Alfriston

 In 2015, England

Montag, 25. Mai 2015
Alfriston

Nach den gescheiterten Versuchen, einen Übernachtungsplatz zu finden, suchten wir uns aus unserem Caravan Club Verzeichnis einen Platz im Ort Alfriston.  Hier hatten wir mehr Glück, bezahlten 13 Pfund und die Lady erklärte uns (sehr freundlich), dass man auch als Mitglied im Caravan-Club sich bitte vorher anzumelden habe. Die Regularien  für die Betreiber sind recht streng,  sie dürfen nur  fünf Wohnmobile oder Wohnwagen aufnehmen.  Ab und zu kommt ein Inspektor vorbei und checkt das. Wir hatten Glück, weil erst ein Mobil auf dem Platz stand  und kein weiteres erwartet wurde.  Nun wissen wir das auch.

Stellplatz Alfriston

Stellplatz Alfriston

The "George Inn" Alfriston

The „George Inn“ Alfriston

Wir kochten uns ein Abendessen und kamen der Empfehlung unserer Gastgeberin nach,  einen der vier Pubs in diesem historischen Village einen Besuch abzustatten. Du lieber Himmel! So lebt der Geldadel! Die alten Häuser sind sehr gepflegt, die Gärten wunderschön, die Rasenflächen mit der Nagelschere geklippt, kleine Boutiquen in der  einzigen Hauptstraße. Alles schien unter der Marke „Best of“ zu laufen, zum Beispiel die Werbung des Friseurs:  Exklusive Haarschnitte, wahrscheinlich zu exklusiven Preisen.

Der Pub „Georges“ aus dem 14. Jahrhundert gefiel uns am besten.  Hier saßen wir noch eine Weile beim Wein (3,95 GBP pro Glas) und ließen die Atmosphäre auf uns wirken:  Balken an der Zimmerdecke, blankgescheuerte Holztische, rustikale Möbel .  Durch den Ort zu schlendern, ist schon ein besonderes Erlebnis, einfach entzückend, diese Häuser mit überwiegend bleiverglasten Fenstern, sehr romantisch das Ganze.  Irgendwann mussten wir dann ja mal zurück und schlafen gehen.

Dienstag, 26. Mai 2015
Alfriston und Batemans House (Rudyard Kipling)

In vollkommener Ruhe hatten wir auf diesem Platz sehr gut geschlafen.  Nach dem Frühstück ging es noch einmal auf Entdeckungsreise in den Ort.  Bei blauem Himmel lassen sich so viel bessere Fotos machen! Auf uns wartete noch das Clergy House aus dem 14. Jahrhundert. Es ist das erste Gebäude, das der National Trust im Jahr 1896 erworben hat. Da wir Mitglieder sind, ist der Eintritt für uns frei, ansonsten kostet es 5,50 GBP pro Person.

Clergy House Alfriston National Trust

Clergy House Alfriston National Trust

Wegweiser für Wanderwege

Wegweiser für Wanderwege

Wie meistens bei den National Trust Objekten waren wir auch von diesem kleinen Cottage total begeistert! Der National Trust versteht es wirklich, Altes und Erhaltenswertes schön zu präsentieren. So eben auch dieses kleine Häuschen mit seinem wunderbaren bunten Bauerngarten. Überhaupt  fingen wir an, diesen ganzen beschaulichen Ort in unser Herz zu schließen. Die Fotos erzählen ein bisschen mehr darüber. Manches ist mit Worten nicht zu beschreiben.

Wir entschlossen uns, eine weitere Nacht auf dem Platz zu verbringen und  buchten uns bei der Besitzerin ein. Nur 40 Minuten Autofahrt trennten uns von einem anderen sehr interessanten National Trust Projekt: dem Haus von Rudyard Kipling, einem englischen Autor (wohl das weltweit berühmteste Buch von ihm ist das „Dschungelbuch“).  Rudyard Kipling war 36 Jahre alt, als er das Landgut Bateman´s  nördlich von Eastbourne kaufte.  Zu der Zeit war er bereits  der berühmteste Autor in der englisch-sprachigen Welt. Er hatte enormen Erfolg und verdiente ca. 5000 GBP im Jahr, verglichen mit einer Sekretärin, die vielleicht 80 GBP im Jahr verdiente. Er kaufte das Haus und Gelände für 9.300 GBP . Nach und nach erwarb er immer mehr Land, bis  ihm schließlich ca. 75 Hektar Land gehörten! Wenn man einmal hier war, versteht man seine Beweggründe.  Die englische Landschaft mit den sanft geschwungenen Hügeln,  den grünen Wäldern und die Nähe zum Meer, das ist einfach wunderschön!

Rudyard Kiplings Country Haus Batemans

Rudyard Kiplings Country Haus Batemans

Rudyard Kipling

Rudyard Kipling

Auch hier machte es wieder große Freude, das verwinkelte aus Sandstein gebaute Haus  zu besichtigen (National Trust, also für uns wieder freier Eintritt. Für Nichtmitglieder kostet der Eintritt 10,50 Pfund). Es wurde 1939 vom Trust erworben. Kiplings Tochter Elsie hatte mit daran gearbeitet,  das Haus so auszustatten, als hätte ihr Vater (gestorben in 1936) seinen Arbeitsplatz, den Schreibtisch gerade einmal verlassen.  Die Holz-getäfelten Wände, Orientteppiche auf dem Boden,  geschnitzte Möbel und die so liebevoll ausgestellten Dinge, mit denen Kipling sich umgab hinterließen bei uns einen großen Eindruck.

Es war, als schwebte ein wenig der Geist dieses interessanten Mannes im Raum, man konnte ja auch wirklich sehr viel über ihn und seine Familie nachlesen! Garten, niedliches Café  und das restliche Umfeld waren wie üblich wunderschön gestaltet und immer fällt es einem schwer, sich loszureißen. Nun aber zurück am Wohnmobil, einige Eindrücke niedergeschrieben und ab geht es zurück nach Alfriston, denn dort wollen wir endlich unsere Berichte und Fotos im Hotel für alle zugänglich machen. Nur dort gibt es eine

Kiplings Arbeitszimmer

Kiplings Arbeitszimmer

Goldene Emily auf Kiplings Rolls Royce

Goldene Emily auf Kiplings Rolls Royce

verlässliche WLan-Verbindung – bei einer Tasse Tee und einem Scone! Seit Malente haben wir keine vernünftige Internetverbindung gehabt, um Reiseberichte hochzuladen.

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