Balmoral

 In 2015, Schottland

Dienstag, 16. Juni 2015
Fahrt nach Balmoral

Nach dem Rundgang in Aberdeen ging es weiter nach Balmoral, auf Nicola’s und Michael’s Empfehlung hin „not to be missed“, also der Queen auf jeden Fall einen Besuch abstatten, obwohl sie selbst erst im August anreist. Man darf in ihren Gärten und dem Umfeld auf den Spuren wandeln, aber nicht die Privaträume besichtigen. Bye, bye, Aberdeen, nächstes Mal bringen wir mehr Zeit mit!

Auf dem Weg nach Balmoral kamen wir durch den niedlichen Ort Ballater. Zum Glück fanden wir einen Parkplatz und schlenderten dann durch den kleinen Ort. Von hier aus war es nur noch eine halbe Stunde nach Balmoral. Viele Läden waren schon ausgerichtet auf die berühmte Nachbarschaft, Queen und Gefolge. Souvenirs und Bücher über den Königlichen Haushalt, die Queen, Prinz William und Kate, Prinz Harry – das ganze Programm wurde angeboten. Einige B&B’s in alten gepflegten Herrenhäusern warben um Kundschaft, ebenso kleine Hotels.

Abgebrannter Bahnhof in Ballater

Abgebrannter Bahnhof in Ballater

Ballater Church

Ballater Church

Celtic Cross vor der Ballater Kirche

Celtic Cros in Ballater Kirche

Frederick kaufte eine Kappe mit schottischem Emblem als Souvenir. Wir folgten dem Schild Royal Station. Der Bau ist noch aus viktorianischer Zeit. Leider war der ganze Bahnhof von einem Sichtschutz umgeben.  Man konnte nur eingestürzte Dächer sehen. Es sah aus, als ob es gebrannt hatte. Wir fragten einen Einheimischen und er bestätigte unsere Vermutung. Vor sechs Wochen stand der Bahnhof in Flammen! Der Brand war vermutlich durch alte defekte Leitungen ausgelöst worden. Wie schade ist es um dieses Kleinod! Hier war schon Königin Victoria angekommen, wenn sie ihren Landsitz besuchen wollte. Der Mann erzählte uns, dass man den Bahnhof wieder im alten Stil aufbauen wolle, aber natürlich im Inneren nach neuestem Stand. Vielleicht sehen wir es im neuen Glanz beim nächsten Besuch!

Die letzten Meilen ging es durch eine liebliche Landschaft, dem deutschen Mittelgebirge ähnlich. Dann hatten wir den Balmoral Parkplatz erreicht. Nun, gegen 18 Uhr, waren kaum noch Autos da, aber drei Wohnmobile parkten hier. Wir lasen die Parkbedingungen durch und konnten es nicht glauben: das erste Mal erlebten wir nun, dass es Wohnmobilisten erlaubt ist, auf einem sehr schönen, im Wald gelegenen Platz zu übernachten und das kostenlos!

River Dee am Parkplatz Balmoral

River Dee am Parkplatz Balmoral

Kostenloser Stellplatz Balmoral

Kostenloser Stellplatz Balmoral

Dann können wir natürlich die 11£ Eintritt für Balmoral pro Person morgen leichter bezahlen. Wir freuen uns sehr, dass wir hier ohne Einschränkung und mit Erlaubnis übernachten können!

Donnerstag, 17. Juni 2015
Balmoral Castle

Zu Besuch bei der Queen nun: Zumindest auf ihrem Estate, also Gelände und Garten. Die Tickets kosteten 20£ für zwei, wieder mal bewährte es sich, das Pensionsalter erreicht zu haben (OAP = Old Age Pensioner, deshalb  2£ gespart). Die Geschichte von  Balmoral Castle, die königliche Residenz, beginnt mit Königin Victoria und ihrem Mann Albert. Sie verliebte sich auf einer Reise durch die Highlands in die liebliche Landschaft, mochte die Menschen, die dort lebten und entschied sich 1848, das Anwesen für die privaten Ferien zu kaufen. Das ursprüngliche Schloß stammte aus dem fünfzehnten Jahrhundert und war zu klein. Hier war Prinz Albert gefordert und er liebte es, zusammen mit den Architekten und Designern den Neubau (Anbau) zu planen sowie die Gestaltung des Geländes und Gartens zu übernehmen. Queen Victoria nannte den Rückzugsort ihr „Paradies in den Highlands“.

Schloss Balmoral

Schloss Balmoral

Wir vor Schloss Balmoral

Wir vor Schloss Balmoral

Über die Jahrzehnte wurden Schloss und Gelände an die nachfolgenden Generationen weitergereicht. Heute dient es Königin Elisabeth und ihrer großen Familie als Sommersitz. Sie reist – das ist Tradition – im August an und bleibt bis Anfang Oktober. Mit großem Tam-Tam wird ihre Ankunft begrüßt und gefeiert (Dudelsackmusik und schöne Uniformen).  Natürlich kann – wenn die Fahne hochgezogen ist = Queen anwesend, genau so wie im Schloß Windsor – Schloß sowieso nicht, aber auch das Gelände mit den Nebengebäuden während der königlichen Ferien nicht besucht werden.

Die Garage mit Schlitten, Jeep und Oldtimer

Die Garage mit Schlitten, Jeep und Oldtimer

Im Gewächshaus

Im Gewächshaus

Jede Generation der königlichen Familie hat Verbesserungen und Veränderungen vorgenommen.  Vom Tickethäuschen, ausgestattet mit Audioführer, wurden die Besucher auf ein Wägelchen verladen und in die Nähe der Stallungen gefahren. Ab hier konnte man sich auf der Anlage frei bewegen. Leider war es heute dermaßen kalt, dass wir unsere dicken Winterjacken und ab und zu auch Handschuhe anziehen mußten. Ja klar, Highlands – Hochland! Balmoral liegt ca. 350 Meter über dem Meeresspiegel und bisher war der Juni sowieso eher kühl gewesen.

Wir konnten sehr viel über die Geschichte des Königshauses nachlesen, auch recht persönliche Dinge. Queen Victoria hatte 9 Kinder, davon sechs Mädchen, drei Jungen. Die Mädchen wurden in relativ jungen Jahren (18 bis Anfang 20) mit anderen europäischen Königshäusern verbandelt. Prinz Albert bezeichnete sich selbst als Großvater der Europäer, da seine Enkel in ganz Europa verteilt waren! Eigentlich hatte er sich durch die Verschwägerungen mit den anderen Königshäusern Frieden erhofft, leider erwies sich dies als Trugschluss.

Die ganze Anlage war überaus gepflegt von vielen dienstbaren Geistern. Mit dem Besucherandrang (viele Deutsche) hielt es sich in Grenzen, deshalb herrschte eine ruhige und angenehme Atmosphäre. So gut nachzuvollziehen, dass „Königs“ sich hier so wohl fühlen und vor den Augen der Öffentlichkeit einmal zur Ruhe kommen in der weitläufigen Natur.

Eine Jagdwildausstellung

Eine Jagdwildausstellung

Blumengarten

Blumengarten

Es gab viele kleine Foto-Ausstellungen anzusehen und auch Filme, die Königin Elisabeth und Prinz Philip mit ihrer Familie zeigten, Bilder aus den Kindertagen von Prinzessin Anne, den Prinzen Charles, Andrew und Edward. Auffallend: es gab überhaupt keine Fotos von Prinzessin Diana. Man scheint sie vollkommen aus der königlichen Familie entfernt zu haben – als ob sie nie existiert hätte.

Schließlich lockte uns das Café und der Geschenke-Shop, wie überall. Erstens war es dort gut besucht und sehr laut, zweitens sagten uns die Preise nicht zu: 2,75£ für einen Cappuccino ging einem dann doch über die Hutschnur! Genug gesehen entschlossen wir uns zum Aufbruch. Es war mittlerweile 15 Uhr und wir mussten ja heute noch weiter nach Süden.

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