IKEA-Museum

 In 2017, Schweden

Mittwoch, 26. Juli 2017

IKEA Museum

Wir erwachten und waren gut ausgeschlafen, hatten wir doch frech wie Oskar, dem IKEA Gründer folgend, der sich selbst als geizig bis sparsam beschreibt, kostenlos auf dem großen Parkplatz des Ikea-Museums übernachtet. Leider so ganz allein, aber Älmhult ist ein ruhiges kleines Nest, da war nichts Negatives zu erwarten.

Übernachtung auf dem IKEA-Parkplatz

Übernachtung auf dem IKEA-Parkplatz

Das IKEA-Museum (ursprüngliches Einrichtungshaus)

Das IKEA-Museum (ursprüngliches Einrichtungshaus)

Dies sollte nun das Highlight unserer Museumsbesuche werden, das IKEA-Museum, das letztes Jahr im Sommer seine Eröffnung feierte. Ein Muss für jeden IKEA Fan, hatten wir gelesen. Wir gehören dazu, ist doch ein Teil unseres Ferienhauses auf Teneriffa mit Ikea Möbeln und Geschirr ausgestattet! Dort ist der Laden in Santa Cruz, wohin es uns immer wieder zum Bummeln, Schauen und Kaufen zieht …

Nach dem Frühstück marschierten wir los. Auch hier, Dank an den Gründer, genossen 60+Menschen einen kleinen Vorteil, statt 60 Kronen zahlten wir 55 pro Person….

Das Museum repräsentiert in einer riesigen Ausstellung die Geschichte des schwedischen Möbelhandels IKEA und seines charismatischen Gründers, Ingvar Kamprad. Ikea steht für die Anfangsbuchstaben seines Vor- und Zunamens I=Ingvar, K=Kamprad), des Bauernhofes, auf dem er geboren wurde (E=Elmtaryd) und seiner Kirchengemeinde (A=Agunnaryd). Schon gewusst?

Die ersten zerlegt zur Mitnahme-Möbel gab es bereits 1953.  Dadurch wurden Transportkosten und eventuelle Kosten bei Schäden durch Auslieferung eingespart und IKEA konnte Möbel billiger anbieten.

Wohnzimmer im Zebra-Designs

Wohnzimmer im Zebra-Designs

IKEA Möbel in farbigen Einzelteilen

IKEA Möbel in farbigen Einzelteilen

Das Museum ist im selben Gebäude untergebracht, in dem der erste IKEA Laden 1958 eröffnete! Wir liefen durch die verschiedenen Entwicklungsstadien der Firma, alles bestens erklärt und lauschten den vielen Interviews, die mit Ingvar Kamprad geführt worden waren. An dieser Stelle müssen wir aber darauf hinweisen, dass alle Information, geschriebenes sowie Video nur auf Schwedisch und Englisch angeboten wird. Für diejenigen, die Englisch nicht beherrschen, kann es etwas frustrierend sein. Im Internet wurde dieses Manko bereits häufig kritisiert.

Hier hängt ein Schlafzimmer an der Decke

Hier hängt ein Schlafzimmer an der Decke

IKEA Textil-Design

IKEA Textil-Design

Wie in den heutigen Läden gab es 20 verschieden eingerichtete Räume in der Mode der jeweiligen Zeit zu bewundern.Einige alte Wegbegleiter trafen wir, z. B. das Billy-Regal. Kamprad hatte immer Schwierigkeiten, sich Zahlen (Bestellnummern) zu merken. Da kam er auf die Idee, den Möbeln und was sonst noch so in den Läden verkauft wird, Namen zu geben. Wie er überhaupt nur aus guten Ideen zu bestehen schien, dieser rast- und ruhelose Mensch. Seine Wurzeln liegen übrigens in Deutschland, in Thüringen, väterlicherseits. Er berichtete, dass er sich jeden Abend fragte, ob er genug getan habe, sein bestes gegeben hätte und ob da nicht noch irgendetwas hätte verbessert werden können. Und diese Fragen ein Leben lang.

Heute ist er 91 Jahre alt und lebt (seine von ihm über alles geliebte Frau Margaretha ist leider bereits 2011 verstorben) nach 30 Jahren in der Schweiz wieder „zu Hause“, in der Nähe von Älmhult. Sein Imperium hat er all die Zeit von der Schweiz aus regiert. Die drei Söhne sind seine Nachfolger. Ganz früh schon hatte er seine Mitarbeiter/innen mit in den Betrieb einbezogen und sah sie als Familie an. So fuhr er – als das noch möglich war und IKEA noch ganz klein war, mit ihnen und ihren Familien in den Urlaub nach Italien, nach Griechenland! Immer nur mit der Hälfte der Angestellten, die andere Hälfte musste ja die Stellung halten und „für zwei“ arbeiten! Er sicherte sich Loyalität und Vertrauen.

Staunend erfahren wir, dass Ingvar Kamprad bei all seinen Reisen nur ein einziges Mal „First Class“ geflogen ist, und das wegen eines dringenden Notfalls. Er hasst es,  unnötig Geld auszugeben, verabscheut Luxus und propagiert das ganz normale Leben. Erstaunlich, gehört er mit einem geschätzten Vermögen von 32 Mrd. Euro doch zu den reichsten Menschen der Welt.

Viele der Ausstellungen sind interaktiv, für Kinder wie für Erwachsene ein Spaß. Jeder kann sein eigener Designer sein und ruck-zuck Muster am Computer entwerfen, die sich im ganz in Weiß eingerichteten Raum widerspiegeln. Macht einfach Spaß! Toll ist auch, dass jeder sich in Positur bringen kann für die erste Seite des neuen IKEA Kataloges, einfach an den gedeckten Tisch setzen, bitte recht freundlich, und Click. Das Foto ist fertig. Noch mehr Spaß!

Wir auf dem IKEA Katalog-Titel

Wir auf dem IKEA Katalog-Titel

Wir lesen, schauen und spielen uns durch die Ausstellung, das Gestern, Heute und Morgen, das Auf und Ab im Leben eines Unternehmers. Es ist so interessant, dass wir uns erst nach über drei Stunden losreißen können. Wohin geht es dann wohl? Natürlich ins angeschlossene Restaurant, wo es fünf verschiedene Kötbullar-Gerichte gibt. Zwei davon probieren wir, lecker, das muss hier einfach mal sein!

Danach doch noch schnell in den Museums-Shop, in dem ein paar nette Dinge an den Mann/die Frau gebracht werden sollen, wir kaufen etwas für die Enkel.

An alle IKEA Fans: Nichts wie hin, es ist wirklich eine einmalige Ausstellung. Man erfährt nebenbei auch viel über Schweden und seine Entwicklung zum Wohlfahrtsstaat in den letzten 60 Jahren. Nur daran denken, dass es keine Erklärungen in deutscher Sprache gibt.

Schließlich wollten wir uns noch die Beine vertreten und den Ort Älmhult ein bisschen besser kennen lernen. Es blitzt nur so von Sauberkeit, wie in den meisten Städten, die wir besucht haben. Das Zentrum wird zur Zeit vollkommen erneuert. Noch ist es eine Baustelle, doch im nächsten Jahr wird es bestimmt toll aussehen. Im Touristenbüro half uns ein junger Mann in nahezu perfektem Deutsch mit einer kleinen Broschüre weiter. Ja, es gibt noch mehr zu sehen hier: der See Möckeln mit seiner wunderschönen Landschaft, ein Kunstpfad durch den Ort, kleine hübsche Höfe wie Carl von Linnés Råshult (Carl von Linné war ein Naturforscher und Arzt).  Das werden wir uns auf der nächsten Reise ansehen.

Wir spazierten dann zurück zum Wohnmobil und fuhren weiter zum nächsten Halt, nach Råå nahe Helsingborg, wo wir bereits einige Male waren. Frederick versuchte noch einen Schwenk nach Helsingborg, dieser wunderbaren Stadt, gegenüber vom dänischen Helsingör gelegen. Aber der Parkplatz für Wohnmobile, direkt am Meer am Hafen gelegen, war proppenvoll. Es passte kein Blatt Papier mehr (Anne übertreibt etwas) zwischen die vielen Wohnmobile. Also ab auf den Stellplatz ins Fischerdorf, dort wollten wir uns ja am nächsten Tag sowieso mit unseren Freunden treffen. Nur sieben Kilometer von Helsingborg entfernt, und doch soviel netter und beschaulicher. Hier gab es noch genügend Plätze und wir richteten uns ein für die Nacht. Noch schnell Abendbrot gemacht und dann Erholung vom „anstrengenden“ Besichtigungs-Marathon … hier lässt es sich aushalten!

Köttbullar-Essen

Köttbullar-Essen

Traditionelle Architektur im Zentrum von Älmhult

Traditionelle Architektur im Zentrum von Älmhult

Jönköping - Älmhult

Jönköping – Älmhult

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