriger gemalt hatte – sah beinahe noch genauso aus wie damals. Eine Freude für uns alle, es so gut renoviert und erhalten zu sehen!

Nach diversen Schnappschüssen ging es wieder hinunter in die Stadt zum nächsten Ziel, dem Geburtshaus von Johann Sebastian Bach, heute ein Museum.

Das Haus der Großeltern von Frederick

Das Haus der Großeltern von Frederick

Staatstheater Eisenach

Staatstheater Eisenach

Das Bachhaus

Da so ein Museum für Hunde nicht sehr interessant ist und für Lilly der Zugang sowieso nicht erlaubt war, führten wir das Hündchen aus und gönnten den Geschwistern den Besuch dieses wunderbaren, interessanten Hauses. Wir hatten das Bachhaus im Vorjahr bereits besucht und waren damals begeistert von Bachs Geburtshaus und dem neuen, angeschlossenen Museum. Es gilt als das größte Bachmuseum der Welt.

Die fünf Geschwister vor dem Bachmuseum

Die fünf Geschwister vor dem Bachmuseum

Zeitgenössische Streichinstrumente im Bachmuseum

Zeitgenössische Streichinstrumente im Bachmuseum

(Bach 31. März 1685 – 28.Juli 1750). Nicht nur Komponist war er, sondern auch Kantor (Thomaskantor zu Leipzig),  Hofkonzertmeister, Violinist sowie Orgel- und Cembalovirtuose. Nebenbei hatte er 20 Kinder aus zwei Ehen, –  ja, so war das damals wohl. Leider war die Familie von der hohen Kindersterblichkeit zu der Zeit getroffen, einige der Kinder starben noch vor dem 3. Lebensjahr.

Eigentlich ist das Museum für einen Kurzbesuch zu schade, vollgepackt mit so vielen neuen Informationen. Zum Schluss war es entspannend,  20 Minuten der Musik Bachs lauschen zu dürfen, gespielt von Musikstudenten auf alten originalen Instrumenten (Orgel und Cembalo). Wunderschön! Wir selbst hatten uns diesen Hörgenuss  ja schon im letzten Jahr gegönnt.

Jetzt kamen wir mit Lilly wieder zu unserer Truppe hinzu, in den traumhaften kleinen Bachgarten, wo auch die Hündin mit hinein durfte. Bei Kaffee und einem Bachkeks (alles mit „Bach“ hier …) erholten wir uns von allen neuen Eindrücken und Erlebtem, bevor es weiterging zum Lutherhaus.

Das Lutherhaus

Zum Glück liegen alle diese Attraktivitäten, die man in Eisenach besichtigten möchte, nicht weit auseinander. So war es nur ein kurzer Spaziergang zu einem der ältesten und schönsten Fachwerkhäuser Thüringens, dem Lutherhaus. Martin Luther, der große Reformator (1483 in Eisleben geboren, dort 1546 verstorben) hatte die prägendsten Jahre seiner Schulzeit von 1498 bis 1501 an der Eisenacher Lateinschule verbracht und im heutigen Lutherhaus der Familien Cotta und Schalbe gelebt. Die preisgekrönte

Dauerausstellung „Luther und die Bibel” verlangt den Besuchern so einiges ab. Auch hier ist es ein viel zu kurzer Besuch, ein Einstieg sozusagen. Gerne will man wiederkommen und das Wissen um Luther vertiefen. Es wartete ja noch etwas auf uns: Die Wartburg, Besuch am nächsten, unserem letzten gemeinsamen Tag …

Toll restauriertes Fachwerkhaus in der Altstadt

Toll restauriertes Fachwerkhaus in der Altstadt

Lutherhaus Eisenach

Lutherhaus Eisenach

Ein gemeinsamer Stadtbummel mit einem frühen Abendessen beschloss nicht ganz diesen Tag. Alle waren noch motiviert genug, das gute Wetter zu nutzen. Die Geschwister fuhren am späten Nachmittag zur Panoramastraße nahe der Wartburg oberhalb der Stadt, um ein gemeinsames  Foto „Wartburg by Night” zu schießen. Wir beide wollten zu Fuß mit Kamera dort hinlaufen und uns irgendwo mit ihnen treffen. Da hatten wir uns aber gehörig verschätzt und kamen zu Fuß an einer ganz anderen Stelle heraus. Der Panoramaweg lag auf der anderen Seite des Tales, ca. 3,5 km entfernt. Schade, es war mittlerweile im Wald dunkel geworden  und wir mussten zurück. Trotzdem  war der ausgeschilderte Wanderweg (von denen es einige unterschiedliche gibt) ein schöner gewesen. Aber von der Burg selbst hatten wir nichts gesehen, die lag  noch weiter oben, hinter Bäumen versteckt .

Wieder zurück beim Wohnmobil angekommen, entdeckten wir – zu unserer großen Überraschung  – von unserem Platz aus die angestrahlte Burg und so konnte Frederick doch noch ein schönes Foto machen.

Die Wartburg

Die beleuchtete Wartburg (vom 5 km entfernten Stellplatz aus fotografiert)

Die beleuchtete Wartburg (vom 5 km entfernten Stellplatz aus fotografiert)

Wartburg im Abendlicht (Foto: H. Dietrich Habbe)

Wartburg im Abendlicht (Foto: H. Dietrich Habbe)

Am nächsten Tag (Freitag, der 10. September) nahmen wir uns nach dem gemeinsamen Frühstück im Hotel den Besuch der Wartburg vor. Da auch an diesem Tag die Stunden gezählt waren (die Bahnfahrt der Geschwister zurück nach Norddeutschland war für 15 Uhr vorgesehen), entschieden wir uns für den Bus auf die Wartburg. Bei strahlendem Wetter setzte der Busfahrer uns am letztmöglichen Halt für Großfahrzeuge aus. Das letzte Stück konnte entweder zu Fuß oder mit dem Kleinbus zurückgelegt werden.  Die Lage dieser Burg- um 1067 gegründet –  ist ein Traum! Eine Freude für jeden Fotografen!

Das burgentypische Festungswerk tritt hinter einer repräsentativen Architektur zurück. Auch hier leider wieder kein Zugang für Hunde, wenn sie – wie Lilly – auch noch so klein sind. Es dämmert uns so langsam, weshalb wir uns kein Haus- bzw. Wohnmobiltier anschaffen …

Wir anderen stürzten uns (zu Corona-Zeiten, aber wir alle waren ja zweifach geimpft) in den Besucherstrom, ins Innere der Burg. Seit 1999 gehört sie zum Welterbe der UNESCO.

Am 14. Mai 1521 wurde Martin Luther, der die Kirche reformieren wollte, zu seinem Schutz „überfallen“ und auf die Wartburg gebracht. Er hatte sich durch seine 95 Thesen, die er in Umlauf gebracht hatte, Feinde gemacht. Im Schutze der Burg gelang es dem streitbaren Reformator, ab Dezember 1521 mit der Übersetzung der Bibel, des Neuen Testamentes, ins Deutsche, zu beginnen. Endlich konnten wir nun einmal die berühmte Lutherstube in Augenschein nehmen (Fotografieren verboten, in allen Räumen, leider!). Daher hier nur Außenaufnahmen der Wartburg.

Aussicht von der Wartburg Richtung Eisenach

Aussicht von der Wartburg Richtung Eisenach

Die fünf Geschwister vor der Wartburg

Die fünf Geschwister vor der Wartburg

Allés in allem ein lohnenswerter Besuch, ob man nun religiös ist oder nicht. Das Leben und Wirken Luthers bis in unsere Zeit hinein ist und bleibt ein hochintressantes Thema.

Draußen vor der Burg erwartete uns als krönender Abschluss das Angebot von echten Thüringer Bratwürsten. Das konnten wir natürlich nicht ablehnen.

Per Bus bzw. zu Fuß – jeder wie er wollte – ging es zurück in die Stadt. Kurze Zeit später winkten wir am Bahnhof den Geschwistern ein Good Bye (schön war es gewesen!)  und liefen zurück zum Stellplatz. Aus der Stadt klang Musik. Wir wurden neugierig. Da wir sowieso noch eine Nacht in der Stadt verbringen wollten, machten wir uns auf in die Innenstadt, um das dortige lustige Treiben noch mitzuerleben. Es war ein traditionelles Volksfest, das an diesem Abend stattfand.

Links das Stadtschloss, in der Mitte das alte Rathaus

Links das Stadtschloss, in der Mitte das alte Rathaus

Verschnaufpause am Wohnmobil

Verschnaufpause am Wohnmobil

Diese besondere Geschwisterreise wird uns alle lange in guter Erinnerung bleiben. Das Schönste ist, dass uns dieses Erlebnis im diesem 2. Corona-Jahr möglich war und wir die Tour nicht länger aufschieben mussten! Unsere Erinnerungen wurden in Gemeinschaftsarbeit in einem Fotobuch für unsere Familien festgehalten.

Bad Hersfeld 11.- 12.9.

Wir fuhren nicht direkt zurück nach Bad Malente, sondern wir hatten noch für Montag, den 13. September einen Werkstatttermin in Schöllkrippen bei Aschaffenburg vereinbart.

Da wir zwei Tage zu überbrücken hatten, legten wir auf dem Weg nach Schöllkrippen einen kleinen Zwischenstopp in der Kur- und Festspielstadt Bad Hersfeld (etwa 30.000 Einwohner) ein. In schriftlicher Überlieferung wurde der Ort schon im Jahre 736 erwähnt, erlangte 1142 größere Bedeutung als Marktflecken und erhielt 1170 endlich auch Stadtrechte. Leider gab es auch hier nicht lange Frieden. Machtkämpfe zwischen der Stadt und der Abtei störten die Ruhe des Volkes. 1439 wurden große Teile der Stadt durch Brand zerstört. Der Wiederaufbau begann, Gebäude der Abtei wurden im Stil der Weserrenaissance aus- und umgebaut. Noch heute kann man einige in der Altstadt bewundern (ehemalige Münze, Schloß Eichhof).

Ruine der Abtei

Ruine der Abtei in Bad Hersfeld

Museum neben der Ruine der Abtei

Museum neben der Ruine der Abtei in Bad Hersfeld

Es grenzt an ein Wunder, dass es noch alte Fachwerkhäuser gibt, nachdem es über die Jahrhunderte durch den Deutschen Bauernkrieg (1525), den 30 jährigen Krieg, den Siebenjährigen Krieg und durch die napoleonischen Besatzungstruppen zu Verwüstungen und Brandschatzungen kam. Bad Hersfeld entging der völligen Vernichtung durch napoleonische Truppen, indem der badische Oberstleutnant Lingg Napoleons Befehl nur wörtlich ausführte. Dieser lautete: Die Stadt an allen vier Seiten anzünden! Er tat dies, indem er vier einzeln stehende Gebäude anzünden ließ, so dass die Flammen nicht auf die ganze Stadt übergriffen.

Im November 1938 schrieb Hersfeld mit dem Niederbrennen der Synagoge unrühmlich Geschichte: Die Stadt war die erste in Deutschland, in der im Rahmen der Novemberpogrome ein jüdisches Gotteshaus zerstört wurde. Ab 1945 wurde Hersfeld Garnison der U.S.-Armee. Seit 1949 darf die Stadt sich “Bad” nennen und ist seit 1963 hessisches Staatsbad. Hier finden die Bad Hersfelder Festspiele (Opernaufführungen, Konzerte, Theater) statt. Der kürzlich verstorbene Schauspieler Volker Lechtenbrink wirkte hier einige Jahre als Intendant und hat dank seiner Persönlichkeit Spuren in den Herzen der Bad Hersfelder hinterlassen. Leider hat “unser Volker”, Hamburger Kulturgut, am 22. November im Alter von 77 Jahren diese Welt verlassen. Was bleibt, wird seine Stimme sein, die wir aus vielen Dokumentarserien kennen, ihn als Symchronsprecher immer leicht identifizieren,  ihn aus Theater und Film kennen, –  und letztendlich  sind es auch seine Lieder aus den Jahren, in denen er als Sänger unterwegs war.

Bad Hersfelder Rathaus

Bad Hersfelder Rathaus

Altstadt Bad Hersfeld

Altstadt Bad Hersfeld

Statue von Bischoff Lullus

Statue von Bischoff Lullus

Wir fanden in Bad Hersfeld einen ruhigen Stellplatz am Sportplatz, in fußläufiger Distanz zum historischen und geschäftlichen Zentrum und waren schon bald auf dem Weg dorthin. Es herrschte schönstes, recht warmes Wetter und auf uns wartete viel Geschichte. Unser erstes Ziel war die alte Klosterstiftsruine, in der heute häufig kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Der anschließende Bummel durch die Altstadt mit ihren vielen schönen Fachwerkhäusern machte uns hungrig. Da es in den frühen Abendstunden zum Draußensitzen zu kühl wurde, entschieden wir uns, im Wohnmobil zu kochen.

Da sonntags in der Stadt die meisten Geschäfte geschlossen sind und auch Museen und andere kulturelle Einrichtungen wegen Corona dicht waren, beließen wir es am heutigen Sonntag bei einem weiteren Rundgang im Innenstadtbereich und machten es uns danach vor dem Wohnmbil gemütlich. Der Betrieb auf dem Sportplatz störte uns nicht. Mit viel Lesen, zwischenzeitlichen Kaffeepausen und Mittagsschläfchen verging so der Tag.

Moderne Kita nahe der Altstadt

Moderne Kita nahe der Altstadt

Stellplatz am Sportplatz

Stellplatz am Sportplatz

Montag, 13. September 2021
Werkstatttermin und Rückreise

Pünktlich kamen wir in der Werkstatt in Schöllkrippen an. Dort sollte von der Firma FraRon unsere Starterbatterie mit der Photovoltaikanlage gekoppelt werden. Das soll bewirken, dass die Starterbatterie bei langen Standzeiten (besonders im Winter) gepuffert wird. Bei längeren Standzeiten verlieren Batterien langsam an Spannung und fallen im Extremfall aus. Durch das Nachladen über die Photovoltaikanlage wird das vermieden.

Da Frederick das Thema bereits vorab mit den Werkstattleuten besprochen hatte, ging der Einbau schnell vonstatten und wir zogen von dannen – Hannoversch Münden war das Übernachtungsziel. Die Fahrt dorthin dauerte zweieinhalb Stunden. Um 18.30 Uhr erreichten wir den Stellplatz am Zusammenfluss von Werra und Fulda, direkt neben der Altstadt. Die Suche nach einem freien Platz gestaltete sich schwierig. Auf dem regulären Stellplatz war alles belegt und wir mussten uns auf dem nebenliegenden, fast vollen PKW-Parkplatz zwischen PKW’s zwängen. Nicht ideal, aber günstig gelegen – nur fünf Minuten zu Fuß in die historische Altstadt.

Dorthin zog es uns sofort. An den tollen, sehr gut erhaltenen Fachwerkbauten kann man sich gar nicht sattsehen. Das mittlerweile einsetzende Dämmerlicht ermöglichte zudem einige schöne, atmosphärische Fotos.

Kirchplatz in der Abenddämmerung

Kirchplatz in der Abenddämmerung

Abendliche Altstadt Hann. Münden

Abendliche Altstadt Hann. Münden

Trotz der vielen Fahrzeuge um uns herum, war es eine ruhige Nacht. Nach dem Frühstück am nächsten Morgen begaben wir uns noch auf eine etwas längere Besichtigungstour, auch um den näheren Umkreis der Stadt besser kennenzulernen und das schöne Wetter für Fotos auszunutzen.

Die Alte Werrabrücke in Hann. Münden

Die Alte Werrabrücke in Hann. Münden

Fußgängerbrücke über einen Arm der Fulda

Fußgängerbrücke über einen Arm der Fulda

Altstadtgasse

Altstadtgasse

Statue des Dr. Eisenbarts

Statue des Dr. Eisenbarts

Rathaus von Hann. Münden

Rathaus von Hann. Münden

Am frühen Nachmittag ging’s dann auf die Autobahn Richtung Malente.

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