Laholm

 In 2014, Schweden

Montag, 11 August 2014

Das 30 Minuten entfernte Mellbystrand war unser nächstes Ziel, doch hier war auf allen Parkplätzen das Übernachten verboten. Im Internet hatte Anne über den 6 km entfernten Ort Laholm Interessantes gelesen. Es war mittlerweile bereits fast 19 Uhr und es wurde Zeit, einen Stellplatz zu finden. Also auf nach Laholm. Auch hier kurvten wir eine Weile erfolglos herum und waren bereits auf dem Weg aus der kleinen Stadt heraus, als wir an der Umgehungsstraße einen Parkplatz mit dem Wohnmobil-Symbol sahen. Kurz rechts abgebogen und schon hatten wir einen schönen Platz für die Nacht mit Aussicht über den Fluss Lagan.

Stellplatz mit Aussicht in Laholm

Stellplatz mit Aussicht in Laholm

Glommen -Halmstad - Laholm

Glommen -Halmstad – Laholm

Zum Kochen war es zu spät. Wir hatten Appetit auf Pizza und gingen gleich ins Städtchen. Dort wurden wir schnell fündig. In einer kleinen Pizzeria wurden uns zwei wagenradgroße Pizzen für nur 6 Euro pro Stück serviert. Dazu gab es noch kostenlos Krautsalat. Das scheint hier eine Tradition zu sein: Pizza mit Krautsalat. Vollgestopft versuchten wir dann noch mit einem Stadtrundgang die Pizzen zu verdauen. Auf dem Stellplatz gesellte sich spät am Abend noch ein italienisches Wohnmobil zu uns. So waren wir nicht allein.

Dienstag, 12. August 2014

Nach einer ruhigen Nacht und gutem Schlaf krochen wir erst um halb 10 aus unserer Koje. Doch jetzt verhießen dunkle Wolken im Westen und Donnergrollen nichts Gutes. Ganz schnell war das Gewitter direkt über uns. Es blitzte und donnerte und heftiger Regen setzte ein. Doch der Spuk dauerte nicht lange. Schon nach einer halben Stunde war alles vorbei. Als wir gerade mit dem Frühstück durch waren, klopfte es an der Tür. Ein Mann in Krankenpflegeruniform stand draußen, entschuldigte sich und sagte er stamme auch aus Ostholstein (Oldenburg in Holstein) und hatte unser Autokennzeichen gesehen. Er hieß Thorsten und lebt seit sechs Jahren mit seiner Frau jetzt hier in der Provinz Halland und arbeitet als Krankenpfleger in Laholm. Es entwickelte sich eine angeregte Unterhaltung. Laut Thorsten gibt es hier recht viele deutsche Auswanderer, die meisten aus Schleswig-Holstein.

Wir erfuhren einiges über das Leben hier als Einwanderer und erhielten auch viele Tips für Sehenswertes in der Umgebung, zum Beispiel das Dampfboot S/S Lagaholm. Wir plauderten munter darauf los und dann war es fast 12 Uhr und Thorsten musste weiter. Er war ja im Dienst. Jetzt waren wir auf das Dampfboot neugierig geworden. Es lag am Steg direkt vor unserem Stellplatz.

Dampfboot SS Lagaholm

Dampfboot SS Lagaholm

Der Machinist der SS Lagaholm – sieht brummig aus, aber war ganz lustig

Der Machinist der SS Lagaholm – sieht brummig aus, aber war ganz lustig

Als Thorsten gegangen war, gingen wir sofort zum Boot.  Wir kamen gerade rechtzeitig. Um 12.30 Uhr war Abfahrt. Also schnell auf das kleine Boot, das hauptsächlich aus der Dampfmaschine bestand. Es hatte sehr viel Ähnlichkeit mit der „African Queen“ in dem gleichnamigen Film mit Humphrey Bogart und Katherine Hepburn. Thorsten hatte uns angekündigt, dass sich die Fahrt mit der S/S Lagaholm wie mit der „African Queen“ anfühlen würde. Na ja, tiefstes Afrika und die schwedische Provinz Halland sind ja nicht unbedingt vergleichbar, aber so unrecht hatte Thorsten doch nicht. Schon allein das Stampfen der Dampfmaschine erinnerte an den Film.

Wir genossen die einstündige Fahrt außerordentlich. Käpt’n und Maschinist waren zwei richtige Typen. Das Boot ist 126 Jahre alt und bevor wir ablegten, erfuhren wir von ihm die ganze Geschichte des ehrwürdigen Bootes. Der Maschinist erklärte uns dann noch die Technik der Dampfmaschine und ab ging’s in recht flotter Fahrt. Mit neun Passagieren sowie den beiden Besatzungsmitgliedern war das Boot vollbesetzt. Auch unterwegs wurde weiter kommentiert. Der Maschinist schäkerte mit den etwas älteren Damen und kümmerte sich ansonsten um seine Dampfmaschine. Es war eine lustige, kurzweilige Fahrt. Der Käpt’n erklärte uns sogar Einiges auf Deutsch, als er vom Maschinisten darauf hingewiesen wurde, dass wir aus Deutschland kamen.

Das war ein wirklich interessanter Morgen. Im Anschluss machten wir noch zu Fuß eine Tour durch die hübsche Stadt, kauften noch etwas ein und brachen dann auf nach Båstad, einem weiteren mondänen Badeort an der Laholm Bucht.

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