Grabow

 In 2017, Deutschland

Mittwoch, d. 29. März 2017

Es geht endlich wieder los. Alles gepackt. Von den meisten Familienmitgliedern verabschiedet.
At Last „On the Road Again …“

Es war bereits später Nachmittag, als wir in Malente aufbrachen, zunächst nach Süsel, tolle Idee von Frederick: auf die Waage mit dem Neuen, um Zuladung künftig einschätzen zu können. Ich betone „künftig“, denn prompt zeigte die Waage Übergewicht an, 90 kg, mit mir (!), jedoch ohne Frederick.
Die große Diskussion begann, was kann weg? Nach Malente zurück wollten wir nicht, ich wollte auch nicht zu Hause bleiben, so langsam beruhigten wir uns. Aha, voller Dieseltank, voller Frischwassertank (120l), das wiegt ganz schön. Wir setzten unsere Fahrt nach Kremmin in Mecklenburg fort. Ziel war ja die Firma Wendt, wo wir das Wohnmobil im letzten Jahr gekauft hatten. Dort wollten die Techniker am Donnerstagmorgen unsere 12-Punkte-Beschwerdeliste abarbeiten. Wir kamen gegen halb neun auf dem Kundenparkplatz an, richteten uns gemütlich ein und aßen Abendbrot. Fernsehen konnten wir nicht, das war eines der Mysterien, dass wir den Kasten nicht in Gang kriegten. Aber ab Morgen sollten wir ja mehr wissen Zwei Tage hatten wir hier eingeplant.

Donnerstag, d. 30. März 2017

Nachdem wir uns gleich früh bei der Wendt-Rezeption gemeldet hatten, kamen zwei Techniker und nahmen sich der Dinge, die wir zu monieren hatten, an. Wir hatten den Tag über „frei“ und spazierten ins nahegelegene Grabow (ca. 3,8 km=45 Minuten), einem wirklich niedlichen Ort mit vielen restaurierten Fachwerkhäusern und einem netten Wohnmobil-Stellplatz am Hafen mit Toiletten und Duschen (Achtung, Sanitärgebäude geöffnet erst ab 1. Mai, Saisonbeginn).
Im Moment werden in Grabow Ausgrabungen an der Kirche vorgenommen und es kam ein alter Brunnen zum Vorschein. Der Dichter Fritz Reuter (1810-1874) kannte Grabow und fand nach einigen Jahren der Festungshaft Aufnahme bei seinem Freund Floerke. Es lohnt sich, das Leben Reuters einmal nachzulesen, unruhige Zeiten, damals …

Reuter und Floerke

Reuter und Floerke Denkmal

Kirche und Fachwerk in Grabow

Kirche und Fachwerk in Grabow

Am Grabower Hafen

Grabow wird sich in den nächsten Jahren sicher noch schöner präsentieren. Im Bürgerbüro gibt es ein öffentliches WC und von den netten Bürodamen einige Informationen über den Ort. So wäre ein weiterer Anziehungspunkt die Fabrikbesichtigung „Grabower Schaumküsse“, die kennen wir doch alle. Da wir an Pfunden sparen wollten, haben wir die Firma (seufz) nicht besucht. Irgendwann muss man ja anfangen, das Übergewicht im Wohnmobil zu reduzieren. Außerdem waren wir in der Zwischenzeit auf eine weitere Lösung gestoßen. Unseren Freund Achim in Wittenburg wollten wir ja sowieso sehen, also meldeten wir uns bei ihm an. Er war sofort bereit, zwei große und schwere Kartons mit Überflüssigem bei sich zu lagern. Das nehmen wir dann auf dem Rückweg wieder mit, wenn wir mit nur 30 Litern Frischwasser und halber Tankfüllung unterwegs sind!

Im Ratskeller zu Grabow aßen wir zu Mittag, Hähnchenbrust, Gemüse, Kartoffelecken – hm, lecker -für 4,50 Euro pro Person, Mittagstisch eben – und deshalb war das Lokal auch gut besucht. Ich würde sagen: Vorkriegspreise!

Malente - Kremmin

Malente – Kremmin

Wir spazierten zurück, schauten bei den Technikern vorbei, die unerwarteter weise mit den Reparaturen fast fertig waren und konnten noch einige Augenblicke in viele der ausgestellten Wohnmobile hineinschauen. Nichts Neues unter der Sonne. Wir kamen zu dem Schluss, dass immer irgendwelche Kompromisse eingegangen werden müssen in so einem Gefährt.

Deswegen ist es hilfreich, sich Wohnmobil-Facebook-Gruppen anzuschließen, dort gibt es Informationen zuhauf, Tipps und Tricks zum Bessermachen, weil – schließlich sitzen wir alle in demselben „Boot“, äh, Wohnmobil.

Gegen halb sechs und 100 Euro leichter (Schmutzfänger für die Vorderreifen) fuhren wir weiter nach Wittenburg zu Achim. Eine Übernachtung mitten im Ort ist möglich, solange man um 8 Uhr morgens den Platz wieder räumt. Wir schleppten unsere 50 kg Übergewichtskisten zu Achim, der uns schon mit einem leckeren Abendbrot erwartete. Es war ein schönes Wiedersehen und wir konnten nach einem Jahr unsere Erfahrungen austauschen.

Am nächsten Morgen kurvten wir zum nahe gelegenen NETTO und versorgten uns mit Frühstücksbrötchen, dann ging es weiter mit Ziel Bad Harzburg, ca. 4 Stunden Fahrt über die Dörfer, mitten durch die Heide, eine schöne Tour bei bestem Wetter. Frederick hatte sich bei der Wohnmobil-Facebookgruppe angemeldet und erhoffte sich erweiterte Kenntnisse über Lösungen bei Tücken im Wohnmobil. Denn ein Problem ist immer noch nicht gelöst: in der Wohnmobiltoilette müffelt es, und das ziemlich stark. Von unserem Hobby-Fahrzeug kannten wir das nicht. Allerdings war dort schon eine SOG-Absaugvorrichtung eingebaut, als wir das Fahrzeug übernahmen. Deshalb wollen wir ja jetzt an die Mosel, um SOG nachzurüsten.

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