Gelting

 In 2017, Deutschland

Montag, 14. August 2017

Kurzreise nach Nord-Angeln

Wir hatten ein paar Tage ohne Termine vor uns, die Wettervorhersage war recht gut und daher entschieden wir uns spontan für eine Kurztour in den Nordosten Schleswig-Holsteins. Eckernförde war unser erster Gedanke, aber die 18 € pro Tag für den Stellplatz am Noor schreckte uns dann doch ab. Stattdessen wollten wir den Stellplatz am Wassermühlenholz in Kappeln mal ausprobieren. Erst gegen Mittag brachen wir auf, da es noch einiges in Malente zu erledigen gab.

Zuerst fanden wir den Platz nicht, weil wir falsche Koordinaten eingegeben hatten. So irrten wir einige Kilometer nördlich von Kappeln ziellos durch die Gegend, erschwert dadurch, dass wir lange keine Möglichkeit zum Wenden fanden. Schließlich fanden wir den kleinen Platz mitten im Wald, nur 15 Minuten zu Fuß zur Innenstadt von Kappeln. Doch uns sagte der Platz selbst so gar nicht zu. Auch war niemand da, der uns hätte einweisen können.

Nach einiger Diskussion entschieden wir uns, weiterzufahren. Neues Ziel: das nur 12 km entfernte Gelting an der Flensburger Förde. Den Stellplatz an der Geltinger Bucht am Sporthafen im Ortsteil Wackerballig fanden wir ohne Probleme. Als wir dort die vielen Wohnmobile sahen, befürchteten wir schon, keinen Platz mehr ergattern zu können. Zwei freie Plätze in der ersten Reihe schienen uns zu klein für unsere Länge von 7,40m. In der zweiten Reihe erspähten wir dann doch noch den einzigen, scheinbar freien Platz und flugs nahmen wir ihn in Beschlag. Etwas mulmig war uns jedoch dabei, denn dieser Platz war nicht mehr nummeriert.

Strand und Stellplatz Wackerballig

Strand und Stellplatz Wackerballig

Stellplatz Wackerballig

Anmelden musste man sich beim Hafenmeister, der sein Büro weit draußen am Yachthafen hatte. Dorthin führte ein 300 m langer Holzsteg. Aber das Büro machte erst um 17 Uhr auf. Wir mussten uns bis dahin noch etwas Zeit vertreiben. So erkundeten wir schon mal die nähere Umgebung. Direkt neben dem Stellplatz gibt es ein Restaurant, das sich offenbar auf Fisch spezialisiert hat. Verhungern würden wir hier also nicht. Es gibt außerdem einen Spielplatz für Kinder, einen langen Strand und sehr flaches Wasser, ideal für kleine Kinder, die hier wirklich nicht ertrinken können. Zweihundert Meter weiter entlang des Strands liegt ein größerer Campingplatz. Auf einer Informationstafel waren die Wander- und Radfahrwege der Geltinger Bucht und der Geltinger Birk eingezeichnet. Wir hatten zwar unsere Fahrräder nicht dabei, aber die Wege waren auch zu Fuß durchaus machbar.

Pünktlich um 17 Uhr waren wir dann im Hafenbüro und trafen auf einen ausgesprochen freundlichen Hafenmeister. Als erstes fragte er nach dem Kennzeichen des Wohnmobils. Ich begann mit OH und wurde sofort unterbrochen „Ohaaaa“ sagte Herr Hafenmeister und machte uns sofort klar, dass wir da, wo wir uns niedergelassen hatten, nicht stehen durften. „Dort versperren Sie den Gästen in den Ferienhäusern hinter dem Stellplatz die Aussicht aufs Wasser. Die ist denen nämlich garantiert“.  Upps, und was jetzt? „Nicht schlimm, parken Sie in der ersten Reihe. Macht nichts mit der Länge, auch wenn ihr auf den Fahrweg hinausragt.“ Na, das war ja mal ausgesprochen entgegenkommend.

Sporthafen Wackerballig - Gelting

Sporthafen Wackerballig – Gelting

Strand in Wackerballig

Strand in Wackerballig

Wir bezahlten für drei Nächte (9,50 pro Nacht inkl. Strom) plus 20 € Pfand für den Schlüssel für die Duschen, die sich direkt neben dem Stellplatz befanden. Wir parkten unseren Dethleffs um und marschierten dann sofort zum zwei km entfernten Gelting, ein schöner Spaziergang durch die ländliche Gegend bei warmen und sonnigen Wetter. Die Gegend gefiel uns. Gelting ist ein kleiner Ort. Die Gegend lebt von Landwirtschaft und Touristik. Besonders die Geltinger Birk zieht viele Besucher an. Überall werden Ferienunterkünfte angeboten. Besucher kommen aus ganz Deutschland.

Wir fanden einen Lidl-Markt, wo wir uns für die nächsten Tage mit Proviant versorgten, den wir dann allerdings zurück zum Stellplatz schleppen mussten. Dafür zauberte Anne dann ein leckeres Abendessen und später schlurften wir nochmals über den Steg zum Yachthafen, um uns auf der Terrasse des „Wackerpulco“ Bistros einen Drink zu genehmigen und dort den Sonnenuntergang zu genießen.

Dienstag, 15. August 2017

Wanderung entlang der Geltinger Bucht und die Geltinger Birk

Wie vorgesagt, erwachten wir (recht spät) zu einem sonnigen und warmen Tag. Für ein fürstliches Frühstück sorgten die frischen Brötchen, die der Hafenmeister schon früh ans Wohnmobil geliefert hatte (welch ein Service!). Für heute hatten wir uns einen Rundweg entlang der Geltinger Bucht und durch die Geltinger Birk vorgenommen. Allerdings war es bereits 12 Uhr bevor wir in die Hufe kamen. Ein wunderschöner Wanderweg erwartete uns, teils entlang des Deiches, teils durch einen Wald und teils entlang der Landstraße zurück zum Stellplatz. Frische Brombeeren veranlassten uns zu einigen Stopps und auf dem Rückweg durch Gelting konnten wir einem leckeren Eis nicht widerstehen.

Entenfamilien

Kreative Knick-Dekoration

Radfahrer auf dem Deich an der Geltinger Bucht

Radfahrer auf dem Deich an der Geltinger Bucht

Geltinger Bilk und Windmühle "Charlotte"

Geltinger Birk und Windmühle „Charlotte“

Für den späten Nachmittag waren ein Gewitter vorgesagt. Das traf dann zwar erst gegen 19 Uhr ein, aber umso heftiger. Kurz vorher saßen fast alle auf dem Platz noch vor ihren Fahrzeugen und genossen das schöne, warme Wetter, doch ganz plötzlich, sprichwörtlich wie aus heiterem Himmel, öffnete sich der Himmel. Überall wurde es hektisch, galt es doch nicht nur die eigene Haut zu retten, sondern auch Tisch und Stühle, Tischdecken und Tisch-Dekos noch schnell ins Trockene zu bringen.

Im Wohnmobil war es trotz Blitz, Donner und Sturzregen umso gemütlicher. Ein einfaches Abendessen mit Kartoffelsalat und Würstchen bei fortdauerndem Unwetter draußen rundete den Tag ab.

Mittwoch, 16. August 2017

Wanderung in entgegengesetzter Richtung und in der Geltinger Birk

Am Morgen war alles wieder heiter. Wir hatten sehr gut geschlafen, die Sonne schien, es war warm und wieder waren die Brötchen am Morgen pünktlich vor dem Wohnmobil, so dass einem weiteren fürstlichen Frühstück nichts im Wege stand.

Unser Plan für heute war, den gestrigen Weg andersherum zu laufen, also erst Landstraße (natürlich auf dem Rad- und Fußweg) nach Gelting, einen kurzen Bummel durch den Ort und dann Richtung Geltinger Birk. Doch diesmal war noch die Windmühle „Charlotte“ auf dem Plan. Dafür war ein kleiner Umweg direkt in die Geltinger Birk erforderlich.

Kreatives entlang der Wanderroute

Windmühle "Charlotte"

Windmühle „Charlotte“

Graugänse in der Geltinger Birk

Wir waren völlig erstaunt über die vielen PKW’s auf dem Parkplatz vor der Mühle als wir dort ankamen. Offenbar ist diese Gegend ein sehr beliebtes Ziel für Naturliebhaber. Ein niedliches, kleines Café direkt vor der Mühle bietet den Wanderern Stärkung und Erfrischungen. Die Birk ist ein Vogelparadies, besonders für Wandervögel im Frühjahr und im Herbst. Jetzt wird sie hauptsächlich von Graugänsen und Nonnengänsen bevölkert.

Wenn wir Fahrräder dabei gehabt hätten, wäre noch eine viel weitläufigere Erkundung der Birk möglich gewesen. Aber wir kommen bestimmt wieder (und dann mit Fahrrädern). Aber wir trafen unterwegs mehrere unserer Wohnmobilkollegen vom Stellplatz, die die schöne Landschaft ebenso teils zu Fuß, teils mit dem Fahrrad erkundeten.

Stoppelfeld

Vogelparadies Geltinger Birk

Vogelparadies Geltinger Birk

Das Abendessen fand wieder im Wohnmobil statt, denn – obwohl das Fischrestaurant verlockend war (für Frederick), für Anne war es nicht so prickelnd, da sie keinen Fisch isst. Als wir später noch Richtung Yachthafen flanierten, um den tollen Sonnenuntergang  zu genießen, trafen wir wieder auf Wohnmobil-Nachbarn, die wir auch schon in der Birk gesehen hatten. Die beiden steuerten direkt auf das „Wackerpulco“ zu, um – wie sie uns sagten – ein „Ploppbier“ zu genießen. Wir würden natürlich sagen, ein „Flens“.  Wir setzten uns dann zusammen auf die Dachterrasse beim „Wackerpulco“, genossen den Sonnenuntergang und Getränke (Ploppbier und Weißwein) und unterhielten uns angeregt.

Mit Wohnmobil-Freunden Gudrun und Dieter

Mit Wohnmobil-Freunden Gudrun und Dieter

Früh übt sich….

Sonnenuntergang in Wackerballig

Sonnenuntergang in Wackerballig

Malente-Kappeln-Gelting

Malente-Kappeln-Gelting

Gudrun und Dieter kommen aus Suhl in Thüringen und hatten wirklich Interessantes zu erzählen. Reisebegeistert waren sie schon immer. So schwärmten sie nicht nur von ihrem schönen Thüringen, sondern erzählten uns auch aufregende Geschichten aus der Vorwendezeit und ihren Reisen in die sozialistischen Bruderstaaten. Da es mittlerweile etwas kühl geworden war, brachen wir gemeinsam auf. Gewiss werden wir uns irgendwann wiedersehen.

Das war der letzte Abend auf unserer Kurztour, die wir aber sehr genossen haben. Für den nächsten Tag war die Heimfahrt geplant.

Donnerstag, 17. August 2017

Besuch bei IKEA in Kiel und Rückfahrt nach Malente

Die Wettervorhersage für den heutigen Tag war nicht berauschend. Für den Nachmittag wurde Regen erwartet. Macht nichts, denn das würde uns auf der Heimfahrt nicht stören. In Kiel machten wir noch noch einen kurzen Zwischenstopp. Dann fuhren wir direkt nach Eutin, um in der dortigen Waschanlage dem Wohnmobil wieder zu frischem Glanz zu verhelfen.

Vielleicht machen wir noch einmal eine ähnliche Tour bevor wir Anfang September nach Frankreich fahren, wenn das Wetter mitspielt.

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Comments
  • H. und C.-D. Aßmann
    Antworten

    Hallo Dethleffs!
    Gerade zurück in Malente zieht es Euch gleich wieder auf die Straße und an die Geltinger Bucht und dort in die Birk, dem Vogelparadies für Wandervöglel.
    Da ward Ihr ja genau richtig – Ihr Wandervögel!
    Apropos Wandervogel! Wäre das nicht ein Name für Euren Dethleffs?
    Und im September wollte Ihr Euch wieder durch Frankreich, vorbei an der guten, aber zu teuren Küche „quälen“?
    Das sind ja fast masochistische Züge, die man da bei Euch konstatieren kann….
    Oder könnt Ihr dem Charme von Macron nicht widerstehen – Anne, he ?
    Wir werden jedenfalls nächste Woche die Tiroler mit unserer Anwesenheit beglücken und wieder zu Hause sein,
    wenn Ihr nach Frankreich startet.
    Dafür viel Spaß und immer einen schlaglochfreien Asphalt unter den Rädern des Dethleff!
    Gruß Assi

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