Ystad

 In 2016, Schweden

Donnerstag, 14. Juli 2016
(Wallanderstadt) Ystad

Zum dritten mal besuchten wir diese zauberhafte Kleinstadt an der Südküste, die durch die Wallanderfilme viel Berühmtheit erlangt hat. Wir kamen gestern Abend an. Ziel war der kostenlose Stellplatz am westlichen Stadtrand, der direkt an der Ostsee liegt. Im Vergleich zu den früheren Besuchen war der Platz diesmal gerammelt voll (ganz Schweden macht zur Zeit Urlaub) und wir hatten Mühe, einen geeigneten Platz zu ergattern. Aber es klappte gerade noch, denn wir erwischten den allerletzten Platz. Wir richteten uns ein und beschlossen, weitere Erkundungen auf den Donnerstag zu verschieben und stattdessen unsere Liegestühle herauszustellen und zu faulenzen. Nach dem Abendessen begann sich der Himmel schnell rot zu verfärben und es wurde einer der spektakulärsten Sonnenuntergänge, die wir je gesehen hatten.

Blick aus dem Wohnmobil auf die Ostsee

Blick aus dem Wohnmobil auf die Ostsee

Auf dem Stellplatz in der Abendsonne

Auf dem Stellplatz in der Abendsonne

Die Bucht vor dem Stellplatz im Abendlicht

Die Bucht vor dem Stellplatz im Abendlicht

Der Himmel über dem Stellplatz in Flammen

Der Himmel über dem Stellplatz in Flammen

Heute Morgen wurden wir wieder mit Sonnenschein begrüßt und sofort nach dem Frühstück machten wir uns zu daran, unseren ersten Bericht zu schreiben. Wie üblich, Frederick macht Bildbearbeitung, Anne schreibt und Frederick stellt dann das ganze ins Internet. So komplettierten wir die Erlebnisse der Fährüberfahrt und den gestrigen Tag, stellten das ganze live ins Netz und machten uns dann gegen 15.30 Uhr zu Fuß auf in die Stadt.

Es gibt einen schönen Wanderweg entlang der Küste und es dauert nur nur 30 Minuten bis zum Zentrum. Wir kamen am offiziellen Stellplatz am Hafen vorbei, der komplett belegt war und die Wohnmobile standen derart eng zusammen, dass es wahrscheinlich in einer Sardinenbüchse geräumiger war. Schrecklich, nein hier würden wir ganz bestimmt nicht stehen wollen und dann auch noch 16 € dafür bezahlen.

Stellplatz Ystad Hafen

Stellplatz Ystad Hafen

Ystad Strandbucht

Ystad Strandbucht

Aber hier gab es eine Möglichkeit der Toiletten-Entsorgung und Frischwasseraufffüllung, und das für nur zwei Euro. also beschlossen wir, dass wir dies in den nächsten Tagen ausnutzen würden. Besser geht’s nicht. Kostenlos auf einem schönen Platz direkt am Meer zu stehen und dann für ’nen Appel un’n Ei komplett sich neu versorgen zu können.

In der Stadt war ziemlich viel los. Alle Restaurants und Cafés im Zentrum waren sehr gut besucht, was natürlich auch an dem schönen Wetter lag. Wir schlenderten durch die vielen Gassen und die Fußgängerzone und genossen die Atmosphäre. In der Nähe des Rathauses fand gerade ein sogenannter „Internationaler Street Market“ statt. Hier gab es Fressstände aus der ganzen Welt und es duftete überall verlockend. Allerdings waren wir nicht hungrig und bei den gepfefferten Preisen verging auch schnell jede Versuchung. Aber es war interessant, das bunte Treiben zu beobachten.

In einem kleinen Coop-Laden in der Fußgängerzone besorgten wir noch ein paar Sachen fürs Abendessen. Salatgurken kosten 4,50 €. Darauf verzichteten wir dann, aber der Eisbergsalat und die kleinen Tomaten waren erschwinglich. Wir hatten uns für „Köttbullar“ mit Salat und Couscous entschieden. Vielleicht nicht unbedingt die traditionelle Variante, aber trotzdem lecker, und die Zubereitung dauert nicht lange. Anne machte sich sofort nach unserer Rückkehr zum Wohnmobil ans Essen, das wir dann gemütlich „alfresco“ genossen.

Freitag, 15. Juli 2016
Spaziergang nach Svarte

Die Sonne schien und es war warm genug, um draußen frühstücken zu können. In der Nacht war es zeitweise etwas laut gewesen und heute Morgen fanden wir den Grund dafür: plötzlich stand direkt neben unserem Stellplatz ein großes Zirkuszelt, Pferde wieherten und überall standen traditionelle   Zirkuswagen. Wir fanden dann heraus, dass es heute um 19 Uhr eine Vorstellung geben sollte. Nichts für uns, aber die vielen Urlauber mit Kindern würden heute Abend sicherlich ihren Spaß haben.

Cirkus Maximus direkt neben dem Stellplatz

Cirkus Maximus direkt neben dem Stellplatz

Bunter Wildwuchs am Strand in Svarte

Bunter Wildwuchs am Strand in Svarte

Wir machten uns nach dem Frühstück zu Fuß auf nach Svarte, einem kleinen Dorf ca. 5 km westlich von Ystad. Die Wanderung hatten wir vor drei Jahren schon einmal gemacht. Es war angenehm warm. Wir liefen eine Weile am Strand entlang bis es zu steinig wurde und wir den Fußweg entlang der Straße nahmen. In Svarte wurden die Filmszenen in Wallanders Haus am Strand gefilmt, wo er häufig mit seinem Hund Jussi spazieren ging. Natürlich fanden wir das Haus nicht. Auch sonst ist in diesem Dorf nichts los. Außer einer Holzhütte als Strandbar gibt es dort nur einen kleinen Bahnhof und keine weiteren Geschäfte. Den Bäcker, der vor drei Jahren noch ein paar Stunden am Tag geöffnet hatte, gibt es nicht mehr. Der kleine Strand ist aber sauber und wird auch von Ystad-Einwohnern gern genutzt.

Wir ruhten uns eine Weile aus und amüsierten uns über einige Kinder, die sich am Strand vergnügten. Es war so wunderschön entspannend. Doch irgendwann mussten wir uns von der Idylle losreißen und den Rückmarsch antreten. Der Küstenstreifen zwischen Svarte und Ystad ist sehr naturbelassen, was vielfach zu interessanter Vegetation führte. Allerdings werden auch die angeschwemmten Algen nicht entfernt, die, wenn sie verrotten, einen unangenehmen Gestank verursachen.

Am Wohnmobil angekommen, machten wir erst einmal eine Kaffeepause und ruhten unsere etwas geschundenen Beine aus. Da wir für das Abendessen noch Salat brauchten, marschierten wir am späten Nachmittag nochmals nach Ystad und schlenderten dort auch noch ein wenig im Hafen umher.

Korbstühle in den Dünen

Korbstühle in den Dünen

Schoner "Helene"

Schoner „Helene“

Sportversion eines alten FIAT 600

Sportversion eines alten FIAT 600

Was wirklich auffällt, sind die vielen Wohnmobile überall. Unser Platz hier am westlichen Stadtrand ist mit ca. 50 Fahrzeugen voll belegt, der gebührenpflichtige Stellplatz am Hafen ist ebenso voll und dann parken noch unzählige Wohnmobile auf sämtlichen Parkplätzen im Hafenbereich. Wir schlenderten anschließend noch einmal über den internationalen „Street Market“, um dort die Atmosphäre zu genießen. Es war sehr voll und die einzelnen Fressbuden schienen sehr gute Umsätze zu machen, besonders wenn man bedenkt, dass das allgemeine Preisniveau Restaurantpreisen bei uns entspricht.

In einer Toreinfahrt sahen wir diesen sportlichen Fiat 600. Dann schauten wir uns noch auf zwei kleinen, privaten Flohmärkten (Loppis) um, die man überall in Schweden findet. Es wurde Zeit, zum Stellplatz zurückzukehren. Wir erledigten unsere Einkäufe und waren in einer halben Stunde wieder im trauten Wohnmobil, wo Anne ein leckeres Abendessen zauberte. Später fing es doch noch ein wenig an zu regnen, so dass wir uns den Rest des Abends mit Lesen, Gitarre-Spielen (Frederick) und Glotze vertrieben.

Samstag, 16. Juli 2016
Keine besonderen Pläne – Einfach nur treiben lassen

Spät aufgestanden und beim Herausschauen aus der Tür trauten wir unseren Augen nicht. Wo ist der Zirkus? Nichts war mehr zu sehen. Kein Zelt, keine Tiere, keine Zirkuswagen. Alles war in der Nacht direkt nach der Vorstellung abgebaut worden ohne dass wir auch nur das Geringste davon mitbekommen hatten.

Zirkuszelt am Freitag Nachmittag

Zirkuszelt am Freitagnachmittag

Zirkuszelt verschwunden am Samstagmorgen

Zirkuszelt verschwunden am Samstagmorgen

Wir frühstückten ausgiebig und schrieben an unserem Bericht. Anschließend lasen wir sämtliche Zeitungen auf unseren Smartphones. Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten; wohin soll das nur noch führen? Vom vielen Lesen müde geworden, gönnten wir uns ein Mittagsschläfchen und entschieden uns später, doch noch unsere Beine zu bewegen. Nochmals machten wir uns auf den halbstündigen, jedoch kurzweiligen Marsch in die Stadt. Am Bahnhof, der zu Zeiten der Wallander-Krimis als Polizeipräsdium umfunktioniert wurde, entdeckten wir „Jussi“. Ein Denkmal an Wallanders berühmten Hund. Anne musste sich natürlich mit „Jussi“ fotografieren lassen.

Wallanders Hund "Jussi"

Wallanders Hund „Jussi“

Unbekannte Pflanze am Wegesrand

Unbekannte Pflanze am Wegesrand

Kormoran trocknet seine Schwingen

Ein Kormoran trocknet seine Schwingen

Nasse Aussicht auf die Ostsee

Nasse Aussicht auf die Ostsee

Viel mehr passierte heute nicht. Kurz bevor wir das Wohnmobil wieder erreichten, fing es an zu nieseln. Na ja, machte nichts. Wir verkrochen uns nach innen, amüsierten uns über die total veränderte Aussicht auf die Ostsee und schauten dann drei Stunden lang Glotze (Kai Plaume mit „Wer weiß denn sowas?“). Für Sonntag war wieder Sonne vorhergesagt – gute Aussichten für einen schönen Tag.

Sonntag, 17. Juli 2016
Unser letzter Tag in Ystad

Wie erwartet, schien heute Morgen die Sonne. Leider war es aber zu windig, um draußen zu frühstücken. Das ist nicht verwunderlich, denn wir stehen hier ja direkt am Meer, wo es bekannterweise immer etwas mehr weht. Doch das tat unserer Laune keinen Abbruch. Nach dem Frühstück wurde am Reiseblog weitergearbeitet und um 11.30 Uhr machten wir uns auf zu einer nochmaligen Wanderung nach Svarte. Dieses Mal liefen wir weite Strecken am Strand und auf dem Küstenwanderweg, statt auf dem regulären Fuß- und Fahrradweg. Diese für uns neue Route durch teilweise mit Kiefern bewachsene Dünen war uns vorher nicht bekannt, aber hier gab es mehr zu beobachten. So stellten wir zu unserer Überraschung fest, dass hier einzelne Zelte in den Dünen aufgebaut waren. Toiletten oder Waschräume gibt es hier natürlich nicht. Wie die Zelter ihre persönliche Hygiene handhaben, darüber möchte man gar nicht nachdenken.

Zelt in den Dünen

Zelt in den Dünen

Wespen- oder Hornissennest?nest

Wespen- oder Hornissennest?nest

 

Immer wieder sieht man hier an der Küste die Relikte früherer Küstenverteidigungsanlagen, kleine Betonbunker, die so langsam zuwachsen oder versanden. Auf einem dieser Bunker standen zwei in die Jahre gekommene Korbstühle mit einer Einladung, sie gerne zu benutzen. Frederick folgte dieser Aufforderung. Eine weitere ungewöhnliche Sitzgelegenheit entdeckten wir kurze Zeit später. Diesen Stamm hatten wir schon bei unserer ersten Wanderung nach Svarte gesehen, konnten daraus aber keinen Sinn machen. Heute war er aufgeklappt und siehe da, es war eine Bank, genial!

Der Wind musste in der letzten Nacht wohl doch sehr stark gewesen sein. Hatten wir gar nicht so bemerkt. Denn hier auf unserer Wanderung sahen wir einen riesigen abgebrochenen Ast, der so gerade das daneben stehende Haus verfehlt hatte.  Puh, noch mal gut gegangen.

Was das wohl ist?

Was das wohl ist?

Genial! Es ist eine Bank

Genial! Es ist eine Bank

Abgebrochener Ast

Abgebrochener Ast

In Svarte wanderten wir am Strand bis zum westlichsten Ende (nur ein paar 100 m) und entschieden uns dann, das Beach Café zu unterstützen. Seltsame Preise fürs Eis: eine Kugel 20 Kronen (2,10€), zwei Kugeln 25 Kronen (2,65€). Anne nahm natürlich zwei Kugeln. Frederick vergnügte sich mit einer typisch schwedischen Zimtrolle und einem sehr leckeren Kaffee.

Auf dem Rückweg wählten wir wieder den abwechslungsreicheren Weg durch die Dünen, Kiefern und entlang des Strands. Am Wohnmobil nahmen wir uns eine längere Auszeit, lasen und bastelten weiter an unserem Blog. Nach dem Abendessen vertraten wir uns am Strand noch ein wenig die Beine. Es war ein tolles Licht wie auf den Fotos zu sehen ist.

Anne Strand vor dem Stellplatz

Anne am Strand vor dem Stellplatz

Stillleben am Strand

Stillleben am Strand

Unsere Stromreserven gehen zur Neige (bereits sechs Tage ohne Nachladung), daher werden wir morgen weitereisen.

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