Helgoland

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Mittwoch, 10. Mai 2017

Gestern Abend waren wir im „Knust“ in Hamburg St. Pauli. Dort trat unser Sohn Oliver mit seiner Band „Free World Fukkazz“ in einem Bandwettbewerb auf. Die Band erspielte sich einen respektablen dritten Platz unter 10 Teilnehmern. Hier eine Kostprobe der Band: https://youtu.be/MocQmubxO20.

Mit der U-Bahn fuhren wir gegen 0.30 Uhr zurück nach Langenhorn-Nord und übernachteten im dort geparkten Dethleffs. Heute Morgen verbrachten wir noch Zeit mit unserem Enkel Tammo, bevor wir in Richtung Büsum aufbrachen. Leider war der Parkplatz am Helgoland-Kai noch gesperrt, so dass wir das Wohnmobil am gegenüberliegenden Kai parkten und dann bei schönem Wetter einen Rundgang durch Büsum machten. In der Innenstadt wurde Live-Musik geboten, die wir uns eine Weile anhörten.

Fischkutter in Büsum

Büsumer Hafen

Statt einer Bratwurst in der Fußgängerzone entschieden wir uns für ein Abendessen im Wohnmobil.

Donnerstag, 11. Mai 2017 (30. Hochzeitstag)

Frühes Aufstehen war angesagt, da unser Schiff nach Büsum um 9.30 Uhr ablegen sollte. Auch das Wohnmobil musste auf den offiziellen Parkplatz umgeparkt werden, der heute Morgen ab 8 Uhr wieder geöffnet war. Ursprünglich war eine stürmische Überfahrt vorhergesagt, aber glücklicherweise hatte sich der Wind gelegt. Sohn Oliver und Schwiegertochter Mahlie hatten Anne zum Geburtstag einen Gutschein für eine Bootsfahrt von Hamburg nach Helgoland geschenkt. Da wir auf der Insel übernachten wollten, um unseren Hochzeitstag zu feiern, gestaltete es sich etwas schwierig, die Fahrt von Hamburg aus zu unternehmen. Daher entschieden wir uns für die Fahrt von Büsum, wo es wesentlich leichter war, das Wohnmobil zu parken und auch dort zu übernachten. Die Fahrt mit dem Katamaran von Hamburg heben wir uns für eine Tagestour im August  auf.

An Bord machten wir es uns gemütlich, das Schiff war gerade am Ablegen, als Anne der Einfall kam, ob das Wohnmobil abgeschlossen sei. Ja, wie soll man das denn bejahen können. Der Druck auf den Knopf der Zentralverriegelung ist ein automatischer. Ich war zwar überzeugt, ich hatte abgeschlossen, aber 100 % sicher? Aber jetzt war auf einmal Unsicherheit gesät. Dann sprach Anne mit einem Besatzungsmitglied und schilderte die Situation. Man bot ihr an, nach der Rückkehr nach Büsum am selben Nachmittag zu überprüfen, ob das Wohnmobil verschlossen war. Dazu musste natürlich der Schlüssel aus der Hand gegeben werden. Aber das erschien uns dann das kleinere Risiko.

Verglichen mit unserer Überfahrt im letzten Jahr ging es diesmal mit der „Funny Girl“ etwa 40 Minuten schneller. Während der Fahrt wurde angeboten, direkt vom Schiff zur Düne überzusetzen. Das nahmen wir gern an, da wir ja auf Helgoland übernachten wollten und daher genügend Zeit für weitere Entdeckungen auf der Insel selbst blieb.

Börteboot für die Überfahrt zur Düne

Börteboot für die Überfahrt zur Düne

Auf dem Weg zur Düne

Nach der Ankunft auf der Düne waren wir nicht so sicher, wie wir vorgehen sollten. Da kam uns Patricia, eine Fremdenführerin gerade recht. Sie wartete vergeblich auf eine angekündigte Gruppe und bot uns eine kostenlose Führung an. Das war natürlich toll. Kurz bevor wir uns auf den Weg machten kam doch noch ein Boot mit ihrer Truppe an der Pier an. Aber Patricia stand zu ihrem Angebot und nahm uns trotzdem mit. Als erstes sahen wir die Kegelrobben am Nordstrand – hunderte von ihnen aalten sich im Sand. Man darf nicht näher als 30 m an die Tiere heran, um sie nicht aufzuschrecken und auch selbst nicht von ihnen attackiert (sie schützen ihre Jungen) zu werden, Robben können schnell sein! Patricia führte uns quer durch die Dünen, vorbei am Flughafen. Auf dem Weg zum Südstrand kamen wir an einem kleinen Süßwasserteich vorbei, einer richtigen Idylle für die Welt der Wasservögel der Düne.

Kegelrobben am Nordstrand der Düne

Kegelrobben am Nordstrand der Düne

Kleiner Süßwasserteich inmitten der Düne

Am Südstrand angekommen, verabschiedeten wir uns von Patricia mit einem kleinen Spende. Sie hatte uns viel über die Düne und ihre Flora und Fauna erzählt, was wir bei einer Wanderung ohne Führung nie erfahren hätten. Wir wollten noch ein wenig nach besonderen Steinen suchen, denn auf Helgoland gibt es  Flintsteine mit rotem Kern und wir hatten einen Auftrag von Annes Schwester Eva, einen mitzubringen. Aber die Suche gestaltete sich schwierig, da die Flintsteine mit rotem Kern nicht leicht auszumachen sind, denn von außen sehen sie beinahe alle gleich aus, wie die grauen Steine …

Dünenlandschaft am Südstrand

Der Leuchtturm am Südstrand

Der Leuchtturm am Südstrand

Aufschlagen darf man die Steine hier auf der Düne nicht, da die dabei anfallenden feinen, spitzen Splitter eine Gefahr für die Seehunde und Robben darstellen. Für uns wurde es Zeit, die Düne zu verlassen, denn wir mussten ja noch im Hotel Miramar einchecken. Abends wartete ein Essen aus Anlass unseres 30. Hochzeitstages im Aquarium-Café auf uns. Dafür hatten uns Mahlie und Oliver einen Gutschein geschenkt zu meinem Geburtstag.

Nach Ankunft auf Helgoland waren es nur 200 m bis zum Miramar, einem kleinen, aber feinen Hotel mit Blick aufs Meer und die Düne.

Blick vom Hotelfenster auf die Düne

Blick vom Hotelfenster auf die Düne

Der innere Hafen

Wir checkten ein und machten uns auf zu einer Entdeckungstour des Hafenbereichs und der bunten Hummerbuden, traditionell so benannt, aber heute meist ohne Hummer Es haben sich darin verschiedene kleine Geschäfte angesiedelt. Auf dem Weg kamen wir an der Büste von Hoffmann von Fallersleben vorbei, die am Hafen aufgestellt ist. Der Grund ist, dass der Dichter in der Mitte des 19. Jahrhunderts sich mehrmals auf der Insel aufhielt und während eines seiner Aufenthalte den Text für das Deutschlandlied schrieb.

Hummerbuden

Hummerbuden

Büste Hoffmanns von Fallersleben

Büste Hoffmanns von Fallersleben

Helgoländer Leuchtturm

Helgoländer Leuchtturm

Aber zuerst war ein Café-Besuch angesagt, denn unsere Mägen grummelten. Entsprechend gestärkt ging es dann weiter. In einer der Hummerbuden wurden tausende von Steinen ausgestellt, gefunden auf der Insel oder der Düne. Darunter auch viele aufgeschlagene mit rotem Flintkern. Nach telefonischer Rücksprache mit Schwager Lothar kauften wir für Eva dort einen der roten Flintsteine. Es gab auch schönen Schmuck daraus, hierzu war der rote Stein geschliffen und poliert worden. In einem kleinen Baumarkt – untergebracht in drei der Hummerbuden, erstanden wir ein paar Kleinteile, die wir für Befestigungen im Wohnmobil benötigten. Dann schlenderten wir zum Südhafen, um uns den dort festgemachten Katamaran „Halunder Jet“ anzuschauen. Denn damit würden wir ja unsere nächste Reise im August nach Helgoland unternehmen.

Auf dem Rückweg kamen wir an einer urigen Eckkneipe vorbei mit dem lustigen Namen „Bunte Kuh“. Im Biergarten davor stand eine lebensgroße Skulptur der bunten Kuh mit zwei kleinen, ebenso bunten Kälbern. Fanden wir lustig und gesellten uns dazu auf  ein Glas Wein.

Katamaran „Halunder Jet“

Kneipe „Bunte Kuh“

Mittlerweile war es bereits 18.30 Uhr und es wurde Zeit für unser Hochzeitstags-Essen im Aquarium Café. An sich hatten wir vorgehabt, dort Plätze zu reservieren, aber als wir am Nachmittag am Restaurant vorbei geschlendert waren, war es geschlossen. Als wir jetzt dort ankamen, teilte man uns mit, dass alles ausgebucht sei. Wie ärgerlich, denn unser Gutschein von Mahlie und Oliver galt für dieses Restaurant. Da es jedoch noch sehr früh war, bot man uns einen schönen Platz an mit dem Hinweis, dass dieser ab 20 Uhr wieder frei sein müsste, da reserviert.  Das war kein Problem für uns und wir bestellten zwei leckere Gerichte, die hervorragend schmeckten und die wir mit einem gut gekühlten Pinot Grigio hinunterspülten. Danke Mahlie und Oliver!

Frische Krabben mit Rührei – lecker!

30. Hochzeitstag auf Helgoland

Rechtzeitig verließen wir das Restaurant und begaben uns auf einen Verdauungsspaziergang im Hafenbereich.  Hier stöberten wir noch durch einige, auch jetzt noch geöffnete Geschäfte. Ein toller Tag! – und wir durften uns außerdem noch auf einen weiteren Tag auf der Insel freuen.

Freitag, 12. Mai 2017

Heute Morgen regnete es leider und die Vorhersage war auch nicht so rosig. Aber wir ließen uns deshalb nicht die Laune vermiesen und genossen erst einmal das fürstliche Frühstück im Miramar.

Was macht man an verregneten Tagen? Man besucht Museen, und das Helgoländer Museum war daher das perfekte Ziel für uns nach dem Frühstück. Mit Regenschirm bewaffnet schlenderten wir die wenigen Meter zum Museum, bezahlten den günstigen Eintritt von drei Euro pro Person in einer als Kassenhäuschen umfunktionierten Miniatur-Hummerbude und begaben uns auf eine Erkundungstour der Helgoländer Geschichte. Neben einer Miniaturausgabe des Dünen-Leuchtturms gibt es hier im Außenbereich noch weitere Hummerbuden im Kleinformat, in denen Interessantes aus der Helgoländer Geschichte ausgestellt wurde. Höchst interessant, und wir erfuhren einiges über die Insel, von dem wir bisher keine Ahnung hatten. Zum Beispiel waren die Hauptinsel und die Düne einstmals miteinander verbunden. Während der Neujahrsflut 1721 wurde die Verbindung zur Düne weggeschwemmt.

Außenbereich des Helgoländer Museums

Außenbereich des Helgoländer Museums

Die Nordostspitze Helgolands bei trübem Wetter

Die Nordostspitze Helgolands bei trübem Wetter

Nach fast zwei Stunden hatten wir uns mit genug Geschichtlichem vollgestopft und, da der Regen nachgelassen hatte, wagten eine Wanderung entlang des östlichen Teils der Insel, den wir bisher noch nicht erkundet hatten. Weil sich sich bei uns beiden  Hunger einstellte, steuerten wir dann ein Café an, bevor es wenig später dann zurück aufs Schiff ging. Als erstes eilte Anne zum Bordpersonal, um herauszufinden, wie es mit dem Überprüfen des Wohnmobils gelaufen war. Wie ich vermutet hatte, war es abgeschlossen. Anne erhielt den Schlüssel zurück und wir beide konnten aufatmen.

Es wurde auch diesmal eine sehr ruhige Fahrt zurück nach Büsum, wo wir gegen 18.30 Uhr ankamen. Das Wohnmobil stand glücklicherweise noch auf dem dem Schiff gegenüberliegenden Parkplatz. Wir hatten genug erlebt und machten uns einen ruhigen Abend im Wohnmobil. Morgen fahren wir weiter zum Nordostseekanal bei Rendsburg. Unser Fazit: Helgoland ist mehr als eine Tagesreise wert und es gibt mehr zu entdecken als üblicherweise vermutet.

 

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Showing 2 comments
  • Berte
    Antworten

    Nachträglich alles Gute zum 30. Hochzeitstag. Davon habt ihr gar nichts in Glückstadt berichtet. Euer Ausflug nach Helgoland hört sich sehr gut an. Ich war bestimmt 40 Jahre nicht dort.
    Jetzt denke ich mit Sehnsucht an euch in Cornwall.
    Liebe Grüße Berte

  • H. und C.-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Ihr Helgoland Erkunder!
    Nur zum Beweise dafür, daß wir auch diese Reise „miterlebt“ haben, kommentieren wir Euer Reiseabenteuer.
    Denn wir hatten ja die Ehre, das Erlebte aus Eurem Munde höchstpersönlich zu erfahren, als wir uns am Kanal
    trafen und uns dort in der „Alten Scheune“ Kaffee und Kuchen schmecken ließen!
    Lediglich die Bilder dieser Reise fehlten noch zur Abrundung der Geschichten – einfach Klasse!
    Wie immer – ein nettes Treffen und ein schöner Nachmittag!
    Viel Spaß in England!
    Helga und Assi

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