Västervik

 In 2016, Schweden

Samstag, 6. August 2016
Frühstück mit Anne und Anders und Weiterfahrt nach Västervik

Anne und Anders hatten uns auch noch zum Frühstück in ihrem schönen typischen Schwedenhäuschen eingeladen, obwohl sie selbst erst seit zwei Tagen aus Torrevieja/Alicante in Spanien zurück waren. Annes Tochter hat sich dort ein Apartment gekauft, um ab und zu dem langen Winter entfliehen zu können. Die Reise per Wohnmobil – einmal Spanien hin und zurück – hatte drei Wochen gedauert und die beiden durch Dänemark, Deutschland, Luxemburg und Frankreich geführt,  ca. 7000 km an Strecke und sehr viel Fahrerei! Die beiden wollten gleich nach dem gemeinsamen Frühstück wieder auf Reisen (im Umfeld!) gehen, hatten sie doch noch eine kostbare Urlaubswoche nach …. Für uns wäre so etwas nichts.

Klar, dass uns der Gesprächsstoff am Frühstückstisch nie ausging. Anne und Anders sprechen auch ein wenig Englisch und so war es für mich auch etwas leichter, der Unterhaltung zu folgen. Schließlich wollten wir aber weiter und verabschiedeten uns mit dem schwedischen Tschüss: „Hejdå“ und dem Versprechen, dass Anne und Anders uns im Frühjahr besuchen kommen. Zum Abschluss arrangierte Frederick noch ein Gruppenfoto.

Bei Anne und anders in Linkoeping

Bei Anne und anders in Linköping

St.Petri Innenraum

St.Petri Innenraum

Linköping - Västervik

Linköping – Västervik

Västervik war unser nächstes Ziel, eine Fahrt von etwa zwei Stunden. Wir fuhren zügig auf der Landstraße von Linköping nach Västervik dahin, bis es plötzlich zum Halt kam, ein Stau. Uns kam ein Feuerwehrauto entgegen, dass per Lichthupe warnte, also handelte es sich wahrscheinlich um einen Unfall weiter vorn. Wir übten uns wie alle anderen Fahrer in Geduld und schon bald löste sich der Stau auf. Tatsächlich schoben wir uns an einer Unfallstelle vorbei, da sah es schlimm aus! Auf der linken Straßenseite lag ein total verbeultes Auto in der Böschung auf dem Dach, rechts saßen auf einem Hügel eine verschreckte Mutter mit ihrem etwa 10-jährigen Jungen und wurden von einem Feuerwehrmann betreut. Wir konnten uns nicht erklären, wie es auf dieser geraden Strecke wohl zu diesem Unfall gekommen sein mag und waren froh darüber, dass es für Mutter und Kind offensichtlich glimpflich ausgegangen war. Es war der erste Unfall auf Schwedens Straßen, den wir während unserer Fahrten erlebt haben. Es geht hier eigentlich soviel ruhiger zu als in Deutschland,und es herrscht auch deutlich weniger Verkehr. Außerdem sind die Autofahrer in der Stadt Fußgängern gegenüber sehr rücksichtsvoll, wie wir immer wieder feststellen.

Vor den Toren Västerviks hielten wir auf dem Parkplatz des Ladens „Dollar Store“. Das ist eine Firmenkette in etwa mit dem „Dänischen Bettenlager“ vergleichbar. Wir wollten uns nach einem neuen Grill umsehen, fanden aber stattdessen dies und das für die Wohnung. Das mit dem Grill muss also noch warten!

Wir drehten eine Runde im Zentrum Västerviks und stellten fest, dass es dieses Mal keine Stellplätze am Hafen gab, weil dort alles für ein Sportfest aufgebaut worden war. Floorball wurde gespielt, eine Art Eishockey, jedenfalls sehen die Schläger ähnlich aus, nur dass sie aus Plastik sind. Wir fuhren weiter an der Hafenzeile vorbei in Richtung ausgewiesenem Stellplatz. Es ist immer hilfreich, wenn die Gemeinden das blauweisse Schild mit dem Wohnmobil drauf als Beschilderung wählen. Das wird schnell gesehen.

Und schon waren wir da, auf einem mit Schotter aufgefüllten Stellplatz direkt am Wasser. Platz gibt es für ca. 80 Wohnmobile, Übernachtungskosten 100 Schwedenkronen, also etwa 10,60 Euro, mit Strom 140 Kronen. Leider gibt es keine Sanitärräume und keine Ver- und Entsorgung. Wir fanden einen Platz in der dritten Reihe. Sofort wollten wir uns die Beine vertreten bei dem schönen Wetter und liefen Richtung Stadt, ein Fußweg von etwa 20 Minuten. Wieder kamen wir an dem Sportfest vorbei, Eintritt 50 Kronen pro Person. Das Geld wollten wir lieber für ein Eis ausgeben … Västervik ist ein toller und bei Touristen beliebter Ort. Entlang der Küste gibt es schöne Radfahr- und Spazierwege, das Zentrum ist hübsch gestaltet mit vielen Bänken, die am Wasser zum Verweilen einladen.

Västervik Stellplatz

Västervik Stellplatz

Västervik innerer Hafen

Västervik innerer Hafen

„Loppis“ – Flohmarkt war heute angesagt. Immer wieder ein Erlebnis in Schweden! Hier kann man wirklich noch alte Dinge finden, auch Wanduhren und Porzellan aus Omas Beständen. Uns zog es zum Eisladen, 30 Kronen für zwei Riesenkugeln, sehr lecker! Danach schauten wir uns noch einmal die beiden schönen Kirchen an. In die weiße konnten wir nicht hinein, weil eine Hochzeitsgesellschaft gerade heraus kam. Also zur roten Kirche, St. Petri, die auf einem Hügel liegt. Wie das Foto beweist, ist es ein einmalig schöner Backsteinbau.

St. Gertrud Kirche

St. Gertrud Kirche

Flohmarkt auf dem Großen Platz2

Flohmarkt auf dem Großen Platz

Und endlich die Möglichkeit zum Konzertbesuch, juchu, ein wenig Kultur. Um 18 Uhr gab das Jugend-Streichorchester aus Gamleby mit 30 Musikern ihr Sommerkonzert. Das konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Also zurück zum Wohnmobil, wo wir uns für 1 1/2 Stunden „verströmen“ wollten: Tagebuch schreiben und Bildbearbeitung warteten auf uns …

Um halb sechs machten wir uns auf den Weg zur St. Petri Kirche und fanden – da nicht voll besetzt – einen guten Platz auf einer der Kirchenbänke. Die jungen Musiker/innen hatten sich vorn am Altar eingefunden, schienen völlig unaufgeregt und alberten miteinander herum. Sie waren so unterschiedlich gekleidet, von beinahe Strandoutfit bis elegant/schwarz. Wir fanden das sehr sympathisch, schließlich war dies keine Modenschau sondern es ging allein um ihr Können. Das Programm wies unter anderem Musik von Respighi, Telemann, Haydn und Purcell aus. Punkt 18 Uhr begannen die jungen Leute sich zu sammeln, der Dirigent (Lehrer) hob den Taktstock und wir erlebten 1 1/2 Stunden ganz wunderbare Musik.

Wir wundern uns immer wieder darüber, wie es möglich ist, so auf den Punkt genau zu spielen und zu enden! Das ist Übung, Übung, Übung! Bei der Begrüßung hatte der Dirigent darauf hingewiesen, das – bei Gefallen -gern und viel geklatscht werden dürfe! Manchmal traut sich das ja keiner in der Kirche …. Mit dieser Ansage jedoch gab es keine Hemmungen mehr und die Musiker/innen wurden mit viel Applaus belohnt. Da kein Eintritt verlangt worden war, spendeten wir am Ende des Konzertes gern – wie auch die anderen Konzertbesucher.

St.-Petri-Kirche

St.-Petri-Kirche

Kirchenkonzert in der St. Petri Kirche

Kirchenkonzert in der St. Petri Kirche

Flugs ging es zurück zum Stellplatz, unterwegs erwischte uns noch ein kleiner, aber heftiger Regenschauer. 20 Uhr war nun die perfekte Zeit zum Abendessen, es gab Bratkartoffeln, grüne Bohnen und Würstchen. Wir freuten uns über den gelungenen Besuch in Västervik und den schönen Abend.


 

 

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Comments
  • Claus-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Weltenbummler!
    Linköping – hättet Ihr da nicht einen Saab zum Sonderpreis von der Halde mitnehmen können?
    Sind wir auch schon durchgerauscht – von Stockholm nach Hälsingborg.
    Vielleicht könnt Ihr ja noch in der Ostsee baden.
    Noch viel Spaß,
    Gruß Assi

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