Canterbury

 In 2015, England

Dienstag, 30. Juni 2015
Canterbury – Whitstable – Herne Bay – Margate

Es versprach, ein heißer Tag zu werden. Aber die erste Aufgabe am Morgen: Geburtstagskind Lothar anrufen (der sich dann auch sehr über den Anruf freute). Nirgendwo schienen unsere Grußkarten angekommen zu sein, Streik bei der Post in Deutschland, und das schon seit längerer Zeit! Wirklich schade!

Canterbury war unser heutiges Ziel. Canterbury ist eine Universitätsstadt mit ca. 55.300 Einwohnern. Sie ist Sitz des Erzbischofs von Canterbury und Zentrum der Anglikanischen Kirche. Der beste Weg für uns war wieder das Park and Ride System zu nutzen. Dank Internet und Navi fanden wir es schnell und trauten unseren Augen nicht: ganz viele Wohnmobile standen auf dem Parkplatz, auf Nachfrage sogar über Nacht und das für nur 3£ inklusive kostenloser Bus-Transfer zur Innenstadt! Das war wohl das erste Mal, dass wir das auf unserer Tour erlebten!

Wohnmobilstellplatz Canterbury

Wohnmobilstellplatz Canterbury

The Old Weavers House - heute ein Pub

The Old Weavers House – heute ein Pub

Wir kamen mit einem deutschen Paar ins Gespräch, sie waren erst am Beginn ihrer Reise, inklusive Schottland. So konnten wir ihnen mit einigen Tipps weiterhelfen. Für das Busticket (2 Personen hin und zurück) bezahlten wir 3£ und damit war auch das Parken bezahlt. Ein Superdeal! In weniger als zehn Minuten waren wir im Stadtzentrum. Das Wetter war sonnig und warm, der langersehnte Sommer war da mit wohl 27 Grad. Das ist in England schon „Heatwave“ (Hitzewelle). Es sollte noch eine RICHTIGE kommen für uns ….

Wir spazierten zur riesigen Kathedrale, die gerade an allen Ecken und Kanten restauriert wurde und mit Baugerüsten zugestellt war. Der Eintritt: 10,50£ „Concession“, das ist der Preis für Rentner. Dazu gab es eine Broschüre über das Warum und Weshalb man diese Kirche nicht umsonst besichtigen konnte. Die Unterhaltung kostet etwa 18.000£ pro Tag, etc., etc. Nur wer zum Gottesdients wollte (Worship), hatte freien Zugang.

Der erste Blick auf die Kathedrale

Der erste Blick auf die Kathedrale

Die riesige Kathedrale

Die riesige Kathedrale

Clocktower (Turmuhr)

Clocktower (Uhrenturm)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir bummelten weiter, da kam schon das nächste Angebot: für 8£ pro Person eine 45-minütige Bootsfahrt auf dem Fluss Great Stour, bei der Hitze ideal. Aber die Stadt mit ihren verwinkelten kleinen Gassen, den vielen hübschen individuellen Shops (keine „Chains“, Ketten!), den alten Häusern faszinierte uns so sehr, dass wir uns einfach treiben ließen.

High Street und Westgate Tor im Hintergrund

High Street und Westgate Tor im Hintergrund

The Old Weavers House und die Anlgegstelle für Touristenboote

The Old Weavers House und die Anlegegstelle für Touristenboote

Dabei stolperten wir mehr oder weniger in einen Bereich der Kathedrale hinein, offenbar Schoolground, das Grundstück der altehrwürdigen King’s School von 1541. Auf dem Rasen waren Zelte aufgebaut und es wuselte nur so von jungen Leuten, offenbar war irgendeine Veranstaltung im Gange. Wir fanden uns in einem Kreuzgang wieder und ganz plötzlich mitten in der Kathedrale, Hintereingang sozusagen! Die Größe verschlägt einem die Sprache! Das ist schon ein gewaltiger Bau. Wir blieben nur kurz, da ja nicht regulär bezahlt und spazierten hinaus. Dabei kamen wir an einem Pförtnerhäuschen vorbei, die Anschlagtafel wies darauf hin, dass dieser Zugang nur mit entsprechendem Ausweis gültig war! Uns hatte aber niemand gestoppt, sorry! Ganz sicher reisen wir ein weiteres Mal hierher und beginnen unsere Besichtigungstouren in Kent.

Zur Mittagszeit suchten wir ein kleines Restaurant aus und konnten draußen essen.

Hier kehrten wir ein zum Lunch

Hier kehrten wir ein zum Lunch

Mittelalterliche Ruinen im Innenhof der Kathedrale

Mittelalterliche Ruinen im Innenhof der Kathedrale

Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, unsere Stunden waren gezählt und wir wollten ja noch die Küstenstädte Whitstable, Herne und Margate kennenlernen. Da alles recht nah beieinander liegt, dauerte es nicht lang und wir waren wieder an der Nordsee. Die Küstenstraße führte uns direkt durch Whitstable, einem Badeort. Die Enge schreckte uns gleich ab, kein Parkplatz in Sicht, alles bereits zugestellt von Autos. Also weiter Richtung Herne Bay, mit schönen Ausblicken auf Meer und Strand. Und da kamen sie auch schon in Sicht, die für England typischen bunten Strandhäuschen! Zum Glück fanden wir einen Parkplatz und konnten ein paar Aufnahmen machen. Der Strand, der von weitem so golden ausgesehen hatte, erwies sich beim Näherkommen als „Pebble Beach“, also Kieselstrand.

Die für England typischen Strandhütten in Herne Bay

Die für England typischen Strandhütten in Herne Bay

Turner Ausstellung rechts und Touristinformation links in Margate

Turner Ausstellung rechts und Touristinformation links in Margate

Nun gut, wenn’s nicht anders geht, was die Natur eben hergibt. Dafür belohnte uns die Nordsee mit türkisfarben schillerndem Wasser, sehr schön.

Da ich noch unbedingt in einen Homebase Baumarkt wollte, fuhren wir weiter nach Margate. Auch hier konnten wir parken und sahen uns den Ort ein wenig näher an: verkommen, schmutzig, vernachlässigt! Dabei hat es viel Potential, wenn man an die alten Häuser denkt und die Kreidefelsenküste. Stadtväter, aufwachen! Mitte des 18. Jahrhunderts war die Stadt immerhin eines der führenden Seebäder Englands! Hie gab es – wie auch in Ramsgate – schöne Sandstrände. Lange vorbei!

Im Jahr 2011 wurde das Turner Contemporary Museum eröffnet. Der Maler William Turner ging dort zur Schule und besuchte die Stadt später regelmäßig. Das Museum wirbt mit „Admission free‘ (freiem Eintritt), hat aber gleich am Eingang schon eine große Box aufgestellt mit dem nicht zu übersehenden Hinweis: vorgeschlagene Spende 3£ pro Person. Das fanden wir nicht richtig, entweder – oder!

Margate Hafenbecken bei Ebbe

Margate Hafenbecken bei Ebbe

Ramsgate - Canterbury - Whitstable - Herne Bay - Margate - Ramsgate

Ramsgate – Canterbury – Whitstable – Herne Bay – Margate – Ramsgate

Es war sowieso schon gegen siebzehn Uhr und wir wollten hier „nichts wie weg“. Margate hat deutlich seine Touristenströme verloren und sich damit wirtschaftlich, das ist eindeutig, in Schwierigkeiten gebracht.

Im Internet nachgesehen, fanden wir den Retail Complex von Margate etwas außerhalb  und kauften bei Homebase eine Tapetenrolle und eine Fußbodenleiste zur Verschönerung unseres Flures zu Hause.

Wie schön war es, wieder auf unseren ruhigen Stellplatz im Grünen zurückzukehren, zum Abendessen und für eine letzte Übernachtung.  Frederick ging vor dem Essen noch ein paar Bälle auf der Driving Range schlagen.

Leider stellten wir später fest, dass der Kühlschrank nicht mehr als solcher bezeichnet werden konnte: er hielt die Lebensmittel nicht mehr kalt genug, na, toll! Vielleicht konnte er die Hitze nicht ab. Also neben dem Leck eine weitere Sorge, zum Glück fast am Ende des Urlaubs. 

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