Fritzlar

 In 2017, Deutschland

Sonntag, 1. April 2017

Frederick ist mehr als zufrieden mit dem Fahrverhalten des Dethleffs und fühlt sich sehr wohl, mit unserem Gefährt Kapitän der Landstraße zu sein.

Nach zwei Stunden auf der Autobahn kamen wir am Hinweisschild „Fritzlar, historische Altstadt“ vorbei und änderten sofort unsere Richtung. Warum nicht mal schauen, denn wir beide kannten die Stadt noch nicht. Per Internet suchten wir einen Stellplatz, der Platz in der Innenstadt am Grauen Turm war überfüllt, so bot sich der Ederaue-Platz an, 7 Euro pro Übernachtung, ohne Strom.

Zufällig war am heutigen Sonntag gerade das Frühlingsfest. Alle Läden waren geöffnet, Buden und „Fress-Stände“, alles da! Deshalb war die Stadt so belebt! Der nette Platzbetreuer an der Ederaue, wo sich auch das Erlebnis-Bad befindet, geöffnet von Mai bis September, sagte uns, dass er am Abend zwischen 17 und 18 Uhr vorbei käme und das Geld kassieren würde. Dann nähme er auch gleich Bestellungen für Brötchen am nächsten Morgen auf, welch ein Service! Der Platz liegt im Grünen und bietet in einem kleinen Unterstand Broschüren über Fritzlar, kostenlose Bücher (von Reisenden gespendet), Servicestation Ver- und Entsorgung für das Wohnmobil. Hier war genug Platz und wir konnten uns einen Standort wählen.

Das Wetter war wieder toll und wir spazierten etwa 15 Minuten in die höher gelegene Stadt. Wahrlich historisch, 3- bis 4-stöckige restaurierte Fachwerkhäuser zeugten von ehemaligem Reichtum. Fritzlar lag am Knotenpunkt einer Handelsstraße. Frederick fotografierte die Statue von Bonifatius, dem Gründer der Stadt. Ich konnte es nicht fassen, über Bonifatius hatte ich schon einmal in einer Kirche in Crediton, England gelesen. Wer und wie war das noch mal? In Wessex, England geboren um das Jahr 673 und in 723 die Donar-Eiche in Deutschland gefällt? Unglaubliche Lebenswege gibt es! Bitte selbst einmal nachlesen, die ganze Geschichte hier aufzurollen, wäre zu viel des Guten, ist aber hochinteressant und beleuchtet politische und religiöse Verknüpfungen im frühen Deutschland.

Bonifatius Statue in Fritzlar

Bonifatius Statue in Fritzlar

Fritzlar Dom

Fritzlar Dom

Fritzlar Panorama

Fritzlar Panorama

Wir kehrten im Hochzeitshaus zu Fritzlar ein für Kaffee und Kuchen und bezahlten für Selbstgebackenes 6 Euro zusammen, allerdings wieder mal auch hier nur ein Heer von Freiwilligen am Werk, deshalb der Preis. Es geht darum, das Hochzeitshaus, zurzeit mit einer kleinen Ausstellung als Museum genutzt, wieder dem eigentlichen Zweck zuzuführen. Früher durften die Bürger das Haus für große Feste nutzen, dort will man wieder hin.

Wir genossen jeden Augenblick, die Atmosphäre im Ort war sehr schön,

Menschenmassen beim Frühjahrsfest

Menschenmassen beim Frühjahrsfest

Mittelalterliches Stadtbild

Mittelalterliches Stadtbild

Feiertagsstimmung eben. Frisch gestärkt bestiegen wir den Grauen Turm, um noch mal einen Ausblick über die Stadt und Umgebung zu haben. Viele Tafeln mit Erklärungen über mittelalterliche Rechtsprechung und das damalige Leben einschließlich Folterwerkzeugen waren auf den einzelnen Etagen untergebracht. Kalt wurde es einem in dem Turm, also nichts wie zurück in die Sonne, genug gesehen für heute und zurück zum Stellplatz. Unterwegs gab es noch einige nette Fotomotive, Fritzlar – eine Reise wert!

Fritzlar Dom

Fritzlar Dom

Bad Harzburg - Fritzlar

Bad Harzburg – Fritzlar

Montag, 2. April 2017

Frederick wachte frühzeitig auf und holte schon mal die bezahlten Frühstücksbrötchen aus der Kiste am Unterstellplatz. Dort hatte ich mir schon am Vortag drei tolle Bücher aus der „Umsonst-Bücherkiste“ genommen, lege sie nach dem Auslesen in die nächste Sammelbox, die mir begegnet. Hier kommt man endlich mal zum Lesen, heute zum Beispiel, an einem eher kühlen und trüben Tag. Es gab für Frederick am Computer einiges aufzuarbeiten. So verbrachten wir den Morgen, bis wir gegen 16 Uhr nach Marburg weiterfuhren.

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