Leba 25. – 26.7.2015

 In 2015, Polen

Samstag, 25. Juli 2015
Fahrt nach Leba

Nach dem Frühstück war Reisebericht schreiben angesagt. Dann versorgten wir das Wohnmobil (Leeren der Chemietoilette und des Abwassertanks sowie Nachfüllen von Frischwasser) und gegen 11 Uhr verließen wir den schönen Campingplatz. Unser erstes Ziel war der Shopping-Komplex an der Einfallstraße, wo wir auf der Hinfahrt bereits eingekauft und uns mit polnischem Zloties eingedeckt hatten. Hier war auch eine Tankstelle, die Diesel für nur 1,10 € anbot. Wir tankten voll und fuhren dann auf die Autobahn Richtung Danzig. Doch es erwartete uns eine böse Überraschung: Verkehrsstau! Was wir vergessen hatten: heute (Samstag) war Wechseltag in den Ferienunterkünften und auf den Campingplätzen. Alternativrouten gibt es aber nicht. wir mussten da also durch. Unsere ursprüngliche Fahrzeit war geschätzt vier Stunden, doch nach knapp vier Stunden waren wir erst kurz vor Köslin und hatten noch ca. zwei Stunden vor uns.

Wir entschieden uns, hier erstmal eine Kaffeepause einzulegen. Dazu brauchen wir glücklicherweise keine Raststätte, sondern nur einen Parkplatz. Alles andere haben wir an Bord. So machten wir es uns gemütlich bei Kaffee und Kuchen und setzten unsere Fahrt nach etwa einer halben Stunde wieder fort. Kurz nach Köslin löste sich der Stau dann auf, aber die Straße nach Leba, in die wir kurz darauf einbiegen mussten war so schlecht, dass wir unsere durchschnittliche Geschwindigkeit auf ca. 50 km/h drosseln mussten, um Schäden am Wohnmobil zu vermeiden. Erst gegen 18 Uhr erreichten wir den Campingplatz Morski, wo wir uns schnell auf unserem großzügig bemessenen Platz einrichteten.

Stettin- Leba

Stettin- Leba 293 km

Der Campingplatz ist sehr nahe am Strand gelegen (nur fünf Minuten zu Fuß). Wir bezahlen pro Tag 18 € (ohne Strom). Mit Strom zwei Euro mehr. Je nachdem wie sich das Wetter entwickelt, werden wir sehen, ob wir mit unserer Photovoltaikanlage an Bord hinkommen. Wenn es mehrere Tage bedeckt sein sollte, werden wir uns wohl den einen oder anderen Tag ans Stromnetz des Campingplatzes anschließen müssen.Watch movie online John Wick: Chapter 2 (2017)

Schon beim Einfahren in den Ort waren wir überwältigt von den Menschenmassen hier. Auf beiden Straßenseiten bewegten sich einige hundert Menschen in die eine oder andere Richtung. Oh Weh, das hatten wir nicht erwartet. Beim letzten Besuch vor zwei Jahren waren wir Mitte Juni hier. Da war noch sehr wenig Betrieb und viele der Restaurants und Geschäfte waren noch gar nicht geöffnet.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten wir uns auf zu einem Erkundungsrundgang. Es war wirklich proppenvoll. Buden, Geschäfte, Restaurants, Kinderspielplätze, überall war was los und überall roch es nach Gesottenem und Gebratenem. Der Ort Leba hat ca. 4.000 permanente Einwohner und gefühlte 2 Millionen Feriengäste. Ist wohl etwas übertrieben. Wie dem auch sei, wir genossen die Atmosphäre und das bunte Treiben um uns herum.

Buntes Treiben am Hafen

Buntes Treiben am Hafen

Trabi als Abschleppwagen

Trabi als Abschleppwagen

Es herrschte eine Volksfeststimmung und allgemeine gute Laune. Bei dem üppigen gastronomischen Angebot hatten wir die Qual der Wahl. Letztendlich entschieden wir uns für einen griechischen Salat und einen Salat mit Hähnchenstreifen in einem Restaurant mit Außenplätzen. Es waren immerhin 26 Grad.

Sonntag, 26. Juli 2015
Strandwanderung bei Windstärke 8 

Hatten wir gestern Abend bei unserer Ankunft noch gutes Wetter gehabt, zogen am späten Abend nun Wolken auf und in der Nacht stürmte, regnete, blitzte und donnerte es gewaltig. Ostsee-Urlauberglück?? Wir bekamen es nur deshalb  mit, weil wir nicht gut einschlafen konnten.

Zu fremd waren neues Umfeld und die Geräusche aus der Stadt: Remmi-Demmi mit Discomusik am Samstagabend, gesprächige Großfamilienrunden auf dem Campingplatz bis spät in die Nacht. Morgens beim Frühstück war aber alles wieder gut und vergeben und vergessen.

Trotzdem zogen wir sicherheitshalber unsere Regenjacken an, bevor wir um die Ecke zum Strand loszogen. Du liebe Güte: die Ostsee gebärdete sich wie die Nordsee: vom starken Wind der Stärke 8 aufgeschäumte hohe Wellen schlugen an den Strand. Die Kitesurfer fanden‘ s toll und trieben sich auf dem Meer herum im Spiel mit dem Wind und den Wellen, schön und spannend zu beobachten von uns Zuschauern.

Kitesurfing bei Windstärke 8

Kitesurfing bei Windstärke 8

Sportboothafen Leba

Sportboothafen Leba

Außer den Wind- und Kitesurfern war allerdings nicht viel los am Strand, nur einige Spaziergänger und zwei wagemutige Badende im Wasser. Der Sturm pustete einem den Sand ins Gesicht und dabei gleichzeitig Kopf und Seele frei, wir wurden sozusagen gesandstrahlt und fühlten uns wie neu! Die stürmische See bot ein tolles Schauspiel. An Strandgut sammelten wir einen Teelöffel und einige glattgeschliffene kleine Steine, Bernstein (polnisch Bursztyn) war leider nicht dabei.

Als wir an der Hafeneinfahrt ankamen, bogen wir Richtung Ortszentrum ein, heraus aus dem Wind, aber zurück in den Trubel, dem man am Strand und in den Außenbezirken durchaus entkommen kann.

Ohne Gewähr für die Richtigkeit behaupten wir, dass es mindestens 30 Eisbuden/Cafés, 30 Waffel-Verkaufsstände, 60 Pizzerias, Grillstuben, Fastfood-Läden, Restaurants, Crêpes-Stände (noch was vergessen?!) gibt…. außerdem 720 Andenken-, Taschen-, Badehandtuch-, Schuh-, Klamotten- und Spielzeugläden, mit anderen Worten: ein Paradies für Shoppaholics und kaufsüchtige Kinder! Angenehm ist aber, dass niemand aus seinem Laden springt und einen in sein Geschäft zerren will.

Anne mit Rieseneis

Anne mit Rieseneis

Annes neuer Freund

Annes neuer Freund

Frederick mit leckerem Eis

Frederick mit leckerem Eis

Nachdem wir die große Erkundungsrunde gemacht hatten (einiges kannten wir ja schon aus dem Jahr 2013), wurde es Zeit für eine Pause mit Kaffee und Kuchen im Wohnmobil. Dort ruhten wir uns aus, lasen ein wenig und beschäftigten uns mit dem Schreiben unseres Blogs und den Fotos.

Aber wer rastet, der rostet und schon ging es wieder los, dieses Mal in die umgekehrte Richtung, hinein ins Urlaubergetümmel. Es gibt hier ja noch einige interessante Straßen, Wege und Parks zu erkunden, auch ruhige Ecken. Da wir morgen per Bahn nach Lebork (Lauenburg) fahren wollen, schauten wir uns am Bahnhof die Tafel mit den Abfahrtszeiten an und erkundigten uns nach den Fahrpreisen. 11 Zloty (2,75€) pro Person für Hin- und Rückfahrt für eine 45minütige Bahnfahrt. Dann spazierten wir über den Markt mit den vielen Schmuck-Ständen und landeten schließlich wieder am tollen Strand. Auf dem Rückweg probierten wir nie zuvor Gesehenes: eine rohe Kartoffel, zur Spirale aufgeschnitten, aufgespießt auf einen langen Stab, dann frittiert und gewürzt nach Wunsch (ungefähr 12 Geschmackssorten!): bezahlt haben wir für diese leckere Köstlichkeit 6 Zloty, also 1,50 €. Das machte Appetit auf unser Abendessen im Wohnmobil, Rührei mit Pilzen und Salat.

Wir machten uns auf den Heimweg. Auf dem Campingplatz war es deutlich leerer (und ruhiger!) geworden. Die Wochenendtouristen waren wohl abgereist. Wir guckten noch ein bisschen fern, bevor wir schlafen gingen. Wegen des Abstechers nach Lebork war frühes Aufstehen angesagt.

 

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