Montbéliard

 In 2017, Frankreich

Ostersonntag, 16. April 2017

Den ganzen Morgen über regnete es in Strömen. Im warmen Wohnmobil konnte uns das nichts anhaben, aber es versaute uns die Lust auf den Museumsbesuch. Wir wollten weiter in die Sonne. In aller Ruhe gefrühstückt, die Wohnmobile ver- und entsorgt, verabschiedeten wir uns von Beate und Karl Heinz und brachen gegen Mittag auf. Frederick hatte sich entschieden, bis nach Nuits-St. Georges durchzufahren, Ankunftszeit 19.30 Uhr, da wir über die Landstraßen (Maut vermeiden) fahren wollten. Tatsächlich wurde das Wetter immer besser.

Nach einer Pause im elsässischen Ort Ferrettes, dessen Burg uns magisch angezogen hatte, entschlossen wir uns, doch nur noch bis Montbéliard zu fahren, um noch etwas vom Tag zu haben. Hier gibt es einen kostenlosen Stellplatz von der Stadtverwaltung, geeignet für vier Wohnmobile. Zum Glück sind die Plätze mit weißen Strichen markiert und man muss ganz schön die Luft anhalten, um sich – Wagen an Wagen – auf den Platz zu quetschen, Zwischenraum ungefähr 40 cm. Wir ergatterten den letzten freien Platz. Der Nachbar zur Linken kam aus Thüringen mit einem riesigen, 2,50 m breiten Carthago. Er schaute gerade Fernsehen (Formel 1) und daher entschieden auch wir uns, jetzt das Rennen zu gucken.

Ferrette mit Burgruine

Montbéliard Stadt Panorama

Montbéliard Stadt Panorama

Knapp zwei Stunden später machten wir uns auf zur Erkundung der Stadt. Es regnete nicht mehr, aber es war bedeckt. Montbéliard liegt im Osten Frankreichs, in der Bourgogne und ist eine typische französische und so sympathische Stadt mit ca. 25.500 Einwohnern. Leider war es mittlerweile Abend, als wir zur Erkundung aufbrachen. So war also schon Ruhe eingekehrt, nach vielleicht einem fröhlichen Ostersonntag. Wir sahen noch die Absperrungen, ansonsten waren die Straßen wie leer gefegt, die Läden natürlich geschlossen, nur die Bäckereien waren noch bis 20.00 Uhr geöffnet. Wie schön, dass der Ort jetzt auf den französischen Namen hört und nicht auf den deutschen, der auf der 400-jährigen Zugehörigkeit zum weltlich-historischen Territorium des Hauses Württemberg beruht: Mömpelgard. Das hört sich doch wirklich lustig an!

Montbéliard Burg

Montbéliard Burg

Traditionelle Ladenfront in Montbéliard

Traditionelle Ladenfront in Montbéliard

Auch hier gab es nach der ersten Erwähnung des Ortes um 985 ein geschichtliches Hin und Her mit diversen Herrschaftsansprüchen. Eine Stadtmauer, der Teil einer Burg und das hergerichtete Schloss Montbéliard ist zu entdecken sowie alte zum Glück schön restaurierte Häuser im Zentrum.

Meersburg – Montbéliard

St. Paul Kirche Montbéliard

Gasse mit LKW-Sperre und im Hintergrund die Burg

Gasse mit LKW-Sperre und im Hintergrund die Burg

Alles in allem strahlt die Stadt die Atmosphäre aus, die wir so lieben. Am Schluss des Rundgangs bekamen wir aus dem Bäckerladen das letzte Baguette, das „Normale“ für 90 Cent. Es gibt ja noch das „Cereale“ (mit Körnern) oder „Farine“, das von außen bemehlte. Damit war unser gemütliches Abendessen gesichert.

Montag, d. 17. April 2017

So ruhig – obwohl eigentlich mitten in der Stadt – haben wir selten geschlafen. Auch blieben wir von „Light Pollution“ verschont, vom Licht großer Straßenlaternen, wie es sie mitunter sogar auf den Campingplätzen gibt.

Einziger Wermutstropfen: die Wetterfront hatte uns eingeholt, es regnete, und leider waren die Läden auch hier am Ostermontag geschlossen. Frederick hatte gehofft, eine Daten-Sim-Karte kaufen zu können, damit wir weitere Berichte hochladen können. Auf Grund des Feiertages ging das aber nicht, aber für die Texte und die Bildbearbeitung brauchen wir kein Internet. Der Ort aber  ist nett und so gingen wir erst noch einmal bummeln und als wir zurück beim Wohnmobil waren, ging`s endlich ans Schreiben und die Bildbearbeitung.

Unser Lieblingskuchen in Frankreich: Pain aux Rosins

Der sanierte Burghof

Der sanierte Burghof

Nebenan gab es in einer Halle einen Flohmarkt, den wir im Anschluss noch besuchten: 1,50 Euro pro Person Eintrittsgeld. Zum Glück wurden wir zu nichts verführt. Alles, was angeboten wurde und irgendwie interessant war, hatten wir selbst noch im Keller und nicht ganz so alt!

Abends regnete es dann doch noch, aber nur einige Schauer. Nachts blieb es aber trocken und uns störte daher auch kein lästiges Tropfen im Heck. Morgen früh fahren wir weiter. Unser Ziel: Bourg-en-Bresse, unweit von Genf.

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Comments
  • H. und C.-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Dethleffsens!
    Kaum habt Ihr das teure Frankreich verlassen, seid Ihr über den Umweg zum Bodensee dort wieder angekommen. Muß man Verpflegungs-Masochist sein, um als Wohmobilist Frankreich zu lieben? Das klingt paradox, wenn man an „Essen wie Gott in Frankreich“ denkt, aber was soll’s – bei den Preisen!
    Aber mit Donaueschingen, Bad Dürrheim, Meckenbeuren und Konstanz wart Ihr ja wieder im Land der ALDIS und Lidls und konntet Euch vom Preisniveau Frankreichs erholen.
    Die Baudenkmäler dieser Region sind schon einzigartig, von der Landschaft ganz zu schweigen. Hattet Ihr gerade keinen Sprengstoff zur Hand, als Ihr den häßlichen Klotz der Fürstenberg-Brauerei hinter den schönen Häusern von Donaueschingen stehen lassen habt. Da hättet Ihr für das Stadtbild einiges positiv verändert!
    Überhaupt: Für die Bilder muß ich Euch bzw. Frederick nochmal loben. Ansichten wie aus dem Bilderbuch! Und dann auch noch die Bearbeitung derselben für die Verwendung in Euren Berichten, die, liebe Anne, sicherlich auch viel Arbeit bei der Recherche und dem Niederschreiben macht.
    Das Ganze hat ja schon sowas wie professionelle Reiseberichterstattung. Vielleicht ein nebenberufliches Arbeitsfeld für Euch? Verbunden mit der freiwilligen,
    aber bisher unentgeltlichen Dethleffs-Werbung ein Eure Reisen unterstützendes Einkommen? Muß man mal darüber nachdenken!
    Vielen Dank für die tollen Berichte (und die Preise für die in Anspruch genommenen Dienstleistungen – da kann man ja den Urlaub fast auf den Cent genau planen!).
    Wir freuen uns auf die kommenden Reflektionen und wünschen Euch weiterhin unfallfreie Fahrt bei „Engel-Reisewetter“.
    Helga und Assi

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