Beauvais

 In 2017, Frankreich

Donnerstag, 21. September 2017

Unser nächstes Ziel, die Stadt Beauvais erreichten in zwei Stunden. Der kostenlose Stellplatz bot Ver- und Entsorgung und Stromanschluss und lag im oberen Teil der nahe gelegenen Stadt im Grünen. Es war schon nach 17 Uhr, aber wir wollten uns doch noch schnell mal im Zentrum umschauen. Das Navi half uns wieder und zeigte einen Fußweg auf. Dort herrschte wieder Leben und Treiben, hat die Stadt doch ca. 55.000 Einwohner und ist Bischofssitz.

Uns nahm gleich die riesige Kathedrale St. Pierre gefangen mit seinem Eingang zum ehemaligen Bischofspalast. Deja Vu – schon mal gesehen: Der Eingang des Bischofssitzes sah aus wie „unser“ Lübecker Holsten-Tor! Wir statteten der Kathedrale einen Besuch ab, in der einem schon beim Hinaufschauen an die Decke schwindelig wurde, so hoch hinaus! Das Kirchenschiff gilt als das Höchste in ganz Frankreich! Die Blei verglasten Kirchenfenster sind ein Traum in Farbe.

Beauvais Kathedrale

Beauvais Kathedrale

Innenraum der Kathedrale

Innenraum der Kathedrale

Torhaus des ehemaligen Bischofssitzes

Torhaus des ehemaligen Bischofssitzes

Wieder draußen im Sonnenschein, nahmen wir erst dort das Schild am Kircheneingang wahr: Nur auf französisch geschrieben, war es doch leicht zu interpretieren: Achtung, Attentats-Risiko! Hier wollten wir schnell weg!

Es hatte nicht nur den Grund einer Stadtbesichtigung in Beauvais, sondern wir hechteten immer noch dem Wiederaufleben des Internets hinterher. Der Orange Shop versprach Hilfe und Frederick kaufte eine SIM-Card für 25 Euro, die er später im Wohnmobil aktivierte. Der junge Mann in der Tourist-Info versorgte uns (in bestem Englisch) mit weiteren Tipps zum Kennenlernen seiner Stadt. Mit einem Spaziergang durch die Altstadt mit wunderbar erhaltenen mittelalterlichen Häusern (in normannischem Fachwerk) beschlossen wir unsere Erkundungstour für heute.

Beauvais Altstadt, Straße des 27. Juni

Beauvais Altstadt, Straße des 27. Juni

Das in Frankreich typische Karussell auf dem Marktplatz

Das in Frankreich typische Karussell auf dem Marktplatz

Nach dem steilen Weg zurück zum Stellplatz hatten wir uns ein Glas Wein verdient, zumal wir endlich einmal draußen sitzen konnten. Mit unserem Nachbarn Gilbert kamen wir schnell ins Gespräch. Er sprach sehr gut Deutsch. Nach der Frage wieso und weshalb sagte er, er hätte mal einen Fehler gemacht und eine deutsche Frau geheiratet, mit der er sieben Jahre in Konstanz gewohnt hätte. Wenn auch nicht gerade ein Kompliment, so doch wenigstens ehrlich …

Gilbert kommt aus der Gegend von Lourdes (nahe der Pyrenäen) und reist gern allein durch die Weltgeschichte, hauptsächlich Frankreich.
Zwischenzeitlich schritt Frederick schritt zur Tat und wollte die SIM Karte aktivieren, leider ohne Erfolg. Aber wir hatten ja Gilbert. Er schaffte die telefonische Aktivierung, aber trotzdem funktionierte das Internet nicht. Frederick ärgerte sich total, setzte seine Hoffnung aber auf den nächsten Tag.

Nach dem Abendessen lasen wir die Broschüren durch und bedauerten, nicht mehr Zeit für diese Gegend eingeplant zu haben, denn es gibt noch vieles zu sehen.

Donnerstag, 21. September 2017

Früh morgens funktionierte das Internet, aber bedauerlicherweise nur ein paar Minuten. Also blieb uns nichts anderes übrig als direkt nach dem Frühstück wieder zur Stadt zu laufen und Gilbert bot uns seine Begleitung in den Laden an, da auch er die Stadt besichtigen wollte. Wie verabredet gingen wir mit Gilbert in die Stadt. Er kannte noch eine Abkürzung über steile Treppen hinab mit etwa 108 Stufen (ich habe sie auf dem Rückweg gezählt) oder den von ihm bevorzugten sanften sich durch den Wald schlängelnden Weg. Dabei erzählte er uns, was so alles los war in der Nacht auf unserem Stellplatz. Bei seinem Nachbarn zur Linken hatte jemand versucht, die Fahrräder vom Gepäckträger zu klauen. Der Alarm wurde ausgelöst und der Dieb/die Diebe wurden vertrieben. Die Polizei war verständigt worden und fuhr danach ihre nächtlichen Kontrollrunden über den Platz. Wir hatten nichts davon gehört …. nur am frühen Morgen, gegen 6 Uhr, die Müllabfuhr fuhr durch unser Wohnmobil …

Im Orange Shop war die Verständigung über Gilbert so viel leichter. Er erklärte unser Problem, der Verkäufer überprüfte die SIM Karte und die Verbindung mit dem Computer und dem iPhone, und siehe da, wieder funktionierte alles. Woran es lag, dass es bei uns am Platz nicht ging, wussten wir nicht. Der Berater bei Orange vermutete Netzschwächen in der Gegend.

Gilbert mit Anne

Gilbert mit Anne

Statue der Jeanne Hachette

Statue der Jeanne Hachette

Spiegeleffekt auf dem Marktplatz

Spiegeleffekt auf dem Marktplatz

Wir bummelten noch ein wenig zusammen durch die hübschen Einkaufsstraßen und Gassen, bedankten uns dann bei Gilbert und gingen zurück zum Stellplatz, denn wir wollten heute noch nach Honfleur weiterfahren, der Stadt, die uns aber auch jeder so ans Herz gelegt hatte, zu besuchen. weiterfahren – wir waren gespannt!

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Comments
  • H. und C.-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo!
    Wenn die Technik nicht funktioniert – schreibt doch mal einen Brief oder eine Karte!!!!
    Sehr interessant: Gilbert, der Franzose, hat mal einen Fehler gemacht und eine deutsche Frau geheiratet.
    Es brauchte also einen Franzosen, um festzustellen, dass deutsche Frauen zur Ehefrau nicht geeignet sind?!
    Mich hätte ja noch interessiert, was der gute Gilbert da für Erfahrungen gemacht hat, um zu erkennen,
    dass es ein Fehler war. Offenbar hat die deutsch-französische Freundschaft und der europäische Gedanke
    für die Fortführung der Ehe keine Rolle gespielt.
    Rein äußerlich scheint Gilbert jedenfalls keinen Schaden genommen zu haben und das Junggesellen-Leben
    scheint ihm ja auch gut zu bekommen…
    Ich wünsche weiterhin eine angenehme Reise und grüße Euch aus der Heimat,
    Assi
    Ich gehe aber davon aus, dass Ihr dieses Thema mit Rücksicht auf Anne nicht weiter vertieft habt, oder?

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