Sala

 In 2015, Schweden

Dienstag, 25. August 2015
Sala

In Sala kamen wir gegen 18 Uhr an. Dank Husbilsklubben hatte Frederick einen sehr schönen, kostenlosen Stellplatz an einem Park ausfindig gemacht. Vor dem großen Regen, der zu kommen drohte, spazierten wir durch eine traumhafte Parkanlage in den Ort (ca. 12.300 Einwohner, Stadtrechte seit 1624).

Dies war wieder mal eines der kleinen, von uns so geliebten Städtchen in Schweden, ruhig und beschaulich ging es hier zu. Es gibt eine Mineralquelle, deshalb verdankt der Ort sicherlich sein gepflegtes Kurbad-mäßiges Erscheinungsbild.

Marktplatz mit Rathaus - links

Marktplatz mit Rathaus ( links)

Wasserfontäne im Stadtpark

Wasserfontäne im Stadtpark

Blumenpracht am Stadtpark

Blumenpracht am Stadtpark

Kirche in Sala

Kirche in Sala

Es wurde Zeit, zum Wohnmobil zurückzukehren, da der Himmel sich verdunkelte und die ersten Tropfen fielen, wohl das erste Mal auf unserer langen Reise tagsüber! Nach dem Abendessen probierten wir noch mal den Fernseher aus (die Satellitenantenne auf dem Dach hasst den Regen!), es gab aber kein Problem, weil’s nur ein bisschen nieselte. Aber wir waren wegen des heißen Tages recht müde und schliefen schon um 22 Uhr tief und fest, während es draußen regnete.

Mittwoch, den 26. August 2015
Sala und Sala Silbermine

Wir gingen noch einmal in die Stadt, weil es ein gutes Haarschneide-Jubiläums-Angebot „bei Hasse“ gab: 99 Kronen, also 11 Euro, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Es war „Drop-in-System“, also ohne Termin und ich war sofort dran. Hasse war die schwedische Abkürzung für Hassan und wir konnten uns auf Englisch unterhalten während des Schnippelns. Er erzählte, dass er einen Bruder in Hamburg hätte und einen Onkel in London. Seinen Laden betrieb er seit 5 Jahren. Es gab noch 32 (!!) weitere Frisörläden im Ort. Normalerweise kostet Haare schneiden um die 40 Euros – wie wir recherchiert hatten. Wie bei allen Frisören auf dieser Welt bedeutet „Schneiden“ eben schneiden, auch wenn man sagt: nur ganz wenig, nur die Spitzen…. Immer wird es kürzer als man vorgibt, sie sitzen eben am längeren Hebel, der Schere! Naja, sie wachsen ja wieder nach, die Haare.

Der ursprüngliche Ort Sala lag nicht am heutigen Platz, sondern an der Silbermine in der Nähe. Sie wurde um 1621, zur Zeit des Königs Gustav Wasa, angelegt und war bis 1908 in Betrieb (Abbau von Silber und Blei als Nebenprodukt). Also nichts wie hin zu dieser Sehenswürdigkeit. Im Touristenbüro holten wir uns noch einige Informationen und verließen dann unseren schönen Übernachtungsplatz. Auf der kurzen Strecke zur Silbermine kauften wir am Stadtrand noch schnell bei Lidl ein.

Stellplatz beim Silberbergwerksmuseum

Stellplatz beim Silberbergwerksmuseum

Das frühere Erzsortierhaus, heute Information und Laden

Das frühere Erz-Sortierhaus, heute Information und Laden

Das Silberbergwerk von Sala war einst der größte Silberhersteller des Landes. Keiner weiß genau, wie alt es wirklich ist, sicher ist aber, dass es von Ende des 15. Jahrhunderts bis 1908 durchgehend in Betrieb war. Heutzutage sind das Grubenareal mit seinen vielen Schachtgebäuden und weiteren Häusern als Museumsanlage zu besuchen. Die „P“-Schilder Wiesen uns den Weg in den Wald auf einen Wohnmobilparkplatz/-Stellplatz. Hier ist Platz für sechs Wohnmobile, über Nacht stehen ist kein Problem, es kostet 60 Kronen. Duschen könnte man im B&B auf dem Gelände, Strom und Wasser ist auch zu haben. Und schön ruhig im Wald wäre es auch.

Der Himmel hat sich nach dem Regen in der Nacht noch nicht wieder ganz aufgeklärt und es ist richtig kühl. Wir gehen zunächst ins Info-Büro. Auf gar keinen Fall wollen wir in die Grube einfahren, erstens sind wir nicht danach angezogen (es geht 60 m bzw. 155 m in die Tiefe und es herrscht dort eine Temperatur von nur 2 – 4°. Brrr!!!!).  Zweitens kennen wir Grubenfahrten aus Cornwall (Zinnabbau) und Österreich (Salzbergwerk). Wir bleiben also oberirdisch und wandern übers Areal. Da gibt’s auch schon genug zu entdecken mit den alten Schacht- und Wohn- bzw. Arbeitshäusern. Alles ist gut beschildert und man kann in die Geschichte eintauchen. In der Nähe gibt es einen der schönsten  Hochseil-Gärten Schwedens für Abenteurer, den wir uns ersparen.

Der Schacht Königin Christina

Der Schacht Königin Christina

Uhrenturm

Uhrenturm

Bergwerksgebäude und Geröllhalden

Bergwerksgebäude und Geröllhalden

Turbinenturm

Turbinenturm

Knechtschacht

Knechtschacht

Pumphaus

Pumphaus

Als besondere Attraktion gibt es unten in einer der Gruben in 155 m Tiefe ein einziges Hotelzimmer, das tiefste der Welt! Grubentemperatur 2 – 4°, Zimmertemperatur 18°. Toilette im Stollen, ca. 50 m entfernt (eine Art Dixie-Klo). Wer unbedingt duschen will, muss mit dem Lift nach oben fahren und die Duschen des nahegelegenen B&B’s benutzen. Auf den Gast wartet bei seiner Ankunft ein kleines, aber feines Abendessen (Cracker und Käse und Weintrauben) und eine Flasche Sekt. Der Preis: mit schlappen 500€ pro Nacht für zwei Personen inkl. Frühstück ein echtes Schnäppchen.

Man spürt, dass die Saison allmählich zu Ende geht, denn das Keramikstübchen und der Silberschmied haben ihre Läden bereits geschlossen. Am Antiquitäten-Café ist ein Schild: von Freitag bis Sonntag geöffnet. Der Antiquitätenhändler arbeitet draußen an einem alten Schrank und lässt Besucher in sein Laden-Café: es gibt eine Unmenge zu sehen, alles sehr gut ausgestellt, ein wahres Paradies für Jäger (Schnäppchen) und Sammler. Ganz billig sind die ausgestellten Stücke allerdings nicht, z.B. 100 € für sechs Kristallgläser. Wir sehen mal wieder einfach zu viel und können uns deshalb nur zum Kauf von nichts entscheiden …

Kaffeetrinken können wir auch im Wohnmobil, und dort bearbeitet Frederick sofort die Fotos und ich schreibe. Wir genießen die Ruhe im Wald, kaum weitere Besucher und so wird es 18 Uhr, bevor wir zum gestrigen Übernachtungsplatz zurückfahren.

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