Goldap

 In 2013, Polen

Sonntag, 26. Mai 2013
Rundtour Sensburg – Angerburg – Goldap – Olecko – Lyck – Sensburg

Kirche in Wegorzewo-Angerburg

Kirche in Wegorzewo-Angerburg

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Hotel Eva setzten wir uns  Richtung Wegorzewo (Angerburg) in Bewegung, wo wir in der Nähe der Kirche alle parken konnten. Heute am Sonntag waren viele Leute in der Kirche – später fanden wir heraus, dass überall Kommunion war, weshalb wir am frühen Nachmittag in Goldap kein Restaurant finden konnten, wo wir uns hätten stärken können. Überall waren Kommunionfeiern und daher geschlossene Gesellschaften. In Angerburg wanderten wir zum Yachthafen für Freizeitkapitäne, der sehr schön ausgebaut war mit einer Promenade und einem Radweg.

Zurück wanderten wir am alten Postamt vorbei (dort hat vor ewigen Zeiten der ostpreußische Onkel Rudolf einmal gearbeitet) zur Kirche, die wir aber nicht besichtigen konnten, weil gerade Kommunions-Gottesdienst war.

Yachthafen in Angerburg

Yachthafen in Angerburg

Weiter ging es Richtung Goldap auf einer sogenannten „gelben“ Straße und was das bedeutete, merkten wir schnell. Schon am Ortsausgang stießen wir auf eine Baustelle, die mit Ampeln geregelt wurde. Geschlagene 15 Minuten mussten wir warten, bis das Signal auf Grün sprang. Der Zustand der Straße war katastrophal (Löcher so groß wie Babybadewannen) und noch weitere zweimal mussten wir lange auf grünes Licht bei weiteren Baustellen warten. Zum Teil war die Straße völlig unbefestigt, der Aufbau unseres Wohnmobils knisterte und knackte … und uns wurde Angst und Bange. Das einzig Positive an der Sache war, dass offenbar an den Straßen gearbeitet wird, so dass Aussicht besteht, beim nächsten Besuch auf bessere Straßen zu treffen.

Als wir endlich in Goldap ankamen (einst Kreisstadt, 5 km entfernt war Annes und Evas Vater geboren und er hat immer viel von Goldap gesprochen) waren dort etliche der Straßen im Innenstadtbereich auf Grund einer Sportveranstaltung gesperrt. Wir trafen uns alle auf dem großen Marktplatz und wollten jetzt erst einmal etwas essen, aber wegen der Kommunionsfeiern mussten wir diesen Gedanken aufgeben.

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v.l. Maja, Lars, Lothar, Anne und Eva in Goldap

Die Kirche in Goldap (ungewöhnlicherweise in weiß)

Die Kirche in Goldap (ungewöhnlicherweise in weiß)

Goldap liegt sehr nahe an der russischen Grenze und ist noch ziemlich entfernt von der erreichten Stadtsanierung vieler anderer Städte weiter westlich.

Wir fuhren jetzt weiter, um zu versuchen, in der nächsten Stadt Olecko (Treuburg) eine Gaststätte zu finden, aber auch das schlug fehl. Wir entschieden uns, die Stadt ein wenig zu erkunden, während die anderen weiterfuhren.

Olecko liegt in Masuren mit der großen Seenplatte („Land der 1000 Seen“) denn auch direkt an einem, zu dem wir hinunterwanderten. Dort fanden wir eine kleine Gaststätte in einem über 100 Jahre alten Blockhaus.

Wir versuchten unser Glück mit einer Bestellung, aber niemand hinter der Theke sprach deutsch oder englisch, aber dann kam ein älterer Pole auf uns zu und fragte in recht gutem Deutsch (10 Jahre in Deutschland gearbeitet), ob er beim Übersetzen helfen könnte. Wir nahmen dankbar an, was uns im Endeffekt ein Bier kostete. Er fragte danach. Für warme Mahlzeiten war es zu spät, aber wir konnten noch eine Portion Chips, ein Bier und einen Kaffee ergattern und verzehrten dies bei einem interessanten Gespräch mit unserem polnischen Übersetzer. Wie es wohl viele Polen tun (wir kennen noch jemanden), fährt er immer noch mal für 1 bis 2 Monate nach Deutschland, arbeitet dort in einer Wurstfabrik und verdient ca. 1500 Euro. Für seine Unterkunft zahlt er die Zeit über 200 Euro. Er meinte, mit einer deutschen Rente könnte man wie ein Fürst in Polen leben, da die Lebenshaltungskosten doch viel geringer sind als in Deutschland. Ansonsten sprach er sich nur positiv über Deutschland aus: Lufthansa wäre die einzige Gesellschaft, mit der er je fliegen würde und weitere Firmen, in Erinnerung an „deutsche Wertarbeit“ zählte er auf!

Anne im Gespräch mit unserem polnischen Übersetzer in Olecko

Anne im Gespräch mit unserem polnischen Übersetzer in Olecko

Wir fuhren dann weiter nach Elk (Lyck), der mit 60.000 Einwohnern größten Stadt Masurens. Die Stadt liegt an einem der vielen Seen der Gegend. Das Seeufer auf der Stadtseite ist sehr gut ausgebaut. Es gibt lange Promenaden und Wanderwege und immer wieder Picknickplätze, Restaurants und Spielplätze.

Einkehrschwung auf eine Pizza in Elk (Lyck)

Einkehrschwung auf eine Pizza in Elk (Lyck)

Wir hatten Glück und konnten einen Parkplatz am Seeufer ergattern (bei unserem langen Gefährt nicht so einfach). Nach einem Spaziergang machten wir Halt in einem der vielen Restaurants und bestellten Pizza, die sehr lecker schmeckte.

Rundtour Sensburg, Angerburg, Goldap und Lyck

Rundtour Sensburg, Angerburg, Goldap und Lyck

Wir wollten danach noch die Kirche im Ort besichtigen. Dort fand aber gerade ein Gottesdienst statt sowie eine Prozession, da wollten wir nicht stören. Die Prozession von Gläubigen folgte, angeführt von dem Pfarrer und den Messdienern, den Weg um die Kirche herum, einige Male, im Gebet und im Gesang. Polen ist ein überwiegend katholisches Land. Der Glaube spielt bei den Polen eine offensichtlich große Rolle wie auch Familie insgesamt, zumindest war dies unser Eindruck.

Da es mittlerweile bereits nach 20 Uhr war, begaben wir uns auf die Rückfahrt nach Sensburg. Unser Navi spielte mal wieder verrückt. Es wollte uns weismachen, dass die 85 km Fahrt 2 1/2 Stunden dauern sollte. Unterwegs versuchte „sie“ uns immer wieder von der Hauptstraße wegzulocken. Darauf fielen wir nun nicht mehr herein und letztendlich gab „sie“ klein bei und reduzierte die Fahrtzeit auf die tatsächlichen 90 Minuten. Wir kamen vorbei an einem Friedhof, auf dem auf den Gräbern viele Gedenkkerzen angezündet waren und es sah wunderschön aus!

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