Gränna

 In 2016, Schweden

Dienstag, 26. Juli 2016
Berichte schreiben in Växjö und Fahrt nach Gränna

Zum Glück war auch dieser am Rande der Stadt Växjö gelegene Stellplatz ein ruhiger, so dass wir gut ausgeruht aufwachten. Allerdings war das Wetter bedeckt, also entschlossen wir uns zum Bericht schreiben und Fotos bearbeiten. Erst am späten Nachmittag machten wir uns auf zum nächsten Etappenziel, dem kleinen Ort Gränna in der historischen Provinz Småland. Gränna gehört zur Gemeinde Jönköping, östlich am Rand des Vättern Sees gelegen (ca. 2600 Einwohner).

Gränna ist in Schweden berühmt als Zentrum der Herstellung von … Zuckerstangen! Dass man damit einmal Berühmtheit erlangen konnte! Aber ein Besuch dort erklärt alles: Tante Amalia ist es zu verdanken, dass jedes Kind in Schweden Gränna und die Polkagrisar kennt (übersetzt „Polkaschweine“, so heißen die Zuckerstangen, die nach Pfefferminz schmecken und die es bei uns auf jedem Jahrmarkt gibt). 1859 kam die allein erziehende Mutter (Tante Amalia) auf die Idee, diese Süßigkeiten nach Geheimrezept herzustellen und sich mit dem Verkauf derselben den Lebensunterhalt zu verdienen. Noch heute wird in vielen der kleinen oder großen Zuckerbäckerstuben per Hand gedreht, gezogen und gerollt, was das Zeug hält. Denn der zuckrige Teig ist schwer und die Arbeit anstrengend. Man kann zuschauen und natürlich kaufen, das Angebot an süßen Sachen ist riesig und ein Fest fürs Auge (nur nicht für die Zähne …).

Herstellung und Verkauf von Zuckerstangen und Bonbons

Herstellung und Verkauf von Zuckerstangen und Bonbons

Polkargrisar Auswahl im Laden

Polkargrisar Auswahl im Laden

Außerdem gibt es in Gränna einige Obstplantagen und somit Cider. Zur nahegelegenen Insel Visingsö besteht eine gute Fährverbindung. Wir fanden einen Parkplatz und konnten für 24 Stunden (12 Euro) übernachten, mit vielen anderen Wohnmobil-Reisenden. Nebenan gab es einen offiziellen Stellplatz zum Übernachtungspreis von ca. 18 Euro. Hier hätte man die Sanitärräume und Ver- sowie Entsorgung gehabt. Brauchten wir aber nicht und es gab dort sowieso keine freien Plätze mehr.

Gränna Stellplatz

Gränna Stellplatz

Gränna Hafen

Gränna Hafen

Die Restaurants im kleinen Hafen waren mehr als gut besucht. Es herrschte eine nette Atmosphäre an diesem Abend.

Den Kindern macht das kalte Wasser nichts aus

Den Kindern macht das kalte Wasser nichts aus

Leuchtturm bei der Hafeneinfahrt von Gränna Hafen

Leuchtturm bei der Hafeneinfahrt von Gränna Hafen

Wir spazierten Richtung Hafenmole und Leuchtturm und machten auch noch mal einen kleinen Fußmarsch in die Stadt.

Mittwoch, 27. Juli 2016
Erkundung Gränna und Weiterfahrt nach Karlskoga

Wieder erwartete uns ein schöner Tag. Nach dem Frühstück spazierten wir noch einmal in den idyllischen kleinen Ort. In der Hauptstraße lag ein Geschäft neben dem anderen, hauptsächlich Zuckerbäckereien! Wir hatten uns am Vortag ja damit beschieden, im Gedenken an unsere Zahnärzte in Budapest nur 4 winzige rot-weiße Zuckerstänglein für 2 Euro zu kaufen, so lockten uns diese Läden nicht mehr, außer – dass sie in ihrer Buntheit schön anzusehen waren. Aber fast alle der vielen Kinder auf der belebten Straße vergnügten sich mit den süßen Sachen.

Inzwischen war die Flanierstraße proppenvoll mit Touristen. Alle möglichen Autos quälten sich durch die schmale Hauptstraße, PKW’s, LKW’s, Wohnmobile, Autos mit Wohnwagen, Radfahrer, sogar ein Amphibienfahrzeug war dabei!

Amphibienfahrzeug mit Rollstuhl im Verkehrsgewühl

Amphibienfahrzeug mit Rollstuhl im Verkehrsgewühl

Minigolf-Platz

Minigolf-Platz

Gränna Hafen

Gränna Hafen

Wir strebten zur großen Kirche, die auf einem Hügel lag. Sie hatte uns schon am Abend zuvor beeindruckt. Bereits Mitte des 12. Jahrhunderts war hier schon eine Steinkirche errichtet und in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach erneuert und erweitert worden. Nun war sie geöffnet und wir konnten einen Blick hinein werfen: sie ist hell, schlicht und schön. Über die Sommermonate boten freiwillige Helfer Kaffee und Kuchen in der Kirche an, wie wir es schon so oft in Schweden erlebt haben. Das nennt sich dann Sommarkyrka.

Gränna Kirche

Gränna Kirche

Verkehrsgewühl auf der Hauptstrasse

Verkehrsgewühl auf der Hauptstrasse

Auf dem Rückweg zum Stellplatz nervte uns die Karawane der vielen Autos und Leute dann schon. Ein kurzer Schwenk zum Hafen reichte uns dann: die Schlange vor dem Fähranleger war riesig. Mit Kind und Kegel wollten die Touristen der Insel Visingsö einen Besuch abstatten, Kosten: 5 Euro pro Erwachsenem hin und zurück.

Andrang zur Fahre nach Visningsö

Andrang zur Fahre nach Visingsö

Troll vor einem Bonscheladen

Troll vor einem Bonscheladen

Chinesischer Schopfhund

Chinesischer Schopfhund

Wir beschlossen, weiter zu reisen, nach Karlskoga. Dort hatten wir uns ja mit Cousin Harald und seiner Frau Bettina verabredet. Das Navi vermeldete eine Fahrtzeit von 2 1/2 Stunden. Die Strecke verlief teilweise am Vättern entlang und bot eine schöne Aussicht.

Den neu eingerichtete Stellplatz in der waldreichen Gemeinde Karlskoga fanden wir ohne Probleme. Es war ein Tipp vom Husbilsklubben. Zur Zeit ist der Platz  für 13 Wohnmobile kostenlos und bietet sehr viel: ein nagelneuer Sanitärblock mit zwei Duschen und Toiletten, Stromversorgung, Ver- und Entsorgungsstation. Zudem liegen die Plätze im Grünen, mit asphaltierter Fläche für die Mobile. Man hat einen schönen Blick auf den Möckelnsee.  Heimatliche Gefühle kamen auf, als Frederick auf dem Stellplatz ein Wohnmobil mit Plöner Kennzeichen erblickte. Die Reisenden hatten es sich schon draußen gemütlich gemacht. Frederick rief den beiden ein fröhliches „Moin, Moin“ zu und erntete einen Lacher. Er hätte lieber mit „Grüezi“ grüßen sollen, es waren nämlich Schweizer, die das Wohnmobil von der Firma Krüger in Kiel geliehen hatten. Im Gespräch empfahlen sie ihm die Radtour um den See. Um uns erstmal die

Stellplatz Karlskoga am Möckelnsee

Stellplatz Karlskoga am Möckelnsee

Golfer an der Hauswand am Minigolfplatz

Golfer an der Hauswand

Gränna - Karskoga

Gränna – Karskoga

Beine zu vertreten, liefen wir gegen halb sechs noch mal ins Zentrum. Das Touristenbüro war noch geöffnet und die nette Dame gab uns gute Tipps für Wander- und Radwege. Auf dem Rückweg kauften wir noch einige Dinge ein und machten uns dann ans Abendessen und genossen die Ruhe am See.


 

 

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