Kåseberga – Kivik

 In 2016, Schweden

Montag, 18. Juli 2016
Tschüss Ystad und Schwedens größter Jahrmarkt

Nach fünf schönen Tagen in Ystad wollten wir heute weiter. Hauptgrund waren die Batterien, die wieder aufgeladen werden mussten. Da wir viel am Computer arbeiten und abends viel fernsehen, verbrauchen wir mehr Strom als unsere Solarzellen produzieren. Aber wir wollen ja auch noch Neues entdecken.

Nach einem späten Frühstück verabschiedeten wir uns von unseren Hannoveraner Nachbarn, stockten bei Lidl Lebensmittel auf, entsorgten am Hafen Grauwasser und die Toilettenkassette und füllten den Frischwassertank wieder auf. Dann fuhren wir nach Osten entlang der Küstenstraße. Unser erstes Ziel war der kleine Ort Kåseberga direkt an der Steilküste, nur knapp 20 km von Ystad entfernt. Hier gibt es das in ganz Schweden bekannte Kalenderschiff „Ales Stenar“, eine in der Form eines Schiffes angelegte Formation von Granitsteinen (Dolmen), mit denen bei Sonnenschein das Kalenderdatum abgelesen werden kann. Die Steinformation entstand in der Bronzezeit und ähnelt denen in Englands „Stonehenge“. Nur sind die Granitblöcke hier wesentlich kleiner.

Willkommensgruss am Stellplatz

Willkommensgruß am Stellplatz in Kåseberga

Zaunübergang mit Hundeklappe

Zaunübergang mit Hundeklappe

Der Ort selbst hat nur ein paar Häuser und einen kleinen Hafen. Am Ortseingang befindet sich ein großer Parkplatz inklusive einem abgetrennten Bereich für Wohnmobile. Das Parken ist tagsüber kostenlos. Wer übernachten will, zahlt 10,50 €. Dieser Preis berechtigt zum Zugang der Sanitärräume. Wir parkten auf einer großzügigen Parzelle und machten uns dann auf den Weg zu den Steinen. Leider bewölkte es sich immer mehr und wir nahmen sicherheitshalber unsere Jacken mit, denn oben an den Kliffs war starker Wind zu erwarten. Auch wenn wir hier vor drei Jahren schon einmal waren, war der Anblick der Steinformation wiederum ein Erlebnis.

Der kleine Hafen erinnert an die Fischerdörfer in Cornwall, die wir so gern mögen. Der Ort expandiert durch den Tourismus. Die Anzahl der Fischrestaurants hatte sich seit dem letzten Besuch 2013 auf vier verdoppelt. Der Hafen ist komplett vom Westwind abgeschirmt und so sah man viele der Touristen in den Außenbereichen der Restaurants. Hier wurde Fisch angeboten, der morgens noch durch die Fischkutter in den Hafen kommt. Frederick bestellte sich einen Heringsburger, also heißen Hering auf Brötchen. War lecker. Anne begnügte sich mit einer Portion Pommes, da sie ja keinen Fisch isst.

Kåseberga Hafen

Kåseberga Hafen

Im Fischrestaurant am Hafen

Im Fischrestaurant am Hafen

Blühende Stockrosen

Blühende Stockrosen

Vespa in Kåseberga

Vespa in Kåseberga

Der kurze Weg zurück zum Parkplatz führte uns durch das kleine Dorf mit vielen hübschen Häusern. Auffallend und wunderschön die überall vor den Häusern in allen Farben blühenden Stockrosen. Wir fuhren weiter mit Ziel Kristianstad (ca. 70 km entfernt), aber kehrten in den einen oder anderen Ort ein, um herauszufinden, ob es Interessantes zu sehen gab. Nach 45 km sahen kamen wir nach Kivik, einem Hafenstädtchen, das wir uns mal näher anschauen wollten, fuhren zum Hafen und erspähten dort einen größeren Wohnmobilstellplatz, der schon fast voll besetzt war. Wir fanden aber noch einen schönen Platz und entschieden uns spontan, hier zu übernachten. Es war mittlerweile fast 17 Uhr und uns stand der Sinn nach Entspannung.

Als wir ausstiegen, war irgendwo in der Distanz laute Musik zu hören. Offenbar war hier irgendwas los, das es herauszufinden galt. Also marschierten wir los in Richtung Musik. Nach zwei km mussten wir dann noch einen ziemlich steilen Fußweg hinauf. Bis zuletzt war nichts zu sehen, nur die Musik wurde immer lauter. Das Ganze entpuppte sich als ein riesiger Jahrmarkt und wenn wir „riesig“ sagen, dann meinen wir riesig. Der Rummel erstreckte sich über mehrere Hektar auf einem großen Feld. Wie wir dann herausfanden, wird der Jahrmarkt (Kivik Marknad) einmal pro Jahr Mitte Juli für jeweils drei Tage veranstaltet. Es ist Schwedens größte Kirmes und zieht an den drei Tagen bis zu 150.000 Besucher an. Man stelle sich das einmal vor: eine Gemeinde mit nur 960 Einwohnern!!!

Wir sind keine großen Kirmes-Fans, machten aber einen Rundgang über einen Teil des riesigen Areals. An vielen Ständen wurden Negerküsse aller Art angeboten und wir gönnten uns auch jeweils einen in der Form eines Kosakenzipfels. War wirklich lecker. Dann hatten wir auch schon genug vom Rummel. Beim Weg zurück zum Stellplatz entlang der Ostsee sahen wir dann diesen Stuhl im Wasser stehen. Vielleicht dient er einem Angler als bequemer Sitz.

Uns gefällt der kleine Ort und vielleicht bleiben wir noch einen weiteren Tag. Jetzt war Abendbrot Entspannung angesagt.

Kivik Touristinformation

Kivik Touristinformation

Kivik Jahrmarkt

Kivik Jahrmarkt

Thron in der Ostsee

Thron in der Ostsee

Ystad - Kivik

Ystad – Kåseberga – Kivik

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