Forres

 In 2015, Schottland

Sonntag, 14. Juni 2015
Forres

Nachdem wir Inverness in Richtung Osten verließen, kamen wir zuerst durch das Küstenstädtchen Nairn. Aber hier hielten wir nicht an. Unser Ziel war Forres, empfohlen lt. Touristen-Broschüre. Die Straßenschilder wiesen uns den Weg zum Whiskey Destillery Trail, die Qual der Wahl! Es gibt nämlich ziemlich viele davon. Aber in Schottland zu sein und sich dem Whisky zu verweigern, geht so gar nicht. Schon bogen wir ein beim nächsten Schild: Dallas Dhu Destillery.

Dallas Dhu Destillerie Museum

Dallas Dhu Destillerie Museum

Im Abfüllraum der Destillerie

Im Abfüllraum der Destillerie

Endlich mal ein großer Parkplatz für uns, es war auch – wohl wegen Sonntag (Kirchgang?) –  nicht viel los. Es gab wieder Rentner-Bonus beim Eintrittspreis: 4,50£ pro Person. Bisher hatten wir immer von Preisen um die 9£ pro Person gelesen, das war uns zu teuer. Allerdings war diese Destillery eine stillgelegte (1983 wurde sie geschlossen, weil die Produktion sich nicht mehr lohnte, wegen geringerer Nachfrage). Nun ist es eher ein Museum, sehr interessant gestaltet, weil alle alten Maschinen und Geräte für die Whiskyherstellung ausgestellt sind und gut erklärt werden (man erhält einen  Audioführer für den Rundgang). Am Schluß winkte ein kleines Glas Whisky („a dram“) zum Probieren und eine Filmvorführung, die das Gesehene und Gehörte vertiefte. Das Wort „Whiskey“ ist gälisch und bedeutet „Wasser des Lebens“. Es ist ein reines Getränk aus Hefe, Malz und sehr gutem Wasser, ähnlich dem deutschen Bier, das nach Reinheitsgebot gefertigt wird, also ohne künstliche Zusätze. Natürlich führte der letzte Weg durch den Geschenke-Shop, was gab es doch alles für schöne und leckere Dinge! Wir entschieden uns für den Whisky, den wir probiert hatten. Kleines Souvenir für große Söhne.

Vom Parkplatz weg führte ein Wanderweg nach Forres. Bei dem schönen Wetter kam uns das sehr gelegen und nach knapp einer Stunde Wanderung durch die Natur erreichten wir das Zentrum.

Mit blühendem Ginster gesäumter Wanderweg in den Ort Forres

Mit blühendem Ginster gesäumter Wanderweg in den Ort Forres

Ein romantischer See am Ortsrand von Forres

Ein romantischer See am Ortsrand von Forres

Da Sonntag, war es auch hier eher still. Selten haben wir einen so gepflegten kleinen Ort gesehen. Ich hatte in der Touristen-Broschüre über den Hexenstein gelesen, den wollten wir finden. Wir gingen an einem Park vorbei, der ein großes Schild am Eingang hatte: 32 Mal war Forres gekürt worden für „schönstes Dorf“, schönste Gärten“, „schönsten Park“! Darauf können die Einwohner wirklich stolz sein, und als Besucher sieht man diese Bemühungen an jeder Ecke.

Forres Strassenbild

Forres Strassenbild

Hauptstrasse in Forres

Hauptstrasse in Forres

Ich fragte einen Herrn nach dem Hexenstein, er gab uns Auskunft und unterhielt sich eine Weile mit uns. Man kommt so leicht mit den Leuten ins Gespräch. Also zuerst ein paar Meter weiter zum Stein, der auf eine grausame Geschichte hinweist: der große Stein ist halb in den Bürgersteig eingearbeitet, ein wahrer Stolperstein, man soll sich erinnern … Sagt die angebrachte Plakette: Frauen, die als Hexen verurteilt worden waren, Menschen, die irgendwie anders geartet waren, vielleicht Behinderungen hatten, wurden in Fässer gesteckt, die innen mit spitzen Nägeln ausgestattet waren und dann den Berg hinab gerollt. Natürlich hat das niemand überlebt. Sie wurden anschließend am Platz des Steines, dort rollten die Fässer aus, verbrannt. Ziemlich gruselig, das Mittelalter.

Da wir nun schon am Fuße des Berges waren, wollten wir auch hinauf, um uns den Nelson-Tower anzusehen. Der Turm war im Gedenken an die Schlacht bei Trafalgar, bei der Admiral Lord Horatio Nelson 1806 den Tod fand, 1812 errichtet worden. Der Besuch ist kostenlos, aber es wird  eine kleine Spende erwartet. Wie so oft leisten auch hier wieder freiwillige Helfer/innen den Aufsichtsdienst. Der Turm ist ca. 21 m hoch und führte uns ca. 100 Stufen hinauf.  Die Aussicht war toll! Auf den Etagen gab es noch einige Ausstellungen und Erklärungen zu Lord Nelson’s Leben.

Hexenstein in Forres

Hexenstein in Forres

Blick auf Forres und den Moray Firth vom Nelson Turm

Blick auf Forres und den Moray Firth vom Nelson Turm

Bald machten wir uns auf den Rückweg zur Destillerie entlang des schönen, mit Ginster gesäumten Pfades.

Farbkomposition der Natur

Farbkomposition der Natur

Typischer Schornstein der Dallas Dhu Destillerie

Typischer Schornstein der Dallas Dhu Destillerie

Die Dame im Tourismusbüro hatte uns Findhorn als Reiseziel empfohlen. Es ist ein winziger Küstenort  und wert, einmal besucht zu werden. Wir drehten eine Runde, parkten und vertraten uns die Beine bei einem kurzen Rundgang am Strand. Dann wurde es Zeit, einen Platz für die Nacht zu finden.

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