Rüdesheim

 In 2017, Deutschland

Freitag, 15. September 2017

Ganz schnell kamen wir heute aus den Federn, a) lockte das gute Wetter und b) wollten wir uns die Winzerstadt Rüdesheim (ca. 10.000 Einwohner) ansehen. Also schlängelten wir uns noch einmal die kurvige Straße von Stromberg nach Bingen hinunter an den Rhein, dieses Mal gleich in Richtung Fährhafen. Dort gibt es einen großen Parkplatz. Wir hatten Glück, konnten sofort auf die Fähre gehen und bezahlten 4 € für die etwa acht Minuten dauernde Rhein-Querung.

Rüdesheim Weinmuseum (von der Fähre aus gesehen)

Rüsselsheim Stadtsilhouette (von der Fähre aus gesehen)

Rüdesheim Stadtsilhouette (von der Fähre aus gesehen)

Rüdesheim bot einen hübschen Anblick vom Wasser aus. Ein bisschen auch Industrie, so sahen wir an einem großen Firmengebäude die Lettern Asbach Uralt, der bekannten Weinbrandfirma. Das hügelige Hinterland von Rüdesheim bestand – wie kann es anders sein – aus einem großen Weinanbaugebiet. Wir liefen auf dem Weg zwischen Bahn und Rhein entlang, einer eher vernachlässigten Strecke. Vielleicht waren wir auch verwöhnt von der gestrigen Wanderung.

Nach wenigen Minuten waren wir im am Ufer gelegenen Zentrum. Auch hier reihten sich wieder Cafés, Weinstuben, Restaurants, Läden mit allerlei Touristischem (Kuckucksuhren!) aneinander und viele Besucher durchstreiften den Ort, vor allem die bekannte Drosselgasse. Unserer Einschätzung nach waren die meisten Amerikaner, Japaner und Chinesen, die vielleicht deutsche Gemütlichkeit kennenlernen wollten. Diese schmale Gasse hatte es aber auch in sich mit ihren wunderschönen restaurierten Häusern und den geschnitzten alten Türen, dem Blumenschmuck, dem kulinarischen Angebot! So schoben wir uns mit all den anderen durch die Gasse, aber probierten nicht einmal den in kleinen Gläsern überall angebotenen Federweißen für einen Euro pro Glas (der steigt nämlich gleich ins Hirn!). Wir suchten eher schöne Fotomotive und ließen uns treiben. Außerhalb dieses wirklich sehenswerten und engen Zentrums kommt man dann schon wieder an die Wohngebiete mit „modernen“ Häusern, überwiegend nötig gewordene Nachkriegsbauten.

Weinberge in der Stadt Rüdesheim

Weingut Carl Jung in Rüsselsheim

Weingut Carl Jung in Rüdesheim

Stadtbild Rüdesheim

Stadtbild Rüdesheim

Restaurantschild

Restaurantschild

Drosselgasse

Irgendwo lasen wir einen Hinweis, dass man die Firma Asbach besichtigen konnte. Da waren wir dabei und spazierten den halbstündigen Weg zurück in Richtung Fähranleger.  Gegen 14.30 Uhr erhielt Frederick übers Telefon die Nachricht, dass DPD das Päckchen mit dem so sehr benötigten Kabel ausgeliefert hatte. Ein Glück! Bis 17 Uhr hatte die Tourist-Info in Stromberg geöffnet, das müsste also zu schaffen sein. Am Werk bei Asbach Uralt angekommen, stellten wir fest, dass sich das Besucherzentrum genau am anderen Ende des Ortes befand! Also wieder zurück – marsch, marsch und im flotteren Tempo! Entlang des Rheins und einer auf dem Weg liegenden Verführung (wir kauften Schokolade gefüllt mit Asbach Uralt Weinbrand im Sonderangebot!) erreichten wir das Besucherzentrum gegen 15 Uhr. Es liegt in einem Wohngebiet. Dort gab es einen sehr professionell und liebevoll gemachten Film über die Entstehung der Marke Asbach, hoch interessant. Die Anfänge reichen 125 Jahre zurück.

Anschließend durchlief man einen Raum mit großen Kupferkesseln und einigen für die Destillation benötigten Werkzeugen und Maschinen. Eine Erklärung würde hier zu weit führen. Im Foyer wurde leider nicht der Rüdesheimer Kaffee (Zucker, Asbach, Kaffee, Schlagsahne und Schoko-Raspel, auch als Kaltgetränk mit Vanilleeis möglich) ausgeschenkt, aber ein paar Proben der unterschiedlich gereiften Weinbrände gab es für 2€ pro Glas. Das gönnten wir uns natürlich einmal und kauften daraufhin im Shop eine Flasche acht Jahre gereiften Weinbrands, der uns so wunderbar geschmeckt hatte.

Prächtiger Eingang zum Asbach-Museum

Prächtiger Eingang zum Asbach-Museum

Der Empfangsraum des Asbach-Museums

Der Empfangsraum des Asbach-Museums

Da erstaunlicherweise nicht viel los war, hatten wir unsere Besichtigungstour schon gegen halb vier beendet, immer noch mit dem Spruch aus alten Werbefilmen unserer Generation im Ohr: „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, das ist einen Asbach Uralt wert“! Natürlich gibt es andere Sehenswürdigkeiten zu entdecken, aber wir machen ja keine Rheintour, sondern sind auf dem Wege nach Frankreich.

Mit einem Anruf bei der Tourist-Info in Stromberg wollten wir dann die Abholung des Päckchens bestätigen. Der nette Herr dort teilte uns mit, dass nichts angeliefert worden war …. ich sah Rauchwölkchen der Wut bei Frederick aufsteigen. In der DPD-Telefon-Warteschleife verbrachte er 19 statt der „angedrohten“ zehn Minuten. Dort erfuhr Frederick, dass der Fahrer das Paket bei (ein Name folgte) abgegeben hätte, aber nicht im Büro für Tourismus. Erneuter Anruf bei dem netten und hilfsbereiten Herrn, versprach dieser, hinter unserem Kabel her zu hechten und uns nach Fündigwerden anzurufen. Wir eilten derweil zum Fähranleger. Nach fünfzehn Minuten der erlösende Anruf: Päckchen in der Nachbarschaft ausfindig gemacht und nun – wie verabredet – bei der Tourist-Info.

Wieder hatten wir Glück und erwischten im letzten Moment die Fähre, die etwa alle 20 Minuten fährt. Die Zeit bis 17 Uhr (Büroschluss) lief uns langsam davon. Im Zeitraffer lief es dann so: Ankunft am Parkplatz, einsteigen ins Fahrzeug, Gas geben und schnellstens auf den Stellplatz, von dort zu Fuß (15 Minuten) steil hinab ins Ortszentrum, denn Parken war dort aussichtslos. Kurz vor 17 Uhr erreichten wir das Büro und konnten unser Paket in Empfang nehmen, nun musste der Stecker nur noch passen … wir bedankten uns mit einem Mitbringsel aus Rüdesheim, Schokolade mit Asbach Uralt gefüllt, was mit großer Freude angenommen wurde!

Den steilen Anstieg schafften wir schnell, der heutige Tag könnte nur noch getoppt werden von einer Sache: Passendes Kabel, und es klappte dieses Mal! Yippee!

Samstag, 16. September 2017

Stromberg - Junglinster (Luxemburg)

Stromberg – Junglinster (Luxemburg)

Frederick war sehr erleichtert, dass er nun dank des Ladekabels endlich wieder Fotos bearbeiten und weitere Dinge erledigen kann. Da wir gut ausgestattet sind (mit Drucker, Papier etc.) konnte er das Päckchen mit dem falschen Kabel gleich wieder auf den Postweg bringen, das erledigten wir nach dem Frühstück auf der Durchfahrt durch Stromberg mit viel Glück bei der Parkplatzsuche …

Endlich konnte unsere Reise weitergehen, Ziel ein Stellplatz ca. 8 km von Luxemburg entfernt. Von Regenschauern begleitet, aber auch im Sonnenschein fuhren wir durch die schöne bergige Landschaft des Hunsrück. Nicht immer war es leicht, sich durch die Straßen der kleinen und beschaulichen Orte zu zwängen mit unserem großen Gefährt, aber zum Glück behält Frederick die Ruhe dabei!

Nach ca. drei Stunden inklusive Pause erreichten wir den kostenlosen offensichtlich neu eingerichteten Stellplatz, der auch Ver- und Entsorgung und Stromanschluss (gegen Gebühr) bietet. Der Stellplatz ist für drei Wohnmobile eingerichtet und ist Teil eines großen Parkplatzes an einer Veranstaltungshalle. Hier richteten wir uns gemütlich ein, inzwischen prasselte der Regen wieder mal aufs Dach. Zum Abendessen gab es Pellkartoffeln und Gemüse und Fisch für Frederick.

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