Nusnäs (Dala-Pferde) und Mora

 In 2015, Schweden

Montag, 31. August 2015
Nusnäs und Besichtigung Dala-Pferdchen Produktion

Wir hatten prächtig geschlafen und draußen in der Sonne gefrühstückt. Was war das doch wieder für ein Glück gewesen mit unserem schwedischen Sommerwetter! Unsere Fotos beweisen es, blauer Himmel, der sich widerspiegelt in Meer und Seen! Wasser gibt’s ja genug hier…

Heute also auf Besichtigungstour zu den Dala-Pferden. Das Schnitzen und später auch das Bemalen der Pferde ist eine Jahrhunderte alte Tradition. Die Waldarbeiter hatten damit begonnen, in ihrer kargen Freizeit und als Beschäftigung im Winter die Pferdchen als Spielzeug für ihre Kinder zu schnitzen. Das Pferd war schließlich ihr Zugtier, ihr täglicher Begleiter, das ihnen bei der schweren Arbeit im Wald half.

Heute sind die farbenfrohen Dala-Pferde in der ganzen Welt bekannt und zu einem schwedischen Symbol geworden. Trotzdem sind es keine großen Fabriken, in denen sie gefertigt werden, sondern immer noch kleine Handwerksbetriebe im Dorf. Die wirklich echten Dala-Pferde werden in zwei Produktionsstätten hier in Nusnäs und einer kleineren Werkstatt im nahen Färnäs hergestellt. Wir besuchen zuerst die Firma Nils Olsson.

Der Hof vor der Nils Olsson Werkstatt

Der Hof vor der Nils Olsson Werkstatt

Briefkasten der Fa. Grannas Olsson

Briefkasten der Fa. Grannas Olsson

In der Werkstatt von Nils Olsson

In der Werkstatt von Nils Olsson

Zuschnitt der Rohlinge mit einer Bandsäge

Zuschnitt der Rohlinge mit einer Bandsäge

Jedes Pferd ist ein Unikat. In den Produktionsräumen können wir zuschauen, wie mit der Maschine der Körper (überwiegend Kiefernholz) grob ausgesägt wird. Wir erfahren, dass 50 Männer aus dem Ort bzw. der Umgebung dann die Feinheiten schnitzen, gefolgt vom Spachteln und der Grundierung im Farbtauchbad. In großen Körben liegen Rohlinge und fehlerhafte Pferdchen, die man für ein paar Kronen kaufen kann. Wir dürfen der Künstlerin, die die Pferde mit den schönen Mustern verziert, über die Schulter sehen. Nirgendwo gibt es ein Fotografierverbot!

Sie heißt Kersti und malt seit dem 13. Lebensjahr. Ihr Arbeitstag hat 8 Stunden.Sie schafft etwa 100 Pferdchen kunstvoll (und schnell!) am Tag zu bemalen. Ihr Werkzeug ist ein Pinsel, der gleichzeitig zwei Farben auftragen kann, einen Anstrich für die Blume und ein zarter für den Rand! Dazu gehört schon eine gewisse Fingerfertigkeit, zumal es mittlerweile im Programm auch winzige Ohrringe gibt. Diese Pferdchen sind genauso sorgfältig bemalt wie die großen. Unterm Bauch der Pferde wird signiert. Da müssen wir doch zu Hause gleich mal gucken, ob Kerstin nicht auch unsere beiden Pferde bemalt hat (rot und schwarz), vor ewigen Zeiten gekauft – sie arbeitet immerhin schon seit über 30 Jahren in der Firma.

Kersti malt seit 30 Jahren Dala-Pferde

Kersti malt seit 30 Jahren Dala-Pferde

Fertige Pferdchen

Fertige Pferdchen

Dala-Pferdchen auf dem Nusnäs Maibaum

Dala-Pferdchen am Maibaum

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, wie viele Farben es heute gibt. Traditionell sind rote und blaue Pferde, doch heute wird der „Pink-mania“ (alle Mädchen lieben Pink! – wirklich??) Rechnung getragen. Die weißen Pferde mit bunten Blumen sind schön, hellblaue, grüne, gelbe, lila … Und es gibt nun auch schon bemalte Schweinchen und Hähne! Viele Größen (Standard) sind vertreten, von Mini 2 bis Maxi 25 Zentimetern. Sicher können Sondergrößen bestellt werden…. Fotos von Frank Sinatra (bekam ein sehr großes Pferd zum 80. Geburtstag) und Elvis Presley (mit einer Einladung, endlich mal nach Schweden zu kommen) schmücken die Werkstattwände.

Die übrigen Souvenirs, angefangen bei Servietten über Tabletts und Stoffe zeigen alle das Pferdemotiv. Die Qual der Wahl war wieder mal eher hinderlich und wir kauften – nichts! Wir wollen ja noch mal wiederkommen, vielleicht im nächsten Jahr.  Frederick nimmt noch schnell mal ein Schnitzmesser in die Hand und versucht sich an einem Musterpferd ….

Schweine und Gockel gibt es auch

Schweine und Gockel gibt es auch

Frederick sschnitzt sich sein eigenes Pferdchen

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Auch die zweite Firma, Granna Olsson auf der anderen Straßenseite besichtigten wir. Hier konnten wir den Tauchvorgang sehr gut ansehen. Nur eine Frau arbeitete in dem kleinen Raum. Die Pferde erhielten gerade die zweite Farbschicht in Rot. Im Verkaufsraum hing ein Foto von Bill Clinton, der sich per „handshake“ beim schwedischen Botschafter für das Geschenk eines (großen) Dala-Pferdes bedankte. Irgendwo hatte ich gelesen, dass Barack Obama eines zum 50. Geburtstag erhalten hatte …

Genug gesehen und gelernt, hinaus in die Natur. Die liegt direkt vor der Tür: die Dorfidylle und der Siljan-See. Wir spazieren durch’s beschauliche Dorf. Die Häuser sind überwiegend in Rot oder Dunkelbraun und die Gärten sehr gepflegt, eines schöner als das andere. Viele Apfelbäume stehen in den Vorgärten.

Urige Holzhäuser in Nusnäs

Urige Holzhäuser in Nusnäs

Blockhüttenkonstruktion

Blockhüttenkonstruktion

Ein Postauto überholt uns und fährt rechts an die am Straßenrand stehenden Briefkästen heran. Ein Arm reicht aus dem Fenster hinaus und wirft Post in die verschiedenen Kästen ein. Wohl der Beifahrer, denken wir. Aber als ich an dem Auto vorbeigehe, sehe ich, dass es keinen Beifahrer gibt. Es ist ein rechts gesteuertes Fahrzeug! Das macht es dem Brief „Träger“ leicht, der dann doch eher ein „Zusteller“ ist! Denn er braucht für die Zustellung nicht auszusteigen.

Ach, nette Katzen hat Schweden auch. Hatte mich schon gewundert, dass wir auf unserer Reise kaum einer Katze begegnet waren. Aber auf dem Lande gibt es sie doch! Aber hier trafen wir einige, und allesamt sehr zutrauliche, die angerannt kamen, um sich Streicheleinheiten abzuholen.

Verspielte Katze

Verspielte Katze

Postzustellung auf Schwedisch

Postzustellung auf Schwedisch

Unten am See liegen ein paar Boote in dem kleinen Hafen. Wir spazieren an ganz vielen Bootshäusern (über 200) entlang, in denen die Boote überwintern.

Der kleine Bootshafen von Nusnäs

Der kleine Bootshafen von Nusnäs

Private Bootshäuser am Siljansee

Private Bootshäuser am Siljansee

Kaffeedurst meldet sich und wir gehen zurück zum Wohnmobil. In der Butik kaufen wir uns Eis und zwei Zimtschnecken für später. Ach, wer sitzt denn da draußen an einem Picknicktisch? Unsere neuen Bekannten von gestern, die Amis, Nancy und John. Sie hatten uns in den Laden gehen sehen und vorher schon gerätselt, ob das Wohnmobil mit deutschem Kennzeichen wohl unseres wäre. So schnell trifft man sich wieder. Frederick macht ein Erinnerungsfoto und wir tauschen noch ein paar Lebenserfahrungen aus. Dabei kommt heraus, dass sie in Arizona mal fünf Jahre lang ein B&B betrieben haben. Wir hatten das ja in Cornwall gemacht, ebenfalls fünf Jahre lang!

Dala-Pferdchen vor dem Betrieb von Grannas Olsson

Dala-Pferdchen vor dem Betrieb von Grannas Olsson

Dala Gockel

Dala Gockel

Anne with John and Nancy in Nusnäs Sweden

Anne with John and Nancy in Nusnäs Sweden

Die beiden wollen noch zu Grannas Olsson, also verabschieden wir uns. Wir trinken Kaffee, schreiben, sortieren die Fotos und lassen den Tag mit einem weiteren Grillabend ausklingen.

Dienstag, 1. September 2015
Wetterumschwung

Jetzt war es das wohl mit dem unglaublich guten Wetter in Schweden. Heute ist es deutlich kühler und bewölkt. Ursprünglich sollte es sogar regnen, aber das hat sich um einen Tag verschoben. Die weiteren Aussichten sind auch nicht prickelnd. Für Mittwoch und Donnerstag soll es ununterbrochen regnen. Da müssen wir uns noch etwas einfallen lassen, wie wir das am besten meistern.

Wegen des Wetters blieben wir lange in der Koje. Nach dem spätem Frühstück stöberten wir noch einmal bei den Dala-Pferdchen herum, denn das ist so eine schöne Atmosphäre dort. außerdem kann man da auch deren Toiletten benutzen.

Für heute haben wir einen Abstecher nach Orsa geplant, nur 15 km nach Norden und am nördlichen Ende des Orsa-Sees gelegen. Vorher wurde noch bei Lidl eingekauft und ein paar Tipps aus der Tourist-Information in Mora abgeholt.

Dann ging’s ab nach Orsa, nur 15 Minuten entfernt. Aber der Ort war doch eine herbe Enttäuschung. Wir konnten gratis direkt am Bahnhof zwei Stunden parken und dachten uns, von dort zu Fuß eine Stadtbesichtigung zu machen, aber da gab es nichts zu besichtigen. Das Zentrum in Orsa besteht aus einigen wenigen Geschäften, viel Leerstand und generell hat man den Eindruck, dass es hier sehr steil bergab geht. Fazit: keinen Besuch wert, es sei denn, man ist interessiert an einem Bärenpark, DIE Attraktion des Ortes oder besser gesagt, 15 km weiter im Wald. 25 € Eintritt kostet der Spaß. Daran hatten wir aber kein Interesse.

Hier werden die Pferdchen in Farbe getaucht

Hier werden die Pferdchen in Farbe getaucht

Wir landeten in einem kleinen Einrichtungsgeschäft und wollten uns dort ein wenig umschauen. Dabei stießen wir zufällig auf die Falun Röd Färg (die Falun rote Holzfarbe). Hier sollte der 10 Liter Eimer nur 45 € kosten. In Falun wollte man fast doppelt so viel!Logo Falu Rödfärg

Kurzentschlossen kauften wir einen Eimer für den Schuppen unseres Hauses in Kaltenkirchen, der unbedingt wieder gestrichen werden muss. Aber das war es dann auch schon mit dem Ort Orsa.

Während der Rückfahrt nach Nusnäs leuchtete plötzlich die Bremswarnleuchte auf. Das hat uns gerade noch gefehlt. Wir hatten die Bremsen am Saisonbeginn prüfen lassen und Bescheid bekommen, dass wir noch 10.000 km damit fahren könnten. Ganz so viele km waren es noch nicht. Aber ignorieren können wir dies nicht. Heute ist es jedoch zu spät, denn die Werkstätten sind schon geschlossen. Daher können wir uns erst morgen damit befassen.

Wir fuhren zurück zum Stellplatz bei der Dala-Pferdchen Fertigung, denn dort ist so schön ruhig (und außerdem kostenlos). Wir machten nochmals einen Rundgang durch die Ausstellung und die Fertigung bei Nisl Olsson. Es macht einfach Spaß, diese vielen bunten Pferdchen in allen Größen anzuschauen.

Der Tag endete mit Lesen, schönem Abendessen und Fernsehen.

Mittwoch, 2. September 2015
Dauerregen, Werkstattbesuche und Einkaufszentrum

Pünktlich um 6 Uhr morgens begann es zu regnen (wie vorhergesagt) und es hörte den ganzen Tag über nicht mehr auf. Da wir uns Sorgen um unsere Bremsen machten, waren wir schon früh auf den Beinen. Kurz gefrühstückt und ab zur nahen Ford-Werkstatt. Aber dort wurden wir enttäuscht, denn vor Montag war kein Termin zu bekommen. Das ist zu spät für uns, da wir am Dienstag bereits unsere Fähre von Langesund in Norwegen nach Hirtshals in Dänemark gebucht haben. Man empfahl uns eine andere Werkstatt (auch in Mora), bei der wir kurz darauf aufschlugen. Eine freundliche Dame an der Rezeption musste sich zuerst beim Ersatzteilgroßhändler erkundigen, ob die Bremsbelege vorrätig sind. Dies war der Fall und wir bekamen einen Termin für diesen Freitag.

Miez, die neue Bordkatze

Miez, die neue Bordkatze

Immer noch Dauerregen, den wir nutzten, um im großen Shopping Centre am Stadtrand durch die Geschäfte zu pilgern. Dort gibt es eine Filiale der beliebten schwedischen Kette „Biltema“. Dort bekommt man so ungefähr alles, was man irgendwann mal gebrauchen kann. Wir suchten eine Schraubzwinge, fanden aber auch noch ein Ersatz-Ladekabel fürs iPhone, Insektenlöser (nur halb so teuer wie in Deutschland) und eine Hauskatze, die uns zukünftig im Wohnmobil begleiten wird (siehe Foto).

Noch ein technisches Problem: der Wasserhahn im Handwaschbecken hat seinen Geist aufgegeben. Dazu muss man wissen, dass diese Wasserhähne über einen Mikroschalter mit der Wasserpumpe verbunden sind. Sobald der Hahn aufgemacht wird, springt die Pumpe an (soll sie wenigstens). Aber sie tut es nicht mehr. Wir fuhren daher zu einer Wohnmobil Werkstatt (auch hier in Mora) und fanden dort heraus, dass die ganze Armatur ausgetauscht werden muss. Das Teil war vorhanden, aber es gab Schwierigkeiten, einen Einbautermin zu erhalten. Heute ging es gar nicht. Wir sollen morgen um 13 Uhr wiederkommen. Dann könnte es vielleicht etwas werden. Mal sehen, ob es klappt. Wenn nicht, müssen wir uns behelfen, bis wir wieder in Deutschland sind.

Wir fuhren noch zur Tanke, um Diesel aufzufüllen, dann zum nahen Campingplatz, wo wir für 5,50 € unser Wohnmobil ver- und entsorgen konnten und zum Schluss zurück zu unserem Lieblingsstellplatz in Nusnäs bei den Dala-Pferdchen, wo wir wieder übernachten werden.

Donnerstag, 3. September 2015
Dauerregen

Wir waren jetzt die einzigen auf dem Stellplatz vor den Dala-Pferdchen-Werkstätten. Dauerregen über Nacht und auch heute Morgen. Wir frühstückten lange, schrieben den Reisebericht, ordneten die Fotos und lasen. Gegen 13 Uhr fuhren wir noch einmal nach Mora zu Pecuna Husbilar (Wohnmobilfirma). Wir wurden leider wieder abgewiesen, sie hatten zu viele Aufträge und vertrösteten uns auf Freitag. Wir würden es also morgen noch einmal versuchen. Wir wollten ja sehr gern den neuen Wasserhahn im Bad installiert haben. Dass sich nun auch noch Zähne putzen und Waschen im Küchenbereich abspielen musste, ging uns gehörig auf den Keks!

Mit dem Regenschirm bewaffnet, zogen wir anschließend entlang der Seepromenade in Mora los. Schließlich wollten wir uns noch mal bewegen. Dabei fanden wir heraus, dass es am Spiel- und Badeplatz ein neues modernes Toilettenhäuschen gab. Für Wohnmobilfahrer ist es immer wichtig, dies zu wissen. Man kann sich schließlich nicht immer von Café zu Café hangeln, wenn man unterwegs ist und mal muss! So manches Mal sind die öffentlichen „Bedürfnisanstalten“ in Deutschland das letzte! Eigentlich ist das eine Frechheit, da Bürger/innen ein Recht auf vernünftige Toiletten im öffentlichen Bereich haben sollten. Schließlich werden Steuern bezahlt! Da lobe ich mir England (fast überall zu finden, fast immer kostenlos und akzeptabel), Polen (sauber und selten kostenlos), Schweden (gut ausgestattet, in städtischen Büchereien, im Touristenbüros auch zugänglich, nicht immer kostenlos). Deutschland ist in dieser Beziehung leider kein Aushängeschild.

Nach zwei Stunden hatten wir genug vom Pfützen planschen und wir fuhren zurück nach Nusnäs, das unser kleines Zuhause geworden war. Auf dem Weg dorthin kommt man durch Färnäs, 5 km vor Nusnäs. Dort gibt es nämlich eine dritte, aber sehr kleine Pferdchen-Werkstatt, die wir uns auch mal anschauen wollten. Wir waren die einzigen Besucher an diesem verregneten Tag. In der engen Holzwerkstatt arbeitete nur ein Mann. Im Verkaufsraum bemalte eine Frau Pferde mit den Motiven der Bauernmalerei, und wir schauten ihr eine Weile lang zu. Dieser kleine Laden war zum Platzen vollgestellt mit Regalen, auf denen all die hölzernen Souvenirs standen, die wir bereits aus den großen Werkstätten kannten. Hier endlich entschieden wir uns, ein kleines weißes, hübsch bemaltes Dala-Pferd zu kaufen.

Wir waren in dem kleinen Laden natürlich schnell durch und weiter ging es zurück auf unseren Stellplatz. Es folgten die üblichen Regentage-Beschäftigungen: lesen, Kaffee trinken, herumpusseln, fernsehen. Wir gingen sehr früh schlafen, weil wir um 7 Uhr bei der Werkstatt Mekonomen sein wollten, die die Bremsbeläge erneuern sollte.

Freitag, 4. September 2015
Reparaturen in Mora und Abfahrt nach Oslo

Ganz so früh kamen wir doch nicht aus den Federn, so standen wir bei Mekonomen – ohne gefrühstückt zu haben – erst um viertel vor acht auf der Matte. Es würde einige Stunden dauern, erfuhren wir. Wir also zu Fuß zurück in den Ort (30 Min. Marsch). Rasch eine Zeitung gekauft und auch eine deutsche Fernsehzeitung (außerdem gab’s das Spiegel-Magazin, die „Bunte“ und weitere! Kauften wir aber nicht.), und ab in das nette Café in der Fußgängerzone. Frederick bestellte ein belegtes Schinken-Käse-Brötchen (Skinka och Ost), ich nahm eine Zimtschnecke. Kaffee bezahlt man in der Regel in Schweden nur einmal und kann sich dann nachnehmen, soviel man mag, ein bisschen wie in Amerika. Für alles bezahlten wir acht Euro. Das war okay.

So nach und nach füllte sich der große Laden, bis auf den letzten Platz! Und das gegen 9 Uhr morgens! Wie es aussah, waren es wohl die Arbeiter aus dem Umfeld, die hier ihre Pause verbrachten. Vielleicht hatten sie um 7 Uhr angefangen zu arbeiten und waren nun reif fürs zweite Frühstück, gewundert hatte uns das schon!

Nach dem leckeren Frühstück gingen wir in die Stadtbücherei, wo man sich auch toll beschäftigen kann: Frederick arbeitete am Computer (WLAN!), ich vertiefte mich in sämtliche Schöner Wohnen-Hefte, die dort zur Verfügung standen. Um 11 Uhr rief Frederick bei der Werkstatt an und fragte an, ob der Wagen fertig sei. Ach so, ja, da macht grad einer die Probefahrt! Hurra, wir konnten weiter, liefen stracks zurück zu Mekonomen und holten in der Rezeption Schlüssel und Rechnung ab. Bezahlt werden musste sie natürlich auch: 4611 Kronen, ca. 480 Euro für vier Bremsbeläge, drei Jahre Garantie. Wahrscheinlich hätten wir in Deutschland ein paar Euros gespart, aber wir wollten kein Risiko eingehen bei unserer Weiterfahrt von immerhin ca. 800 km durch Schweden, Norwegen, Dänemark und nach Hause.

Um halb zwölf Uhr schauten wir auch noch mal schnell bei der Wohnmobil-Firma herein: klappt’s denn heute mit dem Einbau des Wasserhahns? Ja, können wir sofort erledigen, hieß es. Na, das war mal ’ne gute Nachricht. Innerhalb einer halben Stunde war der alte Hahn (an dem der Mikroschalter, der die Pumpe anstellt kaputt war) gegen den neuen ausgetauscht und wir um weitere 150 Euro ärmer, 100 € für den Hahn, 50 € für den Arbeitslohn. Seufz… Dafür klappt’s jetzt wieder bestens mit der Privatsphäre im Bad!!

Mit neuen Bremsbelegen gewappnet für die Weiterfahrt

Mit neuen Bremsbelegen gewappnet für die Weiterfahrt

Bei Pecuna Husbilar bekamen wir einen neuen Wasserhahn

Bei Pecuna Husbilar bekamen wir einen neuen Wasserhahn

Frohgemut fuhren wir los auf der E 16 Richtung Norwegen. Die Sonne schien und es machte Spaß, in der schönen wald- und seenreichen Landschaft unterwegs zu sein. Da wir noch schwedische Kronen hatten und sie ausgeben wollten, hielten wir beim nächsten Lidl in der Kleinstadt Malung an, einem hübschen kleinen touristischen Ort. Parken war schwierig, daher blieb Frederick im Wagen, ich kaufte flink ein. Als ich zurückkam, stellte ich fest, dass am Hinterrad eine Radkappe fehlte, die wir offensichtlich verloren hatten, Mist! Das konnte ja nur mit dem Bremsbeläge-Wechsel zu tun haben! Die 75 km zurückzufahren lohnte sich nicht. Ein Anruf bei der Firma (in Schweden wird freitags nicht um 12 Uhr Feierabend gemacht) ergab, dass man dort betroffen reagierte. Verabredet wurde, dass wir eine neue Radkappe in Deutschland beschaffen werden und dann noch mal miteinander telefonieren (in der Hoffnung, dass die Rechnung von Mekonomen übernommen wird)! Mal sehen, was daraus wird…

Wir setzten unsere Reise fort mit dem Ziel Drammen, das ist noch ca. eine weitere Stunde an Oslo vorbei, Richtung Langesund, unserem Fährhafen. Die Fahrerei wurde uns dann doch zu lang und wir beschlossen gegen 18 Uhr Oslo anzulaufen. Inzwischen spielte unser Navi verrückt und „Stellplatz Holmenkollen“ ließ sich nicht einstellen! Es war nicht das erste Mal, dass das Navigationsgerät uns im Stich gelassen hatte! Dringend TomTom verständigen, nächster „erster“ Punkt auf unserer Liste!

Aber wozu hat man ein iPhone mit Google Maps und eine kompetente (?) Beifahrerin. Ich hielt also das iPhone in der Hand und gab Anweisungen. Frederick hatte auf Straßenkarte eingestellt. Schon kurz vor Oslo herrschte Feierabendverkehr, Stau auf der anderen Seite der Straße, außerdem ein ziemliches Gewirr von Schnell- und Ringstraßen. Holmenkollen ging nach rechts Richtung Berge. Zwischendurch noch mal von mir fehlgeleitet, hatten wir endlich die tolle in Serpentinen verlaufende Straße gefunden und kamen auf dem Großparkplatz an (2 Übernachtungen, also 48 Stunden parken sind hier kostenlos erlaubt).

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