St. Tropez

 In 2013, Frankreich

Donnerstag, 11. April 2013
St. Tropez

Shampus zum Totsaufen

Shampus zum Totsaufen

Während des Frühstücks sahen wir zwei andere Wohnmobilisten sich draußen unterhalten. Da wir schon seit einigen Tagen versuchten, herauszufinden, wo wir das chemische Mittel für unsere Toilette, das uns ausgegangen war kaufen konnten, ging Frederick zu den beiden Franzosen und fragte sie, ob sie uns weiterhelfen könnten. Wir hatten Glück, einer der beiden hatte ein Verzeichnis von Camping-Zubehörgeschäften und er fand dort eines ganz in der Nähe, im Nachbarort La Londe! Aber ehrlich, allein hätten wir diesen versteckten Laden NIEMALS gefunden. Gut, dass man sich gegenseitig hilft!

Wir hatten im Internet einen Stellplatz in St. Tropez ausgemacht und die Adresse ins Navi eingestellt. Leider führte es uns nicht an der Küstenstraße entlang, sondern wies uns den Weg durch das Landesinnere. Wir fuhren auf einer ziemlich kurvenreichen, teilweise engen Straße die 51 km nach St. Tropez. Wer Teneriffa kennt, kann sich vorstellen, dass uns solche Gegend sehr vertraut war. Es ging durch Kiefernwälder, Berg und Tal und immer wieder durch Weinanbaugebiete, also wieder Chateau Dies und Chateau Das …. Unmengen davon, rechts und links der Straße. Alle luden zur Weinprobe (Degustation) ein. Möchte wissen, wie man das machen soll mit einer alkoholfreien Weiterfahrt, bei dem Angebot!

Mir stockte mitunter der Atem, wenn es auf der Straße zu eng wurde, aber Frederick fuhr unser Mobil sicher und souverän. Unterwegs gab es wieder blühende Mandelbäume zu sehen und Apfelsinenbäume mit Früchten dran. Angekommen im kleinen St. Tropez, das – nachdem wir Marseille gesehen hatten – uns eher wie ein Nest vorkam, fuhren wir bei ziemlich starkem Verkehr (teilweise riesige Baufahrzeuge!) durch sehr enge Straßen. Unser kleines Helferlein (Navi) führte uns aus dem unteren Ort heraus in ein höher gelegenes, eher ländlich anmutendes Gebiet und gegen 11.00 Uhr standen wir bereits auf dem ausgesuchten Stellplatz, mitten in der Natur, unter Bäumen und Platz für ca. 20 Wohnmobile und nur 100 m vom Strand entfernt.

Der Hafen von St. Tropez

Der Hafen von St. Tropez

Es sieht so aus, als ob ein Landwirt sich ein Zubrot verdienen möchte mit der Einrichtung dieses Platzes (11 Euro die Nacht plus 2 Euro für Strom). Eine Mini-Sanitär-Anlage in Form von zwei Toiletten und zwei Duschen ist in einfachster Form vorhanden. Übrigens einfachste Form: Ich dachte schon, dass es die für Frankreich berühmten „Löcher im Boden“ nicht mehr gibt, inzwischen sind sie uns aber immer wieder begegnet, und viele Leute finden sie hygienischer als die Toiletten, die wir kennen. Allerdings muss man schnell genug wegrennen nach dem Druck auf den Spülknopf, damit man keine nassen Füße kriegt! Duschen ging übrigens nur mit Jetons und das warme Wasser dafür kostete dann noch mal 4 Euro pro Person!

Kunst in St.Tropez

Kunst in St.Tropez

Die Camper, die vor uns da waren, wussten mal wieder alles und so erfuhren wir, dass der Bauer per Moped „irgendwann“ zum Kassieren auftauchen würde und es nur drei km Fußweg in die Stadt zum Hafen waren. So machten wir uns auf durch unsere ländliche Umgebung (hauptsächlich Wein), bewunderten unterwegs die wunderschönen lilafarbenen traubenförmigen Blüten der Wisteria, kamen an einer lauschigen Bucht mit kleinem Strand vorbei und sahen einige interessante Häuser.

Altstadtgasse in St. Tropez mit unauffälligen Edelboutiquen auf beiden Seiten

Altstadtgasse in St. Tropez mit unauffälligen Edelboutiquen auf beiden Seiten

Dabei fiel uns auf, dass viele Gärten recht verwildert aussahen. Uns scheint, dass Franzosen vielleicht doch ein eher entspanntes Verhältnis zur Natur haben und nicht alles wie mit der Nagelschere geklippt aussehen muss. Das, was bei uns gemähte Rasenflächen gewesen wären, waren hier Wildblumenwiesen mit rotem/orangefarbenem Mohn, gelben und lila Blüten und sehr langem Gras! Irgendwie auch schön!

Im Zentrum in den verwinkelten Gässchen und am Hafen angekommen, staunten wir, wie klein das alles war, außer der Yachten, die sahen nun wirklich nach Millionär aus! Typisch Hafenkulisse, reihte sich auch hier wieder eine Bar an die andere, ein Café und ein Restaurant ans andere.

 Anne konkurriert mit den Farben im Hintergrund

Anne konkurriert mit den Farben im Hintergrund

Das Preisgefüge: fast das Doppelte von dem bisher Gewohnten. Man bezahlt eben auch für das Image und die traumhaften Ausblicke, die schöne Atmosphäre. In vielen Galerien gab es gemalte Bilder von Brigitte Bardot. Sie gehörte zum „Jet-Set“ St. Tropez, wie auch Gunter Sachs und Romy Schneider und viele andere Berühmtheiten, und man verbindet noch heute die Namen und den Ort miteinander. Im Büro der Touristen-Information gibt es schöne Schwarz-Weiß-Foto-Kalender und Jahrgangsmagazine (70er, 80er Jahre) von B.B. Eigentlich kennt man das alles ja nur aus den Zeitungen beim Frisör …. Ist aber schön, auch mal hier gewesen zu sein!!

Wir ließen uns treiben, schossen Fotos, kauften Ansichtskarten, genossen die Atmosphäre und gönnten uns einen Restaurantbesuch am Hafen mit Blick auf die interessanten Boote.

Frederick auf der Hafenmauer in St. Tropez

Frederick auf der Hafenmauer in St. Tropez

Brigitte Bardot überall

Brigitte Bardot überall

 

 

 

 

 

 

 
Zum Glück ist hier noch Vorsaison, es geht ruhig und gemächlich zu und ist so gar nicht überfüllt. In den Sommermonaten möchte man, auch wegen der Hitze, nicht hier sein.   

Les Salins d'Hyères -St. Tropez

Tagesetappe: 51 km

                                 

Das Deko-Bild im Restaurant, das eine junge Brigitte Bardot zeigte, wollte der Restaurantbesitzer nicht herausrücken, aber für 10 Euro gab es in der Galerie eines Künstlers ein schönes Poster, eine Stadtansicht von St. Tropez. Für Frederick fanden wir in einem kleinen Laden noch einen tollen Pullover!

Gegen Abend machten wir uns auf den Weg zurück zum Wohnmobil. St. Tropez hat uns gut gefallen, es ist beschaulich, gemütlich, gar nicht „Schicki-Micki“.

Da unsere Fernsehantenne heute kein Signal einfängt, gibt es stattdessen eine DVD von Johnny Depp, „Der Tourist“, ein Geburtstagsgeschenk von Oliver.

Fotogalerie St. Tropez

                                             

 

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