Peine

 In 2017, Deutschland

Sonntag, 10. August 2017

Eulenmarkt in Peine

Direkt am Parkplatz in Peine stand ein im Jahr 1888 in Betrieb genommener Wasserturm in rotem Backstein. Das Witzige an diesem Gebäude war, dass aus seinem Gemäuer aus einem etwa einen Meter langen Spalt Wasser herausquoll in ein darunter gelegenes Becken hinein. Das Ganze ist natürlich kein Gebäudeschaden, sondern ein gewollter Effekt und ein kleiner Spaß für Jung und Alt.

Der Wasserturm in Peine

Der Wasserturm in Peine

Der Wasserturm speiht Wasser

Der Wasserturm speit Wasser

Die St. Jakobi-Kirche

Die St. Jakobi-Kirche

Über eine Brücke gelangten wir in die Altstadt. Hier waren wegen des Stadtfestes gefühlt alle 50.000 Einwohner der Stadt Peine anzutreffen und man schob sich an den vielen Ständen und Attraktionen vorbei. Das ließ  Zeit zum Hochschauen rechts und links in den Straßenzeilen und wir entdeckten und bewunderten viele der alten restaurierten Häuser. Immerhin wurde die Stadt um 1220 gegründet und an manchem Haus war noch ein Schild mit Jahreszahl zu sehen: Fünfzehnhundertund ….

Bekannt ist Peine für die Stahlindustrie, aber dafür interessieren wir uns nicht so sehr.  Schon ab 1260 besaß Peine das Münzrecht, immer ein untrügliches Zeichen für eine florierende Wirtschaft und Kaufkraft,  wie man auch an den schönen und hohen, teilweise 5-stöckigen Häusern sehen kann.

Werbegag eines Einrichtungshauses

Werbegag eines Einrichtungshauses

Schönes Fachwerk

Schönes Fachwerk

Wir genossen die Atmosphäre der Musikdarbietungen auf den unterschiedlichen  Bühnen, der lokale Radiosender warb mit Musik für und von Kindern, und die Lütten machten begeistert mit, wirklich sehr lustig!

Sehr viel Aufmerksamkeit bekam ein Musikant aus den Anden. Man kennt ja die Gruppen von Pan-Flöten Spielenden in den Fußgängerzonen.  Dieser Her aber trat allein auf und machte schon mit seiner Kostümierung Furore. Der Kopfschmuck bestand aus langen Federn und sein Poncho aus grellgrün seidenem Stoff. Es war eine One-Man-Show, denn nicht nur, dass er hervorragende Musik auf der Panflöte spielte, er zelebrierte das Ganze mit Glockengeklingel und anderen Klang-Einlagen. Außerdem hatte er seinen Stand mit wunderbaren und zum Nachdenken anregenden Sprüchen ausgestattet: „Ich heiße Mensch ..“, wie wahr!

Menschenmassen beim Eulenmarkt

Menschenmassen beim Eulenmarkt

Flötenspieler

Flötenspieler

Mein Name ist Mensch

Mein Name ist Mensch

Wir hörten eine Weile lang andächtig zu und spendeten anschließend nicht nur Beifall, sondern auch ein paar Euros.

Wie schön, dass auch die Einzelhändler etwas vom Eulenmarkt hatten. So gut wie alle Läden waren geöffnet, so muß es sein! Hauptstraße, kleine Gassen und der Marktplatz waren mit einbezogen und so war es ein sehr lebendiges und nettes Fest, auch der Wettergott meinte es gut mit uns. Wir kamen an ein imposantes Kirchengebäude, die evangelisch-lutherische  St.-Jakobi-Kirche, neu erbaut 1896 – 1899. Sie ersetzte ein Gebäude aus 1692.

Der imposante Kirchturm

Der imposante Kirchturm

Die St.-Jakobi-Kirche

Die St.-Jakobi-Kirche

Das schöne Innere der St.-Jakobi-Kirche

Das schöne Innere der St.-Jakobi-Kirche

Wir schauten uns die Kirche von innen an und staunten über die mit bunten Malereien ausgeschmückten Wände! Auch die wunderschönen Bleiglasfenster fielen uns sofort auf. Es ist unfaßbar, dass dieser Farb- und Figurenreichtum in den Jahren 1937 und 1962 in schlichtem Weiß übermalt wurde! Erst in den Jahren 1992 bis 1994 wurde alles wieder „rein gewaschen“, soweit es ging, und die biblischen Bilderreihen originalgetreu wiederhergestellt, wie uns die Kirchenaufsichts-Dame erklärte.

Bad Bevensen - Peine - Göttingen

Bad Bevensen – Peine – Göttingen

Sie betonte, wie kalt es immer in der total weiß gestrichenen Kirche gewesen ist während einen nun, in Farbe, ein Gefühl der Wärme begleitete. Recht hatte sie!

Wieder draußen im Sonnenschein, zogen wir weiter und folgten den Klängen der Musik in einer Wein-Bar. Im Garten waren Tische aufgestellt, die Leute amüsierten sich und wir auch mit frischem Zwiebelkuchen und einem leckeren Rosé-Wein. Eine Weile hörten wir dem Sänger noch zu, dann brachen wir auf zum Parkplatz, wir wollten ja weiter nach Göttingen.

So waren wir erst gegen 19 Uhr auf dem Göttinger Stellplatz an und bekamen keinen Platz mehr auf dem Hauptplatz, sondern mussten uns mit dem Ausweichplatz nebenan begnügen. Der Nachteil dort: zu viele Bäume, so dass wir aufs Fernsehen verzichten mussten. Ansonsten bekommt man für die 9 € Platzgebühr Ver- und Entsorgung und Code-Zugang zu einer modernen Toilette. Außerdem gibt es noch Stromsäulen. Für den Verbrauch müssen 50 Cent pro KW berappelt werden. Brauchten wir aber nicht, da wir durch die Fahrt sowie unsere Solaropaneele auf den Dach ausreichend Reserven hatten.

Als wir noch mit dem Berichtschreiben weitermachen wollten, gab’s eine schlechte Nachricht: Frederick hatte das Netzteil für den Laptop zuhause vergessen. Noch hatten wir ca. zwei Stunden Akkulaufzeit, aber die würde schnell verbraucht sein. Kein großes Problem, dachten wir. Kaufen wir morgen halt ein neues Netzteil hier in Göttingen. Die Geschichte entwickelte sich jedoch ganz anders. Mehr darüber im nächsten Bericht.

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