Aberdeen

 In 2015, Schottland

Dienstag, 16. Juni 2015
Aberdeen

So ganz allein im Wald zu stehen fand ich zwar nicht so nett, aber wir erwachten gut ausgeschlafen und die ersten Hunderunden-Dreher standen auch schon mit ihren Autos neben uns. Nun musste noch das Problem mit der Ver- und Entsorgung (Frischwasser aufnehmen, Grauwasser ablassen und Chemietoilette wechseln) geklärt werden. Wir waren am Vorabend an einem Campingplatz vorbei gefahren und Frederick meinte, man könne mal nachfragen, ob man die Versorgung dort vornehmen könnte. Gesagt – Getan! Zehn Minuten später rollten wir auf den Platz, sahen den Betreiber dort und fragten nach. Er sagte sofort, dass es kein Problem sei und bezahlen mussten wir auch nichts! Das war Gastfreundschaft pur und half uns sehr auf unserer Weiterreise.

Stellplatz nördlich von Ellon auf einem Waldparkplatz

Stellplatz nördlich von Ellon auf einem Waldparkplatz

Blick auf den Hafen Tower und den Strand gegenueber von unserem Parkplatz

Blick auf den Hafen Tower und den Strand gegenüber von unserem Parkplatz

Wir fuhren zur Frischwasserstation und mussten sehr lachen: wer kam uns da entgegen? Nicola, dann Michael und schließlich Diego! Die drei hatten auf dem Platz übernachtet. Sie zeigten uns einen verwunschenen Wald, ähnlich bewachsen wie in Cornwall mit den Bluebells, hier war der Waldboden übersät mit rosa Blumen (manche Ecken entdeckt man eben nur als Gassi-Geher …). Überhaupt war der ganze Campingplatz sehr schön angelegt und die Betreiber überaus freundlich. Nicola und Michael wollten direkt nach Balmoral, zum Sommersitz der Queen, wir verabschiedeten uns in Richtung Aberdeen.

Sobald wir vor den Toren dieser Großstadt waren, sahen wir ein MacDonald’s Schnellrestaurant. Da wir wieder im Verzug mit unseren Berichten und vor allem den Fotos waren, hielten wir dort an und erledigten alles Aufgeschobene. Als nächstes folgten Reparaturarbeiten am Wohnmobil. Dazu brauchten wir Imbusschlüssel und einige andere Dinge von B&Q, dem Heimwerkermarkt.

Als auch das erledigt war, konnten wir endlich in die Stadt fahren und nach einem Übernachtungsplatz Ausschau halten. Mittlerweile war es nämlich schon nach 16 Uhr. Wir fuhren am äußeren Rand der Stadt Richtung Hafen, am Beach Boulevard entlang. Das war ein langes Strandstück, mit Blick auf die Nordsee und einige große Schiffe (sicher „Aberdeen for Order“, sie warteten auf Aufträge). An der Straße konnte man kostenlos parken. Ideal für uns. Frederick wollte sich noch den Hafen anschauen und so fuhren wir weiter entlang der Fun Beach, an einem großen Einkaufszentrum vorbei in die Innenstadt. Im Hafen lagen riesige Schiffe,Trawler und Fähren. Offenbar waren es Flotten für den Fischfang sowie für das Ölgeschäft in der Nordsee. Da spielt Aberdeen eine wesentliche Rolle.

Gedränge im Hafen

Gedränge im Hafen

Versorgungsschiff für Förderplattform neben Gastanks

Versorgungsschiff für Förderplattform neben Gastanks

Wieder mal fuhren wir durch eine Hafengegend mit geschäftigem Hin und Her von großen Lastwagen, Verladungen, Handelshäusern und fischverarbeitender Industrie. Endlich führte die schmale Straße an der Küste entlang auf einen ruhigen Parkplatz, von dem aus man einen wunderschönen Ausblick auf Stadt, Hafen, Meer und Leuchtturm hatte. Leider konnten wir nicht auf den Platz, da er ziemlich voll war. Also – zu meiner Freude – doch wieder zu dem Platz an Strand und Meer. Das war ein Gefahre …. Es geht eben manchmal nicht alles so glatt – und auf diese Weise lernten wir die Stadt schon mal ein bißchen besser kennen.

Am Strand angekommen, richteten wir uns häuslich ein und kochten uns ein Abendessen. Feierabendverkehr: ein Auto nach dem anderen bretterte an uns vorbei, mit anderen Worten: es war SEHR laut. Dann doch lieber zurück auf den ruhigen Platz. Dorthin fuhren wir also zum Übernachten. Inzwischen gab es auch einen Parkplatz für uns. Da es ein offener Platz war, ohne Bäume, konnten wir auch mal wieder fernsehen. Das Wetter hatte sich verschlechtert, Sturm kam auf, der Regen prasselte aufs Dach und es war kalt. Wie gut, dass wir heizen können, so ist es im Wohnmobil trotzdem gemütlich. Genug gesehen und erlebt, gingen wir früh schlafen.

Mittwoch, 17. Juni 2015
Aberdeen

Die Wolken hingen noch ein wenig tief, aber dazwischen sahen wir schon wieder ein wenig Blau am Himmel hervorlugen. Hoffnung für eine Entdeckungstour durch die Stadt. Aberdeen ist mit etwas über 220.000 Einwohnern Schottlands drittgrößte Stadt und wird auch die „Silver City“ genannt, da der größte Teil der Häuser aus grauem Granit gebaut ist. Wenn die Sonne auf die Steine scheint, schimmern sie silbern. Das stimmt, wir haben es selbst gesehen!

Marktplatz Castlegate

Marktplatz Castlegate

Marischal College - heute Stadtverwaltung

Marischal College – heute Stadtverwaltung

Mittlerweile war es sonnig und warm geworden und wir genossen die Sonnenstrahlen. Es gab viel alte Architektur zu bewundern, das schönste Gebäude ist das Marischal College. Es war einmal ein Kloster der Franziskaner, dann ein College, heute ist die Verwaltung der Stadt dort untergebracht. Das maritime Museum und das Tolbooth Museum bietet einen Besuch mit freiem Eintritt an.  Das King’s College, ein Teil der Universität Aberdeen, Englands fünftälteste Universität, wurde 1495 gegründet. Universitätsstädte finden wir immer besonders schön, weil sie so voller Leben mit jungen Leuten sind.

Schottische Nationalgalerie

Schottische Nationalgalerie

Norwegische Fähre im Hafen von Aberdeen

Norwegische Fähre im Hafen von Aberdeen

Ellon - Aberdeen

Ellon – Aberdeen – ca. 50 km

Stellplatz mit Blick auf Hafen

Stellplatz mit Blick auf Hafen

Überall und immer ist etwas los! So gibt es auch hier eine Vielzahl kultureller Angebote und  in einem 4-Stunden-Besuch wird man der Stadt einfach nicht gerecht. Es gibt eine schöne Kunstgalerie (war leider wegen Umbauarbeiten geschlossen), einen gepflegten Park mitten in der Stadt, kleine Gassen und interessante Geschäftszentren zum Stöbern. In einem modernen Einkaufszentrum speisten wir bei DiMaggio’s zu Mittag. Das Essen war köstlich.

Doch wir wollten heute noch weiter nach Balmoral.

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