Oslo

 In 2015, Norwegen

Freitag, 4. September 2015
Ankunft in Oslo – Holmenkollen-Schanze

Wir standen fast direkt unter der weltberühmten Holmenkollen Skischanze, einfach überwältigend, dieser Bau (selbst wenn man sich nicht für Wintersport interessieren sollte). Nur ein weiteres Wohnmobil, später gesellte sich ein weiteres hinzu, stand dort, und einige wenige Pkw’s. Der erste Weg führte uns zum Ausblick auf das Stadion, in der Entfernung ein toller Blick über den Fjord und die Stadt, dann einmal am Gelände des Schanzenturms herum. Um halb sieben konnte Frederick noch ganz nette Fotos schießen.

Für Samstag war bedauerlicherweise wieder Regen und kaltes Wetter vorhergesagt, also den Ski- Museumsbesuch (10 Euro pro Person für Rentner) einplanen. Irgendeine Veranstaltung schien im Stadion geplant zu sein, darauf wiesen Musik, Lautsprecher und einige Aufbauten hin.

Darstellung eines Skispingers im Flug

Darstellung eines Skispingers im Flug

Holmenkollen Schanze in der Dämmerung

Holmenkollen Schanze in der Dämmerung

Wir waren neugierig. Aber zunächst gab’s Abendbrot, dann einen Rundgang weiter unten Richtung Stadion. Zum Schluß Fußball, Deutschland gegen Polen, Ergebnis 3:1, sehr gutes Spiel, das uns beiden Spaß machte. Es folgte eine sehr ruhige Nacht, hier oben am Holmenkollen. Es ist schon aufregend, an so einem berühmten, traditionsreichen Ort übernachten zu können.

Mora - Oslo

Mora – Oslo

Holzkirche am Holmenkollen

Holzkirche am Holmenkollen

Frederick vor der Schanze

Frederick vor der Schanze

Samstag, 5. September 2015
Holmenkollen im Dauerregen

Regentropfen hatten die ganze Nacht aufs Dach geprasselt, und es war außerdem sehr kalt hier oben auf ca. 325 m Höhe! Selbst die paar Schritte zum Museum legten wir gegen 10 Uhr mit dem Schirm zurück. Wir sahen, dass wir auf dem Parkplatz  nicht mehr alleine waren, diverse Touristenbusse und Pkw’s hatten sich hinzugesellt. Heute fanden wir auch heraus, welche Veranstaltung stattfinden sollte: Die Sportveranstaltung „Toughest“. Ein 8 km Lauf mit Härtetest anhand von 40 zu überwindenden Hindernissen. Das letzte Hindernis, das es zu erklimmen gab, war der steile Hang unterhalb des Schanzentisches! Ein mörderisches Unterfangen, das nur die Härtesten überstehen konnten. An die 3000 Teilnehmer/innen fühlten sich aufgefordert, mitzumachen (sicherlich nach langer Vorbereitung!). Deshalb also das ganze Gewusel auf dem Parkplatz!

Steiler Aufstieg für die Sportler

Steiler Aufstieg für die Sportler

Diese Sportler haben es geschafft

Diese Sportler haben es geschafft

wir entschieden uns für das warme Museum. Dort war es soviel gemütlicher, warm und trocken und sehr interessant. Wir kauften die Tickets (10 Euro pro Rentner) und gingen in die Ausstellung.

Hier erfuhren wir etwas über die Lebensgeschichte des Polarforschers und Friedensnobelpreisträgers Fridtjof Nansen (1861-1930) und über Roald Amundsen (Entdecker der Nordwestpassage und erster Mensch am Südpol). Er erreichte am 14. Dezember 1911 vor seinem englischen Konkurrenten Robert Scott mit vier Begleitern den geographischen  Südpol und hisste dort die norwegische Flagge! Er kehrte zurück, während Scott und seine vier Begleiter (sie erreichten ihr Ziel am 18.1.1912)  den Rückweg der Expedition mit ihrem Leben bezahlten (Unterernährung, Krankheit, Unterkühlung).

Teil von Amundsons Ausrüstung

Teil von Amundsons Ausrüstung

Amundsons Ausrüstung

Amundsons Ausrüstung

Polarforscher Frederick

Polarforscher Frederick

Vieles von der norwegischen Geschichte wurde vermittelt. Auch, dass die Königsfamilie durch alle Generationen hindurch begeisterte Sportler auf Skiern waren, angefangen bei Papa König über Mama Königin bis hin zu den kleinen Prinzen und Prinzessinnen. Fotos und alte Ski-Ausrüstungen belegten diese Tatsache.

Nun zum Sprungschanzenhügel, dem Holmenkollbakken: es ist die älteste Sprungschanze der Welt (Baujahr 1892). Sie steht auf einem Hang des Berges Holmenkollen und wurde achtzehnmal umgebaut, das letzte Mal 2010, so wie wir sie nun sahen. 50.000 Zuschauer können in der Skisprung-Saison das Geschehen im Stadion verfolgen. Hier wurden und werden Weltmeisterschaften durchgeführt, internationale Wettbewerbe und 1952 die Olympischen Winterspiele ausgetragen. Direkt nebenan ist das Biathlon-Stadion. Hier werden Ende Februar bis Anfang März 2016 die Biathlon-Weltmeisterschaften ausgetragen.

Das Ski-Museum vermittelte viel interessantes Wissen über die norwegische Wintersport-Geschichte! Das sehr moderne Museum ist abwechslungsreich und interessant gestaltet. Man durfte überall fotografieren.

Das Aufregendste lag noch vor uns: mit dem Fahrstuhl im Turm (60m) hinauf auf die Aussichtsplattform! Diesem sensationellen Turm konnte auch ich mich nicht verschließen, also Augen zu und durch! Oben wurden wir mit einer tollen Aussicht belohnt, die nur etwas durch Bewölkung und das kalte Wetter getrübt war. Frederick ging noch mal die Treppe 5 m höher hinauf und hatte dann Rundumsicht. Ich brauchte das nicht ….

Blick von der Aussichtsplattform der Schanze

Blick im Regen von der Aussichtsplattform der Schanze

Blick von oben auf die Schanze - ganz schön hoch!

Blick von oben auf die Schanze – ganz schön hoch!

Wieder in den Ausstellungsräumen angekommen, schauten wir Filmvorführungen an, unter anderem eine über das Nordlicht, absolut faszinierend! Dazu wurde eine wunderschöne Musik eingespielt, man konnte sich an dem Farbenspiel nicht satt sehen und träumte so dahin.

Anne mit Eisbär

Anne mit Eisbär

Nordlicht vom Film abfotografiert

Nordlicht vom Film abfotografiert

Mit elegantem Schwung den Hang hinab

Mit elegantem Schwung den Hang hinab

Blick von der Schanze auf das Biathlon-Stadion un die Kirche

Blick von der Schanze auf das Biathlon-Stadion und die Kirche

Langsam wurde es Zeit, sich wieder an die frische Luft zu begeben. Es hatte zu regnen aufgehört. Wir gingen zur unteren Aussichtsplattform und schauten den „Toughest“-Sportlern/Sportlerinnen zu, die sich mehr oder weniger den Hang hinauf quälten, unglaublich, wie steil der ist. Das Hindernislaufen hatte deutliche Spuren hinterlassen. Man konnte sehen, dass die Teilnehmer/innen durch Matsch und Dreck gekrochen, gelaufen, geklettert waren.

Wir für unseren Teil begnügten uns mit dem Spaziergang um das Stadion und zur Kirche, um ein paar Fotos zu schießen. Übrigens Schießen: dabei sahen wir die Schießanlage für die Biathleten, wo die norwegische Biathlon-Cracks gerade trainierten.

Auf unserem Weg sahen wir immer wieder Läufer auf den Rollerskiern, also kurzen Skiern mit kleinen Rädern drunter. Im Affentempo sausten sie an uns vorbei! Schließlich müssen die Wintersportler sich auch im Sommer fit halten.

Wir hatten genug gesehen, gehört und gelesen und gingen zurück zum Wohnmobil, Kaffee trinken und Abendessen in einem. Das Wetter sollte am Sonntag wieder schön werden, deshalb gaben wir Oslo doch noch eine Chance, von uns besucht zu werden.

Sonntag, 6. September 2015
Oslo Sightseeing 

Mir fällt ein: Wen kennen wir eigentlich aus Norwegen? Ach ja, Wencke Myhre, die Sängerin („Beiß nicht gleich in jeden Apfel“ und das Lied über ein  knallrotes Gummiboot), Fridtjof Nansen, den Nationalhelden Norwegens haben wir schon genannt wie auch Roald Amundsen. Aha, bliebe noch die Popgruppe „a-ha“, die in den 80er Jahren so erfolgreich war: weltweit haben sie über 80 Millionen Platten verkauft. „Take on me“ fällt einem sofort ein …. Aber das nur nebenbei.

Heute geht es bei blauem Himmel und Sonnenschein am Holmenkollen Richtung Oslo City Center. Dazu spaziert man den Berg ein Stück hinunter, geht zur U-Bahnstation und löst die Fahrkarten, 15 Kronen (1,50 €) einfache Fahrt pro Person für Rentner.

U-Bahnhof (T-Bane) Holmenkollen

U-Bahnhof (T-Bane) Holmenkollen

Modernste Wohnungen direkt am Bahnhof

Modernste Wohnungen direkt am U-Bahnhof

Schon bald läuft die hochmoderne Bahn ein und wir fahren die kurvenreiche Tour durch sehr schöne Wohngegenden, unterbrochen vom Tunnel, hinunter in die Stadt, ca. 30 Minuten. Was auffällt: kein Graffiti oder sonstige Schmierereien, keine zerkratzten Scheiben, alles sehr sauber. Es geht also auch so.

Als wir am Nationaltheater aussteigen, können wir schon fast das Wasser und den Hafen sehen, und dort ist ordentlich was los, Sonntag – alles ist auf den Beinen und genießt die Atmosphäre der wohl letzten sommerlichen Tage. Außerdem findet gerade eine Bootsausstellung im Hafen statt, die abgegrenzt ist und man für den Besuch allein schon 12 Euro pro Person bezahlen muss. Nichts für uns, wir bummeln einfach ein bisschen und lassen uns treiben.

Der Uhrenturm "Minuiter" und Rathaus im Hintergrund

Der Uhrenturm „Minuiter“ und Rathaus im Hintergrund

Bootsausstellung

Bootsausstellung

Oslo hat ca. 640.000 Einwohner und ist eine der am schnellsten wachsenden Metropolen Europas. Frederick macht Fotos vom roten Backsteingebäude des Rathauses, ein nüchterner Bau, aber mit Wiedererkennungseffekt und häufig auf Postkarten zu sehen!

Rathaus Oslo

Rathaus Oslo

Osloer Hafen

Osloer Hafen

Offensichtlich wird der Hafen im Stadtgebiet modernisiert. Alles sieht ziemlich neu aus und es gibt noch ein paar Baustellen. Uns zieht es zum Schloss und zur Burg „Festung Akershus“. Dort gibt es ein paar schöne Fotomotive und einen fantastischen Ausblick über den gesamten Hafen. Auf dem Festungsgelände kann man sich frei bewegen, nur die Besichtigung der inneren Räume kostet Eintritt.

Akershus Festung

Akershus Festung

Akershus Festung

Akershus Festung

Wir haben aber nur ein paar Stunden Zeit und wollen das schöne Wetter genießen. Im Informationsbüro an der Festung fragen wir nach der Altstadt. Man erklärt uns, dass es vom mittelalterlichen Oslo eigentlich nur noch einige freigelegte Grundmauern gäbe, das sogenannte „Gamle By“. 1624 brannte die Stadt nieder (überwiegend Holzbauten!) und wurde an die jetzige Stelle verlegt, auf Geheiß des Dänen-Königs Christian IV. – Norwegen war zu der Zeit eine dänische Provinz.

Bugfigur der Christian Radich

Bugfigur der Christian Radich

Segelschulschiff Christian Radich

Segelschulschiff Christian Radich

Bootsausstellung

Bootsausstellung

Der König hat sich dann auch gleich auf 300 Jahre verewigt, bis 1924 hieß die Stadt Christiania. Die Schreibweise Kristiania gab es unter dem schwedisch-norwegischen König Oskar II. Erst nachdem Norwegen wieder seine Eigenständigkeit erlangt hatte, kehrte man zum ursprünglichen Namen Oslo zurück (1925). Ach, höre ich König Christian IV, denke ich an meine hübsche Heimatstadt Glückstadt, die er gegründet hat. So kreuzen sich die Wege!

Aber wir sind im heutigen Oslo, dem nachgesagt wird, dass es innerhalb der Kernstadt über ein besonders hohes Preisniveau verfügt, deshalb leisten wir uns auch das Eis nicht für drei Euro die Kugel oder die Pizza für 22 Euro. Unser Mittagessen gibt es bei Burger King, bevor es per U-Bahn gegen 15 Uhr zurück geht. Schließlich wollen wir unser Ziel, den Fährhafen in Langesund noch erreichen.

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