Folkestone

 In 2015, England

Samstag, d. 23. Mai 2015
Segeberg – Dünkirchen – Folkestone

Es regnete in Strömen! Ich holte die vorbestellten Brötchen ab und wir verzichteten erstmal auf das Frühstück. Gegen 8.30 Uhr kamen wir nach der ersten Tasse Kaffee dann halbwegs pünktlich los. Nach drei Stunden Fahrt machten wir in der Nähe von Delmenhorst eine Frühstückspause und genossen unsere leckeren frischen  Segeberger Brötchen von Bäcker Villwock.

Unfassbar, dass wir ohne größere Probleme und Zeitverzögerungen durch Staus, schließlich war Pfingsten, gegen 18 Uhr in Dünkirchen ankamen! Am Fährhafen hatten wir Zeit genug, unser Abendbrot im Wohnmobil zu genießen. Aus Erfahrung wussten wir, dass es an Bord wirklich nur „fettes ungesundes Zeug“ gibt, leider ein bisschen auf die Engländer zugeschnitten, die gebratene Würstchen, Speck , Weißbrot und Baked Beans lieben.  Schließlich konnten wir –  die Fähre legte eine halbe Stunde verspätet  ab – gegen 20.30 Uhr an Bord fahren. Nun trennten uns nur noch zwei Stunden von England.

Unsere Überfahrt war angenehm ruhig.  Im Bord Shop sahen wir ein Schild, das darauf hinwies, dass seit einiger Zeit bei der Durchfahrt durch Frankreich ein „Breatheliser“ (Alkoholpuster) mitzuführen sei. Das wussten wir gar nicht! Da wir nirgendwo kontrolliert worden waren, waren wir ja noch einmal davon gekommen. Wir werden aber auf der Rückfahrt so ein Teil für einen eventuellen Alkoholtest kaufen. So besorgten wir uns nur die Abdeckkleber für die Scheinwerfer, die ja sein müssen, da wir ja ein Fahrzeug für Rechtsverkehr haben und die Scheinwerfer darauf ausgelegt sind.  Eine gute Geschäftsidee war das einmal, da man die Aufkleber immer nur einmal benutzen kann und man sie jedes Mal neu erwerben muss (6,99 GBP!).

Leider war es dann doch schon ziemlich dunkel, als wir in Dover ankamen und so erlebten wir die White Cliffs of Dover das erste Mal im Schummerlicht, was aber auch mal ein Erlebnis ist – und dazu die Lichter im Hafen von Dover. Dazu ist in England ankommen immer ein Gewinn:  die Uhr muss eine Stunde vorgestellt werden!

Frederick konnte sich wie immer schnell orientieren, hatte vorher gut recherchiert und so fanden wir recht zügig den Campingplatz in Folkestone. Das heißt, ein kleiner Anruf bei der Farm unterstützte uns mit dem letzten Ende, das war dann doch zu knifflig bei den engen Straßen, da oben so zwischen den Feldern. Die Besitzerin der Farm lotste uns zum Platz und wies  uns  ein. Glücklicherweise hatten wir noch 10 GBP im Portemonnaie. Wir waren ja noch nicht dazu gekommen, irgendwo Geld aus dem Automaten zu ziehen, an Bord gab es keinen Bankautomaten,  man hätte nur Euros in GBP wechseln können zu einem sehr schlechten Kurs. Da wir zwei Tage bleiben und Folkestone noch einen Besuch abstatten wollen,  sprachen wir das mit unserer Gastgeberin so ab und es war kein Problem.

Stellplatz Folkestone

Stellplatz Folkestone

Steilküste in Folkestone - im Hintergrund der Faehrhafen von Dover

Steilküste in Folkestone – im Hintergrund der Fährhafen von Dover

Der Platz und das Umfeld ist toll, mitten in der Natur,  die Stellplätze auf frisch gemähten Flächen, Farm eben!  Aber für uns war der Tag zunächst einmal glücklich beendet und  wir waren nun wirklich müde geworden. Auf Erkundungstour am nächsten Tag ……

Sonntag, d. 24. Mai 2015
Folkestone

Die Sonne begrüßte uns am Morgen. Gleich nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Wohnmobil hinunter in die Stadt. Zu Fuß wäre doch eine kleine Herausforderung gewesen: ca. 6 Meilen = ca. 10 km eine Strecke. Wir fuhren über den Außenbezirk und konnten bei Sainsbury Geld aus dem Bankautomaten ziehen. Im Industriegebiet in der Nähe fanden wir einen guten Platz zum Parken und liefen von hier aus ins Zentrum.

Folkestone Innenstadt

Folkestone Innenstadt

Architektur in Folkestone

Schöne Architektur in Folkestone

Einige Läden waren auch am Sonntag geöffnet. Ein Teil der Stadt sieht ein bisschen  vernachlässigt aus, aber Richtung Küste wurde es dann schöner. Die Fußgängerzone ist mit vielen anderen in den englischen Städten austauschbar, aber das ist ja bei uns inzwischen nicht anders.

Aber die Küste: welch ein toller Ausblick,  von so hoch oben über Meer, Strände  und Landschaft  schauen zu können! Der Küstenstreifen scheint endlos zu sein, das Meer schimmert Türkis und der Strand  leuchtet in rötlich-gelber Farbe. Wir marschierten eine ganze Zeit die Promenade entlang und genossen die frische Meeresbrise, bis wir uns auf den Rückweg  machten, und zwar unten am Strand entlang. Erst hier sahen wir, dass es kein Sandstrand, sondern  ein Kieselstrand  (Pebbles, rundgeschliffene Steinchen) war. Darauf lief es sich nicht so leicht, deshalb blieben wir auf der unteren Promenade. Der Weg dorthin hatte über steile Treppen hinunter geführt. Obwohl ein Sonntag mit bestem Wetter, waren gar nicht so viele Leute unterwegs.

Letztendlich kamen wir an den berühmten bunten englischen „Beach Huts“ vorbei, wirklich schön aufs Foto zu bannen! Übrigens sind diese Hütten sündhaft teuer. Wir haben schon von Preisen bis zu 70.000 Euro gehört. Unglaublich! Die meisten waren aber noch geschlossen, es ist noch keine Saison dafür.

Bunte Strandhütten in Folkestone

Bunte Strandhütten in Folkestone

Wir haben Strandkörbe, in England gibt es diese bunten Hütten

Wir haben Strandkörbe, in England gibt es diese bunten Hütten

Allerdings sahen wir einen  Schwimmer, der sich mit viel Geschrei ins sicher eisige Meer stürzte – Mutprobe, tippe ich mal!

Unser Ziel war der kleine Hafen in der Stadt, hier lagen die Fischerboote aber auf dem Trockenen, da Ebbe, trotzdem bot sich uns ein schönes buntes Bild. Das Hafenumfeld könnte sicher auch im nächsten Stadtentwicklungsprogramm mal berücksichtigt werden, um es attraktiver für Touristen zu machen. Der Weg zurück „nach oben“ in die Stadt wurde uns vereinfacht, da es die „Funicular Rail“ gab, eine Seilbahn, bestehend aus zwei Waggons, die sich gegenseitig ziehen, indem Wasser in ihren Tanks entweder hinzugefügt oder abgelassen wird.  Sie besteht seit 1885! Für nur ein Pfund pro Person gelangten wir ohne Anstrengung  nach oben.

Seilbahn in Folkestone

Seilbahn in Folkestone

Anne vor dem Kriegsmahnmal

Anne vor dem Kriegsmahnmal

Vorher spendierten wir uns noch das erste Eis „with a flake“, Softeis mit einem Stück Borkenschokolade drin. Das ist ein MUSS in England und jeder, der es kennt, weiß, warum man es immer wieder  bestellt. Allerdings kostet es mittlerweile zwei Pfund, stattliche 2,80 Euros.

An der Promenade  sahen wir noch einen großen metallischen Bogen, ein Memorial, Denkmal  zum 1. Weltkrieg, das darauf hinwies, wie viele Flüchtlinge aus Belgien, Frankreich den Weg über das Meer  suchten (ca. 100.000) und in Folkestone  zunächst eine Zuflucht fanden.

Am Spätnachmittag gingen wir zurück zum Wohnmobil und fuhren für die nächste Übernachtung zum Campingplatz auf unsere kleine Farm. Ein erlebnisreicher Tag ging zu Ende.

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