Marienburg

 In 2013, Polen

Dienstag, 4. Mai 2013
Marienburg (Malbork)

Gegen 11.30 Uhr ging die Fahrt dann weiter nach Marienburg (polnisch Malbork). Aus unseren vielen nur manchmal hilfreichen Stellplatzführern (fünf an der Zahl!) – meist verlassen wir uns auf „Promobil“ im Internet – hatten wir uns für einen Platz gegenüber der Marienburg entschieden. Schon in 30 Minuten hatten wir unser Ziel fast erreicht, waren am ausgeguckten Platz vorbeigefahren, weil dieser an der falschen Straßenseite lag. Das machte gar nichts, weil wir direkt auf den nächsten Platz zustießen, ebenfalls gegenüber der Burg, nur das Wasser des Flusses Nogat trennte uns und die Brücke zur Festung hin lag direkt vor unserer Nase! Wieder ein Platz im Grünen, aber nicht „an der Sonne“, die schien heute nämlich nicht: 13 Grad und es wehte ein kalter Wind. Nicht nur die Burg heißt Marienburg, sondern auch das Städtchen um die imposante Festung herum.

Die Marienburg

Die Marienburg

Stellplatz gegenüber der Marienburg

Stellplatz gegenüber der Marienburg (links auf dem Foto)

Es gibt einen schönen Ausblick auf einen Teich und natürlich auf die berühmte Marienburg, die größte Backstein-Festung der Welt, über 700 Jahre alt! Stellplatzkosten mit allem Drum und Dran und sauberer Sanitäranlage 50 Zloties, ca. 13,50 Euros. Es gab für uns kein Halten und wir zogen sofort los zur Burg, deren Bau vom Deutschen Ritterorden im 13. Jahrhundert begonnen wurde.

Vor dem Eingang standen reihenweise Zelte mit Souvenirverkäufern. Alles mögliche Ritterliche (würde ein Fest für Jonas und Jannik sein) wurde angeboten: Schwerter, Helme, Pfeile und Bögen, mittelalterliche Kostüme – hauptsächlich für Jungs, aber auch Burgfräulein-Kostüme für kleine Mädchen. Wir liefen weiter zum Kassenhäuschen, wo wir 56 Zloty für uns beide bezahlten (incl. elektronischem Führer). Das war mehr als günstig. Wie uns der deutschsprachige, elektronische Führer/elektr. Führerin erklärte, wurde mit dem Bau der Marienburg durch den Deutschen Orden im 13. Jahrhundert begonnen und seitdem wurde ständig bis in die heutige Zeit erweitert, erneuert und renoviert.

Diese merkwürdigen Gesellen beherrschen das Bild im Innenhof der Burg

Diese merkwürdigen Gesellen beherrschen das Bild im Innenhof der Burg

Das mächtige Falltor am Hauptportal

Das mächtige Falltor am Hauptportal

Der Deutsche Ritter Orden war über Jahrhunderte die große politische Kraft in den deutschen Ostgebieten und maßgeblich für die Christianisierung der heidnischen „Pruzzen“ in Litauen verantwortlich. Die Marienburg wechselte mehrfach den Besitzer. Vom Deutschen Orden ging die Burg an die Preußen, später an die Polen, dann an die Deutschen und heute ist sie wieder in polnischen Händen.

Wir besichtigten eine fantastische Bernsteinausstellung, in der auch die Entstehung des Bernsteins sehr detailliert dargestellt wurde. Einige der Bernsteinklötze waren bis zu 40 cm im Unfang. Natürlich durfte sehr kostbarer Bernsteinschmuck in einer solchen Ausstellung nicht fehlen. Anne konnte sich gar nicht sattsehen daran. Nach zwei Stunden Rundgang machten wir eine Pause und gönnten uns etwas zu essen im so hübsch eingerichteten Gothischen Restaurant.

Prächtige Glaskunst

Prächtige Glaskunst

Die Marienburg von der Abendsonne angestrahlt

Die Marienburg von der Abendsonne angestrahlt

Die zweite Hälfte unserer Besichtigung führte uns dann durch die verschiedenen Etagen der Burg. Hinauf ging es und hinunter. Fußkrank darf man nicht sein, und an den Knien sollte man es ob der vielen Stufen auch nicht haben … Manchmal waren die Steintreppen sehr schmal und steil, dann wieder großzügig breit. Während der größte Teil der Innenräume hochwertig restauriert wurde, gibt es noch ein paar wenige Trakte, die noch im Verfallstadium sind. So zum Beispiel die Kapelle, an der deutlich die Zerstörung durch den Krieg sichtbar ist. Aber auch dies wird sicherlich in Zukunft wiederhergestellt, es wird daran gearbeitet.

In einem Trakt wurde die Kunst der Glasmalerei ausgestellt sowie früher verwendete Werkzeuge und Materialien. Die Herstellung wurde erklärt.

Elblag - Malbork

Tagesetappe: 38 km

Tagesetappe: 38 km

Nach viereinhalb Stunden hatten wir es geschafft. Wir waren jetzt kaum noch aufnahmefähig und wanderten danach noch kurz in den Ort. Wir mußten noch kurz einkaufen bei „Kaufland“ und marschierten dann zurück zum Stellplatz auf der anderen Seite des Flusses Nogat. Nach dem Abendessen arbeiteten wir noch eine Weile an unserem Bericht. Plötzlich bemerkte Frederick ein feuerrotes Leuchten im Hintergrund: Der Bau der Marienburg wurde von der untergehenden Sonne dermaßen angestrahlt, dass es aussah wie ein Feuerschein! Ein fantastisches Spektakel für uns Zuschauer! Also schnellstens mit der Kamera ‚raus und dieses Naturschauspiel fotografieren. Viele der anderen Wohnmobilisten taten es uns gleich. Es war spektakulär.

Fotogalerie Marienburg

 

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